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Presseinformation Nr. 14/2010
Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung des BSI
Bonn, den 16. November 2010

Neue Studie unterstreicht positive Auswirkungen eines moderaten Alkoholkonsums auf die Gesundheit bei älteren Menschen - abstinent lebende Menschen und starke Trinker zeigten ein signifikant höheres Sterberisiko.

Eine neue Studie der University of Texas at Austin (1) bestätigt bisherige Studienergebnisse, wonach ein moderater Alkoholkonsum (1 bis 2 Drinks pro Tag) bei älteren Menschen (55 bis 65 Jahre) einen positiven Effekt auf die Lebenserwartung hat.

(1) Holahan et al.: Late-Life Alcohol Consumption and 20-Year Mortality,
Alcohol Clinical and Experimental Research, Vol 34, No 11, 2010: PP 1961-1971.

 

Erstmalig hat ein Forscherteam über 20 Jahre bei 1.824 älteren Menschen ausführliche Daten zum Alkoholkonsum und zu einer Vielzahl von Einflussfaktoren erfasst und diese zum Sterblichkeitsrisiko in Beziehung gesetzt. Das Sterberisiko war bei Abstinenzlern und starken Trinkern um 51 % bzw. 45 % höher als bei den moderaten Trinkern, auch wenn die Effekte von Fremdfaktoren wie frühere Alkoholprobleme, Vorerkrankungen, soziodemografische und soziale Merkmale sowie Geschlecht und Alter herausgerechnet wurden. Diesen signifikanten positiven Effekt eines moderaten Konsums - unabhängig von dritten Einflussfaktoren - führen die Forscher auf die Reduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück.

Ähnliche Ergebnisse hatten zuvor schon zahlreiche andere Studien aufgezeigt, allerdings konnte vor der aktuell veröffentlichten Studie keine die Vermutung widerlegen, dass zum großen Teil Fremdfaktoren, die mit einem abstinenten Lebensstil zusammenhängen, für eine Überschätzung der positiven Effekte des moderaten Alkoholkonsums verantwortlich sind. Abstinent lebende Menschen sind mit größerer Wahrscheinlichkeit ehemalige Alkoholiker und daher mit einer ganzen Reihe von gesundheitlichen Risiken und Vorerkrankungen belastet. Auch unterscheiden sich abstinent lebende Erwachsene von moderaten Trinkern u. a. in Bezug auf soziale Strukturen, sozioökonomischen Status, körperliche Aktivitäten, die Anzahl von nahen Freunden und die Qualität der Unterstützung durch diese. All dies sind wiederum Faktoren, die die Lebenserwartung signifikant beeinflussen. Daher war es die Zielsetzung des Forscherteams um Charles Holahan, diese Fremdfaktoren in einer 20-jährigen Studie erstmals detailliert zu erfassen, um deren Einfluss auf die Lebenserwartung zu kontrollieren. Und tatsächlich waren die positiven Effekte des moderaten Konsums auf die Sterblichkeit unabhängig von den sonstigen Einflussfaktoren nachweisbar. Allerdings gilt der positive Einfluss nur bei moderatem Alkoholkonsum. Bei starken Trinkern lag das Sterblichkeitsrisiko 45 % über dem der moderaten Trinker.

"Unser Slogan 'Maßvoll genießen!' hat angesichts der neuen Studienergebnisse aus den USA nichts an Aktualität verloren - er gibt kurz und knapp die Bedingungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit alkoholhaltigen Getränken in unserer Gesellschaft wieder. Dabei stellt ein abstinenter Lebensstil eine Möglichkeit dar, gesund zu leben. Laut der aktuellen wissenschaftlichen Ergebnisse ist ein moderater Konsum alkoholhaltiger Getränke in Verbindung mit dem Verzicht in bestimmten Situationen vor allem bei älteren Menschen auch eine gute Basis für einen gesunden Lebensstil", kommentiert BSI-Geschäftsführerin
Angelika Wiesgen-Pick die neue Studie.

www.massvoll-geniessen.de


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  • 2 Kommentare
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Thomas Klüh
23.11.2010
07:48
Maßvoll genießen

Das ist ja echt interessant! Vielleicht liegt es daran, dass man sich beim Genießen entspannt und einmal am Tag entspannen ist natürlich gesundheitsfördernd.
Gruß
Thomas

Horst_S
23.11.2010
09:49
Bio-Chemie

Es gibt sicherlich jede Menge Effekte, die unser Leben beeinflussen. Das Wohlfühlen und Entspannen gehört sicherlich dazu. Es gibt aber auch einen ganz einfachen biochemischen Zusammenhang zwischen Cholesterinablagerungen in den Adern und der Putzwirkung des Alkohols. Die Kunst ist es, eben nicht zu viel Alkohol zu trinken. Und da Alkohol auch Sucht erzeugen kann, geht das für einige Menschen heftig daneben. Es bleibt schwierig, ein Genussmittel deshalb rational, statistisch und lebensverlängernd zu betrachten.

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