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Wild Turkey wird verkauft
Seit kurzer Zeit hörte man es in Kentucky rumoren. Die französische Pernod Ricard will ihre Bourbon-Brennerei Wild Turkey verkaufen.
Der Schritt kommt für mich recht überraschend, da Pernod Ricard die Brennerei seit über 20 Jahren besitzt und im vergangenen Jahr mit der Verdopplung der Kapazität begonnen hat.
Woran kann's liegen? Pernod Ricard betreibt derzeit ein Deleveraging. Soll heißen, man hat zu viele Schulden und muss von ihnen runter. Schließlich hat Pernod Ricard als letztes einen 5,6 Milliarden Euro schweren Deal zum Erwerb der Wodka Marke Absolut gestemmt. Die Zinszahlungen knabbern hübsch kräftig an der Bilanz. Sollte Pernod Ricard auf Grund seiner hohen Schulden sein Rating von den Agenturen abgewertet bekommen, dann steigt für sie der Zinssatz an. Ganz schlecht, wenn man eh schon viele Zinsen zu zahlen hat.
Wer soll der Käufer sein, der mit über 500 Millionen Euro die Brennerei und für weitere 500 Mio. Euro die Markenrechte kaufen will? Der Markt spricht von Campari, die sich in der Vergangenheit bereits den SKYY Wodka und die Glen Grant Brennerei einverleibt haben. Das macht wirtschaftlich durchaus Sinn.
Auch für uns Kunden ist das eine gute Nachricht. Denn mit Campari erscheint ein weiterer Mitspieler im weltweiten Oligopol der Spirituosenhersteller. Und je mehr in dieses Oligopol eintreten, um so mehr Wettbewerb wird es für uns geben. Vielleicht wird daraus in Zukunft ja einmal ein richtiger Markt.
Pernod Ricard steht nicht alleine mit seinen Deleveraging Bemühungen da (das Ersetzen von Fremdkapital durch Eigenkapital = Schuldenabbau). Auch die indische UB-Group will sich anscheinend wieder von Whyte & Mackay (Dalmore, Jura, Invergordon) trennen und auch CL Financial denkt wohl an Verkäufe bei seiner Tochter CL World Brands, die die Whisky-Brennereien Bunnahabhain, Tobermory und Deanston besitzt.
- 2 Kommentare
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Der Verkauf scheint amtlich zu sein: http://www.lebensmittelpraxis.de/index.php?option=com_content&task=view&id=4074&Itemid=135
Ja, jetzt ist es offiziell. Am Nachmittag kam die offizielle Meldung rein.
Allerdings hat Pernod Ricard wohl doch 'nur' 500 Mio. Euro erlöst. Der Plan für 2009 sieht ein Deleveraging von 1 Mrd. Euro vor. Weitere Verkäufe stehen bei PR also noch an.
Gruß
Horst Lüning