United Distillers & Vintners

(Seit 2002 Diageo)

Theresia Lüning bei United Distillers

Das größte Unternehmen hinter der schottischen Whisky-Industrie war United Distillers, die 2002 in Diageo umgetauft wurden. In der Branche trug United Distillers einfach nur das Kürzel UD. Im Jahre 1997 wurde der größte Spirituosenproduzent der Welt als Unternehmensteil von Guinness durch eine Fusion mit Grand Metropolitan Hotels (Grand Met, Umsatz 1995 EUR 12 Mrd.) noch größer. Es entstand der Konzern Diageo Plc.

Bevor dieser Merger (Fusion) jedoch wahr werden konnte, mussten sich Guinness und Grand Met gegen den Widerstand der Branche, vor allem gegen die Interessen des französischen Luxuswarenkonzerns Louis Vuitton Moet Hennessy LVMH mit seinem Vorsitzenden Bernard Arnault durchsetzen. Bernard Arnault erhöhte kurzfristig seine Aktienanteile an Grand Met auf 11%, um einen größeren Einfluss gelten machen zu können. Da diese Aktion jedoch etwa 1,3 Milliarden DM erforderte musste er den Aktienanteil an Guinness von 14,2% auf 12,5% zurücknehmen. Die Absicht von Bernhard Arnault war die Aufspaltung der Lebensmittelkonzerne Grand Met und Guinness  und zusammen mit seinem Moet Hennessy Zweig eine dreier Ehe zwischen den drei Drinks Divisions der Konzerne herbeizuführen. Dies war jedoch nicht von Erfolg gekrönt und Bernard Arnault verließ das Board von Guinness, dem er seit 1989 als Direktor angehörte.

Grand Met brachte mit International Distillers & Vintners Ltd. (IDV) ein ebenfalls großes Spirituosen Unternehmen in die Ehe zwischen UD und Guinness mit ein. Aus den beiden Spirituosentöchtern UD und IDV wurde das Unternehmen UDV, das in mehr als 200 Ländern der Welt vertreten war. UDV verkaufte knapp 1 Milliarde Liter Spirituosen pro Jahr. Das neue Unternehmen hatte vier große ‘Food and Drinks’ Bereiche: UDV, Pillsbury, Guinness und Burger King.

United Distillers Hauptquartier in Edinburgh

Zu den großen, durch UDV (heute Diageo) vertretenen Spirituosen Marken, gehören:

Smirnoff, die Nr. 1 im Wodka
Johnnie Walker, die Nummern 1 im Blended Whisky
J & B, die Nummer 2 im Blended Whisky
Gordon’s, der führende Nr. 1 Gin

Johnnie Walker Statue bei United Distillers

Insgesamt gehören 19 der Top 100 Spirituosen der Welt zum UDV (Diageo) Konzern. Die größten Whisky Marken aus dem Hause UDV sind:

Bell’s 8 Year Old
Black & White
Cardhu
Dimple (USA: Pinch)
Glen Ord
Grand Old Parr
Haig
Johnnie Walker
J & B
Knockando
VAT 69
White Horse

Classic Malts und Classic Malts Distillers Edition
Cragganmore
Dalwhinnie
Glenkinchie
Lagavulin
Oban
Talisker

Rare Malts Selection

Zu den UDV (Diageo) Brennereien gehören mehr als 50 der Single Malt Brennereien in Schottland.

Die größten Konkurrenten von UDV gehörten Allied Domecq Plc (Laphroaig, Ballantine’s, Teacher’s, Long John) und Pernod Ricard (Chivas,  Glenlivet,  Longmorn), für die in der folgenden Grafik  die Absatzzahlen aus 2002 (in Millionen 9 Liter Kisten) angegeben sind. Deutlich ist zu sehen, dass Diageo größer als seine beiden folgenden Konkurrenten zusammen ist. Der Umsatz von UDV betrug im Jahr 1996 etwa EUR 10 Mrd. und damit 47% des Umsatzes der Diageo Plc. Der operative Gewinn vor Steuern betrug satte 20%. Für deutsche Verhältnisse ist dies ein hervorragendes Ergebnis, und auch international muss sich UDV (Diageo) bestimmt noch nicht verstecken.

Scotch Whisky Absatz 2002 in Millionen 9 Liter Kisten

Aber auch wenn die Verkaufszahlen von UDV (Diageo) übermächtig aussehen, so verkaufte UDV doch nur 5% der weltweiten Spirituosen und nur 1% der Weinproduktion der Welt. Die Möglichkeiten für Diageo weiter zu wachsen sind nach wie vor immens, was sich Paul Walsh, der Chief Executive Officer von Diageo auch auf die Fahne geschrieben hat.

Firmenwagen von Diageo

Diageo hat aber auch eingesehen, dass Alkohol auch missbraucht werden kann. Diageo wird weiterhin an der vordersten Front der Bemühungen stehen, um einen moderaten und verantwortlichen Umgang mit Alkohol zu fördern. Diageo unterstützt dabei Organisationen wie ‘The Century Council’ in den USA; die ‘The Portman Group’ in Großbritannien und auch das 'DIFA Forum' in Deutschland.

Wie konnte es zu einer solchen Konzentration kommen? Die Ursprünge von Diageo geht auf die Distillers Company Limited (DCL) zurück, die im Jahre 1877 gegründet wurde und im Jahre 1986 in einer spektakulären feindlichen und wie wir heute wissen illegalen Weise von Guinness übernommen wurde.

Die Geschichte der DCL begann mit einer Verschmelzung von sechs Firmen am 1. Mai 1877 und stellt eine außerordentliche Aneinanderreihung von Wachstum, Übernahmen und Diversifikationen dar.

Der Fusion der sechs Firmen war die Gründung der Scotch Distillers’ Association im Jahre 1865 vorangegangen, die dem damaligen Brennereisterben entgegenwirken wollte.

 

D. McFarlane & Co.Port Dundas
John Bald & Co.     Carsebridge
John Haig & Co.     Cameron Bridge
McNab Bros. & Co.     Glenochil
Robert Moubray     Cambus
Stewart & Co.     Kirkliston


In den ersten Jahren nach der Gründung wurde durch die DCL The United Kingdom Distillers’ Association (UKDA) ins Leben gerufen. Diese Vereinigung, die bald als das Whisky Parliament bekannt wurde, verschrieb sich der Förderung der Patent Still Brennereien und entwickelte ein klassisches Kartellverhalten, das auch zu ihrem Niedergang im Jahre 1888 führte.

1884/85 wurde die Caledonian Brennerei übernommen.

Bis zum Jahre 1899 geschah nichts aufregendes mehr in der DCL. Nachdem das Unternehmen in 1899 knapp dem Bankrott durch aufgelaufene Schulden einer Whisky Handelsfirma, der Pattisons Ltd. entgangen war, begann eine Zeit der beständigen Ausweitung des Geschäftes.

In den 20er Jahren dieses Jahrhunderts dominierte die DCL bereits die schottische Whisky Industrie. Bis 1925 hatte die DCL die drei großen Blender James Buchanan, John Dewar und Johnnie Walker übernommen. Der Übernahme der Unternehmen war eine langjährige Vorbereitung (seit 1909) durch Price Waterhouse vorangegangen.

Im Jahr 1934 gehörten bereits die folgenden Malt Brennereien unter dem Dach der Scottish Malt Distillers SMD zur DCL:

Highlands
Aberfeldy
Aultmore
Balmenach
Banff
Benrinnes
Brechin
Clynelish
Coleburn
Convalmore
Craigellachie
Dallas Dhu
Dalwhinnie
Glendullan
Glenlossie
Glentauchers
Knockdhu
Linkwood
Lochnagar
Oban
Ord
Parkmore
Pulteney
Teaninich
Tobermory

Lowlands
Glenkinchie
Linlithgow (St. Magdalene)
Rosebank

Islay
Caol Ila
Lagavulin
Lochindaal
Port Ellen

 

Weiterhin gehörten noch Malt Brennereien zur DCL deren Namen aber heute keine Bedeutung mehr haben und die deshalb hier nicht mehr aufgeführt werden.

Im Jahre 1927 betrug der Anteil der DCL an der schottischen Malt Produktion bereits 50% und sollte noch weiter steigen. Im Jahre 1935 gehörten 51 Malt Brennereien zur SMD. Die Bedeutung der DCL stieg soweit an, dass sie vom Rang 39 der 50 größten Britischen Unternehmungen im Jahre 1905 auf den Rang 4 im Jahre 1948 steigen konnte. Im gleichen Zeitraum stieg das Kapital des Unternehmens von GBP2m auf knapp GBP130m an.

Die kommenden Jahre waren von einer internationalen Ausbreitung des Vertriebsnetzes gekennzeichnet, die lediglich durch die Prohibition in Amerika und den zweiten Weltkrieg eine Verlangsamung erfuhr.

Wurden im Jahr 1924 nur 2% des Gewinns der DCL durch andere Tätigkeiten als durch Alkoholproduktion erwirtschaftet, so folgten in den kommenden Jahren eine starke Diversifikation und die Gründung eines eigenen chemischen Unternehmensteils, der sich auf die Aceton- und Butanol-Chemie spezialisierte und damit im Lösungsmittelsektor Fuß fasste. Ein langer Kampf mit der ICI sollte beginnen. Aber dies ist eine andere Geschichte ...

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