Hilfe

Admin Blog

Hier bloggt der Ehemann der Chefin. Das Blog enthält neben Informationen aus dem The Whisky Store auch regelmäßige Video-Verkosten unserer Whiskys und Informationen aus der Branche. Sie sind herzlich eingeladen, diesen Blog zu kommentieren. Ich freue mich über jeden fachlichen Kommentar.

Herzlich willkommen! Dies ist ein Blog mit hoher Frequenz. Ich veröffentliche werktäglich mindestens einen Beitrag. Es lohnt sich wiederzukommen. Ich freue mich über jeden Kommentar.

Blog-Impressum  |  AGB-Community

Zur Zeit wird gefiltert nach: Juli 9
Filter zurücksetzen

09.07.2010
09:16

Motorkennfeld

Als ich gerade das Autofahren gelernt hatte, geriet ich in eine Diskussion mit Fahrern in unserer Familie. Ich fragte einen anderen Führerscheinneuling, warum er beim Fahren im Ort nicht in den Dritten Gang schalten würde.


Die Antwort war überraschend einfach gestrickt: „Wenn ich im zweiten Gang fahre, dann muss ich das Gaspedal nur antippen, um 50 zu Fahren. Weniger Gas, weniger Verbrauch!“


Das war aber einmal eine einfache, logische Begründung icon_idea.gif Damals waren mir die Zusammenhänge jedoch noch nicht wirklich klar. Eines aber wusste ich. Der im zweiten Gang heulende Motor klang nicht so, als ob er Sprit sparen würde.


Das damals geäußerte Gedankenmodell ist falsch. Der Zusammenhang ist ein anderer. Man muss die Drehzahl gedanklich mitberücksichtigen. Denn dreht der Motor doppelt so hoch, so muss in der gleichen Zeit der Motorhubraum doppelt so oft mit zündfähigem Gemisch gefüllt werden. Das relativiert die Gaspedalstellung gewaltig.


Der Verbrauch eines Motors wird von der Drehzahl und der Gaspedalstellung beeinflusst. Und eines überrascht. Der 'relative' Verbrauch sinkt, wenn man mehr ins Gas tritt. Die Betonung liegt dabei auf relativ. Es geht um den Verbrauch (z.B. in Gramm Kraftstoff) bezogen auf die abgegebene Arbeit (in kWh).


Kleines Beispiel zur Verdeutlichung. Wenn Sie auf die Autobahn auffahren und auf die Reisegeschwindigkeit von z.B. 130km/h beschleunigen, wie sollte man dann das Gaspedal und die Schaltung behandeln? Halbgas und die Gänge ausdrehen? Vollgas und frühzeitig hoch schalten? Hier gibt es so viele Vorgehen, wie es Menschen gibt. Es gibt aber pro Fahrzeug nur eine einzige optimale Vorgehensweise.


Und die geht bei einem Benzinmotor in etwa so: Treten Sie das Gaspedal weit rein. So ungefähr Dreiviertel des Wegs. Warten Sie dann bis die Drehzahl auf 3500-4000 Touren gestiegen ist. Dann schalten Sie in den nächsten Gang und treten wieder auf die 75% Gaspedalstellung rein. Usw.


Für den Laien überraschend wird das relative Verbrauchsminimum bei starker Gaspedalstellung erreicht. Auf den zweiten Blick ist das nicht erstaunlich. Die Motoren sind auf hohe Leistung optimiert und je offener der Durchlass der Motoren wird, um so weniger Verwirbelungen im Luftstrom durch den Motor gibt es und auch in den Brennkammern wird das Optimum erreicht.


Hier finden Sie ein Motor-Diagramm


In dem obigen Diagramm können Sie ganz toll das Verbrauchsoptimum eines typischen Kolbenmotors sehen. Es ist so zu lesen. Auf der senkrechten Achse ist der Verbrennungsdruck im Motor aufgetragen. Das entspricht in etwa der Stellung des Gaspedals. Horizontal befindet sich die Drehzahl. Drücken Sie nun das Gaspedal auf 80% und wählen den Gang so, dass der Motor 2.600 Touren dreht, dann holen Sie aus dem Liter verbranntem Benzin die maximale Anzahl an Kilowattstunden heraus.


Was passiert nun, wenn Sie den Motor bei konstanter Gasstellung auf 4.000 hochdrehen? Dann steigt der Verbrauch auf 105%, wie es die nächste Linie zeigt. Nehmen sie jetzt aber das Gas auf 20% zurück, da sie schnell genug sind, dann steigt ihr Verbrauch auf 175% an icon_exclaim.gif


Dieses Diagramm zeigt damit deutlich, warum mein Verwandter damals nicht recht hatte. Besser ist es, per Schaltvorgang die Drehzahl zu reduzieren und das Gaspedal auf 60% durchzutreten. Schon befinden wir uns wieder bei 105%.


Wie man die Kenntnis um dieses Kennfeld im täglichen Gebrauch einsetzt, dass erläutere ich ihnen Montag.