Thema mit vielen Antworten

Lagavulin

Autor Nachricht
Horst_S
Südbayern
Themenersteller
Dabei seit: 07.05.2004
Beiträge: 5002
Fl. bewertet: 1478
Verfasst am: 30. 06. 2004 [10:24] Post-Direktlink
Hallo,

der Versorgungsengpass mit Lagavulin hebt sich langsam wohl wieder auf. Wer kann etwas über den aktuellen Geschmack in der Flasche sagen? Wie vergleichen sich die neuen Flaschen mit den alten, stark rauchigen?

Gruß
Horst Lüning

Gruß Horst Lüning
Admin, The Whisky Store
Pit_R
Dabei seit: 26.06.2004
Beiträge: 19
Verfasst am: 04. 07. 2004 [12:57] Post-Direktlink
Ich persönlich finde, der Lagavulin 16 ist seit ca. 2002 ein wenig "dünner" geworden. Immer noch ein fantastischer Malt, aber ich denke, dass aufgrund der enormen Nachfrage mehr Fässer als Single Malt abgefüllt werden als damals, wobei dann das eine oder andere Fass wohl lieber in einen Blend haette gehen sollen.

Von den sog. "Bastard-Abfüllungen" wie Fuaran Ile, The Ileach, etc. bin ich auch nicht wirklich ueberzeugt, aber sie stellen eine Alternative da. Doch da fehlt mir der Sherryfasseinfluss...

Beste Gruesse,
Pit.

www.whiskyregensburg.de
Alexander_H
Dabei seit: 22.07.2004
Beiträge: 2
Verfasst am: 22. 07. 2004 [12:13] Post-Direktlink
icon_evil.gif
Da kann ich Pit nur zustimmen!!! Ich habe mehrere "Jahrgänge" des Lagavulin zu Hause. "Alte" Abfüllungen, vor 2002 und "Neue" nach 2002 und der Geschmack läßt nach. Desweiteren habe ich noch eine Flasche aus Österreich die ich dort letztes Jahr gekauft habe, die schmeckt wieder rauchiger. Ich vermute, das sie jetzt halt "fast" jedes Fass verwenden um den Absatz zu sichern und das fällt halt die Qualität.... Schade eigentlich.
Grüsse
Alex
Stephan_P
Dabei seit: 25.06.2004
Beiträge: 7
Verfasst am: 23. 07. 2004 [06:45] Post-Direktlink
Hallo

lut Diageo werden für den Lagavulin 16 Jahre keine Sherryfässer genutzt. Ich glaube das zwar auch nicht, aber es ist eine offizielle Aussage.
Wie steht ihr zu solch offiziellen Aussagen, die ja offensichtlich falsch sind?

Viele Grüße
Stephan
Alexander_H
Dabei seit: 22.07.2004
Beiträge: 2
Verfasst am: 23. 07. 2004 [12:41] Post-Direktlink
Ich habe in der Brennerei gehört, das hauptsächlich ex Bourbon-fässer genommen werden, allerding vermute ich, das zur Geschmackabrundung einige Sherryfässer verwendet werden. Die "tolle" Farbe kommt aber leider vom Zuckerkulör icon_cry.gif
Grüße
Alex
Kurt_A
Dabei seit: 30.06.2004
Beiträge: 43
Verfasst am: 29. 07. 2004 [15:21] Post-Direktlink
Hallo,
also ich habe letzte Woche einen neuen 16J Lagavulin bestellt und gleich einmal gegen den neuesten PX und gegen einen alten 16J probiert. Der "alte" stammte aus einer TWS Bestellung aus dem Fruehsommer 2003. Allerdings hatte ich ihn in einem Paket mit allen Classic Malts bestellt, er duerfte also etwas aelter sein, da es glaube ich zu jener Zeit keine einzelne Flaschen gab.
Das Ergebnis des Vergleichs war viel schlimmer als ich es mir vorgestellt hatte. Der neue wirkte geradezu kraftlos gegen die alte Abfuellung. Es war also micht nur eine schwaechere Rauchigkeit oder so. Es war als ob in der neuen Abfuellung 5% Alkohol fehlten (was natuerlich nicht der Fall ist). Ich bin mir sicher dass der Unterschied beim Gegeneinandertrinken erst richtig voll zum Vorschein kommt und ansonsten nicht so stark ausgefallen waere, aber enttaeuscht war ich trotzdem von der neuen Abfuellung. Es kann natuerlich auch sein, dass eine neu geoeffnete Flasche anders schmeckt als eine einjaehrig geoeffnete, aber dann sollte es doch eigentlich anders herum sein, oder?

Ich glaube auch dass so ein Schritt, die Whiskys von Lagavulin schwaecher zu machen nach hinten losgehen kann. Er wird doch gerade wegen seiner Kraft und Intensitaet so geschaetzt. Ich glaube dass dieser Malt die komplette Classic Serie ueberhaupt so beliebt macht, oder zumindest ein wichtiger Bestandteil davon ist.
Also mein Tipp an Diageo waere lieber weniger Lagavulin dafuer besseren! Dafuer bin ich auch bereit mehr zu bezahlen.

Kurt Schuller
Gerhard_D
Dabei seit: 26.06.2004
Beiträge: 30
Verfasst am: 24. 08. 2004 [13:50] Post-Direktlink
Ich fand den 16 J. im Abgang schon immer etwas bitter.
Daher ziehe ich z.B. an Laphroaig vor.
Der 1986 DE war aber sehr lecker.
Hallo Jörg, warum laesst Du eine gute Flasche lieber zu??
Lieber die guten trinken und die schlechten verschenken :

EINTRACHT FRANKFURT 4EVER
Dmitri_B
Dabei seit: 25.07.2004
Beiträge: 1
Verfasst am: 06. 09. 2004 [00:45] Post-Direktlink
Ich hab gestern Lagavulin 16 in meinem Supermarkt gesehen. Auf Regal war es zwischen Red Label und Dimple Scotch posizioniert. Preis - unter 35 Euro. Da in diesem Supermarkt sonst keine Single Malts (ausser Glenfiddich 12) gibt, vermute ich, das Diageo Managment hat echt zu viel Lagavilin 16 abgefuellt. Andere Erklaerung zum dieses Phaenomen kommt in mein Kopf nicht vor.
Gruess aus Berlin
Rainer_B
Dabei seit: 28.06.2004
Beiträge: 154
Verfasst am: 09. 09. 2004 [18:47] Post-Direktlink
"Gerhard_D" schrieb:
Ich fand den 16 J. im Abgang schon immer etwas bitter.
Daher ziehe ich z.B. an Laphroaig vor.
:

Hallo,

Dem schließe ich mich heute an. Aber noch vor 3-4 Jahren war das ganz anders. Ein Laphroaig 10 J. war mein Alltags-Whisky, ein Lagavulin 16 J. nur für den besonderen Moment vorbehalten (aus finanziellen Gründen hatte ich damals noch keine so große private Auswahl wie heute). Niemals schmeckte mir ein Lagavulin bitter.

Doch in jüngster Zeit bemängle ich auch einen bitteren Beigeschmack im Abgang, der mir die Freude an diesem Whisky zwar nicht nehmen kann, sie aber deutlich schmälert. Daraufhin trank ich zweimal je ein Glas in einer Kneipe, in der eine fast leere Flasche eingestaubt im Regal steht - also eine alte Abfüllung des 16 J. Und siehe da, kein bitterer Abgang, sondern der perfekte Genuss, den ich früher gewohnt war. Erstaunlich war weiterhin, dass der Whisky aus dem Tumbler viel intensiver schmeckte als zuhause die neue Abfüllung aus dem Nosing-Glas.

Fazit: Obgleich ich glaube, dass auch der Laphroaig schwächer wurde, schmeckt mir dieser heute besser. Auch der Ardbeg Ten macht mir mehr Freude.

Ehrlich gesagt, würde ich gern 20 Euro mehr zahlen, wenn Lagavulin dafür weiterhin die frühere Rezeptur in kleinerer Auflage anbieten würde.

Beste Grüße,
Rainer

Peter_R2
Dabei seit: 21.09.2004
Beiträge: 8
Verfasst am: 21. 09. 2004 [20:48] Post-Direktlink
"Dmitri_B" schrieb:
Ich hab gestern Lagavulin 16 in meinem Supermarkt gesehen. Auf Regal war es zwischen Red Label und Dimple Scotch posizioniert. Preis - unter 35 Euro. Da in diesem Supermarkt sonst keine Single Malts (ausser Glenfiddich 12) gibt, vermute ich, das Diageo Managment hat echt zu viel Lagavilin 16 abgefuellt. Andere Erklaerung zum dieses Phaenomen kommt in mein Kopf nicht vor.
Gruess aus Berlin

Hallo allerseits,
bin gerade das erste Mal in diesem Forum und möchte kurz zu diesem Thema bemerken, dass ich im Mai dieses Jahres bei einem Berlin-Besuch in der Feinschmeckerabteilung des KaDeWe eine ganze Palette voll Lagavulin zum Preis von ca. 34 Euro gesehen habe und diesem Angebot natürlich nicht widerstehen konnte. Habe die Reste jenes Schnäppchens gerade wieder neben mir stehen und muss - zu meinem großen Bedauern - feststellen, dass diesem Lagavulin die glühende Wärme, das 'prasselnde Kaminfeuer', das er sonst für mich hatte, leider abgeht. Jammerschade, dass dieser Super-Whisky scheinbar den Weg in Richtung Massenware geht...

Beste Grüße aus dem Badnerland
Peter
Anonymous
Dabei seit: 04.05.2004
Beiträge: 5964
Verfasst am: 19. 11. 2004 [23:49] Post-Direktlink
Hallo!

Erstmal hallo zusammen! Ich habe diesen Thread mit Interesse gelesen - damit hätte sich dann wohl ein Problem der "Geschmackskompatibilität" zwischen mir und meinem Bruder geklärt. Er meinte, das sei ein absoluter "Winter-Whisky" und kräftigst rauchig. Neugierig geworden hab ich mir gleich eine Flasche bestellt und... naja. Als Whisky-Newbie hatte ich darauf hin schon bedenken zu meinen Geschmacksnerven, wenn die nichtmal die "ultrarauchig"-Skala erfassen. Aber diesem Thread zufolge kann ich wohl beruhigt sein icon_rolleyes.gif

Eine Frage daher noch: Was könnte ich denn mal probieren um sozusagen das obere Ende der Rauchigkeits-Skala auszutesten? Diese Position scheint der Lagavulin ja damit wohl abgegeben zu haben...

Zum Wohl!
Michael_H
Dabei seit: 25.07.2004
Beiträge: 92
Verfasst am: 20. 11. 2004 [14:14] Post-Direktlink
Also, Ardbeg gilt mit 50 ppm Phenole im Whisky wohl als der rauchigste. Zum Vergleich: Laphroaig und Lagavulin haben ca. 40 ppm.

Der absolut rauchigste Whisky, den ich bisher getrunken habe, ist aber der 10jährige Laphroaig in "Faßstärke" (55,7 %). Der übertrifft auch noch den 10jährigen Ardbeg.

Ansonsten wirst du wohl warten müssen, bis in eine paar Jahren der Octomore mit seinen 80 ppm rauskommt... icon_wink.gif
Andreas_F3
Dabei seit: 03.11.2004
Beiträge: 24
Verfasst am: 23. 01. 2005 [12:29] Post-Direktlink
Hi,

1. ich habe vor eingien Tagen eine alte Flasche Lagavulin 16y geköpft, die ich 1991 von Kollegen zum Abschied geschenkt bekommen habe. Habe sie neben einer Abfüllung, die ich ca. 2003 bei TWS gekauft habe, verglichen. Die Rauchigkeit, dieser geräucherte Schinkenspeck, ist eigentlich die gleiche; was ein bischen weniger geworden ist, ist das ölige mouth feel, ein bischen auch die Jodigkeit. Beide Abfüllungen haben einen kleinen bitteren Schwanz, wie Assamtee, ein ganz wenig woody. 1991 und 2003 also kleiner, aber spürbarer Unterschied. Zum 2004/5 kann ich nix sagen, vielleicht kauf ich mir doch noch eine Flasche, solange der alte noch nicht weg, oder weniger wahrscheinlich, ausgeraucht ist. Kein Wunder wärs, wenn die hohe Nachfrage mal wieder die Qualität kaput machen würde.
2. Ein paar wenige "unabhängige" Lagavulin im Sherry wood gibt, oder vielleicht besser gab es. Ich habe einen 10y mit 58%Vol dark sherry wood, der ganz phantastisch ist. Der geht einerseits sehr stark in die Richtung P.X. der DE, hat aber noch erheblich mehr punch in Sachen Jodigkeit und Salzigkeit. Recht viel rauchiger ist er allerdings auch nicht.
3. Ich halte Laphroaig für ebenbürtig, allerdings nicht den 40 oder 43%Vol 10y. Der Laphroaig 10y 57% (den neuen 55% habe ich noch nicht probiert) und der 15y 43% sind für mich ohne jeden Zweifel von ebenbürtiger Qualität. Die dtl. abfallende Bewertung im Jackson ist für mich nicht nachvollziehbar.

Herzlicher Gruß, Andreas K.
Anonymous
Dabei seit: 04.05.2004
Beiträge: 5964
Verfasst am: 23. 01. 2005 [20:32] Post-Direktlink
Hallo Leute,

ich trinke Single Malt`s, weil eben nicht alle Abfüllungen einer Destille gleich schmecken. Ich gebe zwar zu, dass der Laga 16 nicht mehr so schmeckt wie vor 5 Jahren (habe alt gegen neu vor kurzem verglichen), aber das hängt sicher damit zusammen (wie schon bei anderen Whiskys erwähnt wurde), dass eben der Single-Boom dazu geführt hat, dass inzwischen in einem 16er nicht mehr Whiskys, die älter als 20 Jahre alt sind, mit dabei sind. Oder das in einem 12er keine mehr drin sind, die älter als 18 Jahre alt sind.

Ich finde, gerade das ist spannend an einem Single, fest zu stellen, ob die Flasche, die mir irgendwann mal geschmeckt hat, auch heute noch so schmeckt. Oder eben anders, besser oder nicht so gut. Klasse schmeckt der 16er Laga auch heute noch, aber eben halt anders. Gott sei dank ist das so, sonst wäre ich ja Johnnie-Fan.

Außerdem, sind wir doch mal ehrlich, es gibt so viele verschiedene gute Single`s zu probieren (bei mir sind es bis zum heutigen Tage genau 187), da weiß ich sowieso nicht mehr genau, wie der vor 2 oder 3 Jahren geschmeckt hat.

Also nehmen wir`s doch, wie es ist und freun wir uns auf jede neue Abfüllung und/oder Sorte. icon_lol.gif

Slainte sagt Raimund und probiert eine 16er Laga.
Pit_R
Dabei seit: 26.06.2004
Beiträge: 19
Verfasst am: 26. 01. 2005 [01:45] Post-Direktlink
So ungern ich es sage:

Auch der Ardbeg 10 ist in meinen Augen ein wenig anders geworden im letzten Jahr, aber nicht so eklatant dünner wie beim 16er Lagavulin.

Dafür ist der PX von Lagavulin wieder besser! Ich kauf im Zweifel den.

Ausserdem freue ich mich schon auf die Par Charlottes in ein paar Jahren - die ersten Proben sind sehr vielversprechend, wenn auch extrem wuchtig, in Richtung moosig-jodig und intensiv).

@ Horst: Kennen Sie eine Abfüllung namens Lochindaal (getorfter Laddie, denke ich vo 1992, 10y old, 56%, 310 Flaschen, für einen Stockholmer Whisky-Club. Erinnert schon sehr an die heutigen Port Charlottes. Was ist das fuer ein Destillat? Vielleicht ein frueher Test-Run mit Torf?)


Liebe Gruesse,
Pit.

www.whiskyregensburg.de




Nach oben