The Whisky Blog

Herzlich willkommen! Dies ist ein Video-Blog in dem ich Whiskys verkoste und über Wissenswertes rund um Whisky spreche. Es lohnt sich wiederzukommen. Ich freue mich über jeden Kommentar.

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Geschmacksbewertungen

Haben Sie es bereits bemerkt? Seit gestern können Sie Geschmacksbewertungen im Internet-Shop von The Whisky Store für (fast) jede der angebotenen Flaschen abgeben.


Unser Ziel ist es, eine große Datenbasis zu schaffen, um für den 'Durchschnittsgenießer' eine statistisch verlässliche Aussage über die Geschmackstendenzen und die Qualität eines Whiskys zu geben.


Haben Sie schon einmal eine Flasche auf Grund einer Empfehlung, eines Buchs oder einer Besprechung in einem Magazin erworben? Und als die Flasche dann eintraf, waren Sie enttäuscht? So ist das mit der statistischen Relevanz von Einzelaussagen über den speziellen Geschmack einer Flasche.


In den kommenden Monaten erwarten wir über das neue System über Zehntausend einzelne Geschmacksbewertungen, die wir statistisch auswerten und der Allgemeinheit als Durchschnittswerte wieder zur Verfügung stellen werden. Über die gestrige Nacht konnten wir bereits 70 Geschmacksbewertungen entgegen nehmen.


Und hier liegt der prinzipielle Unterschied zu den bisherigen Bewertungen. Statt eine Handvoll offizieller Quellen und das eigene Probieren zu einer vermeintlich allgemeingültigen Beschreibung zu verschmelzen, gehen wir nun den basisdemokratischen Weg und lassen Sie - den Kunden - als ultimative Instanz den jeweiligen Whisky bewerten. Das Web 2.0 und die Community machen es möglich.


Das mag nun dem einen oder anderen Hersteller quer runter gehen. Schließlich kann man ja auch einen 'Experten' mit dem Probieren und Schreiben von Geschmackseindrücken beauftragen. Und dann sind da ja noch die ganzen Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, die auf zahlreichen Verkostungen (im seltensten Falle blind) in zunehmend inflationärer Weise vergeben werden.


Ab sofort müssen sich Hersteller mit Ihren persönlichen Begeisterungen aber auch Ihren Enttäuschungen auseinander setzen. Bewerten Sie mit! Nur mit großen Zahlen werden statistische Aussagen relevant.


Wir haben uns vorgenommen, Geschmacksbewertungen erst ab 20 abgegebenen Stimmen für die gängigen Flaschen zu veröffentlichen. Für seltener verkaufte Flaschen werden wir uns wohl mit 10 Einträgen zufrieden geben müssen.


Aber auch für individuelle, verbale Beschreibungen haben wir bei der Bewertung Platz gelassen. Unter den Reglern haben Sie die Möglichkeit 400 Zeichen Text einzugeben, den wir zu einem gemeinsamen Bewertungstext verschmelzen werden. Und falls Sie zu Hause zu zweit Bewertungen abgeben, so können Sie auch zweimal abstimmen. Geben Sie dazu einfach 'Person 1' oder 'Person 2' in das Bemerkungsfeld bei der jeweiligen Abstimmung ein. So fällt ihre Doppelabstimmung nicht automatisch aus der Bewertung heraus.


Ich bin wirklich gespannt, was uns die Zukunft mit dieser Bewertungsmöglichkeit durch Sie bringen wird.

Die Big-Man Gesellschaften

Dieser Beitrag baut auf dem Gefangenen-Dilemma und den Gewinnerstrategien auf:

www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php


Im Tierreich findet man oftmals so genannte Alpha-Tiere vor, die einer Gruppe oder Herde vorstehen. Der Silberrücken bei den Gorillas, der Leitbulle einer Bisonherde oder die Leitkuh eines Killerwalrudels sind gute Beispiele für diese gesellschaftliche Organisationsform.


In den Anfängen der Entwicklung des Menschen gab es das auch. Diese 'Big-Man'-Gesellschaften waren typisch für die ersten Staatengebilde in unserer Geschichte.


Ach was - was sag ich da icon_question.gif Während die Demokratien in Europa schon mehrer Hundert Jahre alt waren, hielten sich in Deutschland die Big-Men recht stabil. Die Kaiser, Hitler, Ulbricht, Honecker, ... All diese Menschen sind Vertreter dieser tierisch geprägten Gesellschaften.


Bis auf die Zeit der Weimarer Republik und den sechs Jahrzehnten nach dem letzten Krieg in Westdeutschland haben wir Deutsche eigentlich nur Big-Man Gesellschaften gehabt. Evolutionsbiologisch ist dies ein schwaches Bild.


Die längsten Demokratien sind mittlerweile schon über 400 Jahre alt. Zugegeben - am Anfang noch nicht so richtig für alle - aber die Vorteile der Demokratie mit dem verbundenen größeren Wirtschaftswachstum aus Kooperationsgewinnen (siehe ältere Beiträge) sind für die Fachleute deutlich sichtbar.


Was zeichnet nun eine funktionierende Big-Man-Gesellschaft aus? Der Silberrücken oder Elefantenbulle verschafft der Gruppe Sicherheit nach Innen und nach Außen. Er ist der Stärkste, er schlichtet Rivalitäten, er verteidigt gegen Angreifer. Dafür bekommt er von Jedem Abgaben. Er sorgt auch dafür, dass die Schwächsten in der Gesellschaft nicht gemobt bzw. ausgestoßen werden, sondern einen fairen Anteil bekommen. Hier liegen die Anfänge des Steuerwesens.


Alles Leben ist endlich und sowie der Stärkste nicht mehr der Stärkste ist, übernimmt das neue Alpha-Tier die Führung der Gruppe. Der König ist tot! Es lebe der König! Das Leben ist hart.


Es gibt aber auch andere Arten der Ablösung als den Putsch. Ein Alpha-Wesen ist nur dann Alpha, wenn es von der Masse auch als Alpha angesehen wird. Revolution der Masse kann die Folge sein.


In einer Gesellschaft stehen nie alle Wesen auf der selben Evolutionsstufe. Beim Menschen rufen immer noch viele nach dem starken Mann. Ein schöner Kompromiss scheint mir die konstitutionelle Monarchie zu sein. Wo der König noch hin und wieder König sein darf! So stellt man die Big-Man-Gläubigen zufrieden und kann trotzdem gleichzeitig die Demokratie als Wohlstand schaffende Gesellschaftsform nachhaltig betreiben.


Big-Man-Gesellschaften haben aber große Nachteile. Niemand strengt sich wirklich bis zum letzten an. Es ist ja immer noch einer da oben, der es am Ende schon richten wird. Der für Alles verantwortlich ist. Der den schwarzen Peter hat, den Godfather (Paten) ...


Mit diesem Verhalten wird man nun nicht wirklich wohlhabend. Die DDR lässt grüßen. Die Kooperationsgewinne lassen massiv nach. Das lässt sich sehr gut auch an großen, absolutistisch geführten Unternehmungen sehen. Wenn der Big-Man zu viel in seine eigene Tasche wirtschaftet und nicht für Gerechtigkeit unter seinen Anvertrauten sorgt, dann nimmt die Renitenz unter den Mitarbeitern, den Kunden und der Gesellschaft zu. Schöne Beispiele gibt es viele - die Unternehmen des DAX sind da recht ergiebig.


Die Arbeitnehmervertretungen wurden als Gegenpol zu den Big-Men in den Unternehmen geschaffen und sollten den Wohlstandszugewinn fördern. Doch auch in diesen Organisationen sieht man öfter einmal Big-Men mit allen verbundenen Problemen für Jahrzehnte an der Macht.


Wie halten wir es bei The Whisky Store mit diesem Thema? Natürlich haben wir mit meiner Frau eine Big-Man- bzw. Big-Woman-Organisationsform. Jedoch liegt es an der Aufteilung der betriebsinternen Aufgaben und Verantwortungen, ob sich im Detail ein Alphatier als solches benimmt und wahrgenommen wird oder nicht.


Ein Urteil als unmittelbar Beteiligter steht mir nicht zu. Wie Sie aber sehen können, machen wir uns im Hause immerhin Gedanken über diese Dinge. Ein Anfang ist gemacht.

Gewinnerstrategien

Dieser Beitrag baut auf dem Gefangenen-Dilemma auf:

www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php


Vielen Dank für die gestrigen Ergänzungen zu meinen doch sehr vereinfacht dargestellten Randbedingungen.


Welche der besagten Strategien (Kooperation, Bescheißen, Nicht-Kooperation) bzw. welche Reihenfolge von ihnen, ist nun die beste?


In einem Simulationsspiel an der Princeton University traten (ich meine es war in den 70ern) mehrere Strategien gegeneinander an. Man bat die verschiedensten Professoren und deren Teams um konkurrierende Strategien, die gemeinsam in einem simulierten Markt um das beste Ergebnis - den größten Wohlstand - antraten.


Die Strategien, die überwiegend auf Kooperation bauten, nahmen an Wohlstand zügig zu. Doch besser als Andere konnte man nur werden, wenn man hin und wieder beschiss. Nur so konnte man einen Vorteil gegenüber den Anderen herausholen. Und da es nur einen Sieger geben konnte, bauten die Strategen sinnige Beschiss-Strategien mit ein. - Wie im wirklichen Leben.


Doch die Anderen hatten vernünftige Abwehrstrategien. Sehr gut in der Beschiss-Abwehr war ein Programm, dass immer wenn es beschissen wurde so lange den einen anderen Beschiss, bis dieser wieder kooperierte. Und da es mehrere dieser Beschiss-Abwehrstrategien gab, versiegte der Wohlstand bei den Bescheißenden recht zügig.


Diese Strategie lautet im wissenschaftlichen Umfeld und der damit verbundenen Spieltheorie: Tit-for-Tat oder auf Deutsch: wie-du-mir-so-ich-dir.


In den 70ern gingen ob der begrenzten technischen Möglichkeiten diese Versuche nur sehr langsam und mühselig voran. Jede Strategie musste gegen jede antreten und eine Herde an Universitätsassistenten waren mit der Programmierung beschäftigt.


Vor nicht allzu langer Zeit gingen die Experten nun dazu über, diese Simulation mit leistungsfähigen Computern zu wiederholen. Und nicht nur das. Statt in der wissenschaftlichen Welt um Strategien nachzufragen, baute man einen evolutionären Code in die Strategien ein. Schlechte Strategien starben aus und gute Strategien variierten nach dem Zufall um noch besser zu werden.


Das Ergebnis war überraschend. Die seit langem als beste Strategie angesehene Tit-for-Tat Methode war nicht die beste. Gewinner war eine Methode, die nach dem ersten Beschiss die Kooperation zu einem anderen Individuum für sehr, sehr lange Zeit vollständig abbrach. Egal, wie es sich in Folge verhielt. Und nach dieser sehr langen Zeit wieder mit einer Kooperation begann.


Was bedeutet das für The Whisky Store und unser Verhalten in unserem Umfeld von Kunden und Lieferanten?


Wir kooperieren bedingungslos mit jedem Kunden und jedem Lieferanten, so lange ein positives Geschäft zu erwarten ist.


Sowie ein Lieferant oder Kunde uns bescheißt (Ware nicht wie versprochen liefert oder Lieferungen nicht ordentlich bezahlt), so stellen wir die Kooperation mit diesem Lieferanten und/oder Kunden umgehend und nachhaltig ein. Natürlich gibt es immer Querelen und kleine Scharmützel. Um die geht es nicht. Es geht um das große, erkennbare Verhalten.


Einige der Lieferanten mussten sich wegen dieses Ansatzes mit mehreren Jahren Auszeit bei meiner Frau abfinden. Es hat diesen Einzelnen am deutschen Markt (in aller Bescheidenheit) bei der Durchsetzung ihrer Interessen nicht geholfen.


Wirtschaftlicher Erfolg ist keine Frage von Krieg, Auseinandersetzung oder Beschiss, sondern von bedingungsloser, positiver Kooperation und der Weitsicht, dass man in einem Markt am meisten gewinnt, wenn beide Handelspartner - Lieferant und Händler sowie Händler und Kunde - gut kooperieren.


Man hat nichts davon, je es ist sogar hochgradig schädlich, wenn man den Handelspartner wegen eines schnellen Erfolgs mal eben schnell über den Tisch zieht. Wenn meine Frau so ein Verhalten mitbekommt, dann ist ruck-zuck Schluss mit lustig.


Um besser als Andere zu werden, muss man nicht mit dem Beschiss beginnen. Unsere Gesellschaft hat seit dem Beginn der Evolution des Homo Sapiens solide Abwehrmechanismen gegen solche Stinkstiefel aufgebaut und in den Genen verinnerlicht (s. Beiträge über Neid

www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php.


Unsere Wirtschaftsdynamik sorgt für einen beständigen Vorrat an Bescheißern. Und alleine mit diesen richtig umzugehen, bedeutet einen riesigen Vorteil für den, der verstanden hat damit 'optimal' umzugehen. Es geht dabei nicht um mehr zu haben als der Andere icon_exclaim.gif Dann würde man sich ja wie der Bescheißende verhalten. Es geht darum, seinen eigenen Verlust langfristig zu minimieren und von den Früchten seiner Arbeit zu leben.


Wer bis jetzt dem Thema gefolgt ist, wird richtig einwenden, dass es auf der Welt nicht immer rechtstaatlich zugeht. Und dass in manchen Gesellschaften Recht und Unrecht nicht so einfach zu erkennen sind.


Morgen komme ich deshalb zu dem Big-Man Problem.

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Das Gefangenen-Dilemma

In Seeshaupt fand vor nicht allzu langer Zeit das klassische Gefangenen-Dilemma aus den Sozialwissenschaften statt. Generationen von Studenten der Sozialwissenschaften müssen sich im Grundstudium mit diesem Dilemma auseinandersetzen.


Was war passiert? Die bayerische Polizei griff eine Gruppe Jugendliche aus Seeshaupt auf. Neben der Gruppe lagen auf einmal kleine Heftchen und Plastikbeutel mit Rauschgift am Boden. Von wem stammten sie? Wer hatte sie fallen lassen? Wie waren die Versorgungswege? Konnte man hier eine Dealergang ausheben?


"Je höher die Berge, um so höher die Strafen."


So sagte es mir einmal ein bayerischer Kriminalbeamter anlässlich eines Vortrags in einer Schule des Landkreises. Ab 3 Gramm kann ein Jugendlicher in Bayern schon in den Knast gehen, wobei 30 Gramm in manchen nördlichen Regionen Deutschlands noch straffrei als Eigenbedarf gelten.


Doch lösen wir uns von diesen Mengen und der Problematik des Rauschgiftes und der Ungesetzlichkeit dieses Tuns. Darum soll es jetzt nicht gehen.


Die Jugendlichen werden also unabhängig voneinander durch die Polizei vernommen. Während der Inhaftierung können sie nicht miteinander reden oder sich absprechen.


Es gibt drei Fälle:


1. Alle Jugendliche sagen nix und werden wegen Mangel an Beweisen freigelassen

2. Alle Jugendliche gestehen und erhalten mildernde Umstände und geringe Strafen

3. Mindestens ein Jugendlicher gesteht. Der Rest hält dicht. Die, die gestehen, erhalten mildernde Umstände und die restlichen Höchststrafen


Was passiert icon_question.gif Die Weicheier gestehen und die harten Jungs halten dicht icon_question.gif


Doch so hart, wie die harten Jungs tun, sind sie nicht. Sie wissen, dass die Weicheier reden werden und so reden sie auch, um den Höchststrafen zu entgehen.


Wir haben es hier mit einer nichtlinearen Wertefunktion zu tun. Wenn alle kooperieren, gibt es einen großen Vorteil für jeden. Wenn nur einer nicht kooperiert, gibt es für alle nur Nachteile.


Das haben auch die berufsmäßigen Kriminellen verstanden. Wer singt stirbt icon_exclaim.gif Und im Zweifelsfall die Familie dazu.


Nur mit dieser übergeordneten Regel kann man das Gefangenen-Dilemma positiv beeinflussen. Jedes Mitglied einer kriminellen Vereinigung muss sich auf die 'richtende' Hand des Godfathers (Pate) verlassen können.


Übersetzen wir dieses Dilemma in die große weite Welt der Wirtschaft. Wenn wir alle kooperieren, so wird jeder von uns einen Vorteil daraus ziehen. Denn Kooperation bedeutet den größten Gewinn für alle.


Das wird unmittelbar klar, wenn man die Zahlungsbedingungen von The Whisky Store ansieht. Jeder bekommt seine Ware auf offene Rechnung. Damit sind die anfallenden Kosten des Geldverkehrs minimiert (Kreditkarten, Nachnahmen, etc. kosten eine Menge Prozesskosten) und die Whiskys haben einen geringen Verwaltungsaufschlag. Jeder profitiert von geringen Preisen.


Hierzu haben amerikanische Wissenschaftler ein tolles Experiment mit vielen Teilnehmern gestartet. Im Prinzip ging es um das Gefangenen Dilemma. Computeralgorithmen wurden wirtschaftlich handelnd aufeinander losgelassen. Jeder Algorithmus konnte kooperieren (Gewinn für beide), bescheißen (Gewinn nur für einen) oder Kooperation ablehnen (Gewinn für keinen).


Gewinner war, wer am Ende am meisten Geld in der Tasche hatte.


Die Randbedingungen sind klar. Kooperiert Niemand, so findet gar kein Spiel statt. Niemand kann verdienen.


Kooperieren alle, so bildet sich kein Sieger heraus. Bei allen herrscht Wohlstand im Überfluss. Das Optimum mit einem oder mehreren Gewinnern muss also irgendwo dazwischen liegen.


Das Ergebnis dieser Versuche gibt es morgen.

Microsoft Home Server

Egal wie ich persönlich zu Microsoft stehe - Bill Gates und Steve Ballmer haben es aus meiner Sicht voll drauf! Sie haben die Evolution der Märkte verstanden. Sie fokussieren nicht auf einzelne Produkte oder Sparten, sondern haben überall ihre Eisen im Feuer (oder die Finger drin, wenn man nicht so wohlwollend eingestellt ist).


Seit ich mich um die Digitalisierung aller meiner Medien (Musik, Bilder, TV) zu Hause kümmere, bin ich sensibel für diese Entwicklung geworden. Wo geht der Weg in den kommenden Jahren hin? Welche Dateiformate und welche Technik wird sich durchsetzen? Manchmal erscheint mir das wie ein Lesen im Kaffeesatz.


Die wichtigste Medienfrage, die es in Zukunft zu beantworten gibt, ist die Frage nach der Speicherung und Verteilung von Media-Daten. Letztlich habe ich ein Zitat eines Vertreters von Beate Uhse in der Presse gelesen. Bei ihm war die Frage nach dem neuen Speichermedium für bewegte Bilder bereits beantwortet. Nicht HD-DVD oder Blu-ray oder Kombigeräte werden das Rennen machen. Man hat sich so lange um das Zukunftsformat gestritten, dass der Kuchen bereits verteilt wurde.


Die Verbreitung der Media-Inhalte wird über Video-Streams im Internet erfolgen. Ohne die Zwischenspeicherung auf einem optischen Datenträger und dessen aufwändigem Versand. Pornos, wie sie von Beate Uhse vertrieben werden, zeichnen wohl für einen großen Prozentsatz aller angesehenen Bildinhalte weltweit verantwortlich. Und hier wurde über das Zukunftsformat bereits durch die Masse abgestimmt. HD-DVD und Blu-ray könnte ein Schattendasein ins Haus stehen, wie es dem DAT-Audio-Tape und der SACD (Super Audio CD) bereits widerfahren ist.


Geschichte scheint sich manchmal zu wiederholen. Auch das Videorecorder-Format VHS setzte sich gegen Video2000 und Betamax durch, weil man dort zuerst die 'interessantesten' Inhalte anbot.


IPTV ist also das Zauberwort der Zukunft. Die Marktbeobachter gehen von einem zukünftigen Boom dieser Verbreitungsform in den Jahren 2008 bis 2012 aus. Ich kann das nachvollziehen. Mit meinem neuen Noxon IP-Radio höre ich neuerdings Radiosender aus Hawaii, Kalifornien und Hong Kong. Der Musikberieselungseinheitsbrei der deutschen Privat- und öffentlich rechtlichen Sender hat damit für mich ein Ende gefunden. Ich kann mehr als eine Stunde am Stück Musik im Radio hören, ohne dass mir eines der Stücke vorher bekannt gewesen wäre - Toll!


Doch es gibt Daten, die will man auch oder ausschließlich im eigenen Haus vorhalten. Vielleicht will man sich eventuelle Lizenzgebühren für ein mehrfaches Ansehen bzw. Anhören sparen oder man möchte die Privatvideos nicht einem mehr oder weniger öffentlichen Server anvertrauen.


Ich habe mich für die Speicherung meiner Musik auf einem UPnP Server (Fritz!Box) im eigenen Haus entschieden. Doch noch scheint diese Speicherform nicht für Video-Streams so richtig geeignet. Mir macht das nichts aus, da ich (noch) keine zu streamenden Videos besitze. Die Box enthält auch noch einen Samba-Server, auf den eine Wiedergabebox am Fernseher durchaus über das Haus-Netzwerk zugreifen könnte.


Die ganze Installation war nicht gerade ohne. Sicherlich zu kompliziert für Jedermann. Und genau hier kommt Microsoft mit seinem neuen Home-Server ins Spiel.


Wer einen eigenen Server betreibt, der weiß, wie kompliziert und nervenaufreibend die eine oder andere Einstellung im System sein kann. Der Home-Server ist bewusst vorkonfiguriert, weitgehend geschlossen und einfach gehalten. Natürlich kann er nicht alles. Doch er ist erweiterbar und standardisiert konfigurierbar.


Während meine Noxon/Fritz-Kombination noch eine Insellösung darstellt, wird der Home-Server in ein paar Jahren von Touch-Screen-Endgeräten aus jedem Zimmer zu bedienen sein. Wenn es nach Microsoft geht, wird der Home-Server die Technikzentrale eines jeden Haushalts werden. Die ersten Unterstützer, allen voran Siemens-Fujitsu mit seinen Energiespar-Servern, haben angekündigt, die idealen Plattformen für den Home-Server anbieten zu wollen.


Wir leben in einer tollen Zeit. Blätterten unsere Großeltern noch in verklebten, alten Fotoalben und schauten unsere Eltern Urlaubserinnerungen auf Schmalfilmen an, so erleben wir die Integration aller dieser Medien auf ein bequemes, zentrales Medium. Die Zukunft hat begonnen.

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