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Das neue Datenschutzgesetz § 28(3) BDSG - Update
Nun haben sich die beiden Streithähne in Berlin, die CDU/CSU und die SPD auf einen gemeinsamen Text der Reform des Datenschutzgesetzes geeinigt. Erst volle Breitseite gegen den Handel; dann extensive Lobbyarbeit dagegen; dann der Bundesrat mit weiteren Verschärfungswünschen; dann gegenseitige Blockade in der schwarz-roten Koalition im Vorwahlkampf; und nun doch noch ein Kompromiss.
Zitat Pressemeldung bvh: Der Bundesverband des Versandhandels (bvh) und der Deutsche Dialogmarketing Verband (DDV) begrüßen, dass nach der Sitzung des Innenausschusses des Bundestages am heutigen Mittwoch hinsichtlich der Datenschutznovelle II Planungssicherheit für die werbungtreibende Wirtschaft möglich ist. Das Gesetz könnte am Freitag, dem 3. Juli, dem letzten Sitzungstag dieser Legislaturperiode, noch im Bundestag verabschiedet werden.
Aus der Sicht eines kleinen Händlers wie The Whisky Store ist der gesamte Kompromiss ein richtig fauler. Keine Vorteile für Industrie und Handel und damit Abbau von Arbeitsplätzen. Eigentlich nur Nachteile für den Händler aber auch keine wirklichen Vorteile für den Geschützten. Auf jeden Fall bedeutet das für uns mehr Datenhaltung und Bürokratie. Toll haben die das wieder hinbekommen. Aber wir haben ja nichts anderes erwartet. Morgen abend zu den Nachrichten werden die politischen Größen wieder ihre Kommentare abgeben. 'Ein großer Schritt für den Verbraucherschutz - die Regierung tut etwas für den Bürger - man hat sich vor der Sommerpause noch mal richtig angestrengt ...' Ich kann das K..otzen kriegen.
Populismus, Wählertäuschung, Selbsterhaltung. 
Schon am 6.2.2009 habe ich hier im Blog geschrieben:
Abschließend ist heute klar, wie die Novelle des BDSG ausgehen wird.
Mit überwältigender Mehrheit wird die Novelle angenommen werden - egal was drinnen steht. Die FDP wird auf die gewonnene Freiheit hinweisen aber auch auf die Gängelung der Bürger hinweisen. Und die Grünen werden das als viel zu schwach und scheinheilig abwerten und die LINKEN werden dazu beisteuern, dass das Gesetz lange nicht weit genug geht und den Unternehmen viel zu viele Freiheiten lässt.
Das war's. Wir konnten nur verlieren.
Ich höre mir morgen in den Nachrichten sehr genau die Stimmen der interviewten Politiker an. Vergleichen Sie mit
Ende für Johnnie Walker in Kilmarnock
Heute gab Diageo, der Eigentümer von Johnnie Walker bekannt, dass das Bottling-Plant für Johnnie Walker im schottischen Kilmarnock geschlossen wird. Mit in diese Schließung wird auch die Brennerei Port Dundas und die daran anschließende Fassfabrik gezogen. Insgesamt verlieren 900 der 4.500 Geschäftigten ihre Jobs. Gleichzeitig werden 400 neue Arbeitsplätze in der neuen Abfüllanlage in Fife entstehen. Netto verbleibt ein Verlust von 11% an Arbeitsplätzen.
Diese Schließung in Schottland ist nur ein Teil einer weltweiten Kosteneinsparungsrunde von Diageo, die zu einer Reduktion der jährlichen Kosten von GBP120m führen soll.
Neuer Balvenie angekündigt
Im Rahmen der Fassexperimente bei Balvenie wurde aktuell die sechste, limitierte Sonderabfüllung angekündigt. Nach dem süßen Rum Cask erscheint zum Herbst ein würziger Madeira Cask. Auch hier wird das Alter 17 Jahre betragen. Den Verkaufspreis im The Whisky Store vermuten wir erneut knapp unter 100 Euro.
Tötungshemmung
Hier ist ein kleines, klassisches Experiment, das nur beim Menschen funktioniert. Es ist schon älter und da hier ein gewisser, mitlesender Kreis auch Geisteswissenschaften studiert hat, sollte es auch halbwegs bekannt sein. Es ist ein Klassiker, den Herr Precht in seinem Vortrag auch zum besten gab.
Sie stehen an einer Bahnlinie direkt an einer Weiche. Rechts von ihnen stehen fünf Gleisarbeiter, die allesamt nicht in ihre Richtung sehen. Von links kommt lautlos ein herrenloser Wagon herangerollt. Wenn sie die Weiche nicht umlegen, dann werden die fünf Menschen sterben. Wenn sie jedoch die Weiche umlegen, dann gerät der Wagon aufs Nebengleis und die fünf Arbeiter werden verschont. Natürlich legen sie die Weiche um, wenn da nicht auf dem Nebengleis ein einzelner Arbeiter stünde, der mit dem Umlegen der Weiche getötet wird.
Was machen Sie
(Bitte entscheiden Sie für sich schnell - ihr Unterbewusstes soll zum Vorschein kommen)
Das Ergebnis überrascht. Rund 75% aller Menschen auf der Welt entscheiden sich, den Hebel umzulegen. Fünf Menschenleben sind mehr wert als eines. Moralisch einwandfrei ist das aber nicht. Warum soll das eine Menschenleben weniger wert sein, als die fünf anderen? Spielen wir Gott, weil wir über Leben und Tod entscheiden? Wenn wir noch länger darüber nachdenken, dann fällt uns natürlich ein, wie wir alle sechse retten können. Ist klar ...
Es handelt sich ja nur um ein Gedankenexperiment.
Und nun kommt der Teil 2 dieses Experiments.
Sie stehen auf einer Brücke über der Bahnlinie. Hinter ihnen stehen die fünf nicht aufpassenden Arbeiter und da kommt nun dieser herrenlose Todeswagen von der anderen Seite.
Neben ihnen steht ein großer, schwerer Mann, der sich beängstigend weit über das niedrige Geländer beugt. Wenn sie ihm einen kleinen Schubs geben, dann fällt er runter und blockiert die Schienen und wird den Wagen aufhalten.
Was machen Sie
(Bitte wieder schnell entscheiden)
Die Antwort überrascht nicht minder. Rund 80% der Menschen entscheidet sich, den 'rettenden' Menschen nicht zu schubsen.
Der Mensch besitzt, wenn er auf normale Weise sozialisiert wurde, so etwas das der Psychologe mit aktiver Tötungshemmung bezeichnet. Wir können (oder sollten) jemanden nicht aktiv töten können.
Und diese Tötungshemmung, weit im auch im Tierreich verbreitet als evolutionäre Quintessenz der Jahrmillionen, sorgt dafür, dass wir als gesamte Art des Homo Sapiens uns nicht gegenseitig auslöschen. Und es geht noch weiter - sie erinnern sich an das Affenexperiment von vorgestern - wir haben ein evolutionär angelegtes Verständnis für Gerechtigkeit, damit jeder von den Nüssen ungefähr so viel erhält wie sein Nachbar. Dazu gehört auch der schöne Versuch mit dem Teilen des Geldes, den ich schon einmal hier besprochen habe.
Zum Wochenende zimmere ich dann das Weltbild von Herrn Precht noch weiter zusammen.
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