
Herzlich willkommen! Dies ist ein Blog mit hoher Frequenz. Ich veröffentliche werktäglich mindestens einen Beitrag. Es lohnt sich wiederzukommen. Ich freue mich über jeden Kommentar.
Windfall Profit
Haben Sie dieses 'neudeutsche' Wort bereits einmal gehört? Es bedeutet einen unverhofften Gewinn. Ich habe diesen Begriff kennen gelernt, als ich noch für amerikanische Unternehmen arbeitete.
Man kämpfte in seinem Account (Bereich) um seine Quartalszahlen und schafft es gerade so mit Ach und Krach die Vorgaben zu erfüllen. Und dann auf einmal bekommt man einen Haufen Geld gut geschrieben, von dem man vorher nichts gewusst hat. Z.B. wurde ein Wechselkurs angepasst oder die Bewertungen von Halbfertigerzeugnissen geändert.
Dieser Gewinn fällt einem einfach so aus der Luft zu - daher rührt diese englische Bezeichnung.
Das ist uns nun auch passiert. Ich erhalte auf einmal eine E-Mail von einem Lieferanten (großer Medienkonzern) in dem ich gefragt werde, ob wir damit einverstanden sind, dass sie mit dem meiner Frau verliehenen Young Business Award (YBA) Werbung machen dürfen.
Selbstverständlich stimme ich zu und schicke ihnen auch noch ein schönes Foto von der Trophäe. Und was passiert? Wir bekommen eine ganzseitige Anzeige in dem Fachblatt Mail Order World Messenger. In ihr gratuliert uns der Lieferant zum Gewinn, an dem er natürlich auch seinen Anteil hat. Am Ende hat dies zu einer schönen Anzahl an Neukunden geführt.
P.S.: Es kündigt sich gerade der nächste Windfall Profit aus dem YBA an. Vermutlich werde ich wieder meinen Smoking tragen 'dürfen'.
Vertriebskosten
Wenn man den Verkaufspreis eines heutigen, modernen Produkts mit einem Produkt aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts (meiner Jugend) vergleicht, dann fallen ein paar interessante Dinge auf.
Sehen wir uns z.B. einen hochwertigen Radio-Receiver an. Was für Kosten lagen damals auf diesem Produkt und welche liegen heute darauf?
Vier grundlegende Kostenarten können wir erkennen:
Entwicklungskosten
Fertigungskosten
Kapitalkosten
Vertriebskosten
Und wie steht es um den eigentlichen Preis des Produktes? Es wurde - wie fast alle technischen Produkte - durch den technischen Fortschritt deutlich billiger. Musste man für einen Marantz Highend-Receiver in den 70ern rund 750 Euro - und damit mehr als ein monatliches Durchschnittseinkommen - aufbringen, so bezahlt man heute für einen vergleichbaren aber deutlich besseren Harman Kardon Receiver nur noch 300 bis 400 Euro. Das entspricht heute gerade noch 15% eines Durchschnittseinkommens.
Und die Kostenverteilung?
Während früher die Entwicklungs-, Fertigungs- und Kapitalkosten (Vorfinanzierung, Lager, Transport) den Großteil der Kosten ausmachten und nur ein kleiner Teil (vielleicht 10% bis 15%) der Gesamtkosten dem Vertrieb zuzurechnen waren, hat sich das Bild heute vollkommen gedreht. Durch riesige Fertigungsmengen und hohe Automatisierung sind die Entwicklungs- und Fertigungskosten massiv gesunken. Der schnelle, weltweite Transport und die Just-in-Time Produktion haben ebenfalls die Kapitalkosten reduziert.
Was bleibt übrig? Fast nur noch Vertriebskosten. Sie sind zwar absolut durch das Internet ebenfalls tendenziell gesunken, aber sie machen (ziemlich pauschalisiert) den Löwenanteil der Gesamtkosten aus.
Ich hatte es bereits vor ein paar Monaten hier mit dem Fernsehbier: www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php
Durch die massive Werbung in Presse, Funk und Fernsehen sind Fernsehbiere doppelt so teuer wie NoName-Biere. Auch die aktuellen Werbekampagnen der großen Elektromärkte, Banken, Automobil- und Bierhersteller, usw. kosten ganze Vermögen! Wer auf allen großen Fernsehsendern jeden Abend in der Vorweihnachtszeit in jeder Werbepause eine 30s Werbung geschaltet hat, der hat ruckzuck Zig-Millionen Euro ausgegeben. Das muss mit den Verkäufen der entsprechenden Produkte wieder herein geholt werden.
Am Ende des Beitrags will ich nun auch den Bogen zum Whisky schlagen. Wer die The Whisky Times vom März 2006 gelesen hat weiß, dass hochwertiger Whisky (zumindest bei uns) in den letzten 10 Jahren nicht teurer, aber auch nicht billiger geworden ist.
Während die Materialkosten (Gerste) ziemlich stabil blieben, konnte man die Herstellungskosten durch Energieeinsparungen und Automatisierung deutlich senken. Jedoch haben die Vertriebskosten in gleichem Maße zugenommen.
Wie sieht die Zukunft aus? Die Herstellungskosten lassen sich aus meiner Sicht nicht mehr weit senken, wogegen die Vertriebskosten ungebremst weiter steigen. Müssen wir uns in Zukunft auf Preissteigerungen gefasst machen?
Noch sehe ich das zukünftige Bild des Whisky-Marktes nicht ganz klar.
P.S.: Ach ja - ich habe die neuen Preise für Highland Park gesehen. Bei den älteren Jahrgängen erhöhen sich bei dieser Brennerei die Preise über den Sommer deutlich.
Ein frohes neues Jahr mit neuer Mehrwertsteuer
Ihnen allen wünsche ich ein frohes neues Jahr. Nach all dem Vorweihnachts- und Weihnachtsstress habe ich den Jahresübergang ganz locker begangen. Nach einem gemütlichen Abend und einem hervorragenden Highland Park 25 Jahre bin ich relativ früh zu Bett gegangen. Die Knallerei hat mich geweckt, aber ich konnte nach wenigen Sekunden wieder einschlafen.
Zwischen den Jahren hat ein Händler eine Menge zu tun. Die Inventur kennt jeder. Es gibt aber noch eine Menge anderer Dinge, die zwischen den Jahren bewältigt werden wollen. Das Wichtigste für uns ist dabei der Jahreswechsel in der Computersoftware. Das alte Jahr wird abgeschlossen und das neue eröffnet. Dazu braucht der Rechner ein Weilchen und es ist zwingend erforderlich, dass Niemand auf den Daten arbeitet. In diesem Umstellungsprozess werden mehrfach Datensicherungen angefertigt, damit man - im Fall der Fälle - auf alte Datenstände zurückgreifen kann.
Nach den letzten Tagen bin ich auf zwei Personen in Deutschland gar nicht mehr gut zu sprechen: Frau Merkel und Herr Müntefering. Sie haben uns die Mehrwertsteuererhöhung eingebrockt. Mir geht es mit meiner Verstimmung nicht so sehr um die Preiserhöhungen, die letzten Endes Sie als Kunden trifft. Es geht mir vielmehr um den zusätzlichen Arbeitsaufwand, den man uns bei der Jahresumstellung damit aufs Auge gedrückt hat. Egal wo die hohen Damen und Herren Ihre 'Reformen' ansetzen - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird jedes Mal auf die Unternehmer zusätzlicher Aufwand abgeladen. Vielen Dank
Während Hinz und Kunz bei dem schönen, sonnigen Wetter zum Skiurlaub fuhr und andere Spazieren gingen, konnten wir die MwSt.-Umstellung mit einem neuen Programm bewältigen. Alles lief ziemlich glatt und mit 8 Stunden Aufwand hatten wir den neuen MwSt.-Satz in der Software laufen. Auch den Internet-Shop haben wir am 1.1. ganz früh morgens auf den neuen Satz umgestellt. Vermutlich waren wir aber zu schnell und zu folgsam. Als ich gestern Abend im Internet ein paar Einkäufe auf anderen Seiten tätigte, waren weitläufig noch 16% MwSt. sichtbar.
Wie sieht es jetzt mit Ihren Bestellungen aus der Zeit 'zwischen den Jahren' aus? Mit welchem MwSt.-Satz sind diese zu versehen? Die MwSt. richtet sich nach dem Zeitpunkt der Leistungserbringung. Da wir erst im neuen Jahr die Pakete auf die Reise schicken und Sie die Ware auch erst im neuen Jahr entgegen nehmen, ist natürlich der neue MwSt.-Satz anzusetzen.
Für Sie als Endkunden ist das egal, da wir unsere Brutto-Preise konstant gehalten haben. Wir als The Whisky Store führen lediglich mehr Mehrwertsteuer aus den Bruttopreisen für Sie an den Staat ab.
Frohe Weihnachten und vielen Dank!
Auch dieses Jahr unterbreche ich meinen Whisky-Blog zu Weihnachten für einige Tage und wünsche Frohe Weihnachten, Gesundheit und möge sich Alles, was Sie sich vorgenommen haben, auch in Erfüllung gehen.
The Whisky Store und seine Belegschaft, meine Frau und ich möchten Ihnen danken. Für Ihre Treue als Kunden und für Ihre Beiträge hier im Forum. Sie alle tragen zum Erfolg dieser Webseite bei - Vielen Dank!
Mit weihnachtlichem Gruß
Horst Lüning
Mehrwertsteuer
Nun habe ich zum ersten Mal auf einer Rechnung den neuen Mehrwertsteuersatz von 19% gesehen. Wir haben einen regelmäßigen Update-Service auf eine Software und da wir im Voraus bezahlen, fällt auf den Rechnungsbetrag ein Teil 16% MwSt. und ein Teil 19% MwSt. für den Abrechnungszeitraum 2007 an.
Das ist für uns nicht weiter schlimm. Wir setzen diese höhere MwSt. im Rahmen der Vorsteueranrechnung ab. Es ist ein durchlaufender Posten.
Doch wie verbuchen wir diese 19% ![]()
Das Vorgehen ist klar. Anlegen der Konten für die Ware und die Vorsteuer. Aber welche Nummern verwenden wir für die Konten? Wir wollen es unserem Steuerberater möglichst leicht machen und gleich seine Nummernkreise für seinen Jahresabschluss verwenden.
Und hier liegt der Hund begraben. Das vermutlich größte, kaufmännische Rechenzentrum Europas wird durch die DATEV betrieben. Die DATEV eG selbst ist eine Genossenschaft der deutschen Steuerberater. Alle Steuerberater sind Genossen und verwenden somit ihre eigene Software. 2,4 Mio. Finanzbuchhaltungen werden auf diese Weise im DATEV Rechenzentrum in Nürnberg geführt.
Jetzt kommt der Hammer: Laut Aussagen unseres Steuerberaters hat die DATEV die entsprechenden Kontonummern noch nicht festgelegt.
Wie bitte? 2,4 Mio. Unternehmen und 40.000 Steuerberater wissen nicht, welche neue Kontonummern sie für die neue Mehrwertsteuer bzw. Vorsteuer verwenden wollen/sollen/müssen?
Das nenne ich Tempo.
P.S.: Es wurde hier schon öfter erwähnt. Unsere Katalog- und Internetpreise bleiben konstant. Die Mehrwertsteuererhöhung haben wir bei der Drucklegung des Katalogs bereits anteilmäßig auf die Laufzeit eingerechnet. Wie Sie sehen, kann man sich auch im Voraus Gedanken über die Steuererhöhung machen ![]()
P.P.S.: Gestern hörte ich es in den Nachrichten. Es gibt größere Änderungen an der Verwaltung des Krankheitswesens. Und das wie üblich mitten im Jahr (Juni/Juli). Es kommt also wie es kommen muss. Mitten unter dem Jahr wird es wieder ein kostenpflichtiges Update für die Lohnbuchhaltung geben. Da bin ich froh, dass wir die Lohnbuchhaltung endlich außer Haus gegeben haben.
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