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VW Golf Tdi
Nachdem der Nissan Qashqai die Grätsche gemacht hatte, erhielt ich von AVIS einen Golf TDI. Auch hier sagten die Wagenpapiere nicht aus, was für ein Motor in ihm steckte. Ich vermute einen 1,6 Liter Turbodiesel mit 77kW = 105PS. Der Golf VI zog ganz flott an. Doch als einzigen Vergleich hatte ich einen Golf IV 1,9 TDI, der ganz anders zur Sache geht. Doch die Motorisierung ist vollkommen ausreichend für den Golf. Der Innenraum - naja - Braunschweiger Barock. Was will man Anderes von hinter dem Harz erwarten?
Doch die Armaturen sind bei Volkswagen besser geworden. Endlich ist dieses unsägliche Blau verschwunden, das ich beim Polo schon bemängelt hatte. Wie beim Nissan hakelt auch die Schaltung. Toll ist, wenn man aus versehen vom 1. in den 3. oder vom 2. in den 5. schaltet. Dann geht der Motor nämlich einfach aus. Die Elektronik stellt Unterdrehzahl fest und schon ist Schluss mit dem Vortrieb. Ein normales Auto ruckelt. Der Golf geht einfach aus.
Vom Fahrwerk gibt es nix zu bemerken. Es verrichtet sehr gut seinen Dienst. Es ist auch nicht zu hart auf den schlechten, irischen Landstraßen. Bloß die Sitze könnten weicher gestaltet sein. Als ob jeder Rentner mit seinem Golf Diesel Straßenrennen mit hohem Seitenhalt fahren wollte. Glatter Designfehler.
Interessant war die eingebaute Schaltanzeige, die einem mit einem kleinen Pfeil nach oben anzeigt, wann man hochschalten soll. Ich bin nun jemand, der auch mal gerne untertourig fährt. Auch hier hat VW einen Pfeil nach unten zum Herunterschalten vorgesehen (vermutlich weil der Motor sonst ausgeht
). Doch wenn man mit dem Gaspedal spielt, dann wechselt der Pfeil ruckzuck nach oben und unten, grad' wie es ihm gefällt. Einen sachlichen Mehrwert habe ich diesem Pfeil nicht entnehmen können.
Und der Dieselölverbrauch
Auf jeden Fall zu hoch. Bei 50% Autobahn zwischen 110 und 120 km/h und dem Rest Landstraße ohne Überholen mit 60 bis 80 km/h stets im höchsten, möglichen Gang sind 6,8 Liter Diesel einfach zu viel. Die Verbrauchsanzeige wollte mir zwar immer etwas von 5,8 bis 6,5 Litern erzählen. Doch die Verbrauchsanzeige misst ja nicht was verbraucht wird, sondern was der Computer meint, was gerade verbraucht wird. Entweder sind die schlecht im Schätzen oder die Marketingjungs haben daran gedreht. So nach dem Motto 'selbst erfüllende Prophezeiung'. Auf jeden Fall hätte ich mit meinem alten Toyota bei den selben Fahrleistungen gleichviel Benzin in einem Ottomotor verbraucht (d.h. deutlich weniger CO2 abgegeben bzw. Ressourcen verbaucht). Was machen die mit dem ganzen verbrannten Öl in diesem Auto? Das Gewicht ist mit 1400 kg noch nicht mal zu hoch.
Aber so ist es wohl bei allen Autos. Man achtet noch immer mehr auf Sportlichkeit und Fahrleistungen, als auf den Verbrauch.
In Summe haben sie bei dem Auto wenig falsch gemacht. Der Golf VI 1,6 TDI erhält von mir die Note 2. Der zu hohe Treibstoffverbrauch für einen Diesel und die wie immer zu harte Abstimmung der Sitze lassen ihn die 1 verfehlen.
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