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Neujahrsempfang des Bayerischen Einzelhandels
Mittwoch waren wir zum Neujahrsempfang des Landesverband des Bayerischen Einzelhandels e.V. mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Huber eingeladen. Als die Einladung kam, dachten wir zuerst an den Neujahrsempfang der Bayerischen Staatsregierung www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php
Da wäre dann Smoking wieder angesagt gewesen. Diesmal reichte ein dunkler Business-Anzug für den großen Saal im Luxushotel Bayerischer Hof vollkommen aus.
Wie kommt man zu einer Einladung und wer geht auf so einen Empfang? Rund 400 Gäste waren anwesen. Man konnte sie in drei Lager einteilen. Die erste Hälfte bestand aus Staatsdienern. Der Präsident des obersten bayerischen Arbeitsgerichtes genauso wie Regierungspräsidenten, -Vizepräsidenten, Umwelt- und Verbraucherschutzministerium, usw., usw. Man (zumindest ich) kann sich gar nicht vorstellen, wie viele verschiedene Staatsstellen mit dem Einzelhandel zu tun haben. Zu diesem Umfeld müssen auch die ganzen öffentlichen Entwicklungsförderungsgesellschaften (kommunal und auf Kreis- bzw. Landesebene) mit ihren Beratern für den Einzelhandel gezählt werden. Dazu noch eine Menge Wirtschaftsprofessoren, Mitglieder des Landtags jeder Couleur und ebensolche a.D.
Ein Drittel der Anwesenden setzt sich aus Vertretern von Verbänden - also Organisationen der Privatwirtschaft - zusammen. Dazu zähle ich auch diese Zwangsmitgliedschaften wie Industrie- und Handelskammern, Berufsgenossenschaften, usw. Was es da nicht alles gibt. Zu diesen Verbänden stoßen dann natürlich noch die Banken, Sparkassen, Energieversorger, Fondgesellschaften, usw., die diesen Abend sponsern 'durften'. Dazu kamen noch Vertreter der Gewerkschaften, internationaler Verbände und der Exekutive (Polizei).
Der kleinste Anteil an Vertretern stammte nach meiner Einschätzung aus dem wirklichen Einzelhandel. Da waren natürlich die Großen wie Kaufhof, Aldi und Lidl, aber auch die Kleineren, die auch nur regionale Bedeutung haben. Wer kenn am Starnberger See schon den Einzelhandelsplatzhirsch aus Würzburg?
Wir fanden uns ein wenig fehl am Platze, da wir ja nicht zum klassischen Einzelhandel sondern mehr zum Versandhandel gehören, der in Konkurrenz zum stationären Einzelhandel steht. Aber meine Frau war in dieser Hinsicht nicht alleine. Auch die Eigentümerin und Geschäftsführerin des Erwin Müller-Versandhauses in Buttenwiesen war gekommen.
Wie kamen wir nun zu der Einladung? Durch den Young Business Award des Bundesverbandes des Versandhandels wurde man auf uns aufmerksam und lud uns ein. So einfach war das.
Worum ging es? Man kann es mit einem Wort beschreiben: Lobbyarbeit!
Muss man diese Lobbyarbeit positiv oder negativ sehen? Ich bin da nicht festgelegt. Sicherlich macht es Sinn, wenn sich alle am Handel beteiligten Stellen regelmäßig treffen und Probleme besprechen, sich gegenseitig austauschen und aus dem Weg räumen. Stillstand ist Rückschritt, wie es so schön heißt.
Herr Minister Huber stand aber wegen zwei Punkten auch im Feuer und musste auf Fragen Rede und Antwort stehen. Zum einen ging es um die Deregulierung der Ladenöffnungszeiten, die in Bayern vorerst gestoppt wurde. Der Verband hätte in seiner Mehrheit durchaus die Öffnung positiv gesehen. Es gab aber auch im Verband Gegenstimmen.
Der zweite Punkt war die Genehmigung einiger umstrittener Factory Outlet Center (FOCs). Hier machte Herr Minister Huber klar, dass er der 'wirtschaftlichen Entwicklung der urbanen Räume' (=Städte) mehr Bedeutung zumessen will. Es sollen nicht nur Kunst und Museen unsere Städte beleben - auch die Wirtschaft soll im urbanen Raum brummen und besonders gefördert werden. Dass ein FOC im Grenzgebiet zu Österreich genehmigt wurde lag nur daran, dass Salzburg dermaßen im Einzelhandel aufgerüstet hat, dass man mit diesem FOC wenigstens ein paar Arbeitsplätze in dieser Region halten möchte, da bereits heute alle mit Ihren Euros über die offene Grenze nach Salzburg zum Einkaufen fahren.
Salzburg hat also genau das gemacht, was Bayern erst will. Die Stadt gefördert. Waren wir zu langsam? Mussten wir deshalb das FOC genehmigen? Oder ist es nicht einfach so, dass die ländlichen Gebiete im Einzelhandel - auch aus staatlicher Sicht - hinten runter gefallen sind?
Kann ich diese restriktive und schutzschirmartige Politik gutheißen? Bayern beschützt und fördert hier einseitig die Entwicklung in den Städten. Was ist mit uns auf dem Land? Wer hier Kleidung kaufen will, findet fast nichts mehr (bis auf eine Grundversorgung) und muss nach München. Und was ist mit dem Versandhandel? Wenn man Einzelhändler gezielt fördert, schadet man dann nicht den Versendern wie uns?
Der Abend klang mit einem großen Buffet aus. Der Bayerische Hof hatte groß aufgefahren und uns vortrefflich versorgt.
Hat es uns etwas gebracht? Die Antwort ist ein klares Ja! Zwar haben wir mit den ganzen Lobbyisten keine bleibenden Verbindungen geknüpft, doch allein die Atmosphäre und das Wahrnehmen der Probleme einer benachbarten Branche hat unseren Horizont deutlich erweitert.
Zu diesem Thema schreibe ich bestimmt noch eine Fortsetzung.
Highland Park 30J und Balvenie 17J New Wood
Vorgestern Abend begann der (aus meiner Sicht) hochinteressante Dreiteiler über unsere alternde Gesellschaft im ZDF. Dazu habe ich mir zwei ältere Single Malts zur Verkostung herausgesucht.
Um die Parallelen zum TV auszubauen: Der eine war ein reicher Alter, dem es an nichts fehlt; der zweite war ein armer Alter, der schon früh in seinem Alter Probleme bekommen hat.
Der Highland Park 30 Jahre
www.whisky24.de/tws/product_info.php
Die Geschmacksbeschreibung bei unserem Artikel im Shop stimmt soweit. Die Muskatnuss konnte ich persönlich im Aroma nicht wieder finden. Eine Kokosnote stellte ich stattdessen fest. Der Eindruck der dunklen Schokolade war für mich untergeordnet.
Im Geschmack fand ich die Orange nicht so deutlich heraus. Es war für mich eher ein trockenes (zitrusfruchtiges) frisches Prickeln.
Der Abgang ist lang und findet erstaunlich weit vorne auf der Zunge statt. Das war für mich ungewöhnlich. Die meisten Malts klingen bei mir verstärkt im hinteren Mundraum aus. Neben der Süße habe ich im Abgang noch eine Öligkeit festgestellt. Der Torfrauch des Aromas verblasst im langen Abgang schneller als der Geschmackseindruck.
Alles in Allem ist er ein Spitzenmalt, dem ich heute einen goldenen Stern vergeben habe.
Balvenie 17 Jahre New Wood
Was bin ich froh, dass meine Frau diesen Single Malt nicht ins Programm aufgenommen hat. Er ist für seine 17 Jahre sehr teuer (so um die 90 EUR).
Das Besondere an dieser Flasche ist die Nachreifung in frischen, amerikanischen Weiß-Eichenfässern. Und diese Eichenfässer dominieren den ganzen Malt. Ich liebe Balvenie und lasse nichts auf die regulären Flaschen und die Port Wood Reifungen kommen. Aber dieses Ergebnis war (für mich persönlich) unmöglich.
Die frische Eiche schlägt den Malt einfach tot. Er schmeckt scharf nach Tanninen und Lösungsmitteln. Und sonst ist da gar nichts für mich drin. Sehr eindimensional. Alte Eiche fällt meist etwas bitter aus, womit ich gut zurecht komme. Aber diese junge Eiche (es sollen nur 4 Monate Nachreichfung in diesen frischen Eichenfässern gewesen sein) macht mich ganz fertig
Mich wundert auch nicht, dass Balvenie diesen Malt im Gegensatz zu den Rum Wood-, Roasted Malt- und den Single Barrel-Flaschen nur mit 40% statt 47,x% abgefüllt hat. Die intensiven Tannine des frischen Holzes sind so scharf und dominierend, dass man für die Kraft des Malts über einen höheren Alkoholgehalt nun gar nichts mehr tun muss.
Es sollen 79 Fässer (also über 10.000 Flaschen) von diesem Malt abgefüllt worden sein. Sie werden (aus meiner persönlichen Sicht) sehr lange in den Regalen stehen.
Kaufen Sie stattdessen einen Balvenie 21 Jahre Port Wood:
www.whisky24.de/tws/product_info.php.
Hier bekommen Sie alles, was das Balvenie Herz höher schlagen lässt.
Nochmal SPAM
Letztlich habe ich eine Statistik in einer Computerzeitung gelesen. Danach seien 90% aller E-Mails in Deutschland SPAM. Wenn man The Whisky Store ansieht, dann kommt das auch ungefähr hin. Auf meinem privaten Account war das bis vor Weihnachten nicht so. Aber seit ein paar Wochen sind auch dort 9 von 10 E-Mails SPAM.
Was macht nun einer dieser 8 großen E-Mail-Provider, über die ich im vergangenen Beitrag gesprochen hatte? Schließlich kann oder darf er nicht entscheiden, was SPAM ist und was nicht. Vielleicht wollen Sie ja Viagra über das Internet kaufen, Pornoseiten aufrufen oder im Online-Casino spielen?
Also stellt der Provider alle E-Mails in Ihr Postfach und gibt Ihnen dann noch ein Tool in die Hand, damit Sie selbst die vermeintlichen SPAMs filtern können.
Computersysteme sind relativ billig. Aber nur 10% eines Computers produktiv nutzen zu können, verteuert die Sache dann schon. Und um die 90% zu filtern, müssen Sie noch einmal eine Menge Rechenkapazität und Zeit aufwenden. Das kostet wieder Rechenkapazität und damit Geld. Für Ihre E-Mails muss der Provider grob geschätzt 20mal soviel ausgeben, wie er eigentlich müsste.
Was können die Provider tun? Die E-Mail-Adressen oder Domains der SPAM-Versender blockieren? Das funktioniert leider nicht, da sich der Absender der E-Mail beliebig fälschen lässt. Man würde Unschuldige treffen.
Die E-Mail enthält aber die IP-Adresse des versendenden Computers. Und die ist nicht so einfach zu fälschen. Man kann also die von SPAMmern missbrauchten Computer vom Empfang ausschließen. Das klingt ungerecht, da ja auch die unbedarften Nutzer ausgeschlossen werden, deren Provider von SPAMmern heimgesucht wurden. Doch wer als Provider seinen E-Mail-Server nicht ausreichend schützt, kommt auf eine schwarze Liste, die jeden Monat erneuert wird.
Alles klar
Leider nicht ...
Jetzt kommen Computer-Viren und Trojaner ins Spiel. Kleine hässliche Programme, die sich auf ihrem Computer einnisten, wenn sie nicht vorsichtig genug im Interent sind. Ein Trojaner ist – wie der Name schon sagt – ein Trojanisches Pferd, mit dem sich ein SPAMmer Zugang auf ihren Computer verschafft. Es wird Malware nachgeladen, mit dem man Ihren Rechner fernsteuern kann. Wann immer Sie ins Internet gehen meldet sich dieser Trojaner bei seinem SPAM-Boss und verlangt nach Arbeit.
Hier ist ein aktuelles, schönes Beispiel. Auch ich hatte diese Rechnung erhalten. Bitte beachten Sie in dem Link die anschließende Diskussion in den Kommentaren!
www.zdnet.de/security/news/0,39029460,39150764,00.htm
Der SPAM-Boss schickt Ihrem Computer dann E-Mail-Adressen und dieser verschickt fleißig durch Sie unbemerkt SPAMs in alle Welt. Wenn Sie keine Verbindungs-Flatrate haben sondern fürs übertragene Volumen bezahlen, dann ist das nicht nur lästig sondern auch teuer.
Was für eine IP-Adresse tragen diese E-Mails als Absender? Sie tragen eine IP-Adresse Ihres Providers, der ja eigentlich alles tut, damit sein E-Mail-Server sauber bleibt. Was kann der Provider tun? Er begrenzt die Anzahl an E-Mails auf z.B. 500, die Sie auf einmal losschicken dürfen. Somit ist zumindest eine kleine Grenze gegeben. Aber was hindert Ihren Trojaner, seine Emails in kleineren Scheibchen zu versenden?
Gibt es eine Lösung? Schließlich verteuern diese SPAMs den Postversand über das Internet um den geschätzten Faktor 20 ![]()
Sicherlich stehen etliche Gesetze zum Postgeheimnis, Freiheit des Einzelnen und die Menschenrechte dagegen. Somit bleibt mein Ansatz einfach nur ein Gedankenspiel.
Was haben wir zur Bekämpfung der SPAM-Flut gemacht? Wir haben die Abwehr nach vorne, weiter in Richtung Verursacher verlegt, um unsere Systeme zu entlasten. Statt die SPAM-Behandlung auf den eigenen Rechnern durchzuführen, lassen wir den Job andere machen. Das hat ziemlich gut funktioniert.
Und was sollte unser Provider tun? Er sollte jede IP-Adresse bzw. den User-E-Mail-Account, die/der beim Versand von SPAMs erwischt wird, für eine gewisse Zeitspanne (1 Std. bis 1 Tag) sperren. Das würde dazu führen, dass die mit Trojanern befallenen PCs (nicht nur von Privatpersonen) ein Problem mit dem Internet bekämen und sie sich um die Lösung ihres höchsteigenen Verseuchungs-Problems kümmern müssten. Das funktioniert natürlich nur, wenn die acht großen, deutschen Provider alle gleichzeitig an diesem Strang zögen.
Notorisch neugierige Menschen, die sich bevorzugt Trojaner einfangen, würden spätestens nach der dritten Neuinstallation ihres eigenen PCs vorsichtiger werden.
Sicherlich habe ich eine Menge in diesem Umfeld vergessen zu erwähnen und auch mein Bild von der ganzen Situation ist vermutlich nicht vollständig. Doch es muss etwas geschehen. Und zwar ganz weit oben in der Verursacher Hierarchie. Es kann und darf nicht sein, dass wir alle 20 mal soviel Geld für E-Mails ausgeben, wie wir es jetzt tun.
Die Politik hat schon reagiert und hat 2006 ein Gesetz gegen SPAM in Deutschland erlassen
.
Ihre E-Mail-Adresse
Was haben Sie für eine E-Mail-Adresse? In der Firma oder Privat, beim Internet-Provider oder einem Free-Provider?
Wir wissen, was Sie im Schnitt für E-Mail-Adressen haben. Wir haben das in unserer Datenbank anonymisiert ausgezählt. Ein großer Teil von Ihnen hat Adressen bei den großen Internet Providern:
AOL, Arcor, 1&1, Telekom (in alphabetischer Reihenfolge)
Aber auch die freien Provider haben regen Zuspruch. Sehr viele von Ihnen haben Adressen bei: Freenet (mobilcom), Gmx (1&1), Google, Hotmail (Microsoft), web.de (1&1), Yahoo
Rund zwei Drittel von Ihnen haben E-Mail-Adressen bei diesen 8 Unternehmen.
Doch auch die restlichen 33% von Ihnen haben zu einem guten Teil E-Mail-Adressen bei diesen 8 Providern, wenn Ihre Arbeitgeber oder Sie selbst ihre Internet-Präsenzen bei ihnen hosten. Vermutlich teilen sich diese 8 Unternehmen 90 Prozent aller E-Mail-Adressen auf.
Warum schreibe ich Ihnen das alles, wo Sie das doch alle wissen?
Vorletzter Sonntag stellte einen traurigen Rekord dar. 612 SPAMs habe ich alleine auf meinem Account bekommen! Mehr als 600 SPAMs ![]()
Und meine E-Mail-Adresse ist nun nicht die am stärksten im Feuer liegende in unserer Firma.
Vor rund einem Jahr (www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php) habe ich hier bereits das erste Mal über SPAM gesprochen. Damals lag ich bei 60 SPAMs am Tag. Das entspricht einer Verzehnfachung des SPAM-Aufkommens in einem Kalenderjahr. So würde The Whisky Store auch gerne wachsen ![]()
Der Großteil des SPAM-Wachstums fand in den letzten Wochen vor Weihnachten statt. Deshalb haben wir die Behandlung von SPAM im The Whisky Store zum Jahreswechsel umgestellt. Wir filtern viel stärker bereits auf dem E-Mail-Server im Internet, um unsere Systeme und Leitungen zu entlasten. Früher filterten wir dagegen mit minimalen Einstellungen und sortierten die verbliebenen E-Mails im Hause nach.
Anfangs waren die 'False Hits' - also die fälschlich als SPAMs erkannten guten E-Mails relativ zahlreich. Heute erhalten wir im The Whisky Store pro Tag nicht einmal mehr einen False Hit. Man kann diese Systeme ganz gut trainieren.
Gibt es hier etwas für Sie zu lernen
Ich glaube schon. The Whisky Store verhält sich nicht viel anders als andere Unternehmen im Internet und wozu wir uns entscheiden, werden viele andere auch machen - allerdings ohne Sie davon in Kenntnis zu setzen.
Die meisten False Hits erhalten wir unter den Adressen der freien Provider. Und wenn man täglich mehr als 1.000 SPAMs durchsieht, dann geht dabei schon einmal eine verloren. Nobody is perfect. Der Versand von E-Mails wird also unsicherer.
Woran liegt es nun, dass die freien Provider mehr False Hits zeigen, als die anderen Adressen? Web.de wird z.B. sehr stark von den Spammern in unserem Forum als Anmeldeadresse missbraucht. Anscheinend ist die Anmeldeprozedur bei Web.de genauso löcherig, wie bei uns im Forum. Wer einmal mit eBay eine Nachricht verschickt hat, wird sich über die schwer zu lesenden Prüfzahlen gewundert haben. Sie dienen der Begrenzung des SPAM-Missbrauchs.
Web.de ist letztlich mit einem Fachzeitungs-Rating als sicherster Provider in die Fernsehwerbung gegangen. Das zeigte mir, dass man bei web.de vermutlich doch ein Problem mit SPAMmern hat (oder hatte), dem man mit dieser Werbung gegenübertreten wollte.
Warum gibt es bei uns weniger False Hits bei den zu bezahlenden, großen Providern? Ich darauf habe ich noch keine Antwort gefunden. Ich habe aber gehört, dass man hier Whitelists der gut gesicherten E-Mail-Hosts austauscht und auch beim Austausch von Blacklists kooperiert. Wenn hinter diesen freien Providern aber die gleichen Unternehmen mit der gleichen Strategie und Software stehen, warum gibt es Unterschiede? Könnte es an den Nutzern der freien Provider liegen? Oder wie man mit diesen Providern als Nutzer umgeht?
Egal warum: Mein ganz persönlicher Rat ist: Vermeiden Sie die freien E-Mail-Accounts und legen Sie sich andere E-Mail-Accounts an. Meist hat man diese mit seinen Provider-Gebühren eh schon bezahlt und auch diese Provider bieten gute Web-Interfaces an, so dass man von unterwegs ebenfalls auf seine E-Mails kommt. Melden Sie bei Ihrem Handy-Provider oder Ihrem DSL-Provider eine eigenen Domain an und führen Sie dort Ihren persönlichen E-Mail-Account.
Sie sind damit zwar nicht zu 100-Prozent sicher, nicht doch von den zahlreichen SPAM-Filtern erwischt zu werden, aber die Wahrscheinlichkeit sinkt (in meiner persönlichen Meinung).
Im Internet ist alles im Fluss. Man muss ständig alles hinterfragen. Und so wird auch dieser hier beschriebene Umstand nicht von langer Dauer Bestand haben.
Basel II
Wie funktioniert ein Unternehmen wie The Whisky Store? Frau Lüning hat eine tolle Idee. Sie geht aufs Amt und meldet ihre Firma an, stellt Leute ein und verkauft ihre Produkte. Jeder ist zufrieden. Arbeitsplätze, Steuern, Sozialabgaben und Unternehmergewinn sprudeln.
Nicht ganz ...
Fast keine Neugründung funktioniert ohne Kapital. Und wer einmal eine Firmenneugründung miterlebt hat weiß, dass die Finanzierung der schwierigste Teil ist. Niemand leiht einem beliebigen Gründer Geld nur auf Grund einer guten Idee. Es könnte ja eine Schnapsidee sein
Seit Anfang des Jahres ist es noch einmal schwieriger geworden. Die neue Hürde heißt Basel II.
Das Schlagwort Basel II steht für das neue Gesetz zur Umsetzung der Banken- und Kapitaladäquanzrichtlinie in deutsches Recht. (www.bundesbank.de/bankenaufsicht/bankenaufsicht_basel.php)
Der Begriff Basel II erhielt seinen Namen vom Baseler Ausschuss für die Bankenaufsicht. Konnte man früher 'seinen' Banker noch mit einem guten Businessplan und gutem Zureden vielleicht noch zu einer Finanzierung überreden, so ist ab dem 1.1.2007 zwingend ein bankeninternes oder gar ein externes Rating des Unternehmens durchzuführen.
Kennen Sie das Ergebnis des Ratings Ihres Unternehmens?
Wir haben uns 2006 selbst auf den Prüfstein gestellt und ein Eigen-Rating anhand der veröffentlichten Checklisten der Banken durchgeführt. Ergebnis? Betriebsgeheimnis! Jetzt zum Jahresanfang haben wir unser Pre-Rating bei unserer Bank erfragt. Wir liegen etwa gleichauf. Die Bank sieht uns jedoch besser, als wir uns selbst bewertet haben. So schlimm, wie Basel II in der Presse behandelt wird, scheint es nicht zu kommen.
Was ist nun das Besondere am Rating? Anhand einer mehr oder weniger detaillierten Checkliste wird ein Unternehmen abgeklopft. Es geht vor Allem um Sicherheit und Bonität.
Um platten Sprüchen gerecht zu werden
: Wer kein Geld braucht, bekäme welches.
Doch so schwarz/weiß ist das Leben nicht. Wer ein Mindestmaß an Sicherheit in seinem Unternehmen eingebaut hat und eine gewisse Decke an Eigenkapital besitzt und vorzeigen kann, der bekommt auch Geld. Zu welchen Konditionen, steht auf einem anderen Blatt. Je höher die Sicherheit, um so günstiger wird das Geld, da die Bank weniger Risiko in Sachen Kreditausfall einzurechnen hat.
Liegt einmal ein Rating-Bericht der Bank vor, so kann man im Unternehmen systematisch an der Verbesserung arbeiten, indem man die Schwachstellen angeht.
Die mittleren vier der sechs Ratingstufen der Initiative Finanzstandort Deutschland IFD reichen von Kreditausfallrisiken 0,3% bis 8%. Entsprechend steigen auch die Zinssätze für die verbundenen Kredite.
www.arbeitskreis-wirtschaft.de/impressionen/Basel_2_AK_Praesentation_20061116.pdf
Was hat das jetzt für einen Einfluss auf Kleinunternehmen wie The Whisky Store? Da Kleinunternehmen wegen der Abhängigkeit von wenigen Geschäftsführern bzw. Eigentümern tendenziell schlechter von Banken eingeschätzt werden, wich so mancher Kleinunternehmer in der Vergangenheit aufs Leasing zur Investitionsfinanzierung aus.
Anmerkung: Bei richtig gerechnetem Leasing kann man auf Sicherheiten neben dem eigentlichen Leasinggut verzichten. Nehmen wir z.B. ein Auto. Die Anzahlung muss den überproportionalen Wertverlust der Anfangszeit abdecken und die sich anschließenden Zahlungen müssen sich am laufenden Wertverlust orientieren. So kann der Leasinggeber sicher stellen, dass er über die gesamte Laufzeit mit dem Wert seines Leasinggutes im Plus bleibt.
Warum heute Leasing? Im Gegensatz zu einer richtigen Investition erscheinen die Leasinggüter nicht in der Bilanz und werden damit nicht beim Rating berücksichtigt. Doch auch beim heutigen Leasing gilt die Ratingrichtlinie.
Für einen vorausschauenden Unternehmer, der Finanzierung und Sicherheit im Blick behält, kann die gesamte Finanzierung auch günstiger werden, als noch im vergangenen Jahr. Denn das objektivere Rating kann im Vergleich zu früher auch zu niedrigeren Zinsen führen, als alles Risiko in sozialistischer Weise auf alle Kreditnehmer gleichmäßig verteilt wurde.
P.S.: Ein Schufa-Eintrag ist ein Killer für jedes Rating. Letztlich erfuhren wir über unseren Banker von einem planenden Ingenieur, der einen Fotokopierer leasen wollte. Und obwohl der Unternehmer prima da stand und einiges bei der Leasinggesellschaft bereits laufen hatte, wollte man ihm einen popeligen, weiteren Fotokopierer nicht mehr zugestehen.
Was war passiert? Seine spätpubertierenden Kinder - beide in den frühen Zwanzigern - hatten ihre Handyrechnungen nicht bezahlt. Und da der Vater vergessen hatte, die ehemals auf seinen Namen angemeldeten Verträge auf die Kinder umschreiben zu lassen, ging der Schufa-Eintrag für die Mahnbescheide ohne sein Wissen auf ihn. Dumm gelaufen.
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