Warum ich blogge

In eigenen Gedanken verloren ...

Hin und wieder stellt man mir per E-Mail oder privater Forumsnachricht die Frage, warum ich mir diesen Blog 'antue'. Andere Leser hier im Blog fragen rhetorisch, warum ich Ihnen diesen Blog 'antue'? ;-)

Ich könnte mich nun leicht tun und die Frage mit einer Gegenfrage beantworten: "Warum lesen Sie den Blog überhaupt - und - warum antwortet der eine oder andere sogar?"

Genug der Rhetorik: Warum veröffentliche ich diesen Blog?

Die Beantwortung dieser Frage ergibt sich aus der Bedeutung des Wortes Blog (Web log - dt. Internet-Tagebuch). Ich schreibe also mein Tagebuch im Internet.

Nun - Tagebücher sind nicht wirklich so spannend, wenn Sie nicht den Mount Everest besteigen oder eine Weltumrundung dokumentieren. Es existieren weltweit Millionen von mehr oder weniger gepflegten Internet-Tagebüchern, die keine Leser finden. Ganz wenige veröffentlichen wie ich jeden (Werk-)Tag, einige einmal pro Woche und die meisten schreiben sehr unregelmäßig und vor allem sehr selten.

Wozu dient ein Tagebuch? Haben Sie in der Kindheit Tagebuch geschrieben? Ich habe es nicht! Ich habe keinen Sinn darin gesehen. Warum sollte ich für mich ein Tagebuch schreiben, wenn es eh kein anderer ließt und warum sollte ich in meiner vor mir liegenden, 'blendenden Zukunft' in eine doch mehr oder weniger langweilige Vergangenheit zurückblicken und die alten Kladden noch einmal lesen? Andere Jugendliche in meiner Familie haben das gemacht und keiner konnte mir schlüssig erklären, warum ich das ebenfalls tun sollte.

Ein Tagebuch zu schreiben zur Bewahrung der Vergangenheit ist also nicht mein Antrieb.

Viele Menschen befinden sich auf der Suche. Und diese Suchen sind mannigfaltig. Man sucht nach dem Sinn des Lebens, nach der eigenen Erfüllung, nach Gerechtigkeit oder einfach nur nach den schönen Dingen im Leben wie z.B. einem tollen Whisky. Der Mensch lebt dabei nicht alleine, sondern interagiert in seiner Gruppe und mit der großen Öffentlichkeit. Und alle die, die ebenfalls auf der Suche sind, sind neugierig, wie es andere denn so machen. Vielleicht kann man etwas für seine Zwecke mitnehmen und wenn man nichts so einfach mitnehmen kann, so löst diese Interaktion doch vielleicht einen eigenen Gedankenimpuls aus, der einen weiter bringt.

Und genauso möchte ich die Frage nach dem Warum dieses Blogs beantworten. Ich reflektiere mein eigenes Leben in größerer Öffentlichkeit. Ich trenne dabei nicht zwischen Job und Freizeit. Für mich gehört alles zusammen. Privates Tagebuch und Firmentagebuch sind damit eins. Und damit gibt es auch Nicht-Whisky-Themen hier im Blog.

Und wenn ich also diesen Blog schreibe, dann berichte ich vom The Whisky Store und von mir persönlich und unser beider Interaktion mit dem Umfeld. Und da ich immer alles hinterfrage und als renitenter Mensch meist einmal mehr 'Warum' als zu wenig frage, treten für mich interessante Antworten zu Tage. Gleichzeitig bin ich reichlich mitteilsam, so dass mir täglich etwas einfällt. Es fällt mir sogar so viel ein, dass ich alles gar nicht hier veröffentlichen kann. Rund 30 eng beschriebene A4 Seiten enthalten bereits vorgeschriebene Artikel, die auf ihre Veröffentlichung im rechten Moment (auch an anderen Stellen) warten.

Mit den meisten Lesern dieses Blogs teile ich die Begeisterung für Whisky. Bei manchen ist das auch schon alles. Oft stimmen selbst beim Whisky nicht die Vorlieben überein. Und ein Unternehmer, der mit allen Parteien, Kirchen und sonstigen (Zweck-)Gemeinschaften nichts anfangen kann, dem weht von ganz links bis ganz rechts stets Gegenwind ins Gesicht.

Warum mache ich dann trotzdem diesen Blog? Denn schließlich bedeutet dieser Blog auch die Auseinandersetzung mit Anwälten und Gerichten, die sich an der einen oder anderen Äußerung in der Vergangenheit massiv gestört haben. Man konnte mich sogar schon per Rechtsmittel dazu zwingen, die Identität eines User offen legen zu müssen.

Ich mache diesen Blog, da ich auf der Suche nach dem richtigen Weg für mich und The Whisky Store bin und ich mit dieser öffentlichen Diskussion meiner Gedanken immer wieder Anregungen für die Zukunft finde. Wichtig ist für mich, dass ich mit meinen Gedanken hier im Blog genau das ausdrücke, was mir durch den Kopf geht und was ich wirklich meine.

Als kleine Anekdote zwischendrin: An anderer Stelle im Internet wurde vor vielen Jahren tatsächlich einmal über mich diskutiert und eine Person schüttelte verbal den Kopf, dass ich tatsächlich wohl das meinen würde, was ich von mir gäbe.

Wenn also Jemand sich über zu wenig Whisky hier im Blog beschwert - was durchaus öfter vorkommt - so beachten Sie bitte dabei, dass es hier im Blog nicht nur primär um Sie als Leser geht. Es geht mindestens genauso viel um mich als Schreiber und The Whisky Store als betroffenes Unternehmen. Wer nur aktuelle Nachrichten und Beiträge zum Whisky sucht, dem sei das Internet und Google empfohlen.

Ein Blog ist von seiner Natur her eher chauvinistisch und damit ich bezogen. Wer keinen Hang zum Exhibitionisten hat, der braucht sich gar nicht erst an ein eigenes Blog zu wagen. Es ist ein wenig wie im modernen Theater. Wenn ein/e Darsteller/in sich nicht traut, sich splitterfasernackt auf großer Bühne vor tausendfachem Publikum auszuziehen, der taugt auch nicht zum Hauptdarsteller. Übertragen Sie das bitte auf öffentlich geäußerte Gedanken: Wer sich in einem Blog nicht wirklich traut, der wird von der anderen, lesenden Seite, nicht für authentisch und echt angesehen.

Ähnliches widerfährt Ihnen, wenn Sie sich in einem Blog selbst nicht treu bleiben und opportunistisch ihr Fähnchen in den Wind hängen. Wer einen kleingeistigen, neidischen und aggressiven Geist in seinem Schädel beherbergt, der kann in der Öffentlichkeit keinen in sich ruhenden Unternehmer in einem Unternehmens-Blog mimen. Der Leser bemerkte das Unechte! Das Scheitern wäre von Anfang an sicher.

Trotzdem kommen Sie als Whiskygenießer und vielleicht Kunde von The Whisky Store in diesem Blog auf Ihre nicht vorhandenen Kosten. Sonst würden Sie ja nicht immer noch hier weiterlesen 

Da sich viel in meinem Leben um The Whisky Store und seine Interaktionen mit der Umgebung dreht, erfahren Sie bei der regelmäßigen Lektüre dieses Blogs eine Menge über The Whisky Store und sein Geschäft als Ganzes. Sicherlich - im eigenen Hause und hier werde ich oftmals gefragt - ob wir nicht zu viel von uns rausgeben, wenn wir wieder einmal über interne Dinge schreiben.

Doch ich glaube, dass das realistische Bild, das ich hier von The Whisky Store male, weitaus mehr Vertrauen schafft, als das eine anonyme GmbH mit Geschäftsführer oder GmbH & Co. KG kann, die mit Macht versuchen größer auszusehen, als sie vielleicht wirklich sind.

The Whisky Store gehört zu den Kleinunternehmen, die noch nicht einmal in den EU-Statistiken erscheinen. Wir stehen zu unserer Kleinheit und dieser Blog zeigt, dass sich hinter The Whisky Store reale Menschen und nicht anonyme Geldgeber irgendwelcher Kapitalgesellschaften befinden. Und Sie haben sicherlich gemerkt, dass ich im Inneren ein kleiner Anarchist bin, der weder Großkonzerne, noch Politiker und auch nicht basiskommunistische Gutmenschen und theoretisierende Besserwisser so richtig mag.

Trotzdem bin ich kein virtueller Revolutionär oder Straßenkämpfer. Ich reagiere auf äußere Einflüsse und wenn ich einen physikalisch-technisch und moralisch-wirtschaftlich gangbaren Weg gefunden habe, so setze ich ihn mit Konsequenz um.

Dieses Blog hilft mir dabei, da ich Teilaspekte meines Weltbilds in Echtzeit von den unterschiedlichsten Menschen bewertet bekomme und online abgleichen kann. Und somit danke ich Ihnen allen für das regelmäßige Kommentieren dieses Blogs.

Ach ja, falls Ihnen meine Beiträge gefallen, so empfehlen Sie dieses Blog bitte weiter.