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10.06.2010
08:31

Sparen oder Einfordern?

Alle Welt redet derzeit vom Sparen. Ich finde das gut. Damit kann ein Paradigmenwechsel in der Bevölkerung vonstatten gehen. Wichtigste Sparziele sind für die einen der Konsum, für die anderen unsere Ressourcen. Doch Sparen hat auch seine Schattenseiten. Sparen sie beim Whisky, sieht es für unser Auskommen im The Whisky Store mau aus.


Also heißt die Devise Sparen mit Plan. Nicht sparen um des Sparens willen, sondern vernünftiges Sparen. Doch der Mensch tut sich schwer damit. Wie beim Essen. Die einen Fressen sich in die Diabetes und die anderen hungern sich in die Bulimie. Der schmalen Grat zwischen Selbstkasteiung und Unmäßigkeit will wohl wissend beschritten sein. Eine Steigerungsreihe drängt sich meinem Geiste auf: Abstinenzler, Whiskygenießer, Whiskytrinker, Wirkungstrinker.


Ähnlich sehe ich es mit der Politik und der Wirtschaft. Die Wirtschaft rennt den Steigerungsraten und den Profiten hinterher und die Politik will ihrer Klientel wie Gewerkschaften, Kirchen, Umweltverbände bis hin zu den Hoteliers was Gutes tun. Nicht zu vergessen: Ihr eigenes Wohlergehen.


Nun soll gespart werden. Und damit das alles ganz toll aussieht, fasst man den Sparwillen der kommenden Jahre zusammen. Über 80 Milliarden sollen so zusammen kommen. Reine Augenwischerei. Da kann man ja auch dem Bürger seine Gehaltssteigerungen der kommenden 4 Jahre zusammenrechnen. Für mich ist das reiner Populismus. Gerade, dass man nicht fünf Jahre zusammengenommen hat, damit man einen dreistelligen Milliardenbetrag hätte heraus trommeln können. Am Wochenende fällt dann der Fußballschatten über die Medienlandschaft und dann wird es wieder still ums Sparen.


Wo sollte gespart werden icon_question.gif Man muss sich einfach nur den Bundeshaushalt ansehen. Dann weiß man, wo man zu sparen hat. Die FAZ am Sonntag hatte eine tolle Aufstellung über die Entwicklung der einzelnen Haushalte der Ministerien über die vergangenen Jahre. Wo also geht das Geld hin? Der größte Posten mit 50% der Ausgaben hat das Arbeits- und Sozialministerium. Den zweitgrößten Posten kennt jeder: Das Verteidigungsministerium des Herrn von Guttenberg. Aber fast Niemand kennt den drittgrößten Posten. Ihn verantwortet Herr Ramsauer. Das Bau- und Verkehrsministerium. Diese drei zusammen machen Zweidrittel unserer Gesamtausgaben aus.


Und wie viel müssen wir sparen? Nun mal mindestens so viel, dass unsere Schulden nicht mehr steigen. D.h. Wir müssen mindestens so viel einsparen, damit wir die Zinsen voll bezahlen können. Und die Zinsen machen rund 3% aus unseren 1,7 Billionen Schulden aus. Das sind also also 50 Milliarden. 50 Milliarden bezahlen wir jedes Jahr für Zinsen icon_exclaim.gif


Nun betrachten wir die Einnahmeseite. Lt. Haushaltsplan 2. Nachtrag 2009 (PDF) sind das rund 300 Mrd. Bleiben uns für einen ausgewogenen Haushalt (ohne Tilgung) gerade einmal 250 Mrd. übrig. Und der aktuelle Haushaltsplan sieht 320 Mrd. vor. Bleiben 70 Mrd. notwendige Einsparungen PRO JAHR übrig. Wenn wir hier also von 80 Mrd. in vier Jahren sprechen, dann ist das irre und völlig realitätsfern.


Sehen wir uns die größten Einzelposten an:


1. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (143 Mrd.)

darin der größte Einzelposten mit 78 Mrd. der Zuschuss zur Rentenversicherung


2. Bundesministerium der Verteidigung (31 Mrd.)

darin große Einzelposten wie Afghanistan, der Eurofighter, der A400M und die Wehrpflicht


3. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (26 Mrd.)

darin ein riesiger Zuschuss für die Bahn und deren Milliarden fressende ICE-Neubaustrecken


Das viel gescholtene Gesundheitsministerium liegt abgeschlagen mit 16 Mrd. auf Platz 4.


Es gibt nur drei Wege, wie wir unseren Haushalt und die Verschwendung in den Griff bekommen. Wir müssen die politischen Dogmen abschaffen und ganz klar den Rotstift dort ansetzen, wo wir über unsere Verhältnisse leben.


1. Absenkung der Rente

Ein ganz böser, unpopulistischer Vorschlag. Bringt aber am meisten. Das Argument, die Alten hätten sich abgeschuftet und würden dann um die Früchte ihrer Arbeit gebracht werden, zählt für mich nicht. Ihre Leistung war eben nicht so hoch, wie wir alle meinen. Denn dann hätten wir das alles ohne Schulden aufzuhäufen geschafft. Die 'Alten' haben die Schulden gemacht – sie müssen sie jetzt auch mitauslöffeln. Doch da jeder bei der Begrenzung der Renten auf seine zukünftige, eigene Rente schielt, wird das eine ganz schwierige Sache. Die zuletzt von schwarz-rot verabschiedete Rentengarantie (oder wie immer das Gesetz wirklich hieß) ist deshalb von übel. Danach soll es keine sinkenden Renten geben.


2. Änderung der Verteidigungsstrategie

davon hatte ich es ja schon einmal in diesem Beitrag über den Tornado. Weg von den aberwitzigen Milliarden für Prestigeobjekte wie teure Flugzeuge. Schluss mit Afghanistan und Abschaffen der Wehrpflicht.


3. Schluss mit dem 'Anhäufen' von Betongold

Unser Eisenbahnsystem ist todkrank. Der Durchschnittsenergieverbrauch der überwiegend leer fahrenden Züge übersteigt vermutlich (kann man im Internet nachforschen), den Spritverbrauch der PKWs. Zumindest liegt er in ähnlicher Höhe. Dazu kommen die irrwitzig teuren Bahntrassen, die in Bezug auf die transportierten Güter und Menschen schlecht ausgenutzt sind. Und dann noch die irren Prestigeobjekte. Z.B. der neue Flughafen in Berlin. Man schließt einen funktionierenden (Tempelhof) und ignoriert den alten Sowjet-Flughafen, von dem es sogar eine Eisenbahntrasse bis in die Innenstadt gab. (Schließlich sollten Panzer im Fall der Fälle eingeflogen werden können). Dazu wäre an dem Sowjetplatz wegen der Lage mitten im Wald ein 24/7/365 Tage betrieb möglich gewesen. Dann der Bahnhof in Stuttgart … mir fehlen die Worte. Nicht zu vergessen die irre wichtige Schnellbahnstrecke zwischen Würzburg und Erfurt, die die Transversale Italien/Skandinavien schließen wird (boooaaahhhh - Milliarden verbaut und keine Inbetriebnahme in Sicht). Dafür kann man von Kopenhagen für 29 EUR nach Mailand fliegen.


Dies sind nur ein paar Beispiele. Aber sie zeigen das System in diesem Irrsinn. Wenn diese seit Jahrzehnten andauernden Irrwege in der deutschen Politik nicht ein Ende finden und man sich nicht um die wirklichen Bedürfnisse der Bürger kümmert, dann wird das auch mit dem Sparen nichts werden.


Es gibt mittlerweile den einen oder anderen Politiker, der schon einmal diese unpopulistischen Vorschläge in den Mund nimmt. Doch die veröffentlichte Meinung ignoriert sie meist. Nur unser Wunderknabe von Guttenberg darf sich gegen Super-Seehofer mit dem Abschaffen der Wehrpflicht 'aufmand'ln'.


Morgen kommen wir zur Einnahmeseite.


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  • 52 Kommentare
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Midnight Angel
10.06.2010
09:03

Das primäre Problem an diesem (augenwischenden) Sparkurs ist für mich dasjenige, daß wieder einmal primär dort gespart wird, wo es die Betroffenen am härtesten trifft: bei den sozial Schwachen.



Ja, der Arbeits- und Sozialbereich explodiert. Liegt das daran, daß sich ein Großteil der Deutschen kollektiv in der sozialen Hängematte ausruht und nur dazu mitiviert werden muß, wieder Arbeit anzunehmen (wie unsere Regierungskoalition wieder durchblicken ließ)? oder eher daran, daß im Run auf immer mehr Rendite systematisch Stellen zusammengestrichen werden und die mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit, oder in den ach so florierenden Minijob-Sektor (mit staatlicher Aufstockung, um zumindest auf Sozialhilfeniveau zu kommen) entlassen wurden?



Es solte jedem, der rudimentäre Kenntnisse der Mathematik besitzt, klar sein, daß die gesamte 'Umorganisation' der Wirtschaftsbetriebe, die immer neue Rekordgewinne ermöglichte, auf Kosten der Sozialsysteme ging und geht.





Das Rentensystem ist, in seiner jetztigen Form, schlicht zum Tode verurteilt. Die demographische Entwicklung allein sorgt schon dafür... und die Plünderungen der Rentenkassen, um andere Löcher zu stopfen, machen es nicht besser. Unangenehmerweise bin ich als Arbeitnehmer außerstande, dieses System, welches mich jeden Monat viel Geld kostet, ohne daß ich darauf hoffen kann, allzuviel davon wiederzusehen, zu verlassen.





Die Förderung des Schienenverkehrs, Herr Lüning, sehe ich nicht so undifferenziert negativ wie Sie. Selbstverständlich sind Dinge wie der Bau neuer ICE-Trassen, die dann nach Berücksichtigungen aller Kirchturm- und Lobbyinteressen außerstande sind, ihre Vorzüge auszuspielen, aber schonmal viel kosten, ein Musterbeispiel dafür, wie man es nicht machen sollte.



Nur: Wie wollen Sie dem überbordenden Verkehr beikommen?

Wollen Sie die halbe Republik asphaltieren, um genug Fahrspuren zu erzeugen?

Wollen Sie warten, bis die Wirtschaftskrise (von der ich ausgehe, daß sie noch lange nicht durch ist) anschlägt, und wieder weniger transportiert wird?



Die Weichen in der Vergangenheit wurden massivst in Richtung Straße gestellt. Können wir es schaffen, den Güterverkehr wieder mehr in Richtung Schiene und Gewässer zu verlagern, oder ist es ihrer Meinung nach zu spät dafür?





Die Berliner Flughafenposse ist... ein Milliardengrab aus Prestigegründen. Für nichts und wieder nichts. Was die Beurteilung derartiger Prestigeprojekte angeht, stimme ich zu 110% mit Ihnen überein. Ich fürchte nur, um diesen Irrwitz zu stoppen, müßte man den ganzen Filz in Polit- und Vorstandsebenen derart gründlich ausmisten, daß anschließend nicht mehr allzuviel übrig ist.



Wer traut sich?



Wer kann?

Horst_S
10.06.2010
11:19

"Midnight Angel"
Das primäre Problem an diesem (augenwischenden) Sparkurs ist für mich dasjenige, daß wieder einmal primär dort gespart wird, wo es die Betroffenen am härtesten trifft: bei den sozial Schwachen.


Ja und Nein. In der Vergangenheit hat man auch mächtig beim Sozialwesen oben drauf gelegt. Wenn man vergleicht, wie es den Menschen früher ging. Es geht auch heute den 'Schwachen' besser als früher. Es bleibt die Frage, ob wir uns die höheren Sozialausgaben leisten wollen. Der eine Teil der Bevölkerung will das, der andere nicht.



"Midnight Angel"
daß im Run auf immer mehr Rendite systematisch Stellen zusammengestrichen werden und die mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit, oder in den ach so florierenden Minijob-Sektor (mit staatlicher Aufstockung, um zumindest auf Sozialhilfeniveau zu kommen) entlassen wurden?


Technischer Fortschritt führt immer zur Optimierung der Arbeit. Und wir sollten ehrlich sein: Wer will eine Straße mit dem Besen fegen, wenn es auch Maschinen dafür gibt? Die Aufgabe der Politik ist es, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Arbeit, für die es noch keine Automatisation gibt. Nur so etwas bringt uns weiter und befriedigt. Arbeit neben einen Roboter zu machen ist doof.



"Midnight Angel"
Das Rentensystem ist, in seiner jetztigen Form, schlicht zum Tode verurteilt. Die demographische Entwicklung allein sorgt schon dafür... und die Plünderungen der Rentenkassen, um andere Löcher zu stopfen, machen es nicht besser.


Sehe ich nicht so. Wir müssen halt nur mit weniger aus diesem System zurecht kommen. Wenn wir eine eigene Immobilie bewohnen und unseren Konsum im Alter zurückfahren, dann kommen wir mit viel weniger zurecht. Und wenn wir dann länger arbeiten (meine Vermutung bis 69 Jahre), dann kann da ein Sockelbetrag zum Überleben bei rauskommen.



"Midnight Angel"
Unangenehmerweise bin ich als Arbeitnehmer außerstande, dieses System, welches mich jeden Monat viel Geld kostet, ohne daß ich darauf hoffen kann, allzuviel davon wiederzusehen, zu verlassen.


Ja, das stimmt. Deshalb war es mein erstes Ziel im Leben, mich selbstständig zu machen. Die Zeit spricht aber für einen Wandel. Heute haben sehr viele Berufsanfänger keine Festanstellung mehr und auch der Anteil an Freelancern (kleinen Selbstständigen) wächst. Das sehe ich nicht negativ.



"Midnight Angel"
Die Förderung des Schienenverkehrs, Herr Lüning, sehe ich nicht so undifferenziert negativ wie Sie.



...



Nur: Wie wollen Sie dem überbordenden Verkehr beikommen?

Wollen Sie die halbe Republik asphaltieren, um genug Fahrspuren zu erzeugen?


So ganz undifferenziert sehe ich das nicht. Die Bahn hat riesige Nachteile. Sie ist laut, langsam und verbraucht überproportional viel Fläche bei verschwindendem oder keinem Energievorteil.



Warum icon_question.gif



- Der Abstand der Züge ist zeitlich und räumlich zu groß

- Die Reibung auf der Schiene ist höher als beim Flugzeug oder Schiff

- Irre viele Menschen arbeiten dort für wenig Kunden



Es gibt drei Lösungen für das Problem. Und zwei davon kann man in USA wunderbar sehen. Alle U-Bahnen sind irre effektiv. Besser geht es nicht. Alle Fernzüge sind für Personen ineffektiv, da zu langsam, zu teuer und zu energieaufwändig. Also Schüttgut und Schwerlasten per Bummelzug auf die Bahn und die Personen in die Flugzeuge, Busse und Autos. Eine weitere Spur an den Autobahnen verbraucht nicht mehr Platz als die überflüssigen Neubau ICE-Strecken.



Der ideale pallettierte Güterverkehr wäre eine deutschlandweite Güter-U-Bahn, auf der automatisierte Wägelchen mit zwei Palletten sich bewegen würden (link). Da hier keine Abstände gehalten werden müssen und keine Fahrer mehr Ruhezeiten einhalten müssten, wäre das auf lange Sicht die preiswerteste und schnellste Lösung. Auch an langen Verbindungstunneln zwischen den Zentren wird geforscht. Doch dann braucht man keine Brummifahrer mehr icon_frown.gif



"Midnight Angel"
Die Weichen in der Vergangenheit wurden massivst in Richtung Straße gestellt. Können wir es schaffen, den Güterverkehr wieder mehr in Richtung Schiene und Gewässer zu verlagern, oder ist es ihrer Meinung nach zu spät dafür?


Mit der Abschaffung der unrentablen, kleinen Güterbahnhöfe in der Fläche war die Bahn erledigt. Die kommt auch nicht mehr. Vor allem nicht, wenn sie so langsam arbeitet wie heute. Damit ist das Stückgut für die Bahn auf immer verloren. Auf der langen Strecke haben Schiffe (Asien) mit den Containern riesige Vorteile. Doch auf der kurzen Strecke kann die Bahn nur mehr ihren Vorteil der hohen Traglast (im Vergleich zum LKW) ausspielen. Also z.B. Stahl Coils. Doch der Vorteil gegenüber dem Schiff ist nicht groß. Vor allem ist sie zu teuer. Auch wenn man die zeitliche Komponente betrachtet, dann ist der kleine Binnenschiffer in Deutschland durchaus konkurrenzfähig mit der Bahn. Erz, Kohle, Salz und Sand hat die Bahn damit schon um Großteil verloren.



"Midnight Angel"
Ich fürchte nur, um diesen Irrwitz zu stoppen, müßte man den ganzen Filz in Polit- und Vorstandsebenen derart gründlich ausmisten, daß anschließend nicht mehr allzuviel übrig ist.


Wer sich traut? Ich weiß es nicht. Es geht uns noch zu gut.



Die Menschen haben jedenfalls mit den Füßen abgestimmt. Die Bahn wird halbherzig im Berufsverkehr angenommen. Teuer und langsam.



Die U-Bahn brummt.



Busse und Straßenbahnen laufen im Berufsverkehr. Sonst sind sie leer.



Der Rest fährt mit dem Auto und die boomenden Billigflieger zeigen auch auf den kurzen/mittleren Strecken gute Zuwachsraten. Daran wird auch die neue Flugsteuer nichts ändern. Der Vorteil des Fliegers gegenüber der Bahn (vor allem in den Kosten = Energieverbrauch) ist zu groß, als dass es die Bahn je wird wieder einholen können.



Die Lösung? (Sie läuft ja schon notgedrungen)



Mehr Autobahnspuren per PPP (Public Private Partnership)

Stillegen unrentabler Bahnstrecken

Ausdünnen des Bahn-Fahrplans in den Nebenzeiten

ICE nur mehr für Mittelstrecken (um 300-500km)

Aufbau eines Mittelstreckenbusnetzes (da kosten- und umweltoptimal)

Gravierende Zunahme des Luftverkehrs für Strecken ab 500km

Ausbau der Flughäfen (Hamburg, München, Frankfurt, Berlin)

Aktivierung alter Miliärflughäfen



Das ist das, wohin die Menschen drängen. Aber besonders hier in Bayern versucht man diese Entwicklung politisch, ideologisch, von oben zu stoppen. Man setzte sich massiv für die ICE-Neubaustrecken ein, man verhindert die Umwidmung von Militärflughäfen und wartete mit dem Ausbau der Autobahn München Ulm bis es wirklich nicht mehr ging.



Note 6 setzen. Unwählbar wegen ideologischer Penetranz. Dazu gehört auch die Beibehaltung der Wehrpflicht.



Gruß

Horst Lüning

Midnight Angel
10.06.2010
11:34

"Midnight Angel"
daß im Run auf immer mehr Rendite systematisch Stellen zusammengestrichen werden und die mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit, oder in den ach so florierenden Minijob-Sektor (mit staatlicher Aufstockung, um zumindest auf Sozialhilfeniveau zu kommen) entlassen wurden?


"Horst_S"
Technischer Fortschritt führt immer zur Optimierung der Arbeit. Und wir sollten ehrlich sein: Wer will eine Straße mit dem Besen fegen, wenn es auch Maschinen dafür gibt? Die Aufgabe der Politik ist es, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Arbeit, für die es noch keine Automatisation gibt. Nur so etwas bringt uns weiter und befriedigt. Arbeit neben einen Roboter zu machen ist doof.




Oh, davon sprach ich nicht. Ich meinte die derzeit verbreitete Unsitte, Vollzeitstellen zu streichen, um denselben Arbeitsbeitrag dann von mehreren (staatlich aufgestockten) Minijobs erledigen zu lassen.



Schönen Gruß

Midnight Angel

Anonymous
10.06.2010
11:57

............

freelancer
10.06.2010
14:41

@Soziales:

eine schwarz-gelbe Koallition nimmts den rot und grün Wählern dort wo es weh tut. Hoffentlich geht das gut aus...



@Energie, Verkehr; Ansichten oben teile ich zu 100%.

Man muss nur berücksichtigen das aus D-Sicht die Bahn wichtig ist weil sie zu einem Grossteil mit Kohle aus eigenem Boden fährt. Kerosin ist schlecht für die Aussenhandelsbilanz und jeder Autofahrer merkt selber von Woche zu Woche was abgeht. und ausserdem..Individualverkehr? ...ne ne das gemeine Volk will unterdrückt werden.

Atomstromsteuer?!? macht erst auf den 2. Blick Sinn - D hat keine Aufbereitungsanlage und man beachte mal die unverschämten Gebühren für Atomtransporte in F und GB. Wenn es ums Geld geht wird jede politische Fraktion zum Nationalisten aber ansonsten fliegen die Bonzen ganz gerne mit dem Jet nach Brüssel zum Brunchen mit unserm Steuergeld...



@Kriegsminister, ja, jedenfalls einsparen!



...und die GEZ gehört abgeschafft!



Die unbeantwortete Frage bleibt: Wurde das Geld in der Krisenzeit 2008 und 2009 tatsächlich intelligent ausgegeben?

Wer auch immer wieviel der Rechnung zahlen muss. Diese Rechnung ist sehr sehr teuer weil keine Leistung dahinter stand.

Im Gegenteil, teilweise wurden mit dem Geld kranke Unternehmen und Strukturen aufrechterhalten welche uns noch weiter belasten.



hicks...

Horst_S
10.06.2010
14:48

"Glencat"
Ich dachte immer, dass Unternehmer und Firmen für Arbeitsstellen sorgen!


Aber nur, wenn sie nicht vom Staat torpediert werden. Zu viel Bürokratie und zu viel Gängelung und die neuen Jobs werden nicht geschaffen. LKW-Maut und die neuen Container-Terminals der Bahn haben nicht dazu geführt, dass unser Whisky mit etwas anderem als dem LKW befördert wird. Es ist nur teurer und bürokratischer geworden.



"Glencat"
Klar, die brauchen dann nur solange Arbeiten bis sie in die Kiste fallen, dann sind mehrere Probleme gleichzeitig gelöst! Wie sagte schon Süssmuth - es wird nicht mehr so fröhlich gestorben in Deutschland!


Achtung! Noch nie war die Lebenserwartung in Deutschland so hoch wie heute. Und wenn Arbeit spaß macht, dann macht man sie auch lange. Vermutlich bis zum Tode.



"Glencat"
Genau, deren Bau dann noch länger dauert als unter Bundesregie - siehe die Teilstrecke bei Augsburg.


Nein. Das ist aus meiner Sicht nicht die richtige Argumentation. Man hat sich so lange im Verkehrswegeplan um die Anbindung des bayerischen Nordens gekümmert (was auch Sinn macht), dass man darüber den Westen mit den ungeliebten Schwaben 'vergessen' hat. Und als man dann merkte, wie das Geld verdient wird und wo die Steuern her kommen, hat man kein Geld mehr gehabt. Bingo - also MUSSTE man mit den Privaten. Aber man wollte eigentlich nicht.



"Glencat"
Aktivierung alter Miliärflughäfen Aber das geschieht doch schon, leider gibt es so missliebige Zeitgenossen die dort wohnen und dies verhindern wollen!


Nein, Ottobrunn ist zu, Fürsti ist zu und Oberpfaffenhofen wird Werksflughafen bleiben. Dafür mutet man den armen Bahnanwohnern (die viel mehr sind) eine wachsende Lärmbelästgung zu. Haben Sie einmal am Rhein zwischen Bingen und Koblenz gewohnt? Irre - unerträglich. Alle 2min eine quitschend ratternder Zug mit Weltuntergang. Und der Bahn hat man - SKANDAL! - jegliche Lärmauflagen erspart. Das nenne ich einmal eine Lobby.



"Glencat"
Ausbau der Autobahn München Ulm bis es wirklich nicht mehr ging. Bayern? Und ich dachte immer Autobahnen und Flugverkehr ist der Bund zuständig!


Alle Länder machen die Eingaben zum Bundesverkehrswegeplan und bestimmen Prioritäten. Ganz so von oben geht es nun doch nicht.



"Glencat"
Daran bohrt ja schon jemand! Wie wäre es denn wenn man die unsinnigen Kosten dadurch reduziert, dass die Auslandseinsätze gestrichen werden und das zuständige Ministerium endlich wieder den Namen "Verteidigungsministerium" verdient!
Ganz meine Rede.



Gruß

Horst Lüning

Teutates
10.06.2010
15:23

"Horst_S"


Achtung! Noch nie war die Lebenserwartung in Deutschland so hoch wie heute. Und wenn Arbeit spaß macht, dann macht man sie auch lange. Vermutlich bis zum Tode.


Nun ja, wer mit seiner Freizeit im Alter nicht anzufangen kann...

Evt. Whisky testen, dass könnte ich mir vorstellen - aber sonst...

Horst_S
10.06.2010
15:37

Man hat einen Zusammenhang zwischen Lebensdauer und Lebensaufgabe gefunden. Die Menschen, die wirklich noch was zu tun hatten und die sich gebraucht fühlten, lebten deutlich länger als die, die sich mit irgendwas beschäftigten. Auch wenn sie es gerne taten.



Whisky-Sammlungen abstauben und austrinken ist anscheinend lange nicht so befriedigend, wie mit Whisky zu handeln.



Gruß

Horst Lüning

ThomasT
10.06.2010
15:43

"Horst_S"
Sparen sie beim Whisky, sieht es für unser Auskommen im The Whisky Store mau aus.

Also heißt die Devise Sparen mit Plan.





*Schenkelklopf *

Der ist Klasse.



Vergessen Sie nie in ihren Äusserungen zur Volkswirtschaft, dass gerade Whisky das erste ist, was eingeschränkt wird, wenn der Lebensstandard des Mittelstandes sinkt!

Gerade sie müssten für hemmungslosen Ausbau des Sozialnetzes sein!

Es ist im höchsten Maße irrational ständig neoliberale FDP-Politik zu propagieren, aber ein Luxusgut an die breite Masse verkaufen zu wollen.





"Horst_S"


1. Absenkung der Rente [...]

Ihre Leistung war eben nicht so hoch, wie wir alle meinen.





Das ist angesichts gestiegener Produktivität nur noch dumm-dreist-zynisch. Dummdreist dehalb weil es sträflich unterlässt, darauf hinzuweisen, wer sich diesen Produktivitätszuwachs eingestrichen hat.

Inbetriebnahme in Sicht). Dafür kann man von Kopenhagen für 29 EUR nach Mailand fliegen.



"Horst_S"


Aber sie zeigen das System in diesem Irrsinn.





Zum gefühlten 5132mal weiss ich die darauf hin, dass der schneeballartige Charakter des Kapitalismus zwingend dazu führt, dass die Verschuldung immer höher werden muss(!!!!!). Und dass die Schulden niemals zurückgezahlt werden können.



"Horst_S"


Es gibt mittlerweile den einen oder anderen Politiker, der schon einmal diese unpopulistischen Vorschläge in den Mund nimmt.




Unpopulistisch heisst doch hier nur dass das Volk (als Mittelstand und darunter) mal wieder in den Arsch getreten werden soll.

Midnight Angel
10.06.2010
15:57

"ThomasT"
Zum gefühlten 5132mal weiss ich die darauf hin, dass der schneeballartige Charakter des Kapitalismus zwingend dazu führt, dass die Verschuldung immer höher werden muss(!!!!!). Und dass die Schulden niemals zurückgezahlt werden können.




Hmm... ist das so? Ich sehe diese Verschuldungsspirale eher auf dem Zinseszinseffekt basiert, und nicht als zwingendes Ergebnis des Kapitalismus.



Oder sind Systeme wie das Freigeld von Wörgl für dich nicht mehr innerhalb des Kapitalismus?

ThomasT
10.06.2010
16:15

"Glencat"


Bin echt gespannt wann Du ganz offiziell von Horst im linken Lager der ewig Gestrigen begrüßt wirst




Bei Horst gelte ich doch als ultralinks ...hihi

ThomasT
10.06.2010
16:26

"Midnight Angel"


Hmm... ist das so? Ich sehe diese Verschuldungsspirale eher auf dem Zinseszinseffekt basiert, und nicht als zwingendes Ergebnis des Kapitalismus.





Richtig. Ich sehe aber die Kapitalvermehrung als Ergebnis bzw. als Phänomen was mit Kapitalismus beschrieben wird.



Davon getrennt ist die Marktwirtschaft zu sehen.



Kapitalismus funktioniert auch ohne Marktwirtschaft, z.B. indem der Staat als "Kunde" korrumpiert wird. Bei der Pharmaindustrie hat es mit dem Schweinegrippenimpfstoff ja recht gut geklapt. Und freie Marktwirtschaft mit idealer Anpassung von Nachfrage, Preis und Angebot ist dem Renditeerwarten des Kapitalismus entgegengesetzt, weil als Grenzwert die Rendite gegen 0 geht. Daher hat Kapitalismus paradoxerweise kein Interesse an wirklich freier Marktwirtschaft.



"Midnight Angel"


Oder sind Systeme wie das Freigeld von Wörgl für dich nicht mehr innerhalb des Kapitalismus?




Die Frage sorum ist nicht einfach zu beantworten. Zwar wird dem reinen Finanzkapitalismus der Wind aus den Segeln genommen, aber die Prinzipien die Marx beschrieben hat, gelten z.T. auch weiterhin. Wobei ein Teil davon implizit darauf basiert, dass in erster Näherung Sachkapital äquivalent zum Finanzkapital ist. Da Sachkapital also die Eigenschaften des Finanzkapitals - den Verzinsungszwang - erbt.

Don Jorge
10.06.2010
19:59

Na, also bitte!

Schließlich müssen Banken (bekanntlich bettelarm!) und der Euro (war übrigens Anfang 2002 gammlige 86 US-Cent wert, ohne, dass es jemanden gejuckt hätte) gerettet werden!!! Wen interessieren da sozial Schwache? Man muss halt Prioritäten setzen.



Sparen, sparen, sparen! Auch wenn's weh tut - vorzugsweise denen, die sich nicht wehren können. Ob das ein gutes Ende nimmt?

Horst_S
11.06.2010
08:13

"ThomasT"
Vergessen Sie nie in ihren Äusserungen zur Volkswirtschaft, dass gerade Whisky das erste ist, was eingeschränkt wird, wenn der Lebensstandard des Mittelstandes sinkt!

Gerade sie müssten für hemmungslosen Ausbau des Sozialnetzes sein!

Es ist im höchsten Maße irrational ständig neoliberale FDP-Politik zu propagieren, aber ein Luxusgut an die breite Masse verkaufen zu wollen.


Nein, da kommen wir nicht zusammen.



'Neoliberal' ist ein Wort, das genauso wie der 'Gutmensch' bewusst vom politischen Gegner in den Dreck gezogen wurde. Von den meisten (wie wohl Ihnen auch) wird Liberalität mit Vermauscheln von Politik und Staat gleich gesetzt. Das sehe ich nicht so. Und Nein, ich halte die FDP für keine liberale Partei. Nicht wirklich wählbar. Ein 'echter' Liberaler kann vermutlich keiner Partei angehören.



Und Nein - Whisky ist nicht das, was der Bürger zuerst aufgibt. Sieht man ja auch an unseren ständigen Steigerungsraten. Der Bürger gibt zuerst das auf, an dem er am wenigsten hängt. Das kann das Rauchen sein, das kann die neueste Kleidung sein, das kann aber auch das regelmäßige Essen-Gehen sein. Ganz zum Schluss kommen dann erst der Urlaub und die heimelige Umgebung im trauten Heim dran. Und wenn man Whisky richtig bepreist und den Bürger nicht abzockt, dann kann derjenige, der mal etwas weniger Geld zur Verfügung hat, auch zu einem guten, preiswerteren Whisky greifen.



Nein - mir ist auch beim Sparen in der Zukunft um unseren Job nicht bange. Solange .... Solange eben die Regierung/Staat nicht anfängt und Whisky als Luxusgut definiert und Extrasteuern erhebt. Oder einen populistischen Amoklauf in Sachen Bürgerschutz hinlegt.



Gruß

Horst Lüning

Don Jorge
11.06.2010
08:18

"Horst_S"
Von den meisten (wie wohl Ihnen auch) wird Liberalität mit Vermauscheln von Politik und Staat gleich gesetzt.




Würde mir erst nachgeordnet dazu einfallen.



Primär geht es wohl eher darum, dass man den Reichen die Freiheit verschafft, noch reicher zu werden. Nun ja, und den Armen die Freiheit, noch ärmer. Schon interessant, was man in (neo-)liberalen Kreisen so für "sozial ausgewogen" und "fair" hält.

Horst_S
11.06.2010
08:32

"Forklift"
diese sätze muß man sich auf der zunge zerrgehen lassen.

würde ihnen vorschlagen, dies mit leuten zu diskutieren, die ein ganzes leben auf dem bau oder in der eisenverhüttung zugebracht haben.


Soweit müssen Sie mit der Argumentation gar nicht ausholen. Sie können auch den Manager hinzuziehen, der mit 50 Burnout hat und keinen Job mehr findet. Oder den ausgebrannten, Pleite gegangenen, kleinen Selbstständigen, der keine Rente hat, da er nicht einbezahlt hat und die LV durch den Staat aufgelöst wurde, bevor er Hartz IV bekommt.



Typisch ist auch das Beispiel des Fliesenlegers oder Dachdeckers.



Wenn man ein wenig sucht, dann findet man Hunderte an Jobs, die angeblich ungerecht behandelt wurden. Im Gegensatz dazu (und ich höre schon wieder Glencat aufbegehren), haben wir die unkündbaren Mitarbeiter des Staats. Deren zugesagte Pensionen neben den 1.700 Milliarden Staatsschulden noch einmal eine Billion Staatszusagen ausmachen sollen. Und man erhöht kräftig weiter.



Wenn man lange genug sucht, dann findet man Ungerechtigkeiten zu Hauf. Doch am Ende werden die Ungerechtigkeiten immer größer werden, je mehr man versucht zu regulieren und auszugleichen. Nur ein freier Markt würde die Löhne zu der mittleren Einschätzung der Bürger über die Schwere der Arbeit in die richtige Relation setzen.



Ja, ich bleibe dabei. In Summe haben unsere Rentner uns den Staat nicht in dem Zustand zurück gelassen (nämlich schuldenfrei), wie ich mir das vorgestellt habe. Die Verantwortung müssen wir (und die Rentner) selbst tragen. Man kann sie nicht auf einen annonymen Staat abwälzen.



Unsere Rentner haben nicht genug netto (nach Schuldenabzug) erwirtschaftet und wir tun das im Moment auch nicht, um uns die ganzen Annehmlichkeiten der staatlichen Versorgung zu leisten.



In Anbetracht der ganzen Krise müssen wir ebenfalls darüber nachdenken, ob wir mit der Arbeitszeiterhöhung bei den Staatsdieners auskommen oder ob auch sie - genauso wie in manchen Wirtschaftsbereichen (s. Opel) - Gehaltsverzichte notwendig sind. Die Griechen haben ja schon mal die Bezüge der Staatsdiener gekürzt. Bei uns kommt das schon auch noch. Da bin ich sicher.



P.S.: Gerade lese ich, dass Frau Kanzlerin der Aussetzung der Wehrpflicht den Maulkorb entfernt hat. Gutti ist halt zu populär. Unser nächster Kanzler ? Der erste der CSU ?



Ich bin mir ja fast sicher, dass diese Koalition die Regierungsperiode nicht zu Ende bringen wird. Und ob Frau Merkel dann noch Spitzenkandidat sein wird, glaube ich nicht.



Gruß

Horst Lüning

Don Jorge
11.06.2010
08:42

"Horst_S"
Im Gegensatz dazu (und ich höre schon wieder Glencat aufbegehren), haben wir die unkündbaren Mitarbeiter des Staats. Deren zugesagte Pensionen neben den 1.700 Milliarden Staatsschulden noch einmal eine Billion Staatszusagen ausmachen sollen. Und man erhöht kräftig weiter.




Staatsschulden und und Pensionsaufwendungen für ehemalige Staatsdiener so miteinander zu nennen halte ich für höchst populistisch und naiv.



Beamte scheinen für Neoliberale stets jene zu sein, die der Allgemeinheit zur Last fallen - was sie für den Staat leisten, das ist natürlich völlig egal. Dass Staatsdiener dem Staat mehr dienen als so manch ein Neoliberaler (der dient qua Gesinnung nämlich nur sich selbst), das wird ebenso außer acht gelassen.



Über solche lässig dahingeworfenen "Thesen" kann ich nur immer wieder den Kopf schütteln.

Anonymous
11.06.2010
10:38

............

Horst_S
11.06.2010
10:54

"Don Jorge"
Staatsschulden und und Pensionsaufwendungen für ehemalige Staatsdiener so miteinander zu nennen halte ich für höchst populistisch und naiv.


Nein, ganz und gar nicht. Bilanztechnisch sind das sehr vergleichbare Posten. Und wenn ich mir dann ansehe, dass sich die Pensionen von Beamten nicht nach den 'Lebenslauf' und den damit empfangenen Bezügen richten, sondern nach dem letzten Gehalt berechnet werden, dann hat das schon ein Geschmäckle.



Die privaten Altersbezüge (Lebensversicherungen) besteuert man nun ja; die halbstaatliche Rente wird man wohl nicht weiter erhöhen (Stichwort rauswachsen); nur die Pensionen der Beamten werden weiter mit der Inflation und den steigenden Bezügen weiter erhöht. (Siehe Link oben).



Das hat mit Populismus nun gar nichts zu tun. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit icon_exclaim.gif Aber so weit denkt keiner.



Gruß

Horst Lüning

Horst_S
11.06.2010
11:36

"Glencat"
"Horst_S"


Die privaten Altersbezüge (Lebensversicherungen) besteuert man nun ja; die halbstaatliche Rente wird man wohl nicht weiter erhöhen (Stichwort rauswachsen); nur die Pensionen der Beamten werden weiter mit der Inflation und den steigenden Bezügen weiter erhöht. (Siehe Link oben).



Das hat mit Populismus nun gar nichts zu tun. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit icon_exclaim.gif Aber so weit denkt keiner.



Gruß

Horst Lüning




Warum schreiben Sie Beamte wo es sich doch "nur" um Bundesbeamte handelt?

Warum schreiben Sie nicht, dass sich diese Anpassung nach den getroffenen Abschlüssen bei den Angestellten richtet? Also KEINE Sonderregelung für DIE Beamten ist!



Natürlich ist das Populismus wenn man EINSEITIG auf eine Berufsgruppe eindrischt. Ein differenzierter Beitrag DAS wäre eine Sache der Gerechtigkeit!


Habe ich nicht vorher auf alle Anderen eingedroschen?



Und es gilt nicht nur für die Bundesbeamten. In Niedersachsen (Wulff Land) sacken die Politiker auch gerade ein. Da das aber unpopulistisch ist, wollen sie sich in Zukunft an die allgemeine Entwicklung anpassen. Ob an die Beamtengehälter oder den privatwirtschaftlichen Landes- bzw. Bundesdurchschnitt gibt dieses Blatt nicht her (soll es vermutlich auch nicht icon_wink.gif )



Hier ist noch ein interessanter Artikel, der die 1 Billion hinterlegt. Hier geht es weiter.



Und damit sind wir beim ursächlichen Problem, was wir hier schon einmal diskutiert haben. Unsere Staatsdiener machen ihre Gehälter selber. Ich bin der vorläufigen Meinung (aber noch nicht zu Ende gedacht), dass man die Bürger über die Gehaltserhöhungen der Politiker und Beamten per Volksentscheid abstimmen lassen sollte. Wir wären vermutlich überrascht, wie viel wir ihnen zugestehen würden, wenn sie einen guten Job machten. Gleiches müsste man vermutlich über alle Jobs machen, die hoheitlich bzw. monopolistisch vom Staat ausgeführt werden. Machte man das zusammen mit Wahlen, wären wieder viel mehr Bürger dabei.



Irgendwie erinnert mit das an den Kundenzufriedenheitsindex, den mein früheres Unternehmen immer erhoben hat. Aber da haben alle Staatsdiener ein ganz anderes Verständnis.



Das habe ich noch nicht zu Ende gedacht, könnte aber ein Ansatz sein.



Gruß

Horst Lüning

Horst_S
11.06.2010
11:56

"Glencat"
Was glauben Sie wie ein Bürger entscheiden wird der kurz vor dieser Frage eine Geldbuße wegen zu schnellen Fahrens bekommen hat? Oder wie jemand abstimmen wird der gerade wegen Diebstahl verurteilt wurde. Oder wie jemand abstimmen wird dessen Bauantrag wegen Mängel abgelehnt wurde? Wie wird wohl jemand abstimmen der eine Steuernachzahlung mit Säumniszuschlag bekommen hat weil er eine verkehrte Steuererklärung abgegeben hat?



Na klingelts langsam?



Stimmt, das habe Sie noch nicht zu Ende gedacht, könnte aber so kein Ansatz sein.


Danke für den Hinweis. Natürlich würden diese Beispiele schlecht abstimmen. Doch auf jeden Topf passt ein Deckel. Wenn die Gemeinde/Stadt ihre Radarfallen nicht vor Schulen und Krankenhäusern, sondern wie üblich als Abzocke aufstellt und wenn der Bauantrag abgelehnt wurde, weil ein hochherrschaftlicher Kreisbaumeister andere Schönheitsvorstellungen hat, dann gehört diesen Personen auch keine Gehaltserhöhung.



Schlechter Job - keine Knete.



Und wenn der Staat halt keine ordentliche Vorsorge gegen Diebstahl besteibt, statt sich um die Bedürfnisse der Jugendlichen wirklich zu kümmern und ihre blöden Parteiideologien und Tabus pflegen und in Folge die Kriminalität steigt, dann haben sie auch einen schlechten Job gemacht, der keine Gehaltserhöhung rechtfertigt.



Wenn wir im The Whisky Store nicht genügend Whisky verkaufen, dann gibt es auch keine Gehaltserhöhung oder Boni. Vor allem nicht auf Pump. So einfach ist das. Sollte auch für den Staat gelten.



Gehören Sie noch zu den Herren Staatsdienern, die viel besser als die Bürger wissen, was gut für sie ist icon_question.gif icon_evil.gif



Gruß

Horst Lüning

Midnight Angel
11.06.2010
12:50

Ähm... Glencat; Horst schrieb



"Horst_S"
Wenn die Gemeinde/Stadt ihre Radarfallen nicht vor Schulen und Krankenhäusern, sondern wie üblich als Abzocke aufstellt... dann gehört diesen Personen auch keine Gehaltserhöhung.




Insofern ist 'Keine Gehaltserhöhung' angedacht, wenn 'wie üblich als Abzocke; und NICHT vor Schulen/Krankenhäusern'...

ThomasT
11.06.2010
13:18

"Horst_S"


'Neoliberal' ist ein Wort, das genauso wie der 'Gutmensch' bewusst vom politischen Gegner in den Dreck gezogen wurde. Von den meisten (wie wohl Ihnen auch) wird Liberalität mit Vermauscheln von Politik und Staat gleich gesetzt.




Es geht nicht um Liberalität!



"neoliberal" ist ein Begriff, ja wenn sie so wollen auch ein Kampfbegriff, welches ein dogmatisches Denkgebilde umschreibt, was geprägt ist von selbstzerstörerischer angebotsorientierter Wirtschaftspolitik, kompletten Abbau der Sozialsysteme und hemmungsloser Privatisierung wobei Liberalität als Begründung vergewaltigt wird. Kurz: die Ideologie des Ausverkaufs.

Es hat auch nur bedingt mit dem Neoliberalismus ala Friedmann zu tun.

Horst_S
11.06.2010
15:03

"ThomasT"
Es geht nicht um Liberalität!



"neoliberal" ist ein Begriff



... hat auch nur bedingt mit dem Neoliberalismus ala Friedmann zu tun.


Hier wird es mir zu schwierig. "neoliberal hat nur bedingt mit Neoliberalismus zu tun." Aja ...



Aus meiner Sicht hat man hier ein an sich vernünftiges Wort mit Abzocke, Schmierereiein und Korruption hinterlegt.



Gruß

Horst Lüning

Anonymous
11.06.2010
15:06

.............

Horst_S
11.06.2010
15:22

"Glencat"
Sorry, aber genau diesen Vorwurf - so wie von mir geschrieben - hab ich auch von Müttern vor Kindergärten und Schulen gehört - frei nach dem Motto fangen Sie doch mal richtige Verbrecher bevor Sie hier abkassieren!

Ich denke auf diesem Gebiet kann man es niemanden recht machen! Was aber immer vergessen wird ist, dass eine Gesetzesüberschreitung vorausgeht. Nicht die Radarkontrolle - oder wie es Horst nennt "Abzocke" ist die Ursache, sondern nur die Wirkung auf die Geschwindigkeitsüberschreitung.


Und genau hier hakt es. Während auf mancher Ausfallstraße 60 oder 70km/h in Ordnung wäre, setzt man 50 durch und zockt ab. Unsägliche Gleichmacherei und Regulierungswut. Einen Mitarbeiter haben sie nachts einmal um 2:30 Uhr mit 50km/h vor der Schule in Geretsried (Ort des Forentreffens) geblitzt. Dort war nur 30 erlaubt.



Wenn Gesetze unsinnig sind, dann müssen die Staatsdiener dies ihren Vorderen (und die den Politikern) mitteilen und nicht vor dem Apparat kapitulieren. Doch jeder denkt, den Schuh zieh ich mir nicht an. Vielleicht gibt es am Ende doch keine Beförderung mehr und ich verliere einen Teil meiner Rente. Also kapitulieren alle vor dem staatlichen Irrsinn. Nur wenn man dem Staatsdiener an den Geldbeutel geht, dann würde sich etwas tun. Dann würde sich dort auch mal was bewegen. Dann würde der Chef, der dies den Oberen nicht weiterträgt gemobbt - das hielte er auch nicht lange aus.



Doch über unseren Staatsdienern liegt das Leichentuch. Bloß nicht bewegen, bloß nicht anecken. Es reicht schon das, was man von oben über sich an Verordnungen ausgekippt bekommt. Der Bürger hat nichts - gar nichts - zu melden. Er hat ausgefüllte Formulare zu liefern und zu zahlen. Keine Mitbestimmung.



In der Privatwirtschaft ist das anders. Da merkt der Mitarbeiter, wenn es an seine Lohntüte geht. Wenn ein Mitarbeiter rumsteht/rumsitzt, dann merkt er, dass das nicht gut ausgehen wird. Nur wenn man in einem Konzern gewerkschaftlich organisiert ist, dann kann man als Mitarbeiter die Sache mit der Kundenorientierung und dem Druck auf den Chef lockerer angehen. Solange ... ja solange bis der Karren so tief im Dreck steckt, dass nach Staatsmitteln gerufen wird. Und wenn man den Staat unter Druck setzen kann (s. Banken und Automobilkonzerne), dann kann man sich seinen Teil der abgezockten Schulden genehmigen.



Doch am Ende geht jeder noch so sehr gestützte Konzern, wenn er ausreichend Unsinn macht, über die Wupper. Und wenn der Staat mit seinen Dienern lange genug Sche...ß baut, dann ist es auch um ihn und seine Diener geschehen. Da kann man diskutieren und nach sozialer Gerechtigkeit rufen, wie man will.



Das Problem stellt sich genau an der Schnittstelle Politik/Staat dar. Genau wie Sie gesagt haben. Doch diese Schnittstelle darf keine Einbahnstraße sein. Am schlimmsten sind die parlamentarischen Staatssekretäre mit ihrem Stein der Weisen. Wenn ich die Herren Steffen Kampeter (CDU) oder Jörg Asmussen (SPD) in den Medien sehe, bekomme ich immer rote Flecken am ganzen Körper.



Gruß

Horst Lüning

ThomasT
11.06.2010
16:54

"Horst_S"
"ThomasT"


Hier wird es mir zu schwierig. "neoliberal hat nur bedingt mit Neoliberalismus zu tun." Aja ...





Nix "Aja" genauso sieht es aus. Mittlerweile sollte die Begriffe klar sein.

Teutates
11.06.2010
18:56

"taliska"


...die anderen so herzensgut, dass sie auch prima von der kirchenkanzel herab predigen könnten ...


Die beiden Worte in einem Satz? Schwarzer Humor?

Erinnert mich an den netten Massenmörder von nebenan. icon_smile.gif

Don Jorge
12.06.2010
10:35

"Horst_S"
Unsere Staatsdiener machen ihre Gehälter selber.




Ernsthaft? Find ich ja toll, dass jeder Sachbearbeiter im Finanzamt und jeder Streifenpolizist über seine Bezüge selbst entscheiden kann. So viel zum Thema differenziert.



"Horst_S"


Ich bin der vorläufigen Meinung (aber noch nicht zu Ende gedacht), dass man die Bürger über die Gehaltserhöhungen der Politiker und Beamten per Volksentscheid abstimmen lassen sollte. Wir wären vermutlich überrascht, wie viel wir ihnen zugestehen würden...




Vielleicht sollte man auch einmal die neoliberalen Raffgeier, die diesen beklagenswerten Zustand zu verantworten haben, einem Volksentscheid anheim fallen lassen. Indem sie mit Schildern, auf denen "Schnauze, Gesindel! WIR finanzieren schließlich Deutschland!" steht, durch einen sozialen Brennpunkt-Bezirk einer beliebigen Großstadt schickt. Wir wären vermutlich überrascht, wie viel man ihnen dort zugestehen würde.



Dieser Thread scheint sich zu einem neuen Niveau-Tiefpunkt zu entwickeln, bei dem sich Staatsfeindlichkeit, einfältiges Demokratieverständnis und neoliberale Verblendetheit in geradezu erschreckender Weise verbinden.



Bitte, mehr Whisky-Themen. Am besten nur noch Whisky-Themen.

Anonymous
13.06.2010
16:57

"Don Jorge"
"Horst_S"
Unsere Staatsdiener machen ihre Gehälter selber.




Ernsthaft? Find ich ja toll, dass jeder Sachbearbeiter im Finanzamt und jeder Streifenpolizist über seine Bezüge selbst entscheiden kann. So viel zum Thema differenziert.



"Horst_S"


Ich bin der vorläufigen Meinung (aber noch nicht zu Ende gedacht), dass man die Bürger über die Gehaltserhöhungen der Politiker und Beamten per Volksentscheid abstimmen lassen sollte. Wir wären vermutlich überrascht, wie viel wir ihnen zugestehen würden...




Vielleicht sollte man auch einmal die neoliberalen Raffgeier, die diesen beklagenswerten Zustand zu verantworten haben, einem Volksentscheid anheim fallen lassen. Indem sie mit Schildern, auf denen "Schnauze, Gesindel! WIR finanzieren schließlich Deutschland!" steht, durch einen sozialen Brennpunkt-Bezirk einer beliebigen Großstadt schickt. Wir wären vermutlich überrascht, wie viel man ihnen dort zugestehen würde.



Dieser Thread scheint sich zu einem neuen Niveau-Tiefpunkt zu entwickeln, bei dem sich Staatsfeindlichkeit, einfältiges Demokratieverständnis und neoliberale Verblendetheit in geradezu erschreckender Weise verbinden.



Bitte, mehr Whisky-Themen. Am besten nur noch Whisky-Themen.




Dank für Deine m.E. sehr wahren Worte. Wie von Axel gibt es auch von mir 100% Zustimmung.

Es ist leider wie so häufig im Leben : Da wird sich dann immer das rausgepickt, was einem gerade passt oder selbst von Nutzen ist. Alles andere wird verteufelt.

Aber sobald man selbst bedroht oder betroffen ist, dann wird geschrien, wo denn die Ordnungshüter bleiben, die einem Schutz und Sicherheit geben.

Wer hier nicht differenziert, der spielt anderen in die Hände.

Wer heutzutage als Polizist noch gerne seinen Job macht, ständig seine Gesundheit aufs Spiel setzt, und sich dafür mit einem Gehalt anspeisen lässt, für das unser lieber Horst nicht mal aufstehen würde, der hat meinen Respekt und meinen Dank.

Und wenn ein Beamter im Finanzministerium den ganzen Tag nichts tut und nur seine Kaffetasse hin und her trägt, dann darf man diesen Umstand kritisieren. Und vielleicht sogar auch eine Änderung anstreben. Aber wer da immer gleichermaßen auf "die Staatsdiener" eindrischt, der geht einen gefährlichen Weg der Meinungsmache.

Übrigens : Wer in einer 30-er Zone 50 fährt - egal wie spät oder früh es ist - der weiß ganz genau, was er tut und darf sich hinterher nicht beschweren. Dummheit schützt vor Strafe nicht.

"Schuld sind immer die anderen. Schlecht sind immer die anderen. Regeln gelten immer nur dann wenn es mir passt."

Diese Leute die so denken sind mir suspekt und heutzutage viel zu "deutsch" !

Anonymous
13.06.2010
19:50

............

guycalledfrank
14.06.2010
00:11

"LoQ123"
Sorry Horst, aber wer glaubt, dass er nachts 50 fahren darf wo Tempo 30 angezeigt ist gehört mit der gleichen Härte verfolgt wie jeder andere. Das sag ich ihrem Mitarbeiter auch gerne persönlich...
Hmmm, das ist vermutlich tatsächlich situationsabhängig - hin und wieder finde auch ich die Umstände von Kontrollen, Blitzern, etc. sehr fragwürdig. Fragwürdig im Sinne: Ist das objektiv betrachtet nicht reine Geldmacherei/Beschäftigungstherapie/o.ä. - wären die eingesetzten Ressourcen nicht anderweitig sinndvoller verwendet?



Ich wurde z.B. mal nachts auf einer Autobahnbaustelle geblitzt...eine Autobahnbaustelle, die eigentlich schon vollkommen abgeschlossen war...nur wurde die Baustelle nie offiziell (mit Schild) aufgehoben und es gab noch 10 km gelbe Fahrbahnmarkierungen...sonst nix: keine Baustellenschilder, -lichter, Pylonen, o.ä.. Das einzige was es gab, war nachts um 2 ein mobiler Blitzer, der 10km nach dem tatsächlichen Baustellen-Ende ein wenig Geld in die Staatskasse bringt. Und nach Baustellen Ende wird jeder Fahrer ein wenig schneller...zu Recht!



Ich muß Onkel Hotte hier mal zustimmen: derartige Aktionen sind wirklich sehr begrenzt sinnvoll. Da geht es nicht darum, Regeln nach Bedarfsfall anzupassen, sondern vielmehr um die Frage, ob die beiden Beamten nicht an anderer Stelle mehr benötigt werden...



Und ich finde es auch in Ordnung von "Abzocke" zu reden, wenn man sich das "Geschäftsmodell" von Blitzern ansieht: Die Dinger werden mittlerweile größtenteils von Freiberuflern aufgestellt, die nach Erfolgsquote bezahlt werden. Meiner Meinung nach sollten Blitzer dort stehen, wo kritische Verkehrstellen, Schulen, o.ä. sind...und eben nicht dort, wo man am meisten abzocken kann. Denn das sind nun mal die Verkehrsstellen wo jeder vernünftig denkende Mensch abschätzen kann, daß man dort schonmal 10 km/h drüber sein kann. Denn nicht alle Verkehrsschilder und Geschwindigkeits-Limits sind 100% durchdacht. Manchmal sind die Schilder auch schlichtweg falsch und könnten juristisch angegangen werden. Da arbeiten schließlich auch nur Menschen! Und wenn diese Umstände ausgenutzt werden, um möglichst viel Geld zu machen, dann ist das reine Absockerei!





Gruß

Frank

Bernd_H5
14.06.2010
00:42

Gefühlete 99% aller Blitzdinger sind inzwischen reine Abzocke, die genau dort aufgestellt werden, wo sie am meisten Beute bringen und eher die Verkehrssicherheit gefährden (der Vorrausfahrende sieht das Ding und tritt plötzlich voll in die Eisen), statt die Verkerhrssicherheit zu erhöhen. Das Aufstellen solcher "Raubritteranlagen" ist in meinen Augen in höchstem Maße kriminell und sollte auch als Straftat verfolgt werden. Die Verantwortlichen in den Städten, die private Unternehmen damit beauftragen gehören nicht ins Rathaus/Stadtparlament sondern in den Knast.

Und zu 24/7 30km/h an Schulen . Ist vielleicht noch ok, wenn die Schule im Grünen liegt, aber wenn sie an einer vielbefahrenen Hauptverkehrsstraße liegt, dann doch bitte nur in den Zeiten (+Sicherheitstoleranz), wenn auch Unterricht stattfindet. Ist hier in der Gegend übrigens schon gang und gäbe und funktioniert bestens. Ich habe sogar den Eindruck, daß sich mehr Leute an die 30 halten, wenn da auch Zeiten dabei stehen, während diese überall aus dem Boden sprießenden 30 Schilder (wo nehmen die Städte eigentlich das Geld dafür her?) von allen ignoriert werden. Toll sind auch die Baustellen an denen vollig unberechtigt (gibt da ja auch Vorschriften in der StVO, wann 30 an Baustellen berechtigt ist) einfach mal so Tempo 30 aufgestellt wird und Jahre nachdem die Baustelle verschwunden ist immer noch da rumstehen icon_twisted.gif



So, jetzt habe ich zu diesem Thema vorerst mal genug Dampf abgelassen.



Gruß Bernd

Bernd_H5
14.06.2010
00:46

@Nils



wenn Du erst mal ein paar Kilometerchen ohne Socken gelaufen bist hast Du aber wundgescheuerte Füße, oder wenn Du auch auf Schuhe verzichtest ganz wunde Fußsohlen (man ist ja nix Gutes mehr gewöhnt) icon_wink.gif

Bernd_H5
14.06.2010
00:50

@LoQ123



wir können gern mit unserem Kätzchen in Geretsried darüber mal diskutieren. Wird bestimmt interessant.



P.S. ganz vergessen, natürlich ist Horst auch zu dieser Diskussion eingeladen.

Bernd_H5
14.06.2010
00:53

"LoQ123"
vielleicht finden wir ja kurzweiligere Themen icon_wink.gif




Bestimmt!



Gruß Bernd

Horst_S
14.06.2010
08:19

"Ben Nevis"
Wer heutzutage als Polizist noch gerne seinen Job macht, ständig seine Gesundheit aufs Spiel setzt, und sich dafür mit einem Gehalt anspeisen lässt, für das unser lieber Horst nicht mal aufstehen würde, der hat meinen Respekt und meinen Dank.


Das habe ich nicht gesagt und darum geht es auch gar nicht. Die Damen und Herren haben meinen Respekt.



"Ben Nevis"
Und wenn ein Beamter im Finanzministerium den ganzen Tag nichts tut und nur seine Kaffetasse hin und her trägt, dann darf man diesen Umstand kritisieren.
Tue ich auch nicht, da man da ja keinen Einblick hat.



"Ben Nevis"
Übrigens : Wer in einer 30-er Zone 50 fährt - egal wie spät oder früh es ist - der weiß ganz genau, was er tut und darf sich hinterher nicht beschweren. Dummheit schützt vor Strafe nicht.


ABER genau hierum geht es. Es geht um die vom Staat einfeorderte BEDINGUNGSLOSE Unterordnung, selbst wenn der Staat Unsinn macht. 30 nachts vor einer Schule icon_exclaim.gif Was für ein Unsinn icon_exclaim.gif In deutscher Regulierungswut muss dann natürlich für 200 Euro noch ein 7:00 bis 17:00 Uhr Schild darunter.



Dabei wäre es so einfach: Nachts keine Blitzer aufstellen. Punkt, Ende der Diskussion.



In den Niederlanden wurde um 1980 ein Tempolimit (da ist das böse Wort) von 100km/h eingeführt. Man musste es zwei Jahre später auf 120km/h anheben, da die Bürger kriminalisiert wurden.



Und genau hierum geht es. Wenn der Staat aus welchen Dogmen auch immer über das Volksempfinden hinweg regiert, dann geht es mit der Politikverdrossenheit weiter abwärts. Und statt die Abzocker (im Staat) zu maßregeln und bürgerfreundlich zu entscheiden (2 km nach Baustellenende zu blitzen ist bürgerfeindlich), muss man sich fragen, was mit solchen Aktionen bewirkt werden soll. Es gibt zwei Dinge:



1. Geld für den Staat (=Abzocke)

2. Erziehung zu bedingungslosem Kadavergehorsam gegenüber dem Staat



Und ich glaube Ben Nevis, bei Ihnen hat das schon funktioniert. Am Ende steht bei so etwas der völlig entmündigte Bürger. Genau darum geht es. Und damit sind wir wieder beim Thema.



Wer sich nach Mitternacht vor der Schule zu 30km/h zwingen lässt, der segnet auch die Milliardenverschwendungen einer Regierung ab.



Gretchenfrage: Was machen Sie, wenn Sie minutenlang vor einer kaputten aber rot zeigenden Ampel stehen und die Kreuzung ist leer?



Wie lange warten Sie icon_question.gif Und was machen Sie, wenn auf der anderen Seite ein Blitzerkasten steht icon_question.gif



Hier können Sie Ihr Demokratieverständnis testen. Und was ist ein Radarwagen nach Mitternacht vor einer Schule anderes als eine kaputte Ampel icon_question.gif



Gruß

Horst Lüning

Schorsch666
14.06.2010
08:23

"Horst_S"
Und was ist ein Radarwagen nach Mitternacht vor einer Schule anderes als eine kaputte Ampel icon_question.gif





icon_lol.gif icon_lol.gif .... nix anderes.... icon_wink.gif

Horst_S
14.06.2010
09:24

"Glencat"
Nein, das nehme ich Ihnen nach all dem Geschriebenen nicht mehr ab, Sie halten sich für etwas Besseres, über dem Gesetz stehend!


Selten haben wir unsere Unterschiede so gut auf den Punkt gebracht.



Staatliche Obhut (Fürsorge? Gängelung?) gegen Selbstbestimmung, Eigenverantwortung (Arroganz? Eigennutz?).



Nein, ich stehe nicht über dem Gesetz. Denn ich fahre nachts vor der Schule tatsächlich 30km/h. Und ich habe Zero Points in Flensburg. Ich ärgere mich jedoch über meine Ohnmacht gegenüber dem Staat.



Und zur Antwort auf die selbstgestellte Gretchenfrage bei der roten Ampel. Ja - ich warte ungefähr zwei bis drei Phasen ab und fahre dann vorsichtig rüber. Wenn jedoch auf der anderen Seite ein Blitzer steht, dann würde ich umdrehen und einen anderen Weg nehmen.



Opportunist? Feigling? Das können Sie sehen, wie sie mögen. Ich beachte jedoch alle Gesetze. Darauf lege ich VIEL Wert. Und ich werde mich nicht wegen einer defekten Ampel mit einer Obrigkeit anlegen, die auf Kadavergehorsam aus ist. Da kann man nur verlieren. Aber ich schimpfe auch lauthals über totalen Unsinn. Das ist mein demokratisches Recht in dieser Gesellschaft. Ich plädiere nicht für Raserei. Aber für gesunden Menschenverstand wie in Bohmte.



Und was derzeit von unseren Vorderen gemacht wird, ist totaler Unsinn. Und wenn dann die Ratten das sinkende Schiff verlassen, dann wird das auch allen öffentlich klar.



Sie haben eine deutlich linkere Einstellung als ich. Ist klar und akzeptiert. Und eben eine Einstellung links von der Mitte beinhaltet Gleichmacherei, Gesetze zu Beeinflussung der Massen, Regelung des Volksverhaltens, usw.



Meine Einstellung ist nicht rechts. Denn auch diese Einstellung beinhaltet Unterordnung unter ein klassisches, konservatives Weltbild mit Obrigkeit und Leitkulturen. Auch nicht mein Ding. Don Camillo und Peppone. Ein Weltbild genauso untragbar wie das andere.



Mehr Mensch, mehr Freiheit, mehr Eigenverantwortung, mehr gesunder Menschenverstand. Weniger Gesetze, weniger Verordnungen, weniger Schilder, weniger Abgaben, weniger Staatsdiener (ja, schon wieder). Der Mensch ist zum eigenverantwortlichen Leben fähig. Wir brauchen keine Vorbeter mehr.



Gruß

Horst Lüning

Horst_S
14.06.2010
10:04

Genauso habe ich Sie auch eingeschätzt. Sie fürchten sich nicht vor dem Staat. Recht so.



Ich kann persönlich aber nicht anders. Ich fürchte mich vor dem Ampelblitzer und den dann folgenden Konsequenzen. 1 Monat Fahrverbot, aktenkundig, usw. Von der satten Strafe gar nicth zu reden. Und um mit den Staatsvertretern diese Diskussion loszutreten und sich vorzustellen, wie die ihnen quer kommen, müssen sie nur einmal das ADAC-Magazin lesen. Wir leben schließlich in einer Demokratur icon_wink.gif



Genau um das geht es. Danke für den Beitrag.



Gruß

Horst Lüning

Horst_S
14.06.2010
11:04

"LoQ123"
"odinnord"


Das mache ich aus eigener Verantwortung und sollte man mich erwischen, werde ich nicht jammern.







Das ist der Punkt Wikinger !

Eigenverantwortung gleich wieder mit jammern zu verbinden, das macht der deutsche Horst. icon_wink.gif


Chapeau! Gut argumentiert.



Ich werde nicht jammern impliziert aber, dass man die Strafe am Ende akzeptiert. Und genau das halte ich für gefährlich. Man akzeptiert den Unsinn der Obrigkeit.



Ich pflege eben nicht den gesellschaftlichen Ungehorrsam und würde mich nie irgendwo hinsetzen, wo mich ein 'armer, unbeteiligter Polizist' wegtragen muss. Der hat wirklich besseres zu tun, als sich als verlängerter Wasserträger der Unsinn-Politiker missbrauchen zu lassen. (Und Glencat - da habe ich wirklich Respekt vor dem Polizisten und Feuerwehrmann, der den brennenden Reifen auf der Barrikade löschen muss).



Meine Waffe ist das Wort, das das Internet glücklicherweise immer besser transportiert und vervielfältigt. Ich betrachte mich nicht als Jammerer, sondern in dieser Beziehung als Warner, der in eine nicht mehr ganz so leere Wüste ruft.



"LoQ123"
Ein EU-Projekt mit den passenden Fördertöpfen.....ich finde das Experiment gut und interessant. Übertragbarkeit? Geld?


Haaaach ... wieder falsch (in meinem Sinn). Diese Experimente brauchen kein Geld. Weg mit den Schildern, weg mit den Unsinnblitzern. Das bezahlt sich von alleine. Was meinen Sie, was so ein Radarwagen nachts um 2:30 kostet und wie viele der blitzt?



"Glencat"
Was mich aber verwundert ist, dass jemand der sich an Gesetze hält Links steht, das hat schon ein Geschmäckle. Ich dachte immer das ist einer der Vorzüge von Konservativen. Die sind aber anscheinend nur zu feige Unsinniges zu ignorieren und bei den eventuellen Folgen dafür Gerade zu stehen und durch diese Haltung dafür zu sorgen, dass solche Unsinnigkeiten verschwinden.


Nein, genau das ist es, was ich Linken vorwerfe. Das System von denen steht über dem Individuum. Es zählt nicht der Mensch. Es zählt das politische System mit seiner Doktrin. Und da sind Konservative, vor allem Christliche, nicht anders. Die haben halt eine andere Doktrin. Und die Grünen? Das gibt es mittlerweile auch eine Menge Ökofaschisten die so Unsinn wie die Solarförderung durchdrücken. Und die eigentlichen Liberalen, freiheitlich denkenden? Ich sach' nur Hotelsteuer. Noch 'ne Doktrin.



Tut mir leid. Unser System achtet nicht mehr auf den Menschen. Es achtet auf die jeweilige Ideologie und Einflussgruppe.



Gruß

Horst Lüning

Horst_S
14.06.2010
11:53

"Glencat"
Was wir in diesem Zusammenhang bräuchten wäre ein Volksabstimmung wie es in der Schweiz üblich ist, aber selbst da würden Sie Punkte finden die Ihnen persönlich nicht passen! Was dann?


Nein, nicht auswandern. Aber dann ist es wirklich der Volkeswille und nicht der Wille einer irgendwie gearteten Doktrin.



Schlimm ist es doch, dass wir 'nur' eine Partei wählen können. Noch nicht einmal Politiker, da sie von der Partei (und deren Elite) auf die Listen gesetzt werden. Unsere Wahl sieht demokratisch aus. Mehr auch nicht.



Im Juli ist Volksentscheid hier in Bayern. Und wenn die anders entscheiden, als ich will? Dann habe ich mich damit abzufinden. Ist halt so. Doch wie oft spüren wir, dass Politiker nicht das machen, wofür sie gewählt wurden. Aktuell die z.B. die FDP. Oder Gerhard Schröder mit seinen Hartz IV Reformen oder der linke Millionär aus dem Saarland, oder, oder, oder ...



Wenn das Volk wirklich entscheidet, dann muss ich mich damit abfinden und andere Wege suchen. Wenn aber das Volk in Mehrheit zu einem speziellen Punkt entscheidet, dann ist das so. Punkt!



Schönes Beispiel: Um bei den Rot-Grünen und speziell in Bayern und München zu bleiben. Die rot-grüne Doktrin besagt die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs. Die einen aus Gleichmacherei, die anderen aus Umweltgesichtspunkten. München ist seit Jahrzehnten rot bzw. rot-grün. Und die Mehrheit der Münchener Bürger hat in einem Bürgerentscheid den Ausbau des Mittleren Rings mit den Tunneln gegen die rot-grüne Politik entschieden. Eine eindeutige Schieflage zwischen Partei-Doktrin und Bürgerwillen, die ansonsten mit der Arbeit der Münchner Regierung einverstanden war.



Es kann kaum ein besseres Zeichen gegen Parteienherrschaft geben. Wir brauchen mehr davon. Und ja, die Schweiz ist ein gutes Beispiel. Ich will nicht verschweigen, dass das auch negative Auswüchse hat. Z.B. die Autobahn-Vignette, die mehr kostet, als sie bringt. Oder der unsägliche Minarett-Entscheid. Aber damit muss man leben. Man kann nicht über den Menschen hinweg regieren. Nur weil die eigene Doktrin 'besser' zu sein erscheint. Nur duch dieses 'Feedback' können wir die politischen Amokläufe unserer 'Elite' verhindern.



Gruß

Horst Lüning

Teutates
14.06.2010
16:10

"Horst_S"
ABER genau hierum geht es. Es geht um die vom Staat einfeorderte BEDINGUNGSLOSE Unterordnung, selbst wenn der Staat Unsinn macht. 30 nachts vor einer Schule icon_exclaim.gif Was für ein Unsinn icon_exclaim.gif In deutscher Regulierungswut muss dann natürlich für 200 Euro noch ein 7:00 bis 17:00 Uhr Schild darunter.



Letztes Wochende bat mich meine Frau den Müll raus zu bringen. Hab' ich gemacht. Ich glaube ich ich bin meiner Frau hündich ergeben - Ihrer Meinung nach.

Das Leben besteht auf gegenseitiger Rücksichtsnahme. Ich fahr 30 km/h vor einer Schule, und hier ist es gleich ob ein kleines Schild vorhanden ist oder nicht auch wenn sich kein Kind um 2:30h da herum"treibt", und dafür muß ich nicht am Hungertuch nagen, selbst wenn mich jemand als Kind vor der Schule in den Rollstuhl gefahren hat. Dieses nach Freiheit schreien geht mir so was gegen den Strich. Als wäre links das neue rechts. Was Sie wollen Horst_S ist nichts anderes als nach dem Motto zu leben, jeder ist sein eigenen Glückes Schmied. Bitte den Blick nach ganz weit westlich drehen. Wollen Sie auf dem US-Highway 65mph fahren? Dort wird man, bildlich gesehen, geteert und gefedert wenn der stehende Schulbus überholt wird. Und das im selbsternannten freiesten Staat der Welt.

Und dort werden Wohnblöcke ummauert als wenn der dritte Weltkrieg ausbricht etcpp. und das übliche positive US-Gedöns.

Das ist Freiheit die wir lieben... icon_evil.gif

Horst_S
14.06.2010
17:10

Nein, da legen Sie mir etwas in den Mund, das so nicht stimmt. Auch die Geschichte mit den USA verzerrt die Wahrnehmung.



Wenn Sie in USA den Schulbus überholen, können sie in den Knast kommen. Aber nicht, wenn sie nachts an der Schule vorbei fahren. Beim Schulbus geht es um die direkte Gefahr. Wir Deutschen verknacken ohne Grund nachts. Weil das Gesetz es so sagt.



Auch die Sache mit dem Rasen durch Ortschaften ist nicht das, was ich will. Völliger Blödsinn. Das Entfernen der Schilder geht nämlich auch mit ein paar Randbedingungen einher. Wer bei fehlenden Schildern blöd parkt, kann abegschleppt werden, wenn er den Verkehr (auch den zweibeinigen) behindert. So kann sich jeder selbst überlegen, ob er abgeschleppt wird, oder eben nicht. 30km/h vor der Schule kann schon zu viel sein. Überall vor der Schule (zumindest in Bayern) stehen die fleißigen Polizisten. Aber man hat sie sprichwörtlich kastriert. Wenn da ein Raser mit 45 vorbeibrettert können die den nicht kassieren, weil nur eine amtlich geeichte Messung alles schwaz auf weiß nachweisen kann. Glauben wir unserer Polizei nicht mehr?



Diese Deutsche Regulierungswut ist das, was mir nicht gefällt. Und bis man dann jeden Einzelfall zu Ende reguliert hat, ist der Mensch auf der Strecke geblieben und wir wundern uns um Hunderttausende an Verordnungen (s. Aussetzung der Lärmschutzverordnung von heute).



Freiheit bedeutet nicht, alles machen zu können und zu dürfen, wie es einem gefällt. Freiheit bedeutet Verantwortung. Aber die geben wir ja gerne mit dem Steuerbescheid am Finanzamt ab.



Der Staat wirds schon richten. Der Staat ist für alles da. Die Obrigkeit denkt für uns. In der Kurve bei Regen und 60km/h Schild rausgeflogen. Da verklage ich doch gleich mal den Staat.



Gruß

Horst Lüning

Anonymous
14.06.2010
19:04

............

Don Jorge
14.06.2010
20:50

"Horst_S"


Nein, genau das ist es, was ich Linken vorwerfe. Das System von denen steht über dem Individuum. Es zählt nicht der Mensch.




Richtig, der Liberalismus ist ja auch gerade für seine ausgesprochene Menschlichkeit (insbesondere gegenüber Schwachen, die eben nicht auf dem Markt bestehen können) bekannt, das bezeugen empirische Beobachtungen aus Vergangenheit und Gegenwart. icon_lol.gif



"Horst_S"


Meine Waffe ist das Wort, das das Internet glücklicherweise immer besser transportiert und vervielfältigt.





Waffeneinsatz kann auch unerechtfertig sein, zumal wenn man in der Wahl der Waffen dazu neigt, sich regelmäßig im Kaliber zu vertun und so meist zur großen Keule greift.



"Horst_S"


Ich betrachte mich nicht als Jammerer, sondern in dieser Beziehung als Warner, der in eine nicht mehr ganz so leere Wüste ruft.




Womöglich ist die Wüste so leer, weil die Warnungen nichts taugen? Im Zweifelsfalle empfehle ich Boethius: "Hättest Du geschwiegen, wärest Du Philosoph geblieben!"

Anonymous
14.06.2010
22:16

"Don Jorge"




Richtig, der Liberalismus ist ja auch gerade für seine ausgesprochene Menschlichkeit (insbesondere gegenüber Schwachen, die eben nicht auf dem Markt bestehen können) bekannt, das bezeugen empirische Beobachtungen aus Vergangenheit und Gegenwart. icon_lol.gif





Waffeneinsatz kann auch unerechtfertig sein, zumal wenn man in der Wahl der Waffen dazu neigt, sich regelmäßig im Kaliber zu vertun und so meist zur großen Keule greift.





Womöglich ist die Wüste so leer, weil die Warnungen nichts taugen? Im Zweifelsfalle empfehle ich Boethius: "Hättest Du geschwiegen, wärest Du Philosoph geblieben!"




Da sitz ich hier, lese Deine Sätze und denk bei mir :

Verdammt, da hättest du dich jetzt locker ne halbe Stunde bemühen müssen, um das ähnlich gut formuliert hinzukriegen...

Zum Glück kann ich es mir einfach machen und brauch nur zu sagen : Danke, daß Du meine Gedankengänge so schön aufgeschrieben hast ! icon_biggrin.gif

Horst_S
15.06.2010
10:10

"Glencat"
Bitte jetzt nicht vom faulen Staatsdiener und Autofahrerabzocker plötzlich zum fleißigen Polizisten wechseln, das glaubt Ihnen nach dem vorausgegangenen Geschreibsel niemand mehr!


Sie legen mir wieder mehr in den Mund, als ich gesagt habe. Sie haben da auch so einen Reflex alles, was man an den Staatsdiener kritisiert, auch gleich in den falschen Hals zu bekommen.



Nicht der Polizist zockt ab icon_exclaim.gif Entweder braucht die öffentliche Hand Geld und beauftragt ein Privatunternehmen zur Abzocke oder die Polizei (die Exekutive) wird angewiesen, diese Abzocke zu betreiben. Und da die Privatunternehmen den Kommunen mehr einbringen, wird hier optimiert. Es geht also nicht mehr um die Sicherheit an sich, sondern um die Wirtschaftlichkeit der Verkehrskontrolle. Und am Ende betreibt man das dann so, dass mit dem Blitzen nach Mitternacht die Nachtzuschläge bezahlt werden können UND für die öffentliche Hand noch satt was übrig bleibt.



Die Gesetze macht nicht die Polizei. Sie muss sie nur ausführen. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu unserer Polizei und vertraue ihr ziemlich blind. Mir ist noch nie ein übler Polizist/in untergekommen. Staatsdiener sind aus meiner Sicht nicht faul (obwohl es auch solche gibt - genauso wie in der Wirtschaft), sondern vor allem falsch eingesetzt. Der Fisch stinkt immer vom Kopf. Das System ist nur so angelegt, dass sich die Staatsdiener nicht nach oben wehren können. Der demokratische Regelkreis über den Wähler greift nicht. Also ergibt sich der Staatsdiener in seinen Kadavergehorsam dem Dienstherren gegenüber und der Bürger bleibt auf der Strecke.



"Glencat"
Übrigens mit der Daumen mal Pi Messung, da wünsch ich Ihnen viel Spaß in Österreich - hoffentlich werden Sie dann nicht im Häfen vergessen, wie schon passiert, weil es keiner mehr kontrolliert hat!


Ja, unsere österreichischen Freunde sind da etwas anders. Aber auch darauf kann man sich einstellen. Meist haben sie aber eine Laserpistole (zum messen icon_wink.gif ) dabei. Krasser ist die Schweiz, die schätzen wirklich die angepasste Geschwindigkeit. Kommt man aber auch mit klar.



"Glencat"
Übrigens manchmal ist es auch besser wenn man den Polizisten nicht alles glaubt, das sind auch nur Menschen und deshalb fehlbar!


Auch das ist richtig. Doch ich bin im einem Land aufgewachsen, da wurde der Polizist von gewissen, von mir nicht geliebten Kreisen, kriminalisiert. Eine Verwandte wurde ideologisch so geprägt, dass sie sich immer schlecht fühlte, wenn sie an einem Polizei-Revier vorbei kam. Jetzt wohnt sie in der Nähe von einem und ist um die Polizisten mittlerweile dankbar, da sie auf ihre Kinder acht geben. Wie sich die Wahrnehmung mit dem Alter verändert ...



Auch hier geht es wieder um die Weitsicht und Voraussicht. Nicht der Polizist ist der Buhmann, der die Demonstranten masakriert. Meist sind es politische Spielchen, die die Polizisten zwischen die Fronten treiben. Die können so in der öffentlichen Meinung nur verlieren.



Gruß

Horst Lüning

TorstenK
17.06.2010
11:03

Ist es nicht so, dass jeder jede Freiheiten genießen kann, solange sie nicht die Freiheiten anderer einschränken? Da wir immer mehr und individueller werden, werden auch die Einschränkungen immer mehr. Ich finde das in Ordnung, kann damit leben. Wer nicht, der stellt sich über andere... Meine Meinung!

TorstenK
17.06.2010
13:06

"Glencat"
...Wenn jeder rücksichtsvoll mit seinem Nachbarn und Gegenüber umgehen würde wären auch nicht soviele Rechtsregelungen nötig!




Gutes Beispiel der Straßenverkehr, hier würde bei o. g. Meinung eigentlich nur der §1 StVO reichen...

matze
17.06.2010
14:01

Sowas hat natürlich seine Grenzen.

Ansonsten könnte jeder Steuerzahler selbst entscheiden, wieviel er an Arbeitslose überweisen will.

Kann er dies nicht, wird seine Freiheit eingeschränkt; damit will ich nicht sagen, dass unser Solidarsystem mit festgeschriebenen Beiträgen von Steuerzahlen nicht gut ist, aber da muss niemand von Freiheit faseln. icon_wink.gif

Horst_S
17.06.2010
17:52

Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen freiwilligem Geben und Genommen bekommen. Wohlfahrt aus freiwilligem Geben ist aus meiner Sicht viel mehr wert als Geld per Zwang abgenommen bekommen.



Hier ist mal ein toller Ansatz von Bill & Melinda Gates und Warren Buffett.



Die sprechen über 600 Milliarden Spendenaufkommen icon_exclaim.gif



Das finde ich jetzt mal richtig gut.



Gruß

Horst Lüning

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