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17.12.2013

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11.12.2013

In mehreren Videos, sortiert nach Flaschenpreis und Rauchigkeit, empfehle ich Whiskyflaschen als Geschenke zu Weihnachten.

6.10.2013

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30.09.2013

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21.03.2013

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25.10.2012

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Die Geschichte des irischen Whiskeys

Old Midleton Brennerei
Wegweiser in der Old Midleton Brennerei

Die Iren rühmen sich gerne damit, den Whiskey erfunden zu haben. Viel spricht dafür, dass es auch stimmt. Die älteste lizenzierte Whiskey-Brennerei der Welt, Bushmills aus dem Jahre 1608, befindet sich in Irland. Auch die Geschichtsbücher berichten davon, dass keltische Mönche die Herstellung von destilliertem Malzbräu über Irland nach Schottland gebracht haben.

Doch die Schotten halten mit einer Urkunde aus 1494 dagegen, auf der ein Verkauf von Gerste zur Whisky-Produktion verbrieft wurde. So sehr sich die in der Vermarktung bei weitem führenden Schotten bemühen, die Geschichtsbücher scheinen mittlerweile mehrheitlich der Mönchstheorie recht zu geben.

Auch wenn Iren und Schotten bzw. Briten mittlerweile in der EU zu verbündeten Nachbarn geworden sind, so zeigt der schwelende und in der Vergangenheit mitunter mörderische Konflikt in Nordirland, dass man sich noch immer nicht ganz grün ist. Zugleich zeigen die Länderspiele in den nordwestlichen Provinzen der Europäischen Union, trotz sportlichen Wettstreits, oft kriegerische Auseinandersetzungen auf den Zuschauerrängen.

So wunderschön die grüne Insel uns heute erscheint, so hart war in früherer Zeit auf ihr das tägliche Leben. Zu kalt, zu nass und zu windig waren die Kräfte der Natur, um den Einwohnern ein normales Leben zu erlauben. Trotz der Schwierigkeiten mit der Umwelt hielt es die feindlichen Nachbarn nicht davon ab, die Insel mit Gewalt 1541 ins englische Königreich einzureihen.

Englische Adelige übernahmen das Land und die darauf folgenden Abgaben an die Krone waren hoch, was das Leben in Irland nicht einfacher machte. Den Keil zwischen Irland und Schottland, eigentlich Verbündete oder zumindest Gleichdenkende und katholische Glaubensbrüder gegen das protestantische England, trieb der Unionsvertrag zwischen Schottland und England im Jahre 1707. Statt gegen die Unterdrückung durch das übermächtige England die Stirn zu bieten, schlossen die Schotten die Union mit England. 1745, das oft zitierte Jahr des rebellierenden Bonnie Prince Charlie, stellte nur noch ein letztes Gefecht dar. Die Unabhängigkeit Schottlands war bereits seit Jahrzehnten vorbei.

Der größte Schlag für Irland, von dem es sich bis heute noch nicht erholt hat, kam mit der braunen Kartoffelfäule. Die Einführung der amerikanischen Kartoffel in Europa und die daraus resultierende bessere Kalorienversorgung der Bevölkerung im 18. Jahrhundert, führte zu einem sprunghaften Anstieg auch bei der irischen Bevölkerung. Als die Kartoffelfäule in den Jahren 1845 bis 1851 einen Großteil der irischen Ernte vernichtete, starben Millionen Iren den Hungertod und weitere Millionen wanderten vor allem nach Nordamerika aus.

Hilfe für die Zurückgebliebenen von der Seite der englischen Adligen und Großgrundbesitzern in Irland gab es nur wenig. Später wurde sie sogar ganz eingestellt. Von den mehr als 8 Millionen Iren im Jahr 1841 verblieben gerade einmal 1/3 im Land. Bis heute hat sich die Bevölkerung mit ca. 6 Mio. von diesem Massensterben und der Auswanderung nicht wieder erholt. Die Geschichtsgelehrten sind sich zwar noch uneins, aber die verweigerte Hilfe der Engländer in Zeiten größter Not führte letztendlich zum Unabhängigkeitskrieg von 1919 bis 1921, der Irland selbstständig werden ließ. Der Zorn Irlands richtete sich ebenfalls auf Schottland, das als freiwilliger Bestandteil des Vereinigten Königreiches mit den Engländern gemeinsame Sache zu machen schien.

1937 verabschiedete sich Irland mit einer eigenen Verfassung auch aus dem Commonwealth. Ganz aus dem Land vertreiben konnte man die Engländer jedoch nicht, da sich in der Provinz Ulster im heutigen Nordirland besonders viele Engländer niedergelassen hatten. Hier schwelt der Konflikt noch bis zum heutigen Tag.

Die Geschichte des irischen Whiskeys hängt mit dieser sehr stark verkürzten, neueren irischen Geschichte zusammen. Ähnlich zu Schottland und Amerika gab es zunächst in Irland viele kleine private Brennereien, die etwaige Überschüsse der Getreideproduktion durch Destillation haltbar machten. Im Gegensatz zur Einführung der Alkoholsteuer in Großbritannien und den USA erhob man in Irland eine Malzsteuer. So konnte man nicht nur Whisky, sondern auch Bier zur Auffüllung der Staatskasse nutzen. Doch die Iren waren findige Menschen und verwendeten gerade einmal soviel Gerstenmalz zur Whiskyproduktion, wie unbedingt nötig war. Als restliche Zutaten verwendete man Weizen oder Mais, der durch die guten Beziehungen zu den ausgewanderten Freunden aus Amerika importiert wurde. Der irische Blended Whiskey war geboren. Als Blend in Pot Stills gebrannt eroberte er schnell die Herzen der Menschen. Amerika und England waren Mitte des 19. Jahrhunderts die Hauptabsatzländer.

Der Niedergang des Irish Whiskeys begann mit der Produktion billigen Blends in den neuen schottischen Destillationskolonnen ab etwa 1840. Ein starker Gegenwind blies den Iren auf dem Weltmarkt um die Ohren. Zudem mochten die Iren ihr eigenes Produkt besonders gerne. Das aussichtslos karge Leben und vielleicht auch das Wesen des Iren führte zu getrunkenen Whiskeymengen, deren Überlieferungen einem heute als abenteuerlich erscheinen. In der Blütezeit des Irischen Whiskeys sollen mehr als 100 Liter Whiskey pro Kopf der männlichen, erwachsenen Bevölkerung pro Jahr getrunken worden sein. Egal wie viel es nun wirklich war - Trunksucht, Siechtum und schnellen Tod gab es häufig. Sei es wegen der schlechten Lebensbedingungen oder wegen übermäßigen Whiskey-Genusses. Viele Familien verloren so ihren Broterwerber. Vor allem die Frauen und die puritanische Kirche setzten sich gegen den Whiskeykonsum ein, was letztendlich auch zur Prohibition von 1919 bis 1933 in Amerika führte.

Heute hat Irland neben Schweden immer noch die höchste Alkoholsteuer in der EU. Sie wurde sogar im neuen Jahrtausend erneut angeboben. Die vielen Tausend kleinen Privatbrennereien wurden durch das Wegbrechen des englischen und amerikanischen Whiskeymarktes schnell dezimiert. Die großen Brennereien, die zügig auch auf preiswerten Whiskey aus Destillationskolonnen umstellten, konnten nach der Prohibition trotzdem nicht mehr mithalten. Der faktische Austritt Irlands aus dem Commonwealth 1937 bescherte ihnen auf den wichtigsten Märkten der Welt hohe Importzölle, die die Schotten nicht zu entrichten hatten.

Die Brennerei-Anzahl nahm deshalb stetig ab. Nur die größten überlebten. So berühmte Brennereien wie Tullamore und Kilbeggan mussten Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts schließen. 1966 vereinigten sich eine Handvoll verbliebener Brennereien unter dem gemeinsamen Dach der Irish Distillers Group an dem einzigen Standort Midleton im Süden Irlands.

Bushmills als zweite Brennerei im Norden schloss sich 1970 an. Die großen Marken wie Powers und Jameson, für die Dublin an der Ostküste so berühmt war, mussten ihre Brennereien schließen. Viele Marken starben aus und nur wenige konnten nach gleichem Rezept, aber auf fremden Destillationsgeräten in Midleton, weiter produziert werden. Auf diese Weise konnte wenigstens ein kleiner Teil der ehemaligen Whiskey-Weltmacht überleben.

Der größte Verlust traf Irland aber 1988. Irish Distillers Ltd. wurde an den französischen Konzern Pernod Ricard verkauft. Keine einzige irische Whiskey Brennerei befand sich mehr in nationaler Hand. Auch die Marken Paddy und Powers, sie stehen für den irischen Whiskey schlechthin, gehörten auf einmal Ausländern! Was schlimm aussah, wurde aber zur Rettung für die irische Whiskey Industrie. Pernod Ricard konnte das Geschäft international deutlich ausweiten und heute steht irischer Whiskey wieder so gut da, wie lange nicht mehr.

1989 war es dann endlich soweit. Mit der Gründung der Brennerei Cooley an der Grenze zu Nordirland gibt es wieder eine echte irische Whiskey Brennerei. Nach zwei Jahrzehnten Produktion bietet diese Brennerei mit Connemara, Tyrconnell und Locke's Single Malts und Blended Whiskeys von mild bis rauchig aus eigener Produktion an. Die Geschäfte laufen so gut, dass man sogar in Kilbeggan 2009 wieder zwei Pot Stills zur Malt Whiskeyproduktion aufgestellt hat. Lang lebe Irland!

Einzelheiten über die furchtbare Hungersnot und die Auswanderungswelle können Sie im Internet unter:
http://www.angelfire.com/bc/barbara/irland.html nachlesen.