The Whisky Blog

Herzlich willkommen! Dies ist ein Video-Blog in dem ich Whiskys verkoste und über Wissenswertes rund um Whisky spreche. Es lohnt sich wiederzukommen. Ich freue mich über jeden Kommentar.

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Köhler oder Gauck

Selten war ich mit einer Wahl so uneins, wie dieses Mal.


Soll ich hingehen icon_question.gif Soll ich wählen oder nicht icon_question.gif


Hoppla - ich bin ja gar nicht aufgerufen, meine Stimme abzugeben icon_wink.gif Und genau da liegt das Problem. Diese Wahl ist aus meiner Sicht keine. Es ist die Bestimmung eines Präsidenten über den Kopf der Bürger hinweg. Öffentlichkeitswirksam gibt es ein paar Wahlmänner, die fast ausnahmslos Parteimitglieder sind. Gloria lässt grüßen.


Na klar, die Wahl ist indirekt. Ich bin ja nicht blöd. Doch die Wahl ist auch geheim. Und genau darin liegt der besondere Geschmack dieser Wahl. Haben die sogenannten Elite-Politiker tatsächlich das Heft fest in der Hand? Kann eine Fraktion einem Kandidaten die Geschlossenheit garantieren, wie wir es mehrfach gehört haben?


Nein, sie können es nicht icon_exclaim.gif Dies ist von innen heraus ein grundlegend undemokratisches Verhalten. Niemand kann - und Niemand darf - im Namen der Abgeordneten sprechen und sich geschlossen hinter einen Kandidaten stellen. Wer so etwas sagt, ist bei mir unten durch. Man denke nur an Frau Ypsilati. Sie wollte auch in alter Apparatschik-Manier alle hinter sich versammeln. Wenn da nicht das Gewissen der vier SPD-Abgeordneten gewesen wäre. Dumm gelaufen.


Nun stellt sich für Frau Merkel, bzw. ihre Politikvasallen, die Gewissensfrage. Und diese macht den bislang gravierendsten Fehler von Frau Merkel sichtbar. Ohne groß die politische Debatte über den Nachfolger von Herrn Köhler in der bzw. den Parteien anzustoßen, hat sie Herrn Wulff aus dem Hut gezaubert. Dass nun der letzte, große CDU-Landesfürst damit seinen Abschied nimmt, wird vermutlich Teil des Plans gewesen sein.


Doch der Nominierung von Herrn Wulff haftet damit eine absolutistische, undemokratische Nominierung an. Da war öffentlich nichts von politischer Willensbildung oder Befragung des Kabinetts oder gar der Fraktionen bzw. der Abgeordneten des Parlaments oder von kleinen Parteitagen die Rede. Nein - Herr Wulff kam aus dem Zylinder, wie ein weißes Kaninchen.


Dass Frau Merkel dann gleich noch politische Kollegen und Parteifreunde/-feinde vergrätzt hat, das steht zusätzlich auf der Rückseite des Papiers.


Wie wird die Wahl ausgehen icon_question.gif


Ergeht es Herrn Wulff ähnlich wie Frau Simonis icon_question.gif

Wer spielt den Brutus? Wie viele Brutusse gibt es icon_question.gif


Ich sitze mit meinen Gefühlen in der Zwickmühle. Mein Herz schlug immer für Wulff. Er hat dem Land Niedersachsen viel Gutes getan. Was mich besonders gefreut hat, ist die Abschaffung von einem Drittel der alten Gesetze und Verordnungen (S. 8, 1 Absatz). Auch hat er den ausufernden Schuldenstaat, den Schröder und Gabriel in Niedersachsen hinterlassen haben, auf einen besseren Weg gebracht. Deshalb war mir Wulff immer sympathisch (Bis auf sein Verhalten bei VW). Dass er einer der jüngsten Präsidenten wäre und seine Frau noch jünger ist, das macht ihn für den Job besonders geeignet. Verknöcherte Altpolitiker haben wir genügend. Es tut mir im Falle seines Gewinns um Niedersachsen leid. So einen erhalten sie dort so schnell nicht wieder.


Und Herr Gauck icon_question.gif


Ich halte es nicht für richtig, wenn wir einen 70-jährigen Ex-Pfarrer auf unseren Präsidentenstuhl setzen. Erst einen Ex-Sparkassendirektor und nun einen Ex-Pfarrer aus dem Osten.


Ich bin für bedingungslose Trennung von Kirche und Staat. Auch wenn Herr Gauck das Pfarrersamt nicht mehr ausübt, so hat ihn sein Studium in jungen Jahren massiv geprägt. Alles was wir jetzt brauchen ist bestimmt kein 70-jähriger Schwarzkittel. Wir brauchen auch keinen weiteren 'Ossi' in der sogenannten Politischen Elite unseres Staats. Ich habe nichts gegen Ostdeutsche. Ich habe mehrere sehr gute Freunde, die in der DDR aufgewachsen sind. Aber es muss nun einmal Schluss mit der Betonung des Ostens sein. Normalität muss einziehen. Und zwei Ossis an der Spitze Deutschlands mit kirchlichem Hintergrund sind für mich einer zu viel.


Zugegeben. Auch Herr Gauck ist mir sympathisch und Frau Merkel wird sich in Permanenz in den Hintern beißen, dass sie nicht früher selbst auf Herrn Gauck gekommen ist. Dann würde sie jetzt nicht so am politischen Abgrund stehen. Hier kann ich nur sagen, die Weisheit der Vielen. Ihre Parteimitglieder hätten im Summe sicherlich gewusst, wer der richtige Kandidat gewesen wäre. Man hätte sie nur in großer Zahl fragen müssen.


Die Wahl wird aus meiner Sicht so verlaufen, wie ich mir das gewünscht habe. Es wird mehrere Wahlgänge geben und damit wird klar, dass die Politische Kaste in der Krise steckt. Am Ende wird Herr Wulff knapp gewinnen und Herr Gauck einen ehrenvollen zweiten Platz belegen, was dem Ansehen von Herr Wulff schadet. Und schon hat Frau Merkel den Bundespräsidenten im Vorfeld beschädigt. Der Kampf hat begonnen, bevor die Wahl zu Ende ist.


Wenn dann Herr Wulff, der ja von Frau Merkel 'weggelobt' wurde, nun von höherer Position aus seine Finger in die Wunden von Frau Merkel legt, dann kann die autokratische Nominierung von Herrn Wulff für Frau Merkel zum Bumerang werden.


Hoch interessant ist die private Situation dieser beiden Kandidaten. Der erste zum zweiten Mal verheiratet mit Kindern aus beiden Ehen (Wulff) und einmal 'zammgestanden' mit ebenfalls Kindern aus erster bislang ungeschiedener Ehe (Gauck). Das macht die Kandidaten mit ihren Patchworkfamilien zum Spiegel der Gesellschaft und gleichermaßen sympatisch.


Darf eine First Lady auch unverheiratet mit einem Ex-Pfarrer zusammenleben icon_question.gif

Darf eine First Lady tätowiert sein icon_question.gif


Haaaach, ich liebe es, wenn die selbst gestellten Regeln an ihre Grenzen stoßen.


Apropos Grenzen.


Darf ein Abgeordneter bzw. Wahlmann/frau seine Stimme nicht abgeben icon_question.gif Darf er nicht zur Wahl gehen, wenn ihm die Sache zuwieder ist? Er kann bislang einen der Kandidaten wählen und er kann sich enthalten.


Doch kann er seine Stimme auch nicht abgeben? Oder alternativ ungültig machen? Schließlich sind unsere Wahlen frei und geheim. Und die Freiheit bei der Wahl beziehe ich auch darauf nicht hinzugehen.

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Sparen oder Einfordern - Letzter Teil

Wachstumskurven müssen bei ungleichen Zinssätzen zu Ungleichgewichten führen. Das haben wir bei den Beiträgen über das Wachstum finanztechnisch schon einmal besprochen. Wenn Jemand 50 Euro pro Monat mit zwei oder drei Prozent über der Inflationsrate verzinst (wie bei typischen Lebensversicherungen), dann kommt dabei nach 50 Jahren ganz was anderes heraus (nämlich 50.000 Euro), als wenn man 200 Euro monatlich in der Wirtschaft mit 10% verzinst (nämlich 1 Mio.).


Und hier sehen wir das ursächliche Problem von Ameise und Heuschrecke. Wer mit seinem Geld gleich lebt bzw. es gleich verlebt, der hat am Ende des Lebens deutlich weniger als der, der es sorgsam behütet, vorsichtig anfasst und bewusst ausgibt und sich in Triebverzicht übt. Es ist sogar so, dass man nur eine Zeit lang vorsichtig und sparsam leben muss. Hat man erst einmal genug (was ist genug? icon_wink.gif ), dann kann man super von den Zinsen leben. Ist das ungerecht? Schließlich hat man wie bei der Gleitzeit vorgearbeitet. Bloß im längeren Rahmen.


Dabei ist Sparen sehr einfach. Der überwiegende Teil der Gesellschaft kann locker mit 10% weniger auskommen. Das können sie an sich selbst ausprobieren. Überweisen sie AM ANFANG des Monats 10% ihres Gehalts in einen Fondsparplan oder in ihr Aktiendepot. Und wenn es ihnen schwer fällt, diesen ersten Ansatz zu machen, dann 'wachsen' sie in dieses Sparen hinein. Gewöhnen sie sich an, jede zukünftige Gehaltserhöhung direkt nach dem Eingang auf ihrem Gehaltskonto ins Depot zu überweisen. Aus den Augen aus dem Sinn. Das tut nicht wirklich weh und diese Salamitaktik hilft den inneren Schweinehund zu überwinden.


Denn was hindert uns an einer privaten und gesellschaftlichen Sparpolitik icon_question.gif Es ist die Gier nach mehr, nach dem Urlaub, den man immer machen wollte, nach der schicken Kleidung, dem schicken Auto und - nicht zu vergessen - dem besonderen Whisky. Genauso agiert die Politik. Gier nach mehr Einfluss, nach mehr Diäten, nach mehr Untertanen, nach mehr Wohltaten, die den eigenen Namen tragen, usw. usf. Befördert wird das Ganze mit dem Neid auf die, die das, was man sich wünscht, bereits haben. Und dann wird aus dem schwierigen Sparen sofort ein Einfordern der Dinge, die sich die 'Besserverdienenden' leisten können.


Lösungen icon_question.gif


Einmal ist da der Verzicht. Die Askese für alle Beteiligten. Ganz plakativ gesagt: Wer Gummireifen an seinem Auto hat, braucht keine neuen Straßen und wer sich zu Hause an fließendem, warmen Wasser erfreut, braucht keine öffentlichen, beheizten Schwimmbäder.


Auf der anderen Seite sind wir ohne die Gesellschaft nichts. Wir hätten keinen Arbeitsplatz, kein Einkommen und ständen uns mit blanken Fäusten - wie in der Steinzeit - dem gierig-neidischen Nächsten gegenüber. Daraus folgt, dass die, die in der Gesellschaft besser voran kommen, den anderen etwas schuldig sind. Die Frage lautet: Wie viel icon_question.gif Und Wann icon_question.gif


Und genau um dieses Problem dreht sich unsere aktuelle, gesellschaftliche Diskussion. Wie hoch muss ein Spitzensteuersatz sein und soll es eine Vermögensabgabe geben oder nicht? Was wäre mit einer heftigen Erbschaftssteuer? Was man von der Gesellschaft bekommt, das gibt man ihr am Ende zurück, Asche zu Asche, Knete zu Knete … icon_wink.gif


Das alles funktioniert aber nur, wenn diejenigen, die das eingeforderte Geld an die Bedürftigen verteilen, auch einen guten Job machen. Womit wir wieder bei der Sparsamkeit wären. Das eine bedingt das andere. Ohne Sparsamkeit ist es auch mit den Steuern nicht weit her. Dann werden Steuern als Diebstahl empfunden. Die Gesellschaft korrigiert diese Eskapaden ohne Gnade. Die kommenden Wahlen werden es zeigen. Die Wohlhabenden sind sehr wohl zu einer Vermögensabgabe bereit. Die einen früher, die anderen später. Die Gelder, die die Reichen wie Warren Buffett und Bill Gates stiften, zeigen dies deutlich. Doch dieses Geld einfach den Politikern für ihren Verschwendungswahn zu überlassen, liegt jedem vernünftig denkenden Menschen fern. Deshalb darf es keine Steuererhöhungen geben. Weder heute noch morgen.


Also lautet meine Antwort auf die selbst gestellte Frage nach Sparen oder Einfordern: Es muss 'Sparen UND Einfordern' heißen anstatt 'Sparen ODER Einfordern'.

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Sparen oder Einfordern – Teil 3

Jeder spricht von der auseinanderklaffenden Gesellschaft. Wie kommt es zu dieser Ungleichverteilung des Wohlstands in unserem Land? Es gibt mehrere Gründe und da kommen wir auch ins Philosophische. Den ursächlichen Grund für finanzielle Ungleichheit finden sie im Recht auf Eigentum, das uns unser Grundgesetz zusichert. Wenn man Recht auf Eigentum hat, dann kann man auch sein Eigentum mehren. Das ist logisch.


Nun ist der Mensch nicht gleich. Ganz im Gegensatz zur Meinung mancher politischen Systemverfechter. Manch einer hat ein glücklicheres Händchen und der andere ist vielleicht intelligenter. Einer ist faul und der andere ist fleißig. Und manche haben sich in Wirtschaft I bis IV weitergebildet, während andere stattdessen Marx gelesen haben und Ho-Ho-Ho Chi Minh gerufen haben. Aber der für mich wichtigste Unterschied ist die Bescheidenheit eines Menschen.


Kennen Sie die alte Fabel von der Ameise und der Heuschrecke des Altgriechen Äsop icon_question.gif Hier hat sie die Financial Times Deutschland auf die heutige Zeit übertragen. Unbedingt lesenswert icon_exclaim.gif


Erinnern sie sich an die Zeit, als sie ihr erstes Geld verdienten? Das Bankkonto war endlich einmal voll und sie konnten sich auch 'mal was leisten. Doch statt nun die Jaffa-Möbel der Studentenbude durch einen Gang zum Einrichtungshaus und dem Bemühen um einen Teilzahlungskauf (schließlich hatte man ja den Nachweis eines festen Einkommens) abzulösen, schaffen es manche, ihre Ausgaben nicht zu erhöhen und das übrig bleibende Geld zu sparen. Nimmt man seinen Lebensstandard um nur 200 oder 300 Euro von Anfang an zurück, so dauert es paar Jahrzehnte und man ist Millionär. Und wenn man dieses Geld vernünftig (sprich gewinnbringend verzinst) anlegt, dann geht das alles noch viel schneller.


Das ist das Lebensmotto der Ameisen (s. Link oben). Ich selbst zähle mich im weiteren Sinne dazu. Wenig ausgeben, viel investieren (aber auch darüber hinaus die Bank bemühen).


Wer nun aber immer nur ausgibt, neue Autos fährt, ein Zimmer in der Wohnung zu viel vorhält, mehrfach im Jahr auf Urlaub geht, gerne auswärts isst und wohl möglich noch modische Kleidung trägt, der sieht sich mehr Ausgaben als Einnahmen gegenüber. Die Gefahr ist groß, dass man in diese Spirale gerät. Nicht nur für den Bürger - auch für die Politik. Auch bei mir machte sich das 'Ausgaben-Wunder' in den ersten Berufsjahren bemerkbar. Aber nach etwas mehr als einem Jahr zog ich die Notbremse. Alle Zeitungs- und Magazinabos abbestellt, Versicherungen gekündigt, kein neues Auto gekauft, Kleidung weiter getragen, kleine Wohnung beibehalten, Urlaub ausgelassen, usw. Ich bin schnell aus dieser kritischen Situation wieder herausgewachsen.


Herauswachsen - dieses Stichwort ist ja gerade das Thema beim Staat. Doch um aus etwas herauszuwachsen, muss man eine positive Entwicklung einschlagen. Und genau daran hapert es derzeit (noch). Wir sparen nicht genug, wie ich es in den vergagenen Beiträgen aufzeigte. Wir sind mit Sparen noch nicht einmal dort, wo wir vor 10 Jahren hätten sein sollen.


Morgen stelle ich dann die Gretchenfrage nach Sparen oder Einfordern.

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Sparen oder Einfordern - Teil 2

Unser 80 Mrd. Sparprogramm enthält gravierende 'Nicht-Spar-Anteile'. Sondern schlichte Steuer- bzw. Abgabenerhöhungen. Was ist eine Brennelemente-Abgabe für Atomkraftwerke nichts Anderes, als eine Abgabenerhöhung für die Stromkunden – also uns? Oder die Zusatzsteuer auf Flugreisen? Wer immer noch glaubt, dass man mit höheren Abgaben auf die Industrie deren Gewinne schmälern kann, der soll weiter träumen. Nein – das zahlen wir Bürger. Und auf diese höheren Kosten kommen natürlich noch höhere Gewinne drauf, da man ja meist mit Umsatzrenditen kalkuliert und man diese 'Einkaufspreise' per Eigenkapital zu verzinsen und vorzufinanzieren hat.


Es geht am Ende um die Frage, wie der durch unser gigantisches Wachstum entstandene Wohlstand in der Bevölkerung verteilt wird. Eines ist sowieso klar. Unsozial wird es immer sein. Wer gleiches Einkommen für alle will, der sollte spätestens seit dem Zusammenbruch des Kommunismus wissen, dass der Mensch ohne Anreize zur Faulheit neigt. Da schließe ich mich nicht aus. Verdiene ich an eine Flasche nix, dann werde ich sie auch nicht verkaufen. So einfach ist das. Die Kunst ist es, nicht zu gierig zu sein und zu viel zu verlangen. Auch wenn die Flaschen z.B. knapp sind.


Die große Gefahr erhöhter Steuern ist die Selbstbedienungsmentalität der herrschenden 'Elite'. Und damit sind alle gemeint. Sowohl der Politiker, der sich aktuell in Niedersachsen die Diäten erhöhen, als auch die Banker, die sich ihre staatlichen Zuschüsse als Boni auszahlen lassen. Aber auch die Gewerkschaftsbonzen, die trotz üppiger Beitragszahlungen keine Milliarden in den Streikkassen haben. Und letzten Endes die Kirche, die sich vergoldete Kirchen per Milliardentransferzahlungen aus unseren Steuermitteln finanzieren lassen.


Und in die selbe Ecke zielt die geplante Erhöhung des Spitzensteuersatzes, der populistisch auch mit Reichensteuer betitelt wird. Noch ziert sich die FDP. Doch die aktuellen 45% werden nicht das Ende der Fahnenstange sein. Mein Tipp geht auf 47 oder gar 49%. Jede Milliarde, die wir so einnehmen, wird Niemand Anderem zu Gute kommen, als der herrschenden 'Elite'. Wir haben alle unsere jeweiligen Böcke zu Gärtnern gemacht.


Nein - wir werden nur etwas ändern, wenn wir 'denen da oben' den Stecker ziehen. Wenn sie mit einem festen Einkommen auskommen müssen. Das muss jeder Einzelne von uns Bürgern schließlich auch. Das Übelste in dieser Sache ist die feste Steuerkurve. Wenn die Inflation mit 2% an unseren Einkommen nagt, dann steigen die Steuereinnahmen des Staats trotzdem. D.h. Nicht nur nehmen sie mehr ein, weil wir den Inflationsausgleich erhalten und unser Einkommen steigt. Nein – wir rutschen auch noch höher in die Progressionskurve hinein. Der Prozentsatz unserer Abgaben steigt. Wir alle nähern uns dem Spitzensteuersatz. Der eine schneller, der andere langsamer. Mit steigender Inflation (und die kommt), werden wir die schröpfende Hand des Staates alle zu spüren bekommen. Am meisten der Mittelstand, zu dem hier die meisten gehören dürften.


Nehmen sie sich einmal einen alten Steuerbescheid zu Hand und rechnen sie sich ihren Durchschnittssteuersatz aus. Jetzt vergleichen sie ihr heutiges Einkommen (1 EUR= 1,95583 DM) und berechnen sie ihre Lohnsteigerung unter Abzug der Inflation. Sie werden erkennen, dass ihre Steuerabgaben (sofern sie im Durchschnitt oder darüber verdient haben) stärker gestiegen sind, als ihr Einkommen. Das ist die Gier des Staates.


Und dann stellen sie sich die Frage, was sie vom Staat als Gegenleistung erhalten haben. Nun, das wird für jeden unterschiedlich ausgefallen sein. Auf jeden Fall kommt dabei heraus, dass alles, was sie bekommen haben, irre teuer war und vieles, was öffentlich so gelobt und hervorgehoben wird, für sie keinen Zusatznutzen gebracht hat.


Nein, wir brauchen ein Steuermoratorium in der Art, dass die Steuerkurve jedes Jahr um die Teuerungsrate zu höheren Werten verschoben wird. Es darf nicht sein, dass die Regierung an der Inflation doppelt und dreifach verdient.


Das alles birgt Konsequenzen. Dazu Montag mehr.

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Sparen oder Einfordern?

Alle Welt redet derzeit vom Sparen. Ich finde das gut. Damit kann ein Paradigmenwechsel in der Bevölkerung vonstatten gehen. Wichtigste Sparziele sind für die einen der Konsum, für die anderen unsere Ressourcen. Doch Sparen hat auch seine Schattenseiten. Sparen sie beim Whisky, sieht es für unser Auskommen im The Whisky Store mau aus.


Also heißt die Devise Sparen mit Plan. Nicht sparen um des Sparens willen, sondern vernünftiges Sparen. Doch der Mensch tut sich schwer damit. Wie beim Essen. Die einen Fressen sich in die Diabetes und die anderen hungern sich in die Bulimie. Der schmalen Grat zwischen Selbstkasteiung und Unmäßigkeit will wohl wissend beschritten sein. Eine Steigerungsreihe drängt sich meinem Geiste auf: Abstinenzler, Whiskygenießer, Whiskytrinker, Wirkungstrinker.


Ähnlich sehe ich es mit der Politik und der Wirtschaft. Die Wirtschaft rennt den Steigerungsraten und den Profiten hinterher und die Politik will ihrer Klientel wie Gewerkschaften, Kirchen, Umweltverbände bis hin zu den Hoteliers was Gutes tun. Nicht zu vergessen: Ihr eigenes Wohlergehen.


Nun soll gespart werden. Und damit das alles ganz toll aussieht, fasst man den Sparwillen der kommenden Jahre zusammen. Über 80 Milliarden sollen so zusammen kommen. Reine Augenwischerei. Da kann man ja auch dem Bürger seine Gehaltssteigerungen der kommenden 4 Jahre zusammenrechnen. Für mich ist das reiner Populismus. Gerade, dass man nicht fünf Jahre zusammengenommen hat, damit man einen dreistelligen Milliardenbetrag hätte heraus trommeln können. Am Wochenende fällt dann der Fußballschatten über die Medienlandschaft und dann wird es wieder still ums Sparen.


Wo sollte gespart werden icon_question.gif Man muss sich einfach nur den Bundeshaushalt ansehen. Dann weiß man, wo man zu sparen hat. Die FAZ am Sonntag hatte eine tolle Aufstellung über die Entwicklung der einzelnen Haushalte der Ministerien über die vergangenen Jahre. Wo also geht das Geld hin? Der größte Posten mit 50% der Ausgaben hat das Arbeits- und Sozialministerium. Den zweitgrößten Posten kennt jeder: Das Verteidigungsministerium des Herrn von Guttenberg. Aber fast Niemand kennt den drittgrößten Posten. Ihn verantwortet Herr Ramsauer. Das Bau- und Verkehrsministerium. Diese drei zusammen machen Zweidrittel unserer Gesamtausgaben aus.


Und wie viel müssen wir sparen? Nun mal mindestens so viel, dass unsere Schulden nicht mehr steigen. D.h. Wir müssen mindestens so viel einsparen, damit wir die Zinsen voll bezahlen können. Und die Zinsen machen rund 3% aus unseren 1,7 Billionen Schulden aus. Das sind also also 50 Milliarden. 50 Milliarden bezahlen wir jedes Jahr für Zinsen icon_exclaim.gif


Nun betrachten wir die Einnahmeseite. Lt. Haushaltsplan 2. Nachtrag 2009 (PDF) sind das rund 300 Mrd. Bleiben uns für einen ausgewogenen Haushalt (ohne Tilgung) gerade einmal 250 Mrd. übrig. Und der aktuelle Haushaltsplan sieht 320 Mrd. vor. Bleiben 70 Mrd. notwendige Einsparungen PRO JAHR übrig. Wenn wir hier also von 80 Mrd. in vier Jahren sprechen, dann ist das irre und völlig realitätsfern.


Sehen wir uns die größten Einzelposten an:


1. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (143 Mrd.)

darin der größte Einzelposten mit 78 Mrd. der Zuschuss zur Rentenversicherung


2. Bundesministerium der Verteidigung (31 Mrd.)

darin große Einzelposten wie Afghanistan, der Eurofighter, der A400M und die Wehrpflicht


3. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (26 Mrd.)

darin ein riesiger Zuschuss für die Bahn und deren Milliarden fressende ICE-Neubaustrecken


Das viel gescholtene Gesundheitsministerium liegt abgeschlagen mit 16 Mrd. auf Platz 4.


Es gibt nur drei Wege, wie wir unseren Haushalt und die Verschwendung in den Griff bekommen. Wir müssen die politischen Dogmen abschaffen und ganz klar den Rotstift dort ansetzen, wo wir über unsere Verhältnisse leben.


1. Absenkung der Rente

Ein ganz böser, unpopulistischer Vorschlag. Bringt aber am meisten. Das Argument, die Alten hätten sich abgeschuftet und würden dann um die Früchte ihrer Arbeit gebracht werden, zählt für mich nicht. Ihre Leistung war eben nicht so hoch, wie wir alle meinen. Denn dann hätten wir das alles ohne Schulden aufzuhäufen geschafft. Die 'Alten' haben die Schulden gemacht – sie müssen sie jetzt auch mitauslöffeln. Doch da jeder bei der Begrenzung der Renten auf seine zukünftige, eigene Rente schielt, wird das eine ganz schwierige Sache. Die zuletzt von schwarz-rot verabschiedete Rentengarantie (oder wie immer das Gesetz wirklich hieß) ist deshalb von übel. Danach soll es keine sinkenden Renten geben.


2. Änderung der Verteidigungsstrategie

davon hatte ich es ja schon einmal in diesem Beitrag über den Tornado. Weg von den aberwitzigen Milliarden für Prestigeobjekte wie teure Flugzeuge. Schluss mit Afghanistan und Abschaffen der Wehrpflicht.


3. Schluss mit dem 'Anhäufen' von Betongold

Unser Eisenbahnsystem ist todkrank. Der Durchschnittsenergieverbrauch der überwiegend leer fahrenden Züge übersteigt vermutlich (kann man im Internet nachforschen), den Spritverbrauch der PKWs. Zumindest liegt er in ähnlicher Höhe. Dazu kommen die irrwitzig teuren Bahntrassen, die in Bezug auf die transportierten Güter und Menschen schlecht ausgenutzt sind. Und dann noch die irren Prestigeobjekte. Z.B. der neue Flughafen in Berlin. Man schließt einen funktionierenden (Tempelhof) und ignoriert den alten Sowjet-Flughafen, von dem es sogar eine Eisenbahntrasse bis in die Innenstadt gab. (Schließlich sollten Panzer im Fall der Fälle eingeflogen werden können). Dazu wäre an dem Sowjetplatz wegen der Lage mitten im Wald ein 24/7/365 Tage betrieb möglich gewesen. Dann der Bahnhof in Stuttgart … mir fehlen die Worte. Nicht zu vergessen die irre wichtige Schnellbahnstrecke zwischen Würzburg und Erfurt, die die Transversale Italien/Skandinavien schließen wird (boooaaahhhh - Milliarden verbaut und keine Inbetriebnahme in Sicht). Dafür kann man von Kopenhagen für 29 EUR nach Mailand fliegen.


Dies sind nur ein paar Beispiele. Aber sie zeigen das System in diesem Irrsinn. Wenn diese seit Jahrzehnten andauernden Irrwege in der deutschen Politik nicht ein Ende finden und man sich nicht um die wirklichen Bedürfnisse der Bürger kümmert, dann wird das auch mit dem Sparen nichts werden.


Es gibt mittlerweile den einen oder anderen Politiker, der schon einmal diese unpopulistischen Vorschläge in den Mund nimmt. Doch die veröffentlichte Meinung ignoriert sie meist. Nur unser Wunderknabe von Guttenberg darf sich gegen Super-Seehofer mit dem Abschaffen der Wehrpflicht 'aufmand'ln'.


Morgen kommen wir zur Einnahmeseite.

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