
Herzlich willkommen! Dies ist ein Blog mit hoher Frequenz. Ich veröffentliche werktäglich mindestens einen Beitrag. Es lohnt sich wiederzukommen. Ich freue mich über jeden Kommentar.
American Express Centurion Card
Letztlich wollte uns American Express einen Kreditkartenvertrag verkaufen. Nicht als Karte; wir sollten vielmehr die AmEx-Karten akzeptieren. Das Schreiben war von einem Herren aus dem Vertrieb unheimlich gut gemacht. Er hatte den goldenen Stern aus unserem Shop eingebunden, in Farbe gedruckt und das Ganze dann noch mit echter blauer Tinte unterschrieben. Ach ja, seinen Anruf kündigte er auch gleich an.
Was halte ich davon? Null und nix! Hier ist der Link dazu.
Es mag ja sein, dass ich ein wenig zu sparsam bin und auch etwas altmodisch. Ich sehe die Kreditkarte als künstliche Verteuerung des Einkaufs, da wir als The Whisky Store zwischen 2% und 7% des Umsatzes für diesen Kreditkarten-'Service' aus unserem Umsatz bezahlen sollen. Wenn das, was man über AmEx so hört stimmt, dann gehören sie mit Diners zu den Gesellschaften, die einen besonders hohen Anteil am Umsatz für ihren 'Service' haben möchten.
Auch glaube ich, dass die Kreditkarte eine Vorstufe zum Ratenkredit ist ...
[mehr]
Abmahnwelle
Wir haben einen speziellen Anwalt fürs Wettbewerbsrecht. Im Weihnachtsgeschäft kam jetzt heraus, dass eine große Elektrofachmarktkette wohl viele 100 Abmahnungen an kleine Internet-Händler verschickt hat. Einmal stimmt dies nicht - einmal stimmt jenes nicht - und dann stimmt wieder dies nicht. Unser Rechtsanwalt hat fünf Dutzend dieser Abmahnungen auf seinen Tisch bekommen.
Woran liegt es? Es läuft gerade ein Treppenwitz mit bösem Hintergrund ab. In den vergangenen 10 Jahren starben fast alle kleinen Elektrohändler. Die Großmärkte und die Universalversender nahmen ihnen gemeinsam mit den Servicetechnikern der Hersteller die Arbeit weg.
Heute schlägt das Pendel zurück. Große Internet-Portale und kleine Internet-Händler verkaufen im europäischen Ausland billig eingekaufte Elektroware direkt an den Endkunden. Der Stern der Großmärkte bröckelt. Auch ich finde mich selbst immer häufiger im Internet wieder, um meine Boys-Toys zu erwerben.
Weshalb gibt es diese vielen Abmahnungen? Abmahnungen wurden vom Gesetzgeber ins Leben gerufen, um die Gerichte mit einer Art 'Vorinstanz' zu entlasten. Dass es jetzt doch ganz anders gekommen ist liegt an Deutschland. Unser System ist über die Jahrzehnte zu komplex geworden. Zu bürokratisch und zu schwierig. Man muss eine gewisse Größe haben, um sich gegen diesen ganzen Schei. wehren zu können. Die Kleinen können dies schlechter und müssen die Abmahngebühren zahlen. Woraufhin sie noch aggressiver verkaufen müssen, um auch diese Kosten decken zu können. Ein Teufelskreis für die Großmärkte.
Nach meiner Meinung muss man seine Arbeitskraft auf die positiven Dinge im Leben richten. Dann läuft alles wie von selbst. Das Unterbewusstsein arbeitet als Spiegel eines selbst und beeinflusst unser tägliches Handeln viel stärker, als es jede Konkurrenz kann.
Wenn wir wieder einmal eine der regelmäßigen Abmahnungen fangen, dann weiß ich, dass wir erneut etwas goldrichtig gemacht haben und einem Konkurrenten auf die Füße getreten haben. Jede der Abmahnungen bedeutet am Ende, einen wirtschaftlichen Einfluss neu und richtig erkannt zu haben. Genau an dieser abgemahnten Stelle machen wir viel besser weiter und schlagen so den Gegner erst recht. Denn mittlerweile wissen wir ja, wo wir ihn treffen können.
Rache für die Abmahnungen? Wiederherstellung des eigenen Rufs? Solche Gedanken sind mir fremd. Wenn ich zügig eine positive Lösung für mein Unterbewusstsein finde, dann hat mir die Abmahnung sogar geholfen, meinen Weg weiter zu gehen.
Niemand sollte sich runterziehen lassen und die, die Andere runterziehen wollen, die befinden sich meist schon selbst weit unten.
Wer immer nur Ärger sucht, wird sich auch immer postwendend selbst ärgern. Dafür sorgt schon das Unterbewusstsein - Herzinfarkt und Depressionen eingeschlossen.
Wem gehört das Whisky-Lager?
Sie kennen den Computerbauer und -versender DELL? Von ihm wird gesagt, dass die Computer so schnell zusammengebaut und verschickt werden, dass sie vom Kunden eher ihr Geld haben, als der Lieferant bezahlt werden muss.
Auch ich habe vor mehreren Jahren einen Laptop bei DELL gekauft und das Geld wurde eher abgebucht, als die Ware bei mir ankam. Vom langen Zahlungsziel von DELL beim Chiphersteller Intel gar nicht zu reden. Die Mitarbeiter und die Werbeaktionen werden dort natürlich auch später bezahlt, als man den Nutzen davon hat. Am Ende des Tages muss so ein Computerversender 'nur' die Einrichtung seines Unternehmens und die Miete vorab bezahlen. Das ist alles - genial (ehrlich gemeint)!
Wie ist das mit unserem Whiskylager? Bezahlen Sie das auch, bevor wir es selbst bezahlen müssen? Bei einigen schnell drehenden Sonderangeboten kann das tatsächlich der Fall sein. Doch unsere Zahlungsziele bei den Lieferanten sind nicht üppig bemessen und so oft schlagen wir unser Lager pro Jahr auch nicht um. Unser Lager gehört somit zum allergrößten Teil uns selbst.
Und wem gehört das Lager der deutschen Niederlassung des Whiskyherstellers? Ihm selbst, dem Konzern im Ausland oder den Banken? Irrtum - dieses Lager gehört zum Teil auch uns
Uns selbst jetzt nicht im Sinne des Wortes, aber allen Kleinunternehmen in Deutschland gemeinsam, die diesen Whisky vertreiben.
Wie das funktioniert? Sie gewähren als Hersteller dem Händler als Teil seiner Marge eine Jahresrückvergütung und einen Zielerreichungsbonus. In erster Linie will man den Händler damit antreiben und an die Marken langfristig binden. Denn wenn er in seinen Anstrengungen unter dem Jahr nachlässt, dann werden diese Beträge in Folge nicht fällig.
Es gibt zwei sehr schöne Nebeneffekte für den Whiskyhersteller. Sollte der Händler zahlungsunfähig werden, so decken in der Regel diese Beträge das Lieferrisiko am Ende des Jahres ab. Man kann also ruhig seitens des Herstellers in Vorleistung gehen. Es gibt kein Ausfallrisiko, was man nicht schon abgedeckt hätte. Und damit man am Jahresanfang nicht blank mit Risiko da steht, zahlt man die Beträge erst später im Laufe des Folgejahres aus, wenn bereits neue Boni und Rückvergütungen für das neue Jahr angefallen sind.
Da wir vom Lieferanten so mehr Geld ausstehen haben, als unsere offenen Posten bei ihm ausmachen, finanziert sich der große, international aufgestellte Hersteller auf Kosten seiner kleinen Händler.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zentralen großer Supermarktketten - die auch Ware dieser großen Konzerne verkaufen - das mit sich machen lassen. Hier wird andersherum ein Schuh d'raus. Der Hersteller muss für das Listen seiner Produkte in den Supermärkten richtig viel Geld vorab locker machen. Man hört da schon einmal von einer Millionen Euro Listgeld, um einen Likör in jedes deutsche Regal einer Supermarktkette zu bekommen. Von überlangen Zahlungszielen gar nicht zu reden.
So finanzieren die Kleinen die Großen. Vielen Dank
Schaler Geschmack
Vor 13 Monaten habe ich das schlechte SAP-System eines großen Spirituosenkonzerns angeprangert: www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php
Um den Fall wieder aufzunehmen: Es ist bis heute nichts geschehen
Weiterhin unbrauchbare Rechnungen und Mehrarbeit bei uns durch zusätzliche Rechnungsprüfung per EXCEL.
Dazu gesellte sich vergangenen Monat ein weiterer unmöglicher Fall. Ich saß daneben, als meine Frau von einer Buchhalterin dieses Konzerns - von irgendwo auf der Welt - angerufen wurde.
Sie fragte nach der Bezahlung einer Rechnung, die noch gar nicht fällig war. Ja noch schlimmer: die Ware war überhaupt noch nicht geliefert. Wir dürften zu den schnellsten Zahlern dieses Konzerns überhaupt gehören. Wir machen manchmal pauschale Vorabzahlungen, da wir wissen, wie unflexibel dieser Konzern bei der Auslieferung ist. Und mehr als eine bestimmte Summe scheint man bei denen nicht auf der Straße haben zu dürfen. Dann werden weitere Auslieferungen gestoppt.
Vor über 10 Jahren habe ich die Einführung eines solchen Debitoren-Call-Systems bei einem internationalen Konzern mitverfolgen dürfen. Da die Zahlungsmoral weltweit allgemein schlechter als bei uns in Deutschland ist, ließ man Fibu-Mitarbeiter bei den Kunden vor der Fälligkeit anrufen und sich nach der Rechnung erkundigen. Und was soll ich sagen? Man konnte den Cashflow in wenigen Wochen um über 1 Mrd. US$ verbessern.
Die Rechnung wurde beim Kunden nämlich in Folge aus dem Stapel genommen, angesehen und landete wieder weiter oben auf dem Stoß. Damit wurde sie statistisch auch besser, d.h. früher, bezahlt. Lieferanten und Kunden waren milliardenschwere Unternehmen mit eingefahrenen Geschäftsprozessen. Und trotzdem brachte dieser Anruf einige Millionen Dollar an Zinsgewinnen in die Kasse des Lieferanten. Man muss sich wundern.
Wie hat meine Frau reagiert? Sie hat die Bestellung sofort gecancelt und dem Mitarbeiter verboten, jemals wieder bei ihr anzurufen. Und ich merkte es ihr an. Es war ihr todernst dabei.
Dieser Anruf hat sie weitaus mehr als die 5 Min. Arbeitszeit gekostet. Sie kann sich in Zukunft auf die Lieferungen dieses Konzerns nicht mehr verlassen. Das ist das Schlimmste.
Wenn man eine Ware im Sortiment hat und dann wird die Lieferung durch so einen Querschläger in Frage gestellt, dann ist beim Lieferanten, der sich gerne als Partner bezeichnet, etwas oberfaul. Hätte man dort vor Ort nicht wissen müssen, wie gut und pünktlich wir bezahlen? Müsste man nicht Unterschiede zwischen einzelnen Kunden und den Ländern mit ihrer individuellen Zahlungsmoral machen?
Oder will man bei den guten Kunden noch mehr verdienen?
Wie ich es auch drehe, ein schaler Geschmack bleibt.
Picken, Pushen und Packen
Der Experten des internationalen Versandhandels teilen den Kommissionier-Prozess in drei Abschnitte ein. Im vergangenen Jahr (www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php) habe ich zur Weihnachtszeit die Picker unterstützt. Anhand einer Liste nehmen die Picker (Nehmer) die Waren aus den Regalen. Meist legen sie sie in Kommissionierwagen und nicht direkt in die Versandschachtel. So auch bei uns.
Dieses Jahr habe ich den Job des Pushers (Schieber) übernommen. Er ist zuständig, um die Kommissionierwagen zur Verpackung zu bringen. Da beides bei uns nur ein paar Meter voneinander entfernt liegt, ist der Pusher bei uns vor allem für die unabhängige Kontrolle der Waren in den Kommissionierkörben verantwortlich (Checker). Nach der Kontrolle muss er Kunststoffkisten - seinem Namen entsprechend - an die Packplätze schieben und stapeln. Jede Kiste habe ich in die Hand genommen, den Inhalt gecheckt und wieder aufgestapelt.
Natürlich sieht man am Computer beim Entgegennehmen eines Auftrags auch die kleinen Bildchen der Flaschen, doch in erster Linie kümmert man sich am Computer mehr um Rechnungspositionen, Verfügbarkeiten und Preise.
Beim Checken der Aufträge hat man dann die Flaschen tatsächlich vor sich. Da gibt es einmal zu Weihnachten die Kleinaufträge. Hier sieht man deutlich, was der/die Besteller/in vor hat. Ein kleines Geschenk hier, eine teure aufwändige Flasche da.
Ein Auftrag ist mir gestern besonders im Gedächtnis geblieben. Bitte entschuldigen Sie den jetzt folgenden Ausdruck. Es war eine Kiste voller Schrott. Nicht, dass wir so etwas verkaufen würden
Es wurde lediglich eine einfache Whiskyflasche bestellt und dazu eine schiere Menge an Accessoires dazu geordert, dass es mich wunderte. Vermutlich tue ich dem Besteller jetzt unrecht und ich entschuldige mich auch gleich dafür: Die Kaufentscheidung des Kunden ist unantastbar – es sei denn er fragt nach einer Empfehlung.
Teleskopbecher, Taschenflaschen, Murmeln, leere Minifläschchen, ein Buch und so ging es in einer Tour weiter. Eine 0,33 Liter Wasserflasche, Schokolade und natürlich zwei Poster. Vermutlich hatte der Kunde eine wohl gefüllte Bar, die er mit etwas Dekoration ergänzen wollte.
'Angenehm unangenehm' sind dann die Megabestellungen. 10, 12 ja 15 verschiedene Flaschen werden - vermutlich als Sammelbestellung - geordert und wir 'plagen' uns mit den schweren Kunststoff-Transportkisten ab. Not macht erfinderisch! Wir haben jetzt besondere Wagen, um diese Megabestellungen vor Weihnachten Kräfte schonend bearbeiten zu können.
In der Community anmelden




