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Hier bloggt der Ehemann der Chefin. Das Blog enthält neben Informationen aus dem The Whisky Store auch regelmäßige Video-Verkosten unserer Whiskys und Informationen aus der Branche. Sie sind herzlich eingeladen, diesen Blog zu kommentieren. Ich freue mich über jeden fachlichen Kommentar.

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08.12.2006
08:14

Bildungsnotstand und staatliche Zwangsarbeit

Waren Sie bei der Bundeswehr? Je nach Altersstufe besteht eine Wahrscheinlichkeit von 20 bis 50%, dass Sie dabei waren. Heute jedoch geht nur noch ein ganz kleiner Teil eines Jahrgangs zur Bundeswehr.


In unserer Verwandtschaft wurde vor einem Jahr gemustert. Die meisten Jugendlichen hatten Tauglichkeitsgrad 2 oder 3. Schon mit einer Brille oder einer herausragenden Größe ist man nicht mehr 'uneingeschränkt wehrtauglich', wie es so schön heißt.


Drückeberger (ich bin da anderer Meinung, dazu später mehr) gehen nicht zur Bundeswehr. Sie lassen sich mit etwas Geschick mit 2 mustern und waren nie wieder gesehen. Andere melden sich zum Ersatzdienst und leisten ihren ZiWi ab.


Vier aktuelle Fälle will ich Ihnen nennen, die mir dieses ganze absurde System in den beiden letzten Jahren vorgeführt haben:


1. Ein Bekannter wollte sich nach seinem Wehrdienst länger bei der Bundeswehr verpflichten. Er wurde nicht genommen, da sein Schulabschluss nicht hoch genug war. Genauso wie die Gemusterten mit Tauglichkeitsgrad 2 nicht genommen werden, wenn sie kein Abitur haben. Man sagt, dass mehr als 90% der Wehrpflichtigen in der Bundeswehr Abitur hätten. Auch wenn diese Zahl eine Ente sei und es nur 50% wären - aus meiner Sicht allemal zu viele. Früher machten die Jugendlichen ihren LKW-Führerschein beim Bund. Wer heute ohne Job oder Lehrstelle dasteht, könnte damit wenigstens LKW fahren. Heute haben die Abiturienten den LKW-Führerschein, den bis auf die Wenigsten Niemand braucht.


2. Einer unserer Mitarbeiter muss jetzt seinen Ziwi antreten. Toll! Wir brauchen die Arbeitskraft dringend. Der Zwang zur Gleichbehandlung macht keine Ausnahme. Wir konnten den Ziwi-Dienst auf den Sommer verschieben. Mehr ging aber nicht. Interessanterweise wird beim Ziwi nicht aufs Abitur geachtet. Man nimmt jeden.


3. Ein Mitarbeiter hat sich neu bei uns für eine Kurzzeitstelle beworben. Er macht gerade seinen Ziwi in einem Seniorenheim. Seine Aufgabe ist dort die Nachtbereitschaft. Er darf schlafen, muss aber ans Telefon gehen und eventuell den Notarzt rufen. Das passiert jedoch maximal einmal pro Monat. Er möchte nachher Elektrotechnik studieren. Ein schöner Entschluss. Wir haben bei uns zu wenig Ingenieure, um die Entwicklung und die Wertschöpfung im Land zu halten. Dieser Student in spe wollte gerne neben dem Ziwi-Dienst studieren. Wenn die Nacht ihn gestresst hätte, wären ein oder zwei Prüfungen erst ein Jahr später fällig gewesen. Denkste icon_exclaim.gif Der Einschreibung wurde an der so genannten 'Elite-Universität' München widersprochen, da er über den Ziwi-Dienst versichert ist.


4. Ein anderer junger Mann in unserer Nähe ist bereits im Ingenieursstudium. Nach einer 'wirklichen' Eliteschule im Ausland bekam er seinen Abschluss mit Abinote 1,1 in Bayern anerkannt. Ein echter Überflieger. Die so genannte 'Elite-Uni' München hat ihn nicht genommen, da die Fristen für die Einschreibung mit dem Ausland um 4 Wochen nicht kompatibel sind. Vorläufige Zulassungen gibt es nicht. Ade Elite. Jetzt weiß ich, warum die angeblichen 'Elite-Unis' in München nur die Plätze 82 und 98 im internationalen Vergleich der Tageszeitung Times erreicht haben. Die Uni Erlangen - auch mit gutem Ruf in Ingenieurwissenschaften - erlaubt diesem Elitestudenten kein gleichzeitiges Zweitstudium in BWL. Den armen jungen Menschen muss man vor sich selbst schützen. Er könnte ja überlastet werden icon_wink.gif. Das MIT (Massachusetts Institute of Technology) hat schon gerufen. Deutschland wird diesen jungen aufstrebenden Menschen mit ziemlicher Sicherheit verlieren. Brain Drain heißt das Stichwort.


Wenn wir schon so viel Geld für unsere Bundeswehr ausgeben, warum machen wir keine Berufsarmee daraus? Das Argument ist immer das Gleiche. Es würde viel, viel mehr Geld kosten. Generäle denken in Armeen und Bataillonen, und dass ein moderner Berufskämpfer eine Kompanie Wehrpflichtige in den Sack steckt, will man wohl nicht wahr haben. Auch kommen auf einen Waffen tragenden Soldaten (Wehrpflichtige + Berufssoldaten) wohl mehr als zwei Verwaltungsangestellte, die man ja weiter beschäftigen 'muss' und nicht einsparen darf.


Mit den hoch gebildeten Wehrpflichtigen verliert unsere Volkswirtschaft die besten jungen Mitarbeiter für 12 Monate an eine nicht produktive Sache, die die jungen Leute auch noch aus dem Lernrhythmus holt. Aber es gibt ja die so genannte Gerechtigkeit. Jeder muss an die Waffe oder ins Altersheim. Würde ein schnell studierender Akademiker über sein Arbeitsleben (ohne Ziwi) nicht mehr Steuern bezahlen und unser Land weiterbringen und so versicherungspflichtige Vollzeitstellen im Gesundheitswesen schaffen? Könnte man nicht rüstige Renter ehrenamtlich auf die Ziwi-Stellen setzen anstatt aufstrebende Jugendliche mit Arbeitswunsch?


The Whisky Store wird es auch mit der Unterbrechung durch den Ziwi-Dienst irgendwie schaffen. Dass der junge Mann in der Zwischenzeit kein Geld bekommt und nicht weiß, wie er seine Wohnung finanzieren soll, steht auf einem anderen Blatt. Vermutlich wird er sich um eine Förderung nach Hartz IV kümmern, denn nebenbei darf er ja nicht arbeiten – siehe oben.


Toll icon_exclaim.gif


Genug gejammert – positiv denken ...

07.12.2006
07:56

Eine traurige Geschichte

Es gab einmal in Schottland vier gleichgroße Brennereien mit einer in etwa gleich großen Produktion. Jede dieser Brennereien erwirtschaftete einen unterschiedlichen Rohgewinn für die Konzernmutter in London.


Die Erste schaffte 1 Mio. EUR, die Zweite 2 Mio. EUR, die Dritte 3 Mio. EUR und die Vierte und beste Brennerei schaffte 4 Mio. EUR. Zusammen erwirtschafteten sie die stolze Summe von 10. Mio EUR Rohgewinn. Dem standen 7 Mio. EUR Kosten der Konzernmutter für sich selbst und den Vertrieb gegenüber.


Nun kam ein findiger Controller auf die Idee, jeder Brennerei seinen Anteil an Allgemeinkosten für Marketing, Konzernzentrale, etc. zu verrechnen. 7 Mio. EUR dieser Kosten mussten auf die vier Brennereien verteilt werden. Und da die Brennereien gleich groß waren und gleich viel Whisky vergleichbarer Qualität produzierten bekam jede eine Overhead-Charge von 1,75 Mio. EUR (7 Mio./4) verrechnet.


Schnell merkte man, dass die erste der Brennereien diese Kosten nicht erwirtschaften konnte und so schloss man sie. Aber was geschah im kommenden Jahr? Nun musste jede der Brennereien eine Overhead-Charge von 2,33 Mio. EUR (7 Mio./3) tragen. Auch die zweitbeste Brennerei schaffte dies nicht und musste geschlossen werden. Es kam wie es kommen musste: Auch die dritte Brennerei konnte mit ihrem Rohertrag von 3 Mio. EUR die Overhead-Charge von nun 3,5 Mio. EUR (7 Mio./2) nicht tragen. Ganz zu schweigen von der letzten Brennerei im allerletzten Jahr. 7 Mio. Overhead-Kosten standen nur noch 4 Mio. Rohgewinn gegenüber.


Und die Moral von der Geschichte? Auch wenn Controlling in der modernen Zeit sehr wichtig geworden ist, so sollte man das große Bild und den großen Plan nicht aus den Augen verlieren, sonst steht man am Ende des Tages ohne Whisky da.

06.12.2006
08:14

Mein neuer Rechner - Teil 3

1974 habe ich meinen ersten Kontakt mit einem Rechner gehabt - einer DEC PDP11. Man tippte auf eine elektronische Schreibmaschine mit Endlospapier und der Computer antwortete über diese Schreibmaschine zurück. Seeehr langsam.


1983 kaufte ich meinen ersten IBM PC. 80 Zeichen pro Zeile bei 25 Zeilen konnte der PC anzeigen. Wenn man in einem Schriftstück blätterte, dann konnte man die einzelnen Zeichen nacheinander auf dem Bildschirm erscheinen sehen.


In den kommenden Jahren wurden die Rechner schneller und man konnte eine ganze Seite in der kurzen Zeit blättern, die der Elektronenstrahl zum Sprung von der unteren rechten Bildschirmecke bis zur oberen linken benötigte. Eine ganze Seite wurde so auf einmal frisch dargestellt.


Bergab mit den Antwortzeiten ging es dann mit Windows 1.01. Hier saß aus meiner Sicht jemand auf der Leitung und verlangsamte alles. Das kannte man schon von den Großrechnern, auf denen sich viele den Rechenkern teilen mussten und es deshalb hin und wieder zu langen Antwortzeiten kam.


Mit steigenden Windows-Versionen und kräftigeren PCs wurden die Systeme aber wieder schneller. Auf eine Eingabe folgte ab Windows NT4.0 auch postwendend eine Reaktion des Computers. Die kürzesten Antwortzeiten brachte aus meiner Sicht Windows 2000. Mit dem Wechsel auf WinXP gingen die Antwortzeiten erneut zurück - und zwar deutlich! Hier saß wieder jemand auf der Leitung und bremste einen aus. WinXP auf einem 750MHz System war wirklich eine Katastrophe.


Lange habe ich mich deshalb gegen Windows XP gewehrt. Nicht als Ganzes. Im Haus haben wir schon eine Reihe von XP-PCs laufen. Aber an meinem persönlichen Arbeitsplatz habe ich mich gegen diese System-Watte gewehrt.


Mit meinem neuen Rechner ist XP endlich wieder genauso schnell, wie Windows 2000 auf meinem alten.


Gerechterweise muss man sagen, dass es ab einer gewissen Reaktionsgeschwindigkeit - die man zu einem flüssigen Arbeiten braucht - keinen nennenswerten Vorteil mehr durch höhere Geschwindigkeit gibt. Wenn das System schneller als man selbst ist, dann bringt das halt nichts mehr. Diesen Zustand habe ich in XP jetzt endlich auch erreicht. Mit einem AMD XP 2200+, wie er typisch für unsere Rechner im The Whisky Store ist, ist XP nicht unbedingt schneller als man selbst - auch wenn man die ganzen Menü-Schatten und Animationen ausschaltet.


Um dem Architekturstreit gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: Mit Linux und MAC-OS spürt man diese System-Watte zwischen Tastatur und Prozessor ebenfalls. Auch hier gibt es jede Menge Systemlayer, Virtualisierungen und Animationen, die den Rechner ausbremsen.


Wo habe ich nun wirklich meinen Vorteil mit dem neuen Rechner, wenn schon der alte schneller als ich selber war?


Rechenintensive Arbeiten und IO-starke Aufgaben werden wie der Wind abgehandelt. PDF-File-Erstellung, Datenbank-Operationen, EXCEL-Kalkulationen über längliche Makros; Alles ist mehrfach so schnell wie vorher. Kaum drückt man auf einen Knopf, ist der Rechner auch schon fertig - genial.


Hier sind die alten Beiträge zu meinem Rechner:

www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php

05.12.2006
10:02

EUR

Bei uns im Lager dudelt den ganzen Tag das Radio (mit GEZ natürlich). Der allgemein eingestellte Sender ist Antenne Bayern (ohne GEZ). Warum? Weil es eine mittlerweile verstorbene Mitarbeiterin vor Jahren so eingeführt hat und sich Niemand zu wechseln traute.


Also lief Antenne Bayern immer noch. Wenn ich im Auto sitze und selbst Antenne Bayern wegen der Verkehrsnachrichten höre, dann reagiere ich immer sauer, wenn diese nervtötenden Gewinnspiele in eigener Sache kommen. Sie werden mehrfach pro Stunde wiederholt und wann immer die damit anfangen, wechsele ich unmittelbar den Sender. So höre ich nie länger als 15 Min. am Stück Antenne Bayern. Werbung kann ich noch ertragen - schließlich kommen manchmal witzige Spots - aber immer das Gleiche: "Gewinnen Sie 100.000 Euro für 10 Euro. Rufen Sie jetzt an!"


Vor Jahresfrist hatten die ein Spiel, bei dem sie zufällige Telefon-Nummern angerufen haben und wer sich mit "Hallo Antenne Bayern" meldete, erhielt 10.000 Euro. Dazu der Aufruf, dass sich auch Firmenmitarbeiter so am Telefon melden sollten. Einmal hörte ich unsere Mitarbeiter diskutieren, ob sie das ebenfalls machen sollten.


Ich schrieb daraufhin Antenne Bayern und sagte Ihnen, dass Ihr Verhalten vermutlich nicht zulässig sei, da man Niemanden ohne seine Zustimmung anrufen dürfe. Daraufhin rief mich eine Redakteurin zurück und rechtfertigte sich, dass es schließlich geschenktes Geld sei. Ich ließ nicht locker und sagte ihr, dass ich jeden Mitarbeiter abmahnen würde, der sich bei uns im Hause so melden würde. Schließlich ist der Kunde König und nicht der Radiosender. Ich erhielt dann noch einen Anruf - wohl von einer Vorgesetzten - aber ich blieb hart bei meiner Aussage. Bald darauf endete dieses blöde Spiel (vermutlich nicht wegen mir), nur um kurz darauf durch ein Neues ersetzt zu werden.


Tauschen eines 10 Euro Scheins gegen erst 10.000 Euro und später dann 100.000 Euro. Der Sender N-R-G (Energy) in München hält jetzt dagegen und verlost ebenfalls 1.000 Euro.


Hier wird der Spieltrieb des Menschen und die Sehnsucht nach Reichtum und Glück für die eigenen Zwecke ausgenutzt! So, wie die das forcieren, scheinen Sie richtig Erfolg damit zu haben. Meinen Glückwunsch an die Marketing-Verantwortlichen.


Am Ende des Tages tut sich Antenne Bayern damit leider keinen Gefallen. Menschen mit höherem Einkommen – so wie ich - hören sich die Radiosendungen nicht mehr an. Die Reichweite der Werbung - vor allem in die besseren Zielgruppen hinein – sinkt und in ein paar Jahren sinken dann in Folge auch die Werbeeinnahmen.


Im Fernsehen haben sie bereits reagiert. MTV nimmt keine Klingelton-Reklamen vor einer bestimmten Uhrzeit mehr an. Das hatte die normale Klientel vergrault.


Und bei uns im Lager? Als ich vorsichtig fragte, was man denn so hören wolle, kam eine breite Ablehnung gegen das Gedudel auf. Einige Tage war der Kasten jetzt sogar aus oder es spielte ein anderer Sender.

04.12.2006
08:31

All Systems go Overload

Ich muss immer an Tina Turner und ihren Song 'Steamy Windows' denken, wenn der Weihnachtsstress bei uns ausbricht. Aus diesem Titel stammt das Zitat der Headline: "All Systems go Overload."


Heute ist es wieder soweit. The Whisky Store geht in den Overload-Zustand. Am Wochenende sind zum zweiten Mal seit es The Whisky Store gibt über 1.000 Bestellungen eingegangen.


Was zeichnet diesen Überlastungszustand aus icon_question.gif


Mit dem ersten Dezember-Wochenende steigen die Bestellzahlen dermaßen stark an, dass Niemand bei uns mehr eine freie Minute über den Tag hat. Alles telefoniert, rennt, pickt und packt, damit wirklich jeder seine Flaschen noch vor Weihnachten bekommt.


Jetzt verschwimmen auch die Zuständigkeiten im Betrieb. Es kommt nicht mehr darauf an, was jemand das ganze Jahr über bei uns macht. Ich selber finde mich ab und an beim LKW-Entladen oder Müll aufräumen wieder. Wer eine Hand zum Zugreifen hat, der muss zur Unterstützung raus ins Lager.


"Ohs" und "Ahs" hört man verstärkt im Lager, wenn die Büromitarbeiter wieder einmal einen 50cm hohen Stoß an Picklisten und Rechnungen hinaus ins Lager bringen.


Und dann folgen typisch die Systemausfälle durch die Überlast. Beim Elektrostapler geht ein Schalter kaputt und wir können die hoch stehenden Paletten im Regallager nicht mehr entnehmen oder die Heizung der Umreifungsmaschine brennt durch. Beides ist uns in den vergangenen Tagen passiert. Gut wenn man dann einen Ersatz oder eine schnelle Reaktionszeit eines Servicetechnikers hat.


Jetzt wollen wir nur noch hoffen, dass die diesjährige Grippewelle erst nach Weihnachten eintrifft.


Bitte beachten Sie auch, dass unser Auslieferer DHL die normalen Zeiten vor Weihnachten nicht mehr einhalten kann. Es kommt zu Verzögerungen von ein bis drei Tagen.