The Whisky Blog

Herzlich willkommen! Dies ist ein Video-Blog in dem ich Whiskys verkoste und über Wissenswertes rund um Whisky spreche. Es lohnt sich wiederzukommen. Ich freue mich über jeden Kommentar.

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Wieder Dreizylinder - Toyota Yaris

Nun wird das wohl langsam etwas mit den sparsamen Autos. Lange haben wir uns auf der spritfressenden Überholspur bewegt. Jetzt scheinen sich so langsam die vernünftigen Alternativen den Markt zu erobern.


1983 flog ein Verwandter nach Ceylon (heute Sri Lanka) und nahm sich dort einen Leihwagen. Und was bekam er? Einen Daihatsu Cuore. Und die Überraschung! Es war ein Dreizylinder. Dreizylinder werden häufig als rau und unrund laufend bezeichnet. Doch sie haben einen gewaltigen Vorteil: Weniger innere Reibung als ein 4, 5 oder 6-Zylinder. Und weniger Reibung bedeutet weniger Spritverbrauch.


Lange Jahre war der Daihatsu der einzige Dreizylinder am Markt. Ein Freund aus dem Nachbarort hatte ihn als Zweitwagen angeschafft. 10 Jahre ist er bei ihm zuverlässig gelaufen.


Vor rund 10 Jahren kaufte dann eben der Verwandte von oben sich einen Dreizylinder Opel Corsa. Ein tolles Auto mit geringem Spritverbrauch, das ihn mit seiner 4-köpfigen Familie immer sicher von A nach B brachte. Er brummte zwar atypisch, aber der niedrige Spritverbrauch überzeugte.


In diesem Jahr bekam ich dann zum ersten Mal einen Leihwagen (Polo von Volkswagen) mit Dreizylindermotor:

www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php


Jetzt war es wieder soweit. Mein aktueller Leihwagen war ein Toyota Yaris 1.0 mit Dreizylindermotor. Der Wagen war durchaus mit dem Polo aus dem obigen Beitrag vergleichbar. Auch wenn der Motor mit 1.0 Litern (statt 1,2L beim Polo) eine Nummer kleiner ausfiel, der Innenraum größer erschien und der Kofferraum etwas kleiner aussah. Doch die Fahrleistungen waren sehr vergleichbar. Und das selbe Brummen vom Motor. Doch alles an diesem Auto war anders als beim Polo abgestimmt und das Auto fuhr sich leichter und lockerer. Weniger Lenkkräfte, mehr Platz hinter dem Lenkrad, hellere Farben, weniger Sportlichkeit und auch die sich weit vorne befindliche Frontscheibe schafft 'optischen' Raum, den der Polo nicht hat.


Ob der Wagen nun schneller als der Polo war, kann ich nicht beurteilen. Auf dem Papier haben sie in etwa die selben Fahrleistungen. Der Polo hat etwas mehr Drehmoment wegen des größeren Hubraums. Dafür hat der Toyota etwas mehr PS. Nur beim Verbrauch gibt das Papier für den Toyota bessere 127g CO2 an. Beim Polo sollen es 142g (+12%) sein, was mir die Tankquittung nachher auch zeigte. Ich bin bisher noch nie selbst mit einem Auto gefahren, das weniger 5L/100km brauchte. Der Yaris war für mich mit rund 4,6 Litern/100 km die Premiere.


Das Armaturenbrett des Yaris mit seiner Digitalanzeige ist dagegen gewöhnungsbedürftig. Doch nach kurzer Zeit kam ich als technischer Mensch gut damit zurecht. Die Digitalanzeige befindet sich in der Mitte des Armaturenbretts und wird über eine Linse in der Abdeckung vergrößert. Man blickt in diese Haube des Instrumententrägers hinein und fokussiert mit seinen Augen irgendwo in den Motorraum. Das Bild der Anzeigen ist virtuell deutlich weiter von einem entfernt, als reale, konservative Instrumente.


Doch diese Anordnung hat auch einen Vorteil! Wenn man älter wird und sich die Augen nicht mehr so schnell fokussieren, dann fällt einem der Blick auf die Instrumente leichter. Ein ähnliches Gefühl hatte ich bislang nur im 535d mit dem Headup-Display.


Und der Rest vom Yaris? Keine Überraschungen - alles da - sogar eine Klimaanlage. Ein grundsolider Toyota. Nichts klappert, alles funktioniert und macht den Anschein, als ob das für Jahre auch so bleiben wird.


Was für eine Note gebe ich dem Yaris? Eine 1-. Nur das relativ hohe Gewicht des Autos sorgt bei mir für eine Abwertung. 1.050 bis 1.100kg sind aus meiner Sicht zu viel für ein so kleines Auto. Hier muss noch mehr getan werden, was mit Sicherheit den Benzinverbrauch weiter senken könnte.


Nachtrag: Freunde von mir fahren einen Smart Fortwo. Ebenfalls mit einem Dreizylindermotor. Doch wenn ich diesen Yaris mit dem Smart vergleiche, dann braucht der Yaris bei viel größerem Platzangebot weniger Sprit, als der per Turbolader aufgerüstete, leichtere, aber 7 Jahre alte Smart. Die Zeit bleibt nicht stehen. Hier sieht man den technischen Fortschritt.

Busfahrer der Lüfte

Welche Frau träumt nicht von einem Piloten als Mann ... ?


Ein junger Freund der Familie hatte sich bei der Lufthansa (LH) im vergangenen Frühjahr als Pilotenschüler beworben. Er träumt den Traum vom Fliegen, wie so viele Jugendliche auch. Und da er vor zwei Jahren noch sehr jung war und die LH ihn so jung nicht nehmen wollte, hat er sich zu einem Maschinenbaustudium an einer bayerischen Universität eingeschrieben.


Und wie er nun so im dritten Semester studiert, nimmt die LH diesen jungen Mann an und lädt ihn nach Bremen zur Vorstellung und technisch-/psychologischen Tests ein. Er war voller Freude. Als er sich mit mir als Fachmann (immerhin habe ich mein Diplom in Luft- und Raumfahrttechnik gemacht) so unterhalte, merke ich schnell - diesen jungen Mann werden sie bei der LH vermutlich nehmen. Wenn einer Pilot wird (einige meiner Studienkollegen sind es), dann er. In ihm brennt das richtige Feuer fürs Fliegen und achtsam und vorsichtig ist er auch. Die notwendige Intelligenz nebst Auge-Hand-Koordination hat er ebenfalls.


Als ich ihn fragte, wie das nun heutzutage vor sich gehen würde sagte er mir, dass man bei der LH auf zwei Arten zum Piloten wird. Einmal gibt es den ganz normalen Piloten. Man macht seinen Schein und kommt möglichst schnell als Copilot auf den Flieger. Die zweite Art ist etwas komplexer. Man macht gleichzeitig ein Studium an der Fachhochschule und wird zum Bachelor of Science in Luftfahrttechnik ausgebildet. Diese erweiterte Ausbildung hat den Vorteil, dass man im Fall der Fälle der späteren Fluguntauglichkeit (Augen, Diabetes, usw.) nicht arbeitslos wird, sondern in der Technik der Fluggesellschaft weiter arbeiten kann.


Eigentlich ideal. Und mir erzählt der Grünschnabel, dass er sich für den einfachen (Air-)Busfahrer beworben hat und dass er nun sein Maschinenbaustudium im dritten Semester schmeißt. Was hat denn seine Familie dazu gesagt? Keine Beratung, keine Planung, Null! Ich war sehr traurig, doch er wollte nun möglichst schnell von der Uni weg und auf den Flieger.


Die Welt ist aber doch gerecht. Hier kommt die Story: Er fliegt also nach Bremen zur Vorstellung und passiert alle Tests mit wehenden Fahnen. Null Problemo! Am Ende nimmt ihn der Einstellungsleiter zur Seite und sagt ihm: "Der Kurs beginnt zwar schon im Sommer, aber ich nehme Sie nur, wenn Sie vorher ihr Vordiplom im Maschinenbau absolvieren! Mit dem Maschinenbau-Vordiplom einer deutschen Uni in der Tasche, überholen Sie Ihre Kollegen auch dann noch, wenn Sie erst im September anfangen."


Diesen Herren in Bremen habe ich in Abwesenheit mehrfach umarmt. Danke icon_exclaim.gif


Im Herbst hat der zukünftige Pilot nun seine Prüfungen abgelegt und das Vordiplom bestanden. Herzlichen Glückwunsch!

Von Optimisten und Pessimisten

Als wir unsere Halle vor 7 Jahren bauten, bemerkte einer der neuen Nachbarn, dass ich immer fröhlich wäre, ein Lächeln auf den Lippen trüge und ständig gute Laune verbreitete. Und das trotz Baustelle und engen Terminplänen. Das sei ihm unverständlich. Er hätte selbst gerade erst gebaut und das war alles andere als lustig.


Nun ja, ich bemühe mich immer positiv und fröhlich durchs Leben zu gehen. Mein Unterbewusstsein reflektiert schließlich meine Stimmung und wenn ich miesepetrig durch die Welt laufe, dann wird mir nicht viel Gutes widerfahren. Gleichartige Gedanken ziehen sich an. Fröhliches zieht Gutes an und Miesepetriges zieht Schlechtes an. www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php


Letztlich las ich ein tolles Buch. Der Titel ist jetzt einmal egal. In ihm beschrieb der Autor, dass die Menschen viel zu optimistisch seien und sich deshalb in ihrem Leben oftmals übernähmen.


Wie bitte icon_question.gif auf welchem Stern lebt denn der icon_exclaim.gif Wenn man sich bei uns in der Öffentlichkeit und der näheren Umgebung umhört, dann strotz alles nur so von Pessimismus.


Wenn wir unsere Kunden bitten, den Geschmack von Whisky zu bewerten, dann sieht man Probleme mit dem Datenschutz; wenn Whisky in neue Flaschenformen abgefüllt wird, dann vermutet man einen Fall von Camouflage oder potentiellem Kundenbetrug; wenn ein neuer Whiskyjahrgang erscheint, dann sucht man verzweifelt den alten noch zu bekommen und wenn das Forum-Passwort zu kurz ist, dann steht Polen offen.


Doch nicht nur bei uns ist das so. Die ganze Presse sieht überall und immer Probleme. Ja die Gesellschaft steht kurz vor dem Abgrund; morgen sind wir einen Schritt weiter; und die Russen (oder Amis, oder Türken) kommen sowieso ...


Und dann sprach dieser Buchautor von zu viel Optimismus. Irgendwie bekam ich das nicht auf einen Nenner. Und tatsächlich - obwohl der Name des Autors recht Deutsch klang - stammte er aus den USA. Und da ging mir ein Licht auf.


Kann es sein, dass kulturbedingt der Deutsche alles sehr kritisch beäugt? Dass er erst einmal Bedenken trägt und Angst vor Neuem hat, bevor er sich darauf einlässt? Und dass es in anderen Ländern ganz anders ist? Zu diesem Argument passt auch die Untersuchung der 'Perspektive Deutschland'.

www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php


Obwohl wir mit der Zufriedenheit von 84% hier im bayerischen Oberland an der Spitze Deutschlands liegen, werden unsere Zukunftsaussichten von den Bürgern total mies bewertet. Es ist sogar richtig paradox. Die Zufriedenheit in unserer Umgebung nimmt von Jahr zu Jahr immer weiter zu (lt. Studie Perspektive Deutschland), und der 'gefühlte' Ausblick der Menschen für die kommenden Jahre wird in der Studie immer schlechter. Unsere Tageszeitung titelte letztes Jahr in etwa auf der ersten Seite: 'Reiches Bayern - sieht viele Probleme'


Klarer Fall - wir steuern auf die Apokalypse zu, weil es uns wie im alten Rom jetzt zu gut geht. Das kann gar nicht sein; so gut darf es einem gar nicht gehen; das wird einem Menschen doch nicht vergönnt sein; Hochmut kommt vor dem Fall; Nach jedem Aufstieg Deutschlands folgte doch immer wieder ein Krieg ...


Was noch icon_question.gif


Der Mensch und ganz besonders der Deutsche hat noch mit einem weiteren Gefühl zu kämpfen. Auch wenn in seiner Näheren Umgebung alles wunderbar ist, geht er von furchtbaren Zuständen in größerer Entfernung aus.


Wie passen Sie Whiskygenießer - die Sie ja immer wieder mit neuen Flaschen ins Geschmacks- und Geldrisiko gehen - mit diesem pessimistischen Weltbild des Deutschen zusammen?


Ich glaube, dass der deutsche Michel von denen da oben künstlich zum Pessimisten gemacht wird, damit die Obrigkeit besser weg kommt. Ich glaube nicht an Verschwörungen bei denen viele konspirativ am gemeinsamen Strang ziehen. Aber viele haben bemerkt: Wenn man dem Bürger den Teufel an die Wand malt und Beweise für die furchtbaren Taten und die Zustände in der Ferne liefert (die man durchaus findet), dann kann man mit seiner Umgebung und mit Deutschland als Ganzes doch zufrieden sein. So denken und handeln unkoordiniert Alle und in Summe kommt dabei heraus, was wir täglich in den Zeitungen, dem Radio und dem Fernseher vorgesetzt bekommen.


Aus dieser Ecke könnte auch unsere Reformträgheit herrühren. Wenn sich etwas ändert, dann kann das ja unter diesen Voraussetzungen nur zum Schlechteren führen. Wenn es uns gut geht und der Nachbarschaft schlecht (was nicht stimmt - aber die Nachbarn glauben überraschend genauso), dann muss jede Änderung zwingend zum Schlechteren führen. Also bitte keine neue Technik; keine Experimente; kein Dies; kein Das - Erstarrung!


Wenn man dagegen unsere lange, lange geschichtliche Entwicklung betrachtet, dann geht es - von Kriegen einmal abgesehen - mit uns Menschen eigentlich immer nur bergauf. Und wenn wir nicht hätten wissen wollen, was auf der anderen Seite des Flusses liegt oder hinter den Bergen oder am Ende des Ozeans, dann wären wir in grauer Vorzeit vermutlich ausgestorben. Laut Evolutionsbiologen muss es einmal sehr knapp für den Homo Sapiens gewesen sein. Bis auf wenige Zigtausend Individuen - so ließt man wohl aus unseren Genen - sollen wir angeblich zusammen geschrumpft gewesen sein, bevor die Expansion über den Planeten richtig los ging. Nur wer etwas wagt, der kann auch etwas gewinnen. Auch wenn wir alle älter werden, so sollten wir uns doch die Neugier und die Aufregung vor etwas Neuem nicht nehmen lassen.


Ich versuche schon lange mit wachsendem Erfolg mich von all diesem Negativen zu befreien und lasse mich nur noch begrenzt fernsteuern. Doch hin und wieder fällt es einem schwer, seine Ohren vor diesen Kassandra-Rufen zu verschließen.


Da ich so versuche Optimist zu bleiben, geht es mir in Retoure auch gut. Etwas kritische Reflektion darf natürlich nicht fehlen, sonst erwischt man auch einmal einen ins Verderben weisenden Pfad. Doch man sollte sich davon nicht gefangen nehmen lassen. Etwas kritisches Hinterfrage ist ok. Aber lässt man so etwas großflächig einreißen, so zieht es einen runter.


Und bei all dem Klagen darf man nicht vergessen, dass es manchen Menschen auch richtig schlecht geht. Also muss man sich für die wirklich Bedürftigen engagieren. So wie meine Frau (mit meiner Hilfe) z.B. in der Bürgerstiftung Seeshaupt.

www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php

Tut man das nicht, dann findet man seinen eigenen Seelenfrieden nicht. Auch der ist wichtig.


Und der Whiskygenießer? Er lässt sich seinen Genuss im trauten Heim nicht von Dritten künstlich vermiesen. Hier kann man experimentieren - hier gibt es regelmäßig Neues. Der Einfluss des Staates reicht weit, aber beim abendlichen Whisky ist doch Schluss mit München, Berlin und Brüssel.


"Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein." (Goethe)

Die Lagerprinzessin

Sie kennen Lagerschlampen icon_wink.gif Hier ist ein Link auf den Beitrag über die Lagerschlampe.

Vergangene Woche war es soweit. Unser sieben Jahre alter elektrischer 'Geh-Gabelhochhubwagen' wurde abgeholt und durch einen neuen ersetzt. Sie können es auf dem Bild sehen. Glänzend sauber und rausgeputzt steht unsere neue Lagerprinzessin da. Jeder freut sich an ihr. Die Arbeit macht jetzt noch einmal soviel Freude.

Im Prinzip sah unser alter Stapler ähnlich aus. Doch viel größer, klobiger und träger. Der neue ist kleiner, hebt nach wie vor 1 Tonne, ist schneller und kann viel, viel mehr. Das Wichtigste ist die Hubhöhe. Jetzt können wir unsere Paletten fast vier Meter hoch heben. Und das in nur 20 Sekunden - der halben Zeit von früher. Mit der größeren Hubhöhe gewinnen wir im Lager ungenutzten Platz nach oben. Mehr als sechs zusätzliche Paletten lassen sich so einlagern.

Zudem ist das Gehäuse der Prinzessin viel kleiner. Und so flitzen wir behänder um die Ecken und können auf dem Boden die Paletten enger stellen. Dazu haben wir jetzt als Antriebsrad ein richtiges, großes Gummirad bekommen. So machen uns sogar Schneereste auf dem Hof beim abladen der LKWs nicht mehr so viel aus.

Ganz besonders freut uns aber das Innenleben des neuen Geräts. Während die alte Dame ganz schön durstig mit den alten Bleiakkus war (Wasser nachfüllen), hat die Prinzessin wartungsfreie Gel-Akkumulatoren. Stecker rein und - fertig.

Ach ja - Preise hat die Lagerprinzessin auch schon gewonnen. Sie erhielt 2006 in Deutschland den 'iF product design award' vom Design Zentrum Nordrhein Westfalen für anspruchsvolles und innovatives Design sowie eine Goldmedaille in den USA im Rahmen der 'Industrial Design Excellence Awards 2007' von der Industrial Designers Society of America.

Hoffentlich weigert sich die goldige Prinzessin nicht, Whiskys - die noch keine Goldmedaillen verliehen bekommen haben - in Zukunft zu heben ... icon_wink.gif

Risiko, Risikoooo

Haben Sie einmal bei einer GmbH etwas gekauft, dann die Rechnung per Vorkasse bezahlt und die Lieferung nicht erhalten, da die GmbH in Insolvenz ging? Nach dem bayerischen Spruch "Geh'st mit, bist hi" (Gehst Du mit, bist Du geliefert).


Kommt selten vor, aber doch - das gibt es. Eine GmbH ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Und das bedeutet, wenn die GmbH pleite macht, dann sehen Sie mit dem Ofenrohr ins Gebirge. Zweimal ist mir das bislang passiert. Einmal als ich meine Fenster im Haus habe wechseln lassen. Nach ein paar Monaten brach ein Fensterbeschlag. Die Rechnung war bezahlt und das Unternehmen pleite. Die gesetzliche Gewährleistung konnte nicht erbracht werden. Das zweite Mal geschah bei der Einführung des neuen Shop-Systems im The Whisky Store. Der Lieferant einer besonderen Software ging den Bach runter. Die 2.500 Euro waren noch der geringste Schaden. Viel gravierender machte sich die zeitliche Verzögerung bemerkbar.


Was für Chancen haben Sie, einem solchen Risiko zu entgehen? Man hört sich über Lieferanten in der Branche so rum, aber wenn Niemand etwas sagen kann, dann haben Sie ein Problem. Man kauft die Katze im Sack.


In Großbritannien ist das anders. Auch dort gibt es die Limited als haftungsbegrenzte Firmenform. Sie wollen wissen, was eine britische Ltd für einen Umsatz und Gewinn gemacht hat? Ganz einfach: Es gibt in UK seit Jahren im Internet ein offizielles Firmenregister, in das Jedermann - gegen geringe Gebühr - Einblick hat. Da schaut meine Frau rein und weiß genau, was sich beim Lieferanten so tut. Nur mit so einem Verfahren sind die Chancen gleich verteilt. Konnte sich bislang eine GmbH hinter ihrer Anonymität verstecken und sich auf ihrem Schutz ausruhen, so wird sie auf diese Weise gezwungen allen ihren Kunden reinen Wein einzuschenken.


Als ich vor vielen Jahren Geschäftsführer einer GmbH war, machte es mir mein Wirtschaftsprüfer klar. Jede auch noch so kleine GmbH in Deutschland ist veröffentlichungspflichtig. Macht bloß keiner. Und fordert auch selten jemand per Klage vor Gericht ein. Kommt aber vor.


Seit ein paar Jahren treibt jedoch die EU die Veröffentlichungspflicht der Gesellschaften mit beschränkter Haftung voran. So auch bei uns. Und jetzt gerade wird es ernst. Auf der deutschen Webseite: https://www.unternehmensregister.de lassen sich, gegen geringe Gebühr, die Daten aller GmbHs und GmbH & Co. KGs mit dem Jahresabschluss 2006 auslesen. Naja - müssten man können - stellt aber keiner ein. Noch nicht icon_exclaim.gif Das wird sich in Kürze ändern. Unsere IHK (www.ihk-muenchen.de) schreibt in ihrem Januar Newsletter:


Verstöße gegen Meldepflicht - Bundesamt kündigt erste Mahnverfahren an


Aktiengesellschaften, GmbHs und GmbH & Co. KGs, die ihre Veröffentlichungspflichten nach dem Handelsgesetzbuch noch nicht erfüllt haben, sollten sich beeilen: Das Bundesamt für Justiz hat angekündigt, "in Kürze" mit den ersten Mahnverfahren zu beginnen. Darauf weist IHK-Rechtsexperte Markus Neuner hin. Neuner verweist auf einen Bericht der FAZ, wonach es bundesweit knapp 500.000 Unternehmen versäumt haben, ihre digitalisierten Jahresabschlüsse fristgerecht dem elektronischen Bundesanzeiger zuzuleiten. Den Unternehmen drohen jetzt Ordnungsgelder zwischen 2.500 und 25.000 Euro. Das Bundesamt hat zwar mitgeteilt, man werde die Nachzügler in diesem Jahr noch mit einer gewissen Nachsichtigkeit behandeln, hat aber auch die Unternehmen deutlich gewarnt, die sich kategorisch weigern, ihre Veröffentlichungspflicht zu erfüllen: Für Wiederholungstäter, so das Amt, könnten sich die Summen auf "weitaus höhere Beträge als 25.000 Euro" addieren.



Ich halte das für gerecht, denn wenn eine GmbH schon den Schutz der begrenzten Haftung genießt, so sollte doch die bisherige Anonymität aufgehoben werden. Ein Geschäftsführer, eine Anschrift und eine Steuernummer im Impressum einer Internetseite sorgen nun wirklich nicht für Durchblick auf der Kundenseite. Und eine aktuelle Bilanz hat mir ein Lieferant bislang auch noch nicht vor einem Geschäftsabschluss zugestellt.


Und The Whisky Store? The Whisky Store ist keine GmbH, sondern ein Personenunternehmen (Einzelunternehmen) und ist damit nicht veröffentlichungspflichtig. Dafür haftet aber meine Frau unbeschränkt und unmittelbar mit dem ganzen Firmen- und Privatvermögen. Dies ist ein ganz anderer Ansatz.

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