
Herzlich willkommen! Dies ist ein Blog mit hoher Frequenz. Ich veröffentliche werktäglich mindestens einen Beitrag. Es lohnt sich wiederzukommen. Ich freue mich über jeden Kommentar.
Unsere alternde Gesellschaft
Wer hat den Dreiteiler im ZDF über die alternde Gesellschaft gesehen? Zugegeben, die Brille entstellte die hübschen Frau Zimmermann in ihrer Hauptrolle, doch es ging ja um ein böses Thema und da darf man das Gesamtbild nicht zu schön zeichnen. Waren die Schauspieler herausragend? Vielleicht nicht so ganz. Billigproduktion? Kann schon sein. Aber es ging ja auch mehr um das große Bild dahinter als um die vorhersehbare Story.
Dazu passt das Hauptthema der Rede von Erich Vorwohlt, Präsident des Landesverbandes des Bayerischen Einzelhandels, anlässlich des Neujahrsempfangs.
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Er sprach ebenfalls über die Überalterung unserer Gesellschaft. Und hier kommen wir am Rande auch zum Whisky. Der Einzelhandel hat sich im Kern auf die Zielgruppe 14 bis 49 Jahre fokussiert. Hier werden die größten Umsätze gemacht und das meiste Geld verdient. Für die Jüngeren bestimmen die Eltern und Großeltern die Ausgaben und die Alten haben bereits alles. Rentnern gibt man oft auch keinen Kredit mehr, da das Risiko des Versterbens vielen Kreditgebern zu groß scheint www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php.
Was passiert in unserer Gesellschaft? Die Babyboomer beginnen nun vermehrt in Rente zu gehen. Als Babyboomer benennt man die geburtenstarken Jahrgänge, die in den Nachkriegsjahrgängen bis 1961/62 geboren wurden. Mit dem Erscheinen der Anti-Babypille nahmen die Geburtenzahlen in der westlichen Welt seit 1962 massiv ab. Der Geburtenpeak dürfte um 1950 bis 1955 gelegen haben. Zählt man hier 60 bis 65 Jahre drauf, so erhält man das Jahr 2015 als das Jahr, in dem die größten Umwälzungen bei uns passieren. Es dauert also nur noch 5 bis 15 Jahre, bis unsere Gesellschaft die großen Veränderungen zu spüren beginnt.
Und wenn man in Rente geht, dann nimmt in der Regel das verfügbare Einkommen ab. Der Mensch schaltet einen Gang zurück und statt gehetzt nach der Arbeit mal eben teure Fertiggerichte beim Gourmet-Markt oder aber an der Tanke zu einem Premium-Preis mitzunehmen, besinnt man sich auf das Wesentliche und kauft beim Discounter ein. Man macht sich auch einmal einen weiteren Weg, um an ein Schnäppchen zu kommen und wieder einmal aus dem trauten Heim heraus zu kommen. Man hat ja Zeit.
Das machen alle Rentner. Ob wohlhabend oder arm. Dass die reichen Rentner ihr Geld zusätzlich noch für Luxus und Reisen ausgeben (werden), steht auf einem anderen Blatt. Tatsache ist, dass man einen Rentner nicht mehr so einfach zu Impulskäufen, vor allem in der Mode und im Nahrungsbereich (auch Whisky), verleiten kann. Je älter ein Mensch wird, um so bedächtiger wird er in seinen Entscheidungen. Natürlich kauft sich der Rentner einen neuen Mantel, Anzug oder Whisky. Aber nicht mehr in der gleichen Spontaneität, in der dies ein 30-Jähriger macht.
Was hat das für einen Einfluss auf The Whisky Store? Schließlich altern unsere Kunden auch. Das stellen wir Jahr für Jahr fest. Wir sehen das jedoch positiv. Die Entscheidung einen hochwertigen Whisky zu kaufen wird in Zukunft nicht mehr so spontan fallen, sondern man hat eine Liste (wie hier im Forum schon öfter zu hören war) und plant mehr im Rahmen des verfügbaren Einkommens. Dies kommt langfristig einem Versandhändler mit Katalog und Internet-Präsenz entgegen.
Wird in Summe weniger Geld für hochwertigen Whisky ausgegeben? Da zeigt sich mir die Zukunft (10 bis 20 Jahre) noch etwas nebelhaft. Sicherlich liegt Deutschland im hochwertigen Whisky-Konsum noch weit hinter anderen EU-Volkswirtschaften zurück. Dies dürfte der größte Treiber für weiter ansteigenden Absatz hochwertigen Whiskys in Deutschland sein. Aus dieser Sicht macht mir die Alterung unserer Gesellschaft - bis ich in Rente gehe - keine Sorge.
Der SPAM-Gau
Nun ist es passiert. Deutschlands größter Provider ist von SPAMern aber so was von heimgesucht worden. Ganz Deutschland litt bis vorgestern unter den Problemen.
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Was war passiert. Ein kluger SPAMmer hat am 6./7.1.2007 eine E-Mail im Namen des Providers versendet.
Sehr geehrter --- Kunde,
anbei erhalten Sie Ihre Rechnung vom 29.12.2006.
die Gesamtsumme für Ihre Rechnung im Monat Dezember beträgt: 59,99 Euro.
Gemäß der erteilten Einzugsermächtigung werden wir den Betrag in den nächsten Tagen von Ihrem Konto einziehen.
Ihre Rechnung finden Sie als Anhang im PDF-EXE-Format. Zum Lesen und Ausdrucken benötigen Sie kein zusätzliches Programm!
Das Ding klang so realistisch und war meinen normalen Rechnungen so ähnlich, dass ich die E-Mail fast geöffnet hätte. Aber nur fast. Was bitte ist ein PDF-EXE-Format?
Damit der Laie sich auskennt: Hinter diesem EXE-File verbirgt sich ein Trojaner, der den eigenen PC zum Versand von SPAMs öffnet.
Am 15.1. kam dann die zweite Welle mit einer fingierten GEZ-Rechnung. Wieder extrem realistisch gemacht.
Sehr geehrter GEZ Kunde,
die Gesamtsumme für Ihre Rechnung im Monat Dezember beträgt: 445,99 Euro.
Anbei erhalten Sie den detaillierten Nutzungsnachweis im beigefügter ZIP Datei.
Bitte beachten Sie, dass diese Rechnung einen Zuschlag beinhaltet, der durch das nicht rechtzeigige Anmelden des Internetverbindung entstanden ist.
Dass dieses Ding ein Fake war, konnte man an den Rechtschreibfehlern erkennen. Aber der Bezug auf die GEZ-Gebühren aufgrund des Internet-Anschlusses war wieder genial.
Resultat?
Die E-Mail-Server des Providers brachen zusammen. Zwar ging wohl keine E-Mail verloren, aber die Auslieferung der E-Mails verzögerte sich um viele, viele Stunden.
Wie hält der Provider dagegen? Er rüstet in großem Stil seine E-Mail-Serverfarm auf und stellt als SPAM identifizierte E-Mails in gesonderte, langsame Warteschlangen.
22.Januar 2007
Die Verspätungen bei der Mail-Zustellung nach dem Hardware-Ausfall sind vollständig abgebaut.
Alle Systeme arbeiten seit Freitag Abend 19. Januar 2007 wieder mit der gewohnten Zuverlässigkeit.
Unsere Techniker haben die Mailserver-Software so optimiert, dass Lastverteilung und Rekonfiguration der Mailserverfarm auch bei Ersatz und Ausbau mit einer großen Anzahl neuer Server deutlich beschleunigt wird.
Verspätungen bei der Mailzustellung durch die Integration neuer Mail-Server sind daher künftig auszuschließen.
[...]
Aktuell beträgt die Verspätung 2 Stunden. Dabei werden allerdings Spam-Mails weniger stark priorisiert und bleiben länger in der Queue liegen.
Gleichzeitig habe ich eine Werbemail von diesem Provider bekommen, in dem er mir für 3 Monate kostenlos ein Virencheckprogramm anpreist. Und auf der Homepage wird vor genau diesem PDF-EXE-Trojaner gewarnt.
Es ist so, wie ich es in einem älteren Beitrag vermutet hatte. Keiner der großen E-Mail-Provider will die SPAMs wirklich an der Quelle löschen. Lieber kauft man einige Dutzend neuer E-Mail-Server, als sich um die Ursache des Problems zu kümmern.
Die Priorisierung von E-Mails als SPAM (unerwünscht) oder HAM (erwünscht) erfolgt, führt aber nur zu einer zeitlichen Verzögerung der Zustellung. Eine Löschung offensichtlicher SPAM ist noch nicht angedacht. Vermutlich muss sich das SPAM-Aufkommen in Deutschland im Laufe dieses Jahres noch einmal verzehnfachen, bis man sich gemeinsam zu einer Lösung durchringen kann.
Ich möchte fast darauf wetten, dass diese tolerierende, abwartende Vorgehensweise in den kommenden 12 bis 18 Monaten an eine physikalische Grenze stößt.
P.S.: In meinen SPAM-Filtern blieben heute Nacht 1.500 E-Mails hängen.
Deutschland mit angezogener Handbremse
Den relativ umsatzschwachen Januar verwenden wir bei The Whisky Store immer zum Aufräumen und für unsere strategische Planung. Wer strategisch plant, der denkt erstmal in die nähere Zukunft und bezieht dann Schritt für Schritt die längeren Zeiträume mit ein.
Langfristige und kurzfristige Planungen müssen dabei Hand in Hand gehen, wenn man seine selbst gesetzten Ziele auch wirklich erreichen will.
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Hat man seine Pläne (Ziele) festgezurrt, dann bleibt ein Haufen Krimskrams im Gehirn zurück. Warum macht der Eine dies und der Andere das? Warum agiert unsere Politik genau so und nicht anders?
Ich glaube nicht an Zufälle. Und hinter den meisten Auswüchsen unserer Gesellschaft verstecken sich handfeste Gründe.
Über einen Haufen Krimskrams denke ich derzeit nach. Diese Gedanken möchte ich mit Ihnen in zwei Beispielen teilen.
In der Verwandtschaft wollten wir einen WLAN-Router für den drahtlosen Internet-Zugang in einem großen, modernen Haus mit Stahlbetondecken realisieren. Es ging nicht. Zu viel Stahlbeton und zu große Entfernungen. Wir schafften eine externe, größere Antenne am PC an und die Verbindung ließ sich damit nur instabil und langsam aufbauen. Also zogen wir ein Kabel und schafften die WLAN-Strecke wieder ab.
Heute kenne ich die Lösung für dieses Problem. Einige WLAN-Router für den deutschen Markt lassen sich mit dem Aufspielen der internationalen Firmware in der Leistung verstärken und so in der Reichweite und der Übertragungsqualität verbessern ![]()
Ich bin gerade dabei, alte s/w-Fotos meiner Großeltern aus den 20er Jahren zu digitalisieren, bevor die Qualität der Abzüge noch weiter sinkt. Die Geschwindigkeit des guten Scanners einer bekannten, großen Marke ist – na sagen wir mal – begrenzt.
Auch hier wieder das Gleiche. Mit dem Aufspielen der internationalen Firmware auf den Scanner, soll man die Scanzeiten mehr als halbieren können.
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Was ist hier los? Wir leben mit angezogener Handbremse. Unsere Gesellschaft bremst sich selbst aus.
Warum
Die offiziellen Antworten auf dieses Warum kennen Sie. Es geht bei den WLAN-Routern um die Strahlenbelastung und bei den Scannern um die Urheberschutzabgabe.
Die wirklich interessanten Antworten erhält man, wenn man sich fragt, warum der deutsche Michel zum Anziehen der Handbremse verdonnert wird?
Und was macht der Wissende? Er umgeht diese Regeln mit Hilfe der Globalisierung und kümmert sich einen 'Dreck' um das Befolgen dieser Verordnungen oder Gesetze. Wo kein Kläger, da kein Richter. Die Wahrscheinlichkeit mit einem getunten WLAN-Router oder Scanner erwischt zu werden ist Null.
Warum also das Ganze? Noch habe ich diese Gedanken nicht vollständig sortiert. Aber ich glaube es geht um die so genannte 'Gerechtigkeit' und die 'Gleichmacherei' in unserer Gesellschaft.
Ardbeg 1965
Diese Sätze habe ich gestern Abend aufgeschrieben:
Heute Abend ist nun der Tag, an dem ich den Ardbeg 1965 verkosten will.
Zuerst die richtige Musik. Ich habe Mariah Carey gewählt. Ruhig genug, um mich auf den Malt konzentrieren zu können und sphärisch genug, um mich entführen zu lassen.
'Do you know ...' läuft, als ich mir die Probe ins Glas schenke.
Die Probe ist mit 1,5cl sehr klein. Welches Glas soll ich nehmen? Meine Wahl fällt trotzdem auf ein relativ großes Glas. Einen Snifter aus Kristallglas von Spiegelau. Gutes Volumen mit einer gewölbten Lippe.
Der Rauch hat sich schon stark abgebaut. Eine leichte Frucht erscheint und dahinter etwas, was ich nicht richtig fassen kann. Irgendetwas sehr intensiv aromatisches mit einem Hang zum Kautschuk. Es könnte aber auch eine merkwürdige Gemeinsamkeit von Pfirsich und Rauch sein.
Das Duett 'When You believe' mit Whitney Houston beginnt. Diese Sängerin mag ich eigentlich noch lieber als Mariah Carey.
Der Geschmack ist unbeschreiblich. Ganz anders, als ich ihn mir vorgestellt habe. Glücklicherweise habe ich kein Wasser zugegeben. Er ist sehr leicht und flüchtig. Kaum sind die 5 Tropfen von der Zunge verschwunden, fängt auch der Geschmack zu verblassen an. Der Rauch ist zunächst stark und vergeht dann. Am Ende hält sich doch ein spürbarer Rauch im Mund.
Mit dem letzten gemeinsam gesungenen 'believe', ist der Rest aus dem Glas verschwunden.
Soll ich glauben, dass dieser Malt 3.000 EUR wert ist?
Lange zögere ich hin und her, ob ich das Privileg, einen solchen Tropfen verkosten zu dürfen, mit einem kleinen Zweifel behafteten Kommentar quittieren darf?
Darf diese Flasche 200 EUR kosten? Sicher! 300 EUR - auch das. 400 EUR? Vermutlich schon. Bei 500 Euro kommen mir die ersten Zweifel, die ich noch unterdrücken kann. Aber 3.000 EUR?
Eigentlich nicht. Dazu lastet auf dieser Flasche mehr die Besonderheit der Seltenheit als die herausragende Qualität eines einzeln ausgesuchten Fasses aus einer Vielfalt von hervorragenden Kandidaten.
Da muss jeder selbst wissen, ob er diesen Seltenheitszuschlag bezahlen will oder nicht.
Ich selbst würde mir für dieses Geld lieber die Einzelfassabfüllungen von Ardbeg (z.B. den Germania aus dem letzten Gewinnspiel), gebrannt in den 70ern, zulegen.
Aber die Vielzahl dieser 1965er Flaschen wird nie im Leben getrunken werden sondern mit wachsenden Preisen als Sammlerflasche wohlbehütet von einer Hand in die nächste wechseln - auch das muss es geben.
Neujahrsempfang des Bayerischen Einzelhandels
Mittwoch waren wir zum Neujahrsempfang des Landesverband des Bayerischen Einzelhandels e.V. mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Huber eingeladen. Als die Einladung kam, dachten wir zuerst an den Neujahrsempfang der Bayerischen Staatsregierung www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php
Da wäre dann Smoking wieder angesagt gewesen. Diesmal reichte ein dunkler Business-Anzug für den großen Saal im Luxushotel Bayerischer Hof vollkommen aus.
Wie kommt man zu einer Einladung und wer geht auf so einen Empfang? Rund 400 Gäste waren anwesen. Man konnte sie in drei Lager einteilen. Die erste Hälfte bestand aus Staatsdienern. Der Präsident des obersten bayerischen Arbeitsgerichtes genauso wie Regierungspräsidenten, -Vizepräsidenten, Umwelt- und Verbraucherschutzministerium, usw., usw. Man (zumindest ich) kann sich gar nicht vorstellen, wie viele verschiedene Staatsstellen mit dem Einzelhandel zu tun haben. Zu diesem Umfeld müssen auch die ganzen öffentlichen Entwicklungsförderungsgesellschaften (kommunal und auf Kreis- bzw. Landesebene) mit ihren Beratern für den Einzelhandel gezählt werden. Dazu noch eine Menge Wirtschaftsprofessoren, Mitglieder des Landtags jeder Couleur und ebensolche a.D.
Ein Drittel der Anwesenden setzt sich aus Vertretern von Verbänden - also Organisationen der Privatwirtschaft - zusammen. Dazu zähle ich auch diese Zwangsmitgliedschaften wie Industrie- und Handelskammern, Berufsgenossenschaften, usw. Was es da nicht alles gibt. Zu diesen Verbänden stoßen dann natürlich noch die Banken, Sparkassen, Energieversorger, Fondgesellschaften, usw., die diesen Abend sponsern 'durften'. Dazu kamen noch Vertreter der Gewerkschaften, internationaler Verbände und der Exekutive (Polizei).
Der kleinste Anteil an Vertretern stammte nach meiner Einschätzung aus dem wirklichen Einzelhandel. Da waren natürlich die Großen wie Kaufhof, Aldi und Lidl, aber auch die Kleineren, die auch nur regionale Bedeutung haben. Wer kenn am Starnberger See schon den Einzelhandelsplatzhirsch aus Würzburg?
Wir fanden uns ein wenig fehl am Platze, da wir ja nicht zum klassischen Einzelhandel sondern mehr zum Versandhandel gehören, der in Konkurrenz zum stationären Einzelhandel steht. Aber meine Frau war in dieser Hinsicht nicht alleine. Auch die Eigentümerin und Geschäftsführerin des Erwin Müller-Versandhauses in Buttenwiesen war gekommen.
Wie kamen wir nun zu der Einladung? Durch den Young Business Award des Bundesverbandes des Versandhandels wurde man auf uns aufmerksam und lud uns ein. So einfach war das.
Worum ging es? Man kann es mit einem Wort beschreiben: Lobbyarbeit!
Muss man diese Lobbyarbeit positiv oder negativ sehen? Ich bin da nicht festgelegt. Sicherlich macht es Sinn, wenn sich alle am Handel beteiligten Stellen regelmäßig treffen und Probleme besprechen, sich gegenseitig austauschen und aus dem Weg räumen. Stillstand ist Rückschritt, wie es so schön heißt.
Herr Minister Huber stand aber wegen zwei Punkten auch im Feuer und musste auf Fragen Rede und Antwort stehen. Zum einen ging es um die Deregulierung der Ladenöffnungszeiten, die in Bayern vorerst gestoppt wurde. Der Verband hätte in seiner Mehrheit durchaus die Öffnung positiv gesehen. Es gab aber auch im Verband Gegenstimmen.
Der zweite Punkt war die Genehmigung einiger umstrittener Factory Outlet Center (FOCs). Hier machte Herr Minister Huber klar, dass er der 'wirtschaftlichen Entwicklung der urbanen Räume' (=Städte) mehr Bedeutung zumessen will. Es sollen nicht nur Kunst und Museen unsere Städte beleben - auch die Wirtschaft soll im urbanen Raum brummen und besonders gefördert werden. Dass ein FOC im Grenzgebiet zu Österreich genehmigt wurde lag nur daran, dass Salzburg dermaßen im Einzelhandel aufgerüstet hat, dass man mit diesem FOC wenigstens ein paar Arbeitsplätze in dieser Region halten möchte, da bereits heute alle mit Ihren Euros über die offene Grenze nach Salzburg zum Einkaufen fahren.
Salzburg hat also genau das gemacht, was Bayern erst will. Die Stadt gefördert. Waren wir zu langsam? Mussten wir deshalb das FOC genehmigen? Oder ist es nicht einfach so, dass die ländlichen Gebiete im Einzelhandel - auch aus staatlicher Sicht - hinten runter gefallen sind?
Kann ich diese restriktive und schutzschirmartige Politik gutheißen? Bayern beschützt und fördert hier einseitig die Entwicklung in den Städten. Was ist mit uns auf dem Land? Wer hier Kleidung kaufen will, findet fast nichts mehr (bis auf eine Grundversorgung) und muss nach München. Und was ist mit dem Versandhandel? Wenn man Einzelhändler gezielt fördert, schadet man dann nicht den Versendern wie uns?
Der Abend klang mit einem großen Buffet aus. Der Bayerische Hof hatte groß aufgefahren und uns vortrefflich versorgt.
Hat es uns etwas gebracht? Die Antwort ist ein klares Ja! Zwar haben wir mit den ganzen Lobbyisten keine bleibenden Verbindungen geknüpft, doch allein die Atmosphäre und das Wahrnehmen der Probleme einer benachbarten Branche hat unseren Horizont deutlich erweitert.
Zu diesem Thema schreibe ich bestimmt noch eine Fortsetzung.
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