The Whisky Blog

Herzlich willkommen! Dies ist ein Video-Blog in dem ich Whiskys verkoste und über Wissenswertes rund um Whisky spreche. Es lohnt sich wiederzukommen. Ich freue mich über jeden Kommentar.

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Gedanken zur praktischen Globalisierung

War bzw. bin ich wirklich einem Hehler aufgesessen, als ich per Internet die Billigware aus Hong Kong erworben habe?

www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php


Das ist schwer mit meinem juristischen Halbwissen zu beurteilen. Letztlich wurde ein Käufer freigesprochen, der ein gestohlenes Navi über das Internet ersteigert hatte. Er konnte die gestohlene Ware als solche nicht erkennen. Allein der geringe Preis war nicht Indiz genug.


Doch lösen wir uns vom Juristischen. Warum klappt die ganze Geschichte mit der Hong Kong-Ware und warum können wir so viel Geld sparen?


Es liegt an der Globalisierung. Der Warentransport ist auf unserer Welt einfach, schnell und billig geworden. Dazu wird die Herstellung jedes technischen Gutes auf Grund des Fortschritts von Jahr zu Jahr billiger, falls wir kein Monopol oder straffes Oligopol vorliegen haben.


Es kommt ausschließlich auf das örtliche Lohnniveau und die beteiligten Handelspartner an.


Bleiben wir bei meiner kleinen Platine aus Hong Kong. In der Herstellung kostet sie - wie ein T-Shirt auch - rund 50ct. Bislang importierte sie ein findiger, deutscher Großhändler zu Hunderten und vertickte sie hier in Deutschland einzeln weiter. Aber Deutschland ist ein Hochpreisland. Hohe Lagermieten, hohe Verwaltungskosten, hohe Steuern, hohe Löhne, hohe Sozialabgaben, hohe Logistikkosten, hohe ...


All diese hohen, lokalen Kosten trieben den Preis für meine erste hier in Deutschland gekaufte kleine Platine auf den dreifachen Preis der jetzt direkt aus Hong Kong gekauften zweiten Platine.


Und jetzt kommt die Gretchenfrage: Ist mein Kauf moralisch besser, wenn ich die Platine hier in Deutschland zum dreifachen Preis erworben hätte?


Ich für mich persönlich glaube das nicht. Denn die beiden Platinen stammen aus der selben Quelle. Der erste findige deutsche Zwischenhändler hat den Bedarf in Deutschland für diese Teile erkannt und sein Geschäft gemacht. Er hat durch seinen Handel zwischen Deutschland und Hong Kong einen Mehrwert und damit zusätzlichen Wohlstand geschaffen.


Doch die Globalisierung hat ihn binnen weniger Monate eingeholt. Das Geschäft, das der ehemals deutsche Großhändler machte, macht nun der HK-Chinese selbst. Die Handelskette wurde um eine Stufe verkürzt.


Und nicht nur das icon_exclaim.gif Das Produkt wurde für den deutschen Kunden um den Faktor 3 günstiger, so dass wir aus der preisgünstigeren Benutzung dieses technischen Bauteils den selben, zusätzlichen Mehrwert/Wohlstand erarbeiten können, wie aus dem ersten, teureren Teil.


An dieser Stelle kommt immer der Einwurf der Arbeitsplätze, die hier in Deutschland wegfallen, wenn wir die Ware direkt in Hong Kong erwerben. Doch hier liegen wir einem Trugschluss auf. Wenn ausschließlich ein Zwischenhändler hier in Deutschland die Ware verteilt, dann haben wir keinen Mehrwert geschaffen, sondern nur die Komplexität erhöht. Der Zwischenhändler kann keinen Nutzen beisteuern, wenn man die Ware genauso bequem woanders bekommt.


Natürlich ist da die Frage nach der Garantie. Doch wir sprechen hier nicht vom privaten Endkunden, der seine gesetzlichen 2 Jahre Garantie vorenthalten bekommt. Im B2B-Bereich gilt das alles nicht. Für diesen Kleinteile - vor allem direkt aus dem Internet - gibt es keine Garantie.


Was kann nun der arbeitslose Zwischenhändler hier in Deutschland tun? Er muss sich seinen Zusatzverdienst tatsächlich hart erarbeiten, bis er erneut eine Ware findet, die es bei uns nicht gibt und die uns einen Zusatznutzen und ihm seine Existenzberechtigung gibt. Eine Ware mit der wir gemeinsam Wertschöpfung und Wohlstand erarbeiten können. Ein ewiger Kreislauf, der sich mehr und mehr beschleunigt.


Niemand hat gesagt, dass das Leben als Händler einfach ist.


Ein Versuch, diese Zusammenhänge auf den Whisky zu übertragen, ist wenig erfolgreich. Der Whiskyhandel geschieht in der Regel vom Händler zum Endkunden und hier sind Garantieansprüche und Rückgaberechte (letzteres nur im Versand) zu berücksichtigen.


Zum Zweiten handelt es sich bei den Whisky-Herstellern um sehr wenige, große Unternehmen, die sich alle in einem straffen Oligopol befinden. Und die Hersteller achten sehr geschickt darauf, dass die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Märkten nicht zu groß werden, dass sich solche Direktkäufe in anderen Regionen der Erde nicht rechnen.


Und für Whisky ist auch noch die Alkoholsteuer zu entrichten. Damit sind dem Privatmann/-frau und seinem Einkauf per Versand aus dem Nicht-EU-Ausland (z.B. Asien) ganz schöne Hürden in den Weg gelegt.


Im B2B-Umfeld - also im Großhandel - hat man die innereuropäischen Hürden abgebaut. Gleichzeitig beginnen sich die Preise in Europa anzugleichen. Große Arbitragegeschäfte mit dem europäischen Ausland sind da nicht mehr zu machen.


Und damit man nicht den Billigwhisky der großen Konzerne aus Südamerika reimportiert, achtet man in Deutschland regelmäßig darauf, dass die Ware auch verkehrsfähig ist (Chargennummern, Rückverfolgbarkeit).


Vor vielleicht zwei Jahren gab es einen Skandal (bzw. größere Unstimmigkeiten und Ärger), da über graue Wege preiswerter Wodka aus einem südamerikanischen Land reimportiert wurde.


Wir alle spüren so den Druck, den der technische Fortschritt und die preiswerten Arbeitskräfte aus aller Welt auf uns ausüben. Sollen wir Handelsschranken errichten? Wie können wir uns wehren?


Die einzige Lösung ist aus meiner Sicht eine beständige, harte und innovationsfreudige Arbeit, die es uns erlaubt, unseren hohen Wohlstand auch zu halten. Und wenn uns andere Gesellschaften auf diesem Globus näher kommen oder sogar überholen?


Dann haben sie es sich redlich verdient, wenn Sie die Gesetze und Menschenrechte einhalten. Schließlich arbeitet jeder auf dieser Welt, um mit seinem kleinen, persönlichen Wohlstand weiter zu kommen.

Praktische Globalisierung

Vor ein paar Monaten habe ich hier in einem Beitrag über die Umstellung eines PCs im The Whisky Store auf eine 8GB CF-Karte (Flash-Speicher mit IDE-Adapter) statt Festplatte berichtet.

www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php

Was soll ich sagen: Es funktioniert wunderbar. Keine Probleme - tolle Geschwindigkeit!

Wenn man nun so ein System produktiv einsetzt, dann braucht man natürlich auch Backup-Teile. Was habe ich von der tollen Geschwindigkeit, wenn mir der Rechner ausfällt und ich ewig für die Reparatur benötige?

Also habe ich mit einen weiteren CF-IDE-Adapter im Internet ersteigert. Ersteigern ist gut gesagt. Man konnte ihn per Sofort-Kauf für 1 Euro erwerben. Dazu kamen noch 4 Euro für Porto und Verpackung.

Meine Überraschung folgte eine Woche später. Ich erhielt einen Brief aus Hong Kong.

Toll waren die Briefmarken zu 4,10 HK$ (0,37 EUR) für Luftpost icon_exclaim.gif und das auf chinesische Weise zugebundene Kuvert. Auf der R


[mehr]

Nachgelagerter Gewinn

Durch die aktuelle Debatte über die Steuerreform und die Alterssicherung wissen die meisten, was eine nachgelagerte Steuer ist. Z.B.: Wenn man eine Lebensversicherung aus dem unversteuerten Einkommen bezahlen darf und erst bei der Auszahlung in Zig-Jahren versteuert, dann liegt eine nachgelagerte Steuer vor.


Und beim nachgelagerten Gewinn aus der Überschrift?


Das beste Beispiel zum nachgelagerten Gewinn findet man bei John Davison Rockefeller. Er sagte (sinngemäß): 'Verschenke die Öllampen und verkaufe das Petroleum!'


Rockefeller gab seine Öllampen an die chinesischen Wanderarbeiter im aufstrebenden USA kostenfrei ab und diese kauften für ihre Lampen sein Petroleum. Auf dieser Strategie wuchs sein Unternehmen Standard Oil ganz prächtig. Heute kennen wir es unter dem Namen Exxon bzw. Esso.


Heute funktioniert dieses System nicht mehr. Wir alle würden uns diese Lampen schenken lassen und anschließend das Petroleum dort kaufen, wo man es am billigsten bekommt. Der globale Wettbewerb gibt uns diese Möglichkeit.


Doch auch heute gibt es noch diese nachgelagerten Gewinne. Das schönste Beispiel der eskalierenden Spirale geben die Druckerhersteller. Während bei HP & Co. Anfangs sich die Druckerpatronen wunderbar verkauften und für nachgelagerte Gewinne während des Betriebs sorgten, sprangen zügig Trittbrettfahrer auf und boten kompatible bzw. wiederbefüllte Kartouchen zu einem Bruchteil des Preises an. Anzumerken ist: Herr Cartouche (*1693 +1721) war ein französischer Räuber und Bandenchef icon_wink.gif


Wie es mit den Druckerherstellern (als Gesamtheit) weiter ging ist hinlänglich bekannt. Kill - Overkill - Over-Overkill! Sprich: kompatible Cartouchen, per Chip gesicherte Patronen, Klage wegen Gebrauchsmusterverletzungen vor Gericht.


Und warum das Ganze? Weil der Mensch im Allgemeinen und der deutsche Verbraucher Alles sofort besitzen möchte und sich nicht so sehr viele Gedanken um die Zukunft macht. Der Drucker ist billig - bingo! Dass man später Zig-Euro für diese Patronen bezahlen muss, wird sehr vielen erst später bewusst. Manche kauften einfach neue, billige Drucker, weil sie preiswerter als die nachzukaufenden Patronen waren. Seit diesem Zeitpunkt setzen die Hersteller nur wenig befüllte Patronen für die Erstausstattung der Drucker ein. (Kill - Overkill).


Doch die Druckerhersteller sind nicht die einzigen, die auf diese Strategie stehen. Kaffee-Brühgeräte mit merkwürdig geformten Pads (damit man andere nicht rein bekommt), Staubsauger mit verrückt aussehenden, individuellen, teuren Beuteln und als absoluter Hit: die elektrische Zahnbürste.


Ich habe einmal einen Brief an den Marktführer der elektrischen Zahnbürsten geschrieben und mich über die Preise der Ersatzbürsten künstlich aufgeregt.


In Retour bekam ich ein Entschuldigungsschreiben mit dem Hinweis, dass die Bürsten tatsächlich so teuer in der Herstellung seien (2,50 EUR/Stk. HaHaHa!) und es lagen zwei frische Zahnbürsten dabei. Auch ein Konkurrent mit einer neuen Ultraschall-Zahnbürste verfolgt das selbe System. Wer geglaubt hat, dass das Quasi-Monopol bei den elektrischen Zahnbürsten endlich aufgebrochen würde, wurde leider eines Besseren belehrt.

Jura 18 Jahre

Die verstärkten Marketinganstrengungen und die Ausweitung der Produktpalette der Brennerei Jura durch den Besitzer Whyte & Mackay führen so langsam zu Veränderungen am Portfolio.


Aktuell erschienen ist der neue Jura 18 Jahre. Er wird im The Whisky Store noch im Oktober eintreffen. Hier gibt es ein Foto:

www.thewhiskyblog.de/2007/10/08/jura-18-jahre/


Erwischt hat es dagegen wohl den Jura 21 Jahre und den 10-jährigen Legacy. Der 21-Jährige wird nach ersten Aussagen für absehbare Zeit nicht weiter abgefüllt werden. Für den Legacy wird es wohl ein Zeit schlechter Verfügbarkeit geben.


Aktuell hat sich meine Frau noch mit Flaschen vom 21-Jährigen eingedeckt. Doch um den 10-jährigen Legacy sieht es noch mau aus. Hier wird wohl wieder der normale 10-Jährige mit dem geringeren Sherryfassanteil die Lücke schließen müssen.


Neu sind neben dem Jura 18 Jahre auch ein Jura 1999 Heavy Peated Edition mit 58% und ein Jura Special Edition mit 43% ohne Altersangabe erschienen.


Wie es mit Isle of Jura weiter geht? Schließlich ist W&M gerade auf dem indischen Markt aktiv geworden. Und Indien ist eines der großen Whiskyländer der Welt. Werden wir auf weitere Jura-Flaschen in Zukunft verzichten müssen? Hoffen wir es nicht.

Whisky Kaufempfehlungen durch The Whisky Store

Die Rubrik Whisky Kaufempfehlungen durch The Whisky Store haben wir neu angelegt, damit wir von The Whisky Store nicht immer zwischen Ihren Beiträgen unsere mehr oder weniger offiziellen Empfehlungen mischen müssen.

www.forum.thewhiskystore.de/viewforum.php


Wenn Sie also ein neuer Whisky reizt, Sie aber nicht wissen was sie von ihm zu halten haben, so stellen Sie Ihre Frage einfach in dieser neuen Rubrik. Nicht immer werden wir zu Geschmäckern etwas sagen können. Aber Hintergrundwissen haben wir zu fast jeder Flasche.


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