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evo
21.05.2012
13:42
Ist schon interessant:

Bei der Verkostung von Iren und Schotten kann ich mich blind auf Ihr Unrteil verlassen, da wurde ich noch nie enttäuscht.

Bei den Amerikanern klappt das überhaupt nicht. Habe mit vor kurzem aus USA einen Knob Creek mitgebracht, den Sie ja eigentlich als sehr gut eingeschätzt haben, und - das widerliche Klebstoffaroma im Abgang hat mich dazu bewogen, die Flasche einem Freund zum Mixen mit Cola (light, wegen der Kalorien, hihi) zu schenken.
Letztes Wochenende haben wir dann, um sicher zu gehen, eine "American Whiskey Verkostung" in einer Bar hier in Rhein-Main absolviert und mussten feststellen dass auch die meisten anderen Amis (inclusive einigen richtig teuren, und incl. dem Willett) hinsichtlich Aromen-Breite und Abgang bei weitem nicht an einen mittelmäßigen Single Malt heran reichen. Die meisten schmecken (Gottseidank nur ganz kurz, denn einen richtigen Abgang haben die wenigsten...) für mich nach Lackfarbe, Klebstoff, halt nach frischen Fässern mit all dem Harz was man nicht braucht.

Nur gut dass die Geschmäcker verschieden sind und es noch genug Liebhaber des US-Whiskeys gibt. Ansonsten würde der Single Malt knapp ...

Horst_S
21.05.2012
13:53
Harz ...

... ist bestimmt in keinem Bourbon drinnen, da Eichenholz im Gegensatz zu Nadelholz kein Harz hat. Die nicht mit Harz verstopften Poren in der Eiche sind der Grund, warum man in Eichenholz lagert.

evo
21.05.2012
17:40
Woher ...

... kommt dann bei vielen (den meisten) Bourbons die gräusliche Klebstoffnote ? Der Leiter des Bourbon-Seminars sprach von einem Einfluss der Lagerung in frischen Fässern, im Gegensatz zu den Europäern die nur gebrauchte Fässer verwenden. Da lag die Vermutung nahe dass der Einfluss des Holzes bzw. des im Holz enthaltenen Harzes (Harz - Lack - Lösungsmittel ...) sich da bemerkbar macht. Oder was haben Sie für eine Erklärung dazu ?

Horst_S
21.05.2012
17:57
Es sind die Hefen

Sie sind in USA anders. Jeder hat da seinen eigenen Stamm/Kultur. Im Prinzip ist es eine chemische Reaktion. Ethylacetat (Essigsäure + Ethanol) riecht nach Nagellackentferner. Das ist es wohl. Im Forum wurde das diskutiert.

http://www.whisky.de/nc/tfg/forum/forum/mm_forum_pi1/beitraege//wie_kommt_der_geschmack_in_den_whisky.html#pid153858

evo
21.05.2012
18:08
Danke ...

... für die Erklärung, you illuminated my darkness :-))

Nun weiss ich wenigstens genau, warum ich künftig - bei allem deutschen Nationalpatriotismus (das für die kommenden 8-10 Jahre Lagerzeit) und entgegen den ausgeklügelten Marketingstrategien der USA-Destillen (da wird sich wohl nix ändern) - den Schotten treu bleiben werde.

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