The Whisky Blog

Herzlich willkommen! Dies ist ein Video-Blog in dem ich Whiskys verkoste und über Wissenswertes rund um Whisky spreche. Es lohnt sich wiederzukommen. Ich freue mich über jeden Kommentar.

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Rauchzeichen

Rund die Hälfte aller Genießer schottischen Whiskys lieben rauchiges Aroma. So zeigt es die Nachfrage im The Whsiky Store. Auch hier im Forum konnten wir es schon öfter hören: Aromatischer Torfrauch ist für so manchen Scotch-Malt-Whisky-Liebhaber die Krönung des Genusses.


Wo gibt es diesen Torfrauch? Natürlich im Whisky aus den Brennereien an Islays Südküste. Ardbeg, Lagavulin und Laphroaig. Und was noch? Natürlich Caol Ila! Und dann ist da noch Bowmore, die zwar verhaltener im Rauch ausfallen, aber immer noch als intensiv rauchig gelten.


Wenn Sie nun einen hochwertigen, sagen wir 15- bis 21-jährigen, kräftig-rauchigen Scotch Single Malt Whisky genießen wollen, was für eine Auswahl haben Sie neben den oben aufgeführten Brennereien?


Auf Anhieb fällt mir nur die Brennerei Talisker ein, die ältere Single Malts mit über 20ppm Rauchanteilen im Angebot hat. Mit etwas Nachdenken erscheint dann doch noch ein zweiter vor meinem inneren Auge: Benriach Authenticus 21 Jahre.


Natürlich findet man noch den einen oder anderen älteren Single Malt aus den Highlands und im speziellen aus der Speyside, der auch mit einem spürbaren Rauchanteil gebrannt wurde: Benrinnes 15J Flora & Fauna, Glen Garioch 15J, Balvenie 21J, Highland Park 25J und ein paar ältere von Gordon & MacPhails. Doch aller Rauch in diesen Flaschen verblasst im Vergleich mit den Rauchbomben von der Insel Islay.


Lange haben die Brennereien die Rauchzeichen von der Hälfte des Genießerlagers im Nebel des Marktes nicht erkannt. Als sie es dann merkten, war der Dampfzug schon in voller Fahrt im Mekka der Torfjünger - die Insel Islay - angekommen.


Die kleinen Brennereien haben naturgemäß zuerst reagiert. Springbank brachte den stark rauchigen Longrow heraus. Allerdings - und das ist ein wirklicher Nachteil - haben sie in der Vergangenheit nur vorsichtig wenig davon hergestellt. Man sprach von einer Handvoll Fässern pro Jahr. Und deshalb hat man diesen Malt auch mit einem prohibitiven Phantasiepreis versehen. Wer bezahlte 60 Euro für einen 10-jährigen, rauchigen Single Malt?


Die Liebe für Rauch hin oder her, schon auf Islay ist mit 50 Euro für einen 10-jährigen Whisky das Ende der Fahnenstange erreicht. Und dann 60 Euro bezahlen? Doch man lernt auch in Schottland ganz langsam hinzu. Der 10-jährige Longrow ist mittlerweile auch für knapp über 50 Euro zu haben. Und das i-Tüpfelchen kommt noch: Ende März, Anfang April wird ein 18-jähriger Longrow erscheinen.


Ach ja - noch einen unsinnig bepreisten, rauchigen, älteren Single Malt Whisky gibt es in den nördlichen Highlands: Balblair 1992. Zugegeben, er ist in Fassstärke mit 58,8% abgefüllt. Aber wer gönnt sich einen 12-jährigen Highlander für über 90 Euro? Im vergangenen Jahr ist dieser Whisky mit 80 Euro deutlich preiswerter geworden. Aber auch dieser Preis wird nur wirkliche Liebhaber dieser Brennerei mit einem Faible für rauchige Whiskys ansprechen.


Wenige Brennereien außerhalb der Insel Islay sind nun schon so lange mit dem Brennen rauchigen Malts dabei, dass man 10-jährige, rauchige Single Malts anbieten kann. Hier ist eigentlich nur wieder Benriach mit seinem Curiositas zu nennen und die Brennerei Tobermory auf der Insel Mull mit seinem Ledaig. Eine weitere Brennerei steht in den Startlöchern. Aber noch ist der Preis nicht dort, wo er stehen sollte.


Aus Ende Schluss! Das war's, wenn man auf Altersangaben und etwas Reife hinter dem vordergründigen Rauch wert legt.


Andere sind seit ein paar Jahren nun ebenfalls aufgewacht. Natürlich auch auf Islay. Bei Bruichladdich erscheinen mehr und mehr stark rauchige Single Malts. Allerdings ohne Altersangabe und mit zum Teil ebenfalls prohibitiven Preisen. Wollen Sie wirklich fast 90 Euro für einen Port Charlotte ausgeben? Ein Bruichladdich 3D geht zwei Drittel des rauchigen Weges und kann für die Hälfte des Geldes erworben werden. Aber auch in den Highlands räuchelt es allenthalben.


Edradour mit seinem Ballechin (zu prohibitiven 90 Euro) schließt sich den Irrwegen der anderen an. Nur wenig Aufrechte bieten junge Rauchige zu 'vernünftigen' Preisen an. Einer davon ist der Benromach Peat Smoke. 55ppm Rauchanteil zu 39,90 Euro sollten viele zu einem Test überreden können. Auch der Ardmore Traditional Cask mit 34,90 Euro beginnt die Lücke der rauchigen Single Malt Whiskys in den Highlands zu schließen. Und dann ist da natürlich wieder die Brennerei Tobermory von der Insel Mull, die schon seit vielen Jahren ihren rauchigen Ledaig ohne Altersangabe gut vermarktet.


Und womit wir schon wieder bei den Inseln angekommen sind: Isle of Jura experimentiert seit mehreren Jahren mit rauchigen Malts. Der Superstition mit mittlerem Rauchgehalt ist vielen bekannt. Seit Anfang des Jahres wird er durch einen Heavy Peated ergänzt. 8 Jahre alt und mit starken 58% abgefüllt ist er für 44,90 Euro ein Schnäppchen.


Die Rauchzeichen wurden von den Herstellern mittlerweile deutlich erkannt. Viele zündeln noch an ihren Torffeuern aber so manches Torffeuer brennt schon lichterloh.

SubPrime Krise

Offtopic icon_exclaim.gif Heute geht es nicht um Whisky. Dieser Beitrag hat noch nicht einmal im Entferntesten etwas mit Whisky zu tun.


Unsere Bayerische Landesbank hat ein paar Milliarden verloren. Sie steht damit nicht alleine da. Wo immer Sie in Deutschland wohnen - Ihrer Landesbank fehlen aller Wahrscheinlichkeit nach auch ein mindestens 10-stelliger Betrag.


Haben Sie sich gewundert, warum diese Milliarden so scheibchenweise an die Öffentlichkeit kamen? Warum kamen nicht alle auf einmal?


Der Teufel liegt im Detail des Systems. Und hier kommt ein Unsinn zu Tage, dass es mir ganz schlecht wird. Und wer zahlt das alles am Ende icon_question.gif Sie und ich icon_exclaim.gif Mein großer Dank geht an die Politiker, die das wieder einmal toll hin bekommen haben. grrr


Haben Sie schon einmal eine Immobilie gekauft? Ja? Dann wissen Sie, dass Sie die Wohnung oder das Haus nicht zu 100% auf Pump kaufen können. Das Geld leiht Ihnen keine Bank. Eher ist eine Finanzierung von 70 bis 80% bei uns in Deutschland üblich. Den Rest müssen Sie mit Eigenmitteln bestreiten. Wer jetzt einwenden möchte, dass es auch andere Finanzierungsformen bis zu 100% gibt, dem gebe ich recht. Aber sie sind bei uns eher die Ausnahme denn die Regel.


Wenn nun ein solcher Käufer (verschuldet oder unverschuldet) pleite geht, dann kommt das Häuschen unter den Hammer und die Bank wird, da sie im Zeitdruck steht, den Wert nur mit Abschlägen erzielen. Und genau hierfür ist der Finanzierungsgrad von 70 bis 80% da. Er soll Verluste beim Bankrott des Häuslebauers für die Bank verhindern.


Was ist aber, wenn die Wohnungspreise verfallen? Und wenn zum Zeitpunkt der Pleite noch nichts zurück bezahlt ist und der Wohnungsmarkt um 20 bis 30% nachgelassen hat? Nun, dann stehen die Banken im Risiko. Dafür wird der Markt (als Ganzes) laufend bewertet und Rückstellungen in Abhängigkeit des Marktes und der bewerteten - hoppla geschätzten - Bonität der Häuslebauer gebildet. Auch der Zinssatz der Kredite richtet sich nach dem Risiko.


So weit - so gut. My Home is my Castle! Jetzt kommen wir zu den Amerikanern. In USA waren Finanzierungen von 100% (also ohne Eigenkapital) eher die Regel als die Ausnahme. Und das mitunter zu Recht. Der amerikanische Markt war in der Vergangenheit so dynamisch, dass die erworbenen Häuser ihren Wert binnen weniger Jahre verdoppeln konnten. Und dann hatte man sogar toll 50% Deckung. Der Traum jedes Bankers.


Als sich der Anstieg der US-Wirtschaft nach mehreren Jahren Aufschwung in Stagnation wandelte, fingen findige Banker an, die US-Häusle-Kredite genauer zu bewerten. Sie müssen das genauso wie wir. Und siehe da, die besseren Kredite behielt man und die anderen wurden schlau in Wertpapiere verpackt. Und da ein gewisses Risiko auf diesen Papieren war, verbriefte man dazu einen ordentlichen Zins. Auf den stehen Banker weltweit. Und dann - rann an die Börse und diese Papiere zu Geld gemacht. Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Doch alles bekamen die große US-Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac dann doch nicht weg. Auch ihnen fehlen heute Milliarden.


An dieser Verbriefung ist jetzt nicht einmal etwas Böses oder Betrügerisches. Man hat einfach die Kredite von den Häusern getrennt und mit anderen, attraktiveren Konditionen versehen. Das ist fair. Man versieht ein Risiko mit extra Konditionen, sprich Zinsen.


Wie kauft nun ein deutscher Banker diese Papiere? Er handelt täglich mit Millionen von Papieren und kann ja nicht jedes Papier bis ins Detail prüfen. Dafür gibt es Rating-Agenturen wie Standard & Poor oder Moodys.


Sie bewerten eine Fülle von Wertpapiere mit eigenen Systemen. Meist werden Buchstaben vergeben. Von AAA über AA und A bis hinunter zu B-. Alles darunter hat Junk- (Abfall) Status und ist keinen Pfifferling mehr wert. Wenn ein Banker ein Papier kauft, dann sieht er gleichzeitig nach, was für ein Rating dieses Papier hat, damit er gleichzeitig - wenn er es länger hält - eine Rückstellung in Höhe von ein paar Promille oder Prozent für etwaige Ausfälle bilden kann. Das geht statistisch meist ganz gut aus. Das System ist bzw. war in sich rund.


Und nun geht in USA der Höhenflug der Immobilienbranche zu Ende. Immer mehr Kredite werden notleidend, da die Häuslebauer die Raten nicht mehr bezahlen können. Was passiert?


Die Ratingagenturen reduzieren die Ratings der Papiere schrittweise von AAA an abwärts. Und mit jeder Abwertung des Papiers auf AA oder A muss das haltende Institut mehr Rückstellungen bilden. Doch auf einmal wechseln ein paar Papiere in den Junk-Status und die Bank muss die Verluste voll ausweisen. Zuerst rechnet man gegen allgemeine Rückstellungen. Dafür sind sie ja da. Aber auch die sind einmal ausgenutzt.


Verschärfend kam hinzu, dass Standard & Poor als wichtige Ratingagentur einen Wechsel an der Spitze des Managements hatte. Und welcher Chef will sich etwaige Verfehlungen seines Vorgängers anlasten lassen? Reihenweise fielen die Bewertungen auf Junk-Status. Und so wird auf einmal klar, warum ein Landesbank Chef von seinem Finanzminister rausgeschmissen wird, weil er ihm keine Vorwarnung geben konnte. Die Banken verlassen sich auf die Bewertungen der Rating-Agenturen und was von dort kommt trifft sie unvorbereitet wie ein Tsunami.


Hatte der Finanzminister mit dem Rauswurf recht? Nein - Aus meiner Sicht opferte er einen Bauern. Niemand, auch nicht der Nachfolger, hätte vorhersagen können, welche Papiere notleidend werden und welche nicht.


Es gilt eine ganz andere Frage zu beantworten. Warum handeln unsere Landesbanken mit Papieren, die sie nicht verstehen icon_question.gif icon_question.gif


Deutschlandweit sind vermutlich EUR25Mrd. zum Teufel. Und das sind erst die offiziellen Zahlen. Da mag noch so manches Paket an notleidenden Papieren auf B- in den Bilanzen hängen, für das erst ein paar Milliönchen Rückstellungen gebildet wurden. Wohl dem, der in weiser Voraussicht noch ein weiteres Milliärdchen im allgemeinen Chaos rückgestellt hat ...


Statt dieses reale Geld der Steuerzahler in US-Papieren zu parken und letztendlich durch Unwissen zu verlieren, hätte man dieses Geld in die deutsche Wirtschaft mit billigen Krediten stecken können. Was wäre passiert? Ein paar Milliarden wären vermutlich auch 'über den Jordan' gegangen. Doch dieses Geld wäre zum Großteil der deutschen Wirtschaft zu gute gekommen, da es hier investiert worden wäre. Jetzt freuen sich die Amerikaner, da diese Gelder allesamt in USA investiert, als Löhne bezahlt und wieder im Land verkonsumiert wurden.


Der eigentliche Skandal liegt aus meiner Sicht weder am US-System, noch an der Verbriefung der notleidenden Kredite. Vielmehr sollte eine deutsche Landesbank und auch kein Bundesinstitut Investitionen ohne einen Zusammenhang mit der deutschen Wirtschaft oder dem deutschen Bürger tätigen dürfen. Ich frage mich sowieso schon lange, warum die WestLB das schottische Kyndal Buyout finanziert hat. Die hatten dort aus meiner Sicht eigentlich nichts zu suchen. Die haben gehandelt, wie eine ganz normale privatwirtschaftliche Publikumsbank auch. Der Staat will freie Wirtschaft spielen. Bei Kyndal ist das noch einmal gut gegangen. Das wäre ein Fall für eine Privatbank gewesen, aber nicht für ein deutsches Bundesland.


Zumindest ich persönlich meine, dass ein Staatsbetrieb nie so effektiv, wie die freie Wirtschaft arbeitet. Warum wollen die trotzdem?


Und jetzt kommt die Politik ins Spiel. Man hat mit Basel II der gesamten Bankenlandschaft einen Maulkorb verpasst. Kredite an deutsche Klein- und Mittelbetriebe sind teurer und damit unlukrativer geworden. Finanzinvestoren und Mezzanine-Kapital sind die aktuellen Schlagworte für den Mittelstand. Statt also die Milliarden in Deutschland wirtschaftsfördernd zu geringer Verzinsung anzulegen, parkt man die Milliarden lieber auf den internationalen Finanzmärkten mit hohen Zinsen. Schließlich haben unsere Bundesländer eine Menge Schulden und wollen an ihren Landesbanken Milliarden für ihre Haushalte verdienen. Mit allen dazu gehörigen und für sie nicht überschaubaren Risiken.


Und das ist noch nicht alles. Auch der Bund sucht händeringend Geld, um seine ausufernden Haushalte mit immer frischen Mitteln zu versorgen. KfW und IKB sind hier die 'Problemkinder'. Ganz aktuell geht es bei der IKB noch einmal um eine Milliarde. Jetzt aber nicht durch Abschreibungen, sondern durch Schadenersatzklagen.

www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/329514.html


Ich kann mich nur zu alten Blog-Beiträgen www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php

wiederholen: In Schottland beleiht man ein Whiskylager. Aber wer würde in Deutschland einem Whiskyhändler für sein Lager ohne verbriefte Sicherheiten einen günstigen Kredit vergeben?


Na, da habe ich am Ende doch noch den Bogen zum Whisky gefunden.

Erpressbarkeiten

Haben Sie es letztlich mit bekommen? Das britische Königshaus wurde Ende Oktober erpresst. Zum Erpressen gehören natürlich immer zwei. Einer der erpresst und einer, der sich erpressen lässt (oder lassen muss).


Kann man The Whisky Store erpressen? Natürlich kann man das. Man könnte uns mit der Entführung von Mitarbeitern, mit Computerangriffen und so einigen anderen Dingen drohen.


Am Telefon hat meiner Frau schon einmal ein betrunkener Konkurrent mit: "Ich bring' Sie um!" gedroht. Auf der Messe in Limburg wurde ein Händler mir gegenüber sogar tätlich. Es ist schon schlimm, wenn Händler ihre besten Kunden sind und mit Alkohol nicht umgehen können. So etwas ist natürlich bitter. Wenn die so weiter machen, dann bringen sie sich noch selbst um und nicht meine Frau.


Schlecht ist es natürlich, wenn man sich Blößen gibt, so dass man erpressbar wird. Schöne Beispiele sind die Verwendung von nicht lizenzierter Software oder das Verletzen des Copyrights bei der Nutzung von gestohlenen Bildern im Unternehmen.


Schlimm ist es auch, wenn uns die frustrierten Ehefrauen der Konkurrenz anrufen. Das ist meiner Frau schon zweimal passiert icon_exclaim.gif Einmal wollte uns eine geschiedene Ehefrau die Kundenadressen ihres Mannes schenken - was meine Frau natürlich abgelehnt hat (geben sowie nehmen sind ungesetzlich). Das zweite Mal rief eine andere frustrierte Ehefrau an und wollte uns tolle Einkaufsquellen, -preise und -konditionen nennen. Auch da hat meine Frau ablehnend eingehängt.


Das beides waren nun keine Erpressungen im landläufigen Sinn. Eher ist da vorher etwas schief gelaufen; ein Erpressungsversuch ist vielleicht missglückt und nun gipfelte es in diesen Verzweifelungsaktionen, um dem Partner bzw. Expartner den maximalen Schaden zuzufügen.


Ordentliches Unternehmertum bedeutet, dass man im eigenen Haus alles soweit in Ordnung hat, dass man nicht erpressbar wird. Ich erinnere mich da an einen Fall in der Whiskyszene, wo ein gekündigter Mitarbeiter seinen Arbeitgeber beim Gewerbeaufsichtsamt anschwärzte ...


Die Angriffspunkte lauern allerorten. Die besagte unlizenzierte Software, die Missachtung von öffentlichen Auflagen, Schwarzarbeit mit Betrug der öffentlichen Kassen, Steuerhinterziehung, Zollvergehen (Alkoholsteuer), u.s.w. Die Liste möglicher Erpressbarkeiten ist ganz schön lang.


Wer als Unternehmer glaubt, dass er sich an Recht und Gesetz vorbei lavieren kann, weil er so klein ist oder weil es ihm so schlecht geht, der hat sich getäuscht. Wer lange im Markt ist und bleiben will und wer dabei mehr als eine One-Man-Show abgeben will, der kann und darf sich nicht vom Pfad der Tugend weg bewegen. Ehrlichkeit ist Trumpf! Denn irgendwann geht dann doch einmal ein Mitarbeiter. Wenn dann Erpressbarkeiten vorliegen, dann hat man ganz schlechte Karten.


Da aber relativ wenige Erpressungen in Deutschland an die Öffentlichkeit gelangen, stürzt sich die Presse begierig auf solche Dinge. Es ist die Presse, die diese Fälle extrem aufbauscht und ihnen mehr Raum gibt, als ihnen statistisch wirklich zusteht. Aber darin liegt ja nun mal der Reiz jeder Erpressung. Man muss richtig drohen können - dann fließt auch ordentlich Knete.


In Summe habe ich viel Vertrauen in unsere Wirtschaft. Wenn immer wieder einmal eine Sau durchs deutsche Dorf getrieben wird, dann bin ich mir sicher, dass dies ein Einzelfall ist, der endlich einmal der dauerhysterischen Presse wieder Futter gibt, um ganz pessimistisch die 'ach so schlechten Zustände' in Deutschland umsatz- und auflagenfördernd anzuprangern.


Jedes Mal ärgert mich dabei, dass bei jedem dieser Fälle der deutsche Unternehmer pauschaliert den Gierschlund & Raffkes zugerechnet wird. Das ist der Entwicklung unserer Gesellschaft nicht dienlich.

Tele-Akademie und Patchwork Familien

Ich liebe die Fernsehsendung 'Tele-Akademie', die jeden Sonntag Morgen um 7:15 bis 8:00 Uhr auf 3sat läuft. Hier gibt es ganz tolle Vorträge von renommierten Wissenschaftlern. Einen habe ich im vergangenen Jahr von der Anthropologin Prof. Dr. Helen Fisher gesehen.


Sie beschrieb in diesem Vortrag, warum die Menschen sich in der Regel nach 4 bis 6 Jahren scheiden lassen und führt dies auf unsere evolutionäre Entwicklung zurück.


Während Affenweibchen mit ihrem Nachwuchs vollkommen mobil sind - die Jungtiere halten sich wunderbar im Fell fest - sind die Menschenweibchen auf Hilfe angewiesen, bis der Nachwuchs selbst in der Gruppe mitlaufen kann. Also muss das Homo Sapiens Männchen dem Weibchen bei der Nahrungsbeschaffung etc. helfen, bis die Kinder selbstständig sind.


Dann zieht das Männchen hormongesteuert von dannen, um ein anderes Weibchen zu beglücken. Genetisch gesehen, hat ein solches Verhalten - besonders in kleinen Gruppen - wohl Vorteile.


Frau Fisher erklärt diesen ganzen Zusammenhang wunderbar in ihrem Buch Anatomy of Love: A Natural History of Mating, Marriage, and Why We Stray


Was hat das mit The Whisky Store zu tun? Nun hier müssen wir einen Rundumschlag über Frau Dr. Gabriele Pauli - das ist die bayerische Dame mit der Ehe auf Zeit - ausführen. Frau Pauli schlug also vor, dass sich eine Ehe, wie vor ein paar Tausend Generationen üblich, nach eben ein paar Jahren von selbst auflösen solle. Der Gedanke war nicht neu. Erwin Pelzig, alias Frank-Markus Barwasser, hat ihn bereits einmal kabarettistisch verarbeitet. Trotz der Wiederholung von Frau Pauli war der Aufschrei gewisser politischer Gruppierungen gewaltig.


Während in unserer Vorzeit die Weibchen ob dem Wechseln der Partner in der Gruppe keine Nachteile erfuhren, haben wir es heute zwar nicht mehr mit der großen Ächtung lediger Mütter und deren Kinder in der Gesellschaft unserer Großeltern zu tun. Aber die Frau und vor allem die Kinder haben bei Trennungen massive Nachteile (auch finanzieller Natur) zu ertragen, die ein ganzes Leben kaputt machen können.


Und das ist erst eine Seite der Medaille.


Unser gegenüber der Steinzeit auf das Vielfache verlängerte Leben bedarf jedoch eines ganz besonderen, neuen Ansatzes, wenn wir in Wohlstand selbst bestimmt alt werden wollen. Wenn nun Trennungen, Scheidungen und Patchwork-Familien einen ständigen, finanziellen und psychischen Aderlass von uns fordern, dann wird jedem schnell klar, dass eine funktionierende Familie bzw. Partnerschaft eine der wichtigsten Grundlagen für den wachsenden Wohlstand des Einzelnen in unserer Gesellschaft darstellt.


Nicht nur können wir mit Arbeitsteilung basiswirtschaftliche Gewinne einfahren (einer macht die Steuererklärung und der andere kümmert sich um die Versicherungen) - nein wir ziehen auch massive psychische Vorteile aus der Sicherheit einer funktionierenden familiären Partnerschaft. Und eben diese funktionierenden Familienstrukturen sind eine ganz wichtige Grundlage für die unzähligen Klein- und Mittelbetriebe auf der ganzen Welt, zu denen sich auch The Whisky Store zugehörig fühlt. Hier schließt sich nun der lange Bogen von Frau Prof. Fisher bis zum Whisky.


Politiker mit gesichertem Auskommen und Industriekapitäne mit hohen Einkommen mögen mit Lebensabschnittspartnerschaften zurecht kommen. Ein Kleinunternehmen dagegen muss über Jahrzehnte auf ein stabiles Fundament bauen, sonst geht es daneben.


Auch die Kleinunternehmen der deutschen Whiskybranche sind voll von diesen zwischenmenschlichen Vernichtungen von Werten ...


Morgen lüfte ich ein wenig diesen Vorhang des Schweigens. Wir sind hier aber nicht bei der Boulevard-Presse. Ich nenne keine Namen und zeige keine Fotos.

Überluxus

Haben Sie schon Alles? Es geht Ihnen richtig gut? Dann freue ich mich ehrlich für Sie.


Je nachdem - welche Maßstäbe man ansetzt - können Sie sich zusammen mit mir und rund 80% unserer Mitbürger über diese paradiesischen Zustände der heutigen Zeit freuen.


Luxus für Alle!


Wenn man aber nun aus psychischen Gründen mit manischer Gewalt mehr als andere haben will, was dann? Nun für alle die, wurde ein neues Wort erfunden:


Überluxus icon_exclaim.gif


Überluxus steht für all das, was sich der normale mit Luxus verwöhnte Mitbürger dann doch nicht leisten kann (oder will).


Zitat aus www.presseanzeiger.de :


Eine Folge davon ist, so Professor Wippermann (Professor für Kommunikationsdesign an der Universität Duisburg-Essen), dass sich ein allgemeiner Zustand des Überluxus einstellt. Das bedeutet, dass Luxus in allen Milieus an Bedeutung gewinnt und deswegen auch zunehmend zugänglich gemacht wird. Was für den Einen heute Luxus ist und von ihm zur Definition seiner Individualität herangezogen wird, ist Morgen bereits für Alle begehrenswert.

... und weiter ...

Einer Zeit, die eine leistungsorientierte Gesellschaft hervorbringt, in der sich Sieger vom Rest abgrenzen und dabei Orientierungs- und Lebenshilfe zunehmend vom Luxussektor beziehen."



Da haben wir es. Ein Überluxusauto oder eine Überluxusuhr muss aus therapeutischen Gründen so teuer sein, dass man jahre- oder monatelang dafür schuften muss. Nur dann ist das Ding so wertvoll, dass man sich mit diesem Überluxus vom Rest des 'Volkes' abgrenzen kann.


Socken für 75 Euro, Anzüge für 5.000 Euro und Whisky für 15.000 Euro icon_question.gif


Wo beginnt der Überluxus beim Whisky?


Das Luxusgut Single Malt Whisky ist so preiswert geworden, dass es sich 80% der Bevölkerung leisten könnten. Und - sieht man einmal von den wissenden Genießern wie Ihnen und mir ab - wird der Durchschnittsbürger einen Bowmore 15 Jahre für 50 Euro von einem Black Bowmore zum 60-fachen Preis nicht wirklich unterscheiden können.


Ist Überluxus etwas für Personen, die manisch an Minderwertigkeitskomplexen leiden? Kommt hier wieder der bereits beschriebene Snob raus?

www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php


Bevor wir nun alle zu klagen beginnen, dass man in diesem Jahr weniger im Portemonnaie hat als im letzten Jahr - es gab da eine Studie - sollte man sich wirklich fragen, ob man in diesem Rennen und Streben nach Luxus wirklich mitmachen muss.


Warum sich nicht mit weniger zufrieden geben? Die großen Hollywood Stars machen es uns vor. Nach dem Verdienst von vielen Zig-Millionen Euro und dem Gewinn des einen oder anderen Oscars fragen sie sich, was jetzt kommt?


Unter den wirklich erfolgreichen Stars wächst die Anzahl derer, die über Zen, Buddhismus und andere fernöstliche Heilslehren ihre Ziele jenseits des Mammons suchen. Müssen wir auch erst diesen 10 Mio. $ Gagengipfel erklimmen, um zu erkennen, dass das Glück auch in einer Whiskyflasche zu 42 Euro liegen kann? icon_wink.gif

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