The Whisky Blog

Herzlich willkommen! Dies ist ein Video-Blog in dem ich Whiskys verkoste und über Wissenswertes rund um Whisky spreche. Es lohnt sich wiederzukommen. Ich freue mich über jeden Kommentar.

Blog-Impressum  |  AGB-Community

 

 

Google und die Magnetfeld Resonanz Therapie

Letztlich habe ich einen Vortrag von einem Google-Offiziellen aus Hamburg gehört. Leider kam ich zu dem Vortrag etwas zu spät und so setzte ich mich still an die Seite und hörte zu, was der Herr zu sagen hatte. Angekündigt war Nikesh Arora, Vice President von Google Europe.


Doch der Herr, der da sprach, war nicht Nikesh Arora sondern ein anderes hohes Tier aus der deutschen Google Zentrale in Hamburg. Ich bin doch immer wieder überrascht, wie jung die heutigen Business Leader doch so sind. Oder bin ich alt geworden?


Dieser Herr hielt jedenfalls ganz gekonnt einen 'die Lücke füllenden' tollen Vortrag über die 10 sich am besten haltenden Gerüchte über das Internet. Einen kleinen Schwank möchte ich aus diesem Vortrag wiedergeben.


Eine ältere Dame jenseits der 70 betritt das Foyer von Google-Deutschland in der ABC-Straße in Hamburg. Der Herr am Empfang fragt die Dame, was sie denn möchte, denn nicht alle Tage treten Senioren durch die Eingangstür bei Google.


Gibt es bei Ihnen die Magnetfeld-Resonanz-Therapie?


Wie kommen Sie denn darauf icon_question.gif icon_question.gif


Als ich meinen Arzt nach dieser Therapie fragte sagte er, da müsse ich bei Google nachsehen icon_exclaim.gif


Netter Scherz - er soll sich so wirklich lt. Google Chef vor ein paar Monaten in Hamburg zugetragen haben. An dieser kleinen Anekdote kann man die Digitale-Kluft, die sich durch die Generationen und die Gesellschaft zieht, bestens erkennen.


Auch wir fühlen diese Kluft immer wieder im The Whisky Store, wenn wir Kunden auf Informationen im Internet hinweisen und Unverständnis ernten. Andersherum finde ich es immer wieder bemerkenswert, wie sich manche Menschen jenseits der digitalen Kluft mit Mühe durch das Internetangebot arbeiten, da sie diese Informationen woanders gar nicht finden können.


Wussten Sie, dass seit 2007 die Menschengruppe im Internet jenseits des Alters von 60 zahlenmäßig die Altersgruppe der 14 bis 19-Jährigen im Internet schlägt?


Zugegeben nicht nach Traffic. Aber nach Anzahl Köpfen.

Black Bowmore

Es kommt ein neuer Black Bowmore auf den Markt.

Ein Foto gibt es hier.


Ende Oktober trudelte die überraschende Pressemeldung herein. Es gibt eine neue Abfüllung des legendären Black Bowmore aus dem Jahr 1964. 1964 war für Bowmore ein besonderes Jahr, da massive Umbauten in der Brennerei nach dem Kauf durch Stanley Morrison 1963 durchgeführt wurden und man wieder in Betrieb ging.


Die wichtigste Änderung war wohl die Umstellung der Pot Still Heizung von direkter Kohlefeuerung auf indirekten Heißdampf.


Der erste Malt Whisky, der nach diesen Umbauten gebrannt wurde wanderte in Oloroso Sherryfässer und wurde zum legendären Black Bowmore. Es gab drei Abfüllungen: 1st Edition 1993 29J 2.000 Flaschen; 2nd Edition 1994 30J 2.000 Flaschen und Final Edition 1995 31J 1.812 Flaschen.


2007 erzielte eine Black Bowmore Flasche (Final Edition) bei The Whisky Store einen Erlös von 2.100 Euro. Einige Jahre zuvor betrug der Zuschlag bei The Whisky Store für eine andere Flasche der Final Edition 2.800 Euro.


Die neue Black Bowmore Abfüllung stammt wieder aus Oloroso Sherryfässern (5 Stück), die mit frischem Destillat am 5. November 1964 befüllt wurden. Das Alter des Malts beträgt 42 Jahre, was dieses Mal auf dem Etikett vermerkt wurde. Der Single Malt ist in Fassstärke belassen, die bereits auf 40,5% absank.


Und, wer hätte das gedacht. Auch diese Abfüllung ist wieder die erste von drei Abfüllungen, die die Beinamen "Black", "White" und "Red" tragen.


Wo wird der Verkaufspreis liegen?


Ich tippe auf jeden Fall auf einen Preis von oberhalb 2.000 Euro. 3.000 Euro würden mich auch nicht wundern. Schließlich hat Ardbeg mit seinem 1965 einen stolzen Wert vorgelegt, der so ungefähr die Richtung für den erzielbaren Preis von alten Islay Malts weist.


So betrachtet war der Preis von 1.395 Euro, den meine Frau für den 1964 Oloroso Sherry Cask Malt 2006 verlangte, glatt geschenkt. Auch der Bowmore 1957 mit 39 Jahren kostete ja schon 2.000 Euro. Da wird der neue "Black" sicherlich noch einen oben drauf legen können.


Wie werden sich die Preise des alten Black Bowmore durch diese Einführung entwickeln? Werden sie sinken?


Ich glaube nicht. Ich bin der Meinung, dass just jetzt, wo die Nachfrage nach dem alten Black Bowmore nicht mehr ganz so groß ist, die Aktivierung der Käufer gerade recht kommt. So gerät der alte Black Bowmore nicht in Vergessenheit.

Evolution - letzter Teil

Doch unsere genetische Evolution und die soziale Evolution des Menschen kommen oftmals mit diesem Fortschritt nicht mit. Diktatoren oder kleine Gruppen metzeln mit ihren Armeen die örtliche Bevölkerung nieder und versuchen sich an der Atombombe.


Dagegen haben es Gesellschaften in einzelne Regionen auf dieser Erde noch nicht einmal geschafft, die 50% der weiblichen Bevölkerung intellektuell zu integrieren. Wie wollen solche Gesellschaften langfristig überleben? Es ist bereits jetzt deutlich erkennbar, dass diese sozialen, evolutionären Irrwege ganze Volkswirtschaften benachteiligen und letzten Endes sogar auslöschen werden.


Wundert es sie auch, dass unsere Regierung immer mehr Gesetze erlässt und trotzdem keine Gleichheit in der Bevölkerung erreicht? Verordnet man Gleichheit aus einer elitären Führungsclique wie z.B. im Kommunismus geschehen, so wird der gemeine Bürger zwar gleich - jedoch geht das zu Lasten des allgemeinen Wohlstandes, was letztendlich zum Widerstand des einzelnen führt. Ich will damit nicht ausdrücken, dass Gleichheit nicht anzustreben ist. Es stellt sich aber die Frage, ob aktive Gleichmacherei der Weg zur Gleichheit ist?


Evolution bedeutet für mich in der Wirtschaft das beständige Suchen (zufällig und meinetwegen auch gerichtet durch Einzelne) nach möglichen Wegen. Wenn viele einzelne gerichtet suchen, dann kann das aus großer Ferne wie ein zufälliges Suchen aussehen. Der Staat agiert dagegen und erlässt neue Gesetze. Natürlich geht die Suche weiter. Und hat der Staat dann irgendwann alles vernagelt und die Möglichkeiten beschnitten, dann übernehmen andere Volkswirtschaften mit breiterem evolutionären Spielraum die Führung.


Haben diese Kenntnisse einen Einfluss auf mich und The Whisky Store? Wir sind Teil der wirtschaftlichen Evolution und können uns ihr nicht entziehen. Ich bin oftmals nicht zufrieden mit dem einen oder anderen Gesetz aus Berlin oder dem Verhalten eines global Players.


The Whisky Store muss mehr als einmal auf solche äußeren Einflüsse reagieren. Jammern und granteln hilft in diesen Fällen nicht weiter. Doch bislang hat sich immer gezeigt, dass die Zeit (fast) alle Wunden heilt, so lange man Neues in seiner ausreichend großen, evolutionären Nische vorfindet und sich ständig Neuem widmet.


Mit Gewalt bestimmte Dinge erreichen zu wollen funktioniert selten und oftmals auch nicht auf Dauer. Gegen die Natur schon gar nicht. Wir von The Whisky Store lassen der Evolution auch im wirtschaftlichen Sinne freien Lauf und passen uns unserer Umwelt an. Wir versuchen den evolutionären Weg zu erkennen und kämpfen nicht dagegen an. Nur wer viel Neues ausprobiert und sich auch auf lokales Scheitern einlässt, der wird den Weg zum Gipfel der Evolutionspyramide finden.


Späteres Aussterben nicht ausgeschlossen icon_wink.gif

Evolution - Teil 3

Teil 2:

www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php


Die Evolution ist ein ganz einfacher, zufälliger Prozess. Die meisten Reproduktionen eines funktionierenden, reproduktionsfähigen Objektes erfolgen fehlerfrei. Hin und wieder kommt es jedoch zu zufälligen Abweichungen. Sind die Abweichungen zu gering, kann sich das Objekt nicht zügig weiter entwickeln und/oder veränderten Randbedingungen schnell anpassen. Deswegen gibt es in der Biologie die sexuelle Vermehrung. Sie hat deutliche Vorteile, wenn es darum geht, evolutionäre Vorteile innerhalb einer Population schnell zu verbreiten. Sie generiert auf zügige aber zufällige Weise eine Vielzahl von leichten Variationen innerhalb einer Spezies.


Die Mehrzahl dieser Abweichungen sind unerheblich oder nicht förderlich für die evolutionäre Entwicklung des Objekts. Doch hin und wieder sorgt der Zufall für eine Verbesserung, die sich in Folge in verbesserter Vermehrung und/oder Überlebenswahrscheinlichkeit ausdrückt. Irgendwann jedoch ist das Maximum der Entwicklungsmöglichkeit unter den Lebens- und Selektionsbedingungen erreicht. Nichts geht mehr. Man steht auf dem jeweiligen Gipfel der Evolutionspyramide. Wenn sich nun die Randbedingungen bzw. die Lebensbedingungen ändern und kein evolutionärer Weg mehr zu einem neuen (über-)lebbaren Gebiet führt, dann stirbt das Objekt aus.


Ende. Schluss der Entwicklung. Neandertaler, Dinosaurier, Gaslicht, Telex, usw.. Ändern sich die Randbedingungen schnell und gravierend, kann das das Aus bedeuten. Doch auch hierfür hat die Evolution einen Ausweg gefunden. Parallel zum Dinosaurier entwickelten sich kleine Säugetiere, die später eine Chance bekamen.


Auch hier soll ein nicht ganz passender Vergleich im Whiskyumfeld das Prinzip aufzeigen. Blended Whisky scheint im europäischen Umfeld evolutionär nieder zu gehen. Die Verkaufszahlen stagnieren bzw. sinken. Die Evolution generiert moderne blended Designer-Ware, die sich anscheinend auch nicht richtig durchsetzen kann. Das erste Artensterben findet bereits statt. Vom Mainstream unbeachtet hat sich der Malt-Whisky in einer Nische entwickelt, die auf einmal einen starken und stetigen Aufschwung erfährt. Die Spezies Blend muss nach Asien auswandern. Aber die Spezies Single Malt bleibt ihr auf den Fersen und wird sie sicherlich später auf den neuen Evolutionsfeldern in Asien bedrängen.


Wie in der Natur beginnt eine einzelne Art eine Nische auszufüllen. Dann erfolgt ein explosionsartiges Arten-Wachstum, wie wir es in den vergangenen 10 Jahren bei den Single Malts gesehen haben. Mit dem Anstieg der Artenvielfalt und der Bevölkerungsdichte wird die Luft auf den Gipfeln der Evolution dünner, was zu einer Selektion und der Verminderung der Artenvielfalt führt. Am Ende bleiben wenige Spezies übrig. GM + Ford; McDonald's + Burger King; Coca Cola + Pepsi … Dann geht es von vorne los. Red Bull, Bionade, … Alles ist in Bewegung - alles ist im Fluss - nichts ist beständiger als der Wandel.


Doch ich schweife ab. Kommen wir zurück zu der letzten Frage aus Teil 2 dieser Beitragsserie. Warum explodierte in den vergangenen 200 Jahren unsere technische Evolution? Während die natürliche Evolution, vom Trial and Error getrieben, immer nur einen kleinen, positiven Prozentsatz an Veränderungen hervorbrachte, sorgten im ausgehenden Mittelalter unsere großen Wissenschaftler (Galileo Galilei, Johannes Kepler, Isaac Newton, etc.) für eine Basis, die die technische Evolution weitaus zielgerichteter - und nicht zufällig - abliefen lies. Während man im tiefsten Mittelalter für mehrere Jahrhunderte versuchte Gold aus anderen Stoffen herzustellen und das Erlernen des Rechnens den einfachen Leuten verboten war, waren bis 1850 die wichtigsten Irrtümer vom 'wissenschaftlichen' Tisch und der 'Königsweg' schriftlich dokumentiert und per Druckerpresse verbreitet.


Der Wohlstandszuwachs aus der technischen Evolution konnte damit weitaus schneller erfolgen und durch die neu gewonnene Speicherfähigkeit des bedruckten Papiers nachhaltiger ausfallen.

Evolution - Teil 2

Teil 1:

www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php


Wussten Sie, dass die DNS - der Erbcode des Menschen - zu 60% mit der DNS einer Maus übereinstimmt? Fast 99% unseres Erbguts stimmen mit dem eines Schimpansen überein. Und trotzdem macht dieses eine Prozent so viel aus.


Die Evolution läuft (für mich) erschreckend schnell. In nur 300.000 Generationen sind wir zu dem geworden, was uns vom Schimpansen unterscheidet. Affen können Gebärdensprachen lernen. Sie können aber, genetisch bedingt, nicht sprechen. Zur Sprache haben wir Homo Sapiens uns erst in den vergangenen 10.000 Generationen entwickelt. Das ist für mich eine beunruhigend kurze Zeitspanne. Sauberes Erbgut, überlegene Gene? Weit gefehlt - alles ist beständig im Fluss.


Doch nicht nur in körperlicher, genetischer Hinsicht haben wir eine gigantische, evolutionäre Entwicklung hinter uns gebracht. Auch im sozialen Bereich haben wir evolutionär viel ausprobiert: Hordenführer, Siedlungsbürgermeister, absolutistische Herrscher, Patriarchat, Matriarchat und letztendlich die Demokratie haben uns jeweils den passenden sozialen Kontext gegeben, damit wir uns weiter entwickeln konnten.


Lassen Sie mich ein Beispiel geben, damit das richtig zu Ihnen 'rüber kommt. Jugendliche Schwerverbrecher sitzen bei uns (meist) vor Beginn der Reproduktionsphase im Gefängnis. Das war nicht immer so. Eigentlich war es noch nie besser als heute.


Langfristig (100+ Generationen) werden diese 'Fähigkeiten' bei uns also aussterben. Sehen wir einmal vom genetischen Zufall ab, der immer wieder die eine oder andere verquerte Seele erschafft, die durch unsere Gesellschaft nicht sozialisiert werden kann.


Neben dieser sozialen Evolution im Gehirn des Menschen findet gleichzeitig auch eine technische Evolution oder sagen wir lieber eine Evolution in technischen Fähigkeiten statt. Es begann bei den Knochenwerkzeugen, Steinkeilen und dem Rad. Es ging weiter mit Kupferäxten, eisernen Nägeln und dem Pflug. Über viele Generationen konnten wir die Baupläne dieser technischen Fähigkeiten speichern bzw. überliefern und ständig verbessern. So ist aus den ersten Destillationsversuchen zur Parfümgewinnung im alten Ägypten bis heute aus dieser Bauanleitung (siehe Teil 1) ein komplexer, technisch hocheffizienter Prozess mit vielfältiger Zielsetzung geworden.


Während die biologische Evolution mit 300.000 Generationen vergleichsweise langsam verlief, rast die technische Evolution seit ein paar Hundert Jahren in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Und nicht nur das. Sie beschleunigt weiter. Evolutionsforscher berechnen gerne die Leistungsfähigkeit verschiedener Zeitalter. So hatte ein steinzeitlicher Jäger ein Jahreseinkommen, umgerechnet auf heutiges Geld, von rund 100 Dollar. Schon die Römer lagen bei 1.000 Dollar. Dann fiel das Einkommen im dunklen Mittelalter wieder ab. Und selbst der durchschnittliche Brite um die Jahre 1800 bis 1850 lag im normalisierten Einkommen immer noch dichter bei den Römern als bei uns, seinen Urenkeln.


Warum explodierte unser Wohlstand icon_question.gif Warum konnten wir in so kurzer Zeit so viel erreichen?


Um dies zu verstehen, muss man die Wirkungsweise der Evolution verstehen. Darum werden wir uns morgen kümmern.


Teil 3: www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php

« November 2014»
So Mo Di Mi Do Fr Sa
            1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30            
Diesen Blog durchsuchen

Besuchen Sie unseren Internet-Shop. Rund 1.000 Whiskyflaschen und begleitende Artikel warten auf Sie! Jetzt zum Shop

Die Destillation

Die Destillation

 
Whisky früher und heute

Whisky früher und heute

 
Unabhängige Abfüller

Unabhängige Abfüller

 
Ihr Tasting zu Hause

Ihr Tasting zu Hause

 

Whisky-Datenbank 

Suchen Sie nach alten Flaschen oder legen Sie Ihre eigene Sammlung an und profitieren Sie von den Flaschen-Bewertungen!