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Whisky Empfehlung (interaktiv)

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Nachrichten

17.12.2013

Mit einem neuen Sprecher haben wir die Versionen 4 und 5 unseres Gratis Whiskybuchs aufgenommen.

11.12.2013

In mehreren Videos, sortiert nach Flaschenpreis und Rauchigkeit, empfehle ich Whiskyflaschen als Geschenke zu Weihnachten.

6.10.2013

Der Video-Blog auf Facebook hat die magische Grenze von 1.000 Usern überschritten.

30.09.2013

Aktuell hat die Abonnentenanzahl auf unserem YouTube-Kanal die 10.000er Marke 'geknackt'.

21.03.2013

Unsere Videoabrufe haben sich auf 5 Mio. erhöht. Und täglich kommen 5.000 bis 10.000 Abrufe hinzu.

7.11.2012

Ab sofort können Sie über Amazon unser Kindle-Buch: Whisky-Geschichten feiner Geister von Horst Lüning für 2,68 EUR herunterladen.

25.10.2012

Jetzt mit 287 Seiten im A4 Format.

Torf und seine Bedeutung im Whisky

Schottland ist in weiten Teilen von einer meterdicken Torfschicht überzogen. Sie hat sich in den vergangenen Tausend bis Fünftausend Jahren durch abgestorbene Pflanzenreste gebildet. Jedes Moor wächst pro Jahr um etwa einen Millimeter. Ist ein Moor 3 Meter stark, so ist es demnach etwa 3.000 Jahre alt.

Seit Menschengedenken verwendet der Mensch den Torf in Schottland als Energiequelle. Der Torf wird in schmalen Streifen gestochen und zum Trocknen in kleinen Pyramiden aufgeschichtet. Das Wasser läuft sehr schnell aus dem Torf ab und macht aus dem weichen Streifen ein hartes Brikett. Dieses Brikett enthält, ähnlich wie die Kohle, die Energie der abgestorbenen Pflanzenreste.

Im Gegensatz zur Kohle brennt getrockneter Torf schnell ab und gibt dabei eine große Menge Energie in Form von Wärme ab. Wer einmal am Abend in Schottland an einem Torffeuer saß, kann die wärmende Kraft des Torffeuers bestätigen.

Wozu benötigt man jetzt Torf bei der Whisky Herstellung? Richtig, die alten Schotten verwendeten Torf für das Beheizen der Brennblasen. Doch das führt nicht zum rauchigen Geschmack des Whiskys. Erst die Trocknung des feuchten Malzes über mit Torf beheizten Feuerstellen bringt den Rauch ins Gerstenkorn. Der Unterschied in der Rauchigkeit der Whiskys liegt in der Zeitspanne begründet, die das Gerstenkorn dem beißenden Torfrauch ausgesetzt ist. Die Darrzeiten von feuchtem Malz liegt bei etwa 30 Stunden. Von diesen 30 Stunden wird bei Laphroaig etwa 18 Stunden über Torffeuer gedarrt; bei Glengoyne wird dagegen über ungetorftem Feuer gedarrt. So entsteht eine weite Palette von extrem rauchigem Whisky bis hin zu Whisky mit wenig Rauch. Malzkörner weisen eine Besonderheit auf. Auch ohne Torffeuer vermitteln sie einen Hauch an Rauchigkeit im Whisky.

Hat nun das Wasser, das durch Torfmoore fließt, einen Einfluss auf die Rauchigkeit des Whiskys? Die Antwort ist ein klares NEIN! Torfiges Wasser enthält nur einige ppm (Parts per Million) Torf, die das Wasser braun färben aber zum Rauchgeschmack in keiner Weise beitragen. Sicher, das Wasser ist von entscheidender Bedeutung für die Qualität des Whiskys, aber einen Einfluss auf die Rauchigkeit hat es nicht.

Die Massenproduktion des Scotchs in den vergangenen 200 Jahren hat den Bedarf an rauchigem Whisky enorm in die Höhe getrieben. Besonders die Brennereien der Insel Islay produzieren stark rauchigen Whisky. Allen voran die Brennereien Laphroaig, Lagavulin, Caol Ila, Ardbeg und Bowmore. Der Rauchgeschmack dieser Whiskys ist so stark, dass sie auch bei einer Verdünnung von 1:20 mit Wasser und anderen Whiskys dem Scotch die gewünschte, deutliche Rauchnote verleihen.

Es gibt aber auch kritische Töne! Der starke Verbrauch von Torf für die Produktion von Malz hat einige Torflager bereits erschöpft. In der Nähe von Campbeltown sind die Torfvorräte bereits erschöpft, so dass Torf aus ferneren Gebieten, z. B. von der Insel Islay, herantransportiert werden muss.

Die Whisky-Industrie versucht aber durch andere Verfahren den Verbrauch von Torf zu reduzieren. So mahlt die Brennerei Bowmore den Torf zu einem grobkörnigen Pulver, das auf ein normales Feuer aufgelegt wird und den notwendigen Rauch erzeugt. Damit wird die Rauchausbeute des Torfs erhöht. Aber auch die modernen Großmälzereien bei Port Ellen, Glen Esk und Glen Ord beuten den Torf auf industrielle Weise weitaus besser aus, als es auf einem herkömmlichen Trockenfeuer im Kiln der Brennerei der Fall ist. In einem geschlossenem System in einer Großmälzerei entweicht der Rauch nicht nach einmaligem Kontakt mit dem Korn über die Pagodendächer über dem Kiln in die Umgebung, sondern wird vielmehr solange über die Gerstenkörner geleitet, bis der Rauch optimal ausgenutzt ist. Die Malz bestellenden Brennereien geben dabei genau die Rauch-Spezifikation für ihr benötigtes Malz der Mälzerei vor.

Die modernen Abbaumethoden für die Torfgewinnung erlauben einen großflächigen Abbau der Torfschicht, wie es auf den folgenden Bildern gezeigt ist. Der Abbau ähnelt nicht dem Tagebau von Braunkohle, sondern eher dem Ernten eines landwirtschaftlich angebauten Lebensmittels. Dazu tragen sicherlich die landwirtschaftlichen Maschinen bei, mit denen der Abbau erfolgt.

Die Trocknung der Briketts (es sind auch nach 200 Jahren noch Briketts) geschieht nach wie vor auf großen Haufen, aus denen das Wasser den Gesetzen der Schwerkraft folgend, heraus fließt. Ist ein Torfgebiet ausgebeutet ziehen die Maschinen weiter und machen sich am nächsten Moor an die Arbeit.

Doch haben Sie bitte keine Angst vor der Zukunft! Hochrechnungen haben ergeben, dass mehr Torf in Schottland nachwächst, als ständig durch die Whisky-Industrie abgebaut wird.