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Whyte and Mackay Ltd

Dalmore House 310 St Vincent Street
Glasgow G2 5RG

Die Geschichte des Unternehmens ist lang und in der letzten Zeit auch sehr bewegt. Von 2001 bis 2004 trug das Unternehmen den Namen Kyndal. Dann wurde es wieder in Whyte & Mackay umbenannt. Was war geschehen?

Das amerikanische Unternehmen American Brands (heute Fortune-Brands, Jim Beam) beschloss 1990 die 1884 gegründete Firma Whyte & Mackay mit ihren Blended und Malt Whiskys (Dalmore, Fettercairn, Tomintoul) zu erwerben und so ein erstes Standbein in Schottland zu platzieren.

1994 expandierten die Amerikaner weiter und erwarben mit Invergordon den nächsten großen schottischen Blend Hersteller sogar mit eigener Grain-Brennerei.

Die Strategie der Amerikaner war jedoch eine andere als die der beiden alteingesessenen Unternehmen. Noch im gleichen Jahr wurden Malt-Whisky-Brennereien stillgelegt und später sogar verkauft (Tomintoul 2000, Bruichladdich 2001), um die Überproduktion an Malt Whisky zu begrenzen.

2001 stiegen die Amerikaner ganz aus und verkauften ihre verbliebenen Aktivitäten an das eigene Management in Schottland. Es war der größte Management Buy-out in der Whisky-Industrie, den es je gegeben hatte. Er wurde maßgeblich von der deutschen WestLB mit finanziert.

Seit diesem Buy-out erlebt das Unternehmen einen regelrechten Aufschwung. Produkte, auf die der Markt schon lange gewartet hat, finden ihren Weg zu den Händlern. Isle of Jura 16 und 21 Jahre sowie Dalmore 21 Jahre sind die reifen Vertreter der neuen Produkte. Der Dalmore Cigar Malt und der Jura Superstition vertreten brandneue Vertreter der 'jungen' Eigentümer.

Insgesamt gehören zu Whyte & Mackay die vier Malt Whisky Brennereien: Dalmore, Fettercairn, Isle of Jura und Tamnavulin. Für ihre Blend- und Likörproduktion betreiben sie mit Invergordon die einzige Grain Brennerei in den nördlichen Highlands. Die eigene Cooperage befindet sich in Addiewell in West Lothian.

Zu den Blendmarken gehören: Claymore, Cluny, Findlater's, Mackinlay, Mackenzie und natürlich Whyte & Mackay. Der beliebte Glayva-Whisky-Likör rundet die Palette mit diversen Rum-, Gin- und Wodka-Sorten ab.

Allgemeine Einschätzung

Kyndal (heute W&M) ist wie Phoenix aus der Asche wieder auferstanden. Die ehemals konkurrierenden Konzerne Invergordon und Whyte & Mackay wurden von den Amerikanern mit harter Hand saniert, so dass sich das gesamte Unternehmen jetzt in bester Form befindet. Die Mitarbeiterzahl hat sich auf etwa 700 (Stand 2004) verringert.

Ein Problem ist sicherlich die hohe Schuldenbelastung, da Fortune Brands sich seinen Ausstieg mit GBP200m hat bezahlen lassen. 2002 machte man schon GBP20,6m Profit bei GBP157,2m Umsatz. Jedoch zehrten die Zinsen und Tilgungen mit GBP20m in 2002 den Gewinn wieder auf. Die Bankkredite werden aktuell durch Whisky-Securities ersetzt. Ein Novum in der gesamten Branche. Man leiht sich am Kapitalmarkt Geld, das über das Whisky-Lager abgesichert wird.

Was bringt die Zukunft? Die Marken Jura und Dalmore baut Whyte & Mackay zu seinen Premium Malt Whisky Marken auf. Hier ist das meiste Geld in dem prosperierenden Markt zu erwarten. Auch die sekundären Marken Fettercairn und Tamnavulin werden nicht vergessen. Aus dem Old Fettercairn 10J wurde der Fettercairn 1824 mit 12J und für den Tamnavulin, einst ein vergessenes Kind, wird wieder die Werbetrommel gerührt.

Den Blended Scotch Whiskys muss Whyte & Mackay große Aufmerksamkeit widmen. Die allgemeinen Absatzzahlen in diesem Segment zeigen in der alten Welt für fast alle Hersteller nach unten. Neue Märkte müssen erschlossen werden. Milliarden Asiaten warten auf guten, preiswerten Scotch Whisky.

 

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letzte Änderung: 20. Januar 2011