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Whisky und Essen - Hauptgang
Zum Hauptgang fand meine Frau von einem Versandhändler noch ein Stück Rentierlende im Gefrierschrank. Da wir unseren Schrank mal wieder abtauen wollten, musste dieses Stück also daran glauben. Sie glauben gar nicht, was man für tolles und ungewöhnliches Fleisch im Versandhandel bekommt. Gazelle, Antilope, Gnu, Karibu aber auch heftigere Dinge wie z.B. Alligator.
Im Sud pochierte Rentierlende mit Pfifferlingen an Speckkohl
Als Zubereitungsart hatte sich meine Frau eine Art Pochieren, also ein schonendes Garziehen, ausgesucht. Aber nicht in schnödem Wasser, sondern in einer Mischung aus 2/5 süßer Sojasoße, 1/5 Sojasoße, 2/5 Reisessig und der selben Menge Rotwein. Dazu noch Gewürze (Sternanis, Zimtstangen, etc.), kräftig Zucker und alles einmal aufkochen lassen. Dann die Temperatur runter auf 70 Grad, das Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen, in Stücke schneiden und einlegen und 10min bis 15min ziehen lassen. Um es gleich zu sagen, ich habe noch nie ein zarteres Fleisch gegessen. Auch der Saft war noch weitgehend im Fleisch, da - im Gegensatz zum gekochten Rindfleisch - die Temperatur so niedrig und die Zeitdauer so kurz ist, dass nichts verloren geht. Aus dem Sud, den man toll vorbereiten kann, lässt sich dann auch noch schnell per Eindampfen eine kräftige Soße zaubern. Als Beilage gab es Weißkohl. In Achtel geschnitten, den Strunk entfernt und mit je zwei Streifen Bauchspeck eingewickelt. Damit etwas Geschmackskraft an diesen Kohl kam, gab es noch geviertelte Charlotten dazu und der Kohl nebst Speckstreifen wurde aus einer Mischung aus Geflügelfonds und Butter übergossen. Das alles muss aber schon früher in den Ofen als das Fleisch eingelegt wird, da der Kohl doch eine Dreiviertelstunde bis zum Weichwerden benötigt. Nach der halben Zeit wenden.
Und welchen Whisky dazu?
Meine Frau suchte für diesen Hauptgang den Ardbeg Supernova aus. Ich hatte erst Bedenken, da ich diese Supertorfmonster nicht so wirklich liebe. Doch in Verbindung mit dem kräftigen Fleisch, der würzigen Sojasoße und den leicht geräucherten Speckstreifen fügte sich der Supernova wunderbar in das Geschmacksbild ein. Besser hätte man nicht auswählen können. Zu so einem aromastarken Hauptgang benötigt man unbedingt einen nicht minder starken Single Malt.
P.S.: Entschuldigen Sie bitte das 'schnelle' Bild mit dem 'angefressenen' Hauptgang. Doch zwischen Vorspeise und dem Fertigwerden des Hauptgangs blieb sehr wenig Zeit. Jeder musste zum Anrichten und Herrichten mit ran und so vergaß ich zunächst das Foto.
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