Sammeln Sie Malt Whisky?

Dieser Artikel hinterfragt die Zusammenhänge beim Whisky-Sammeln und gibt wichtige Tipps für Ihre ganz persönliche Sammlung. Hauptaugenmerk wird auf die Wertsteigerung gelegt - Beispiele inbegriffen.

Über Jahrmillionen hat sich der Mensch vom nomadisierenden Primaten über den Homo Sapiens bis zum heutigen Homo Post Atomiensis ;-) entwickelt. Es dauerte mehrere Millionen Jahre und einige, wichtige Eigenschaften wie der Jagd- und Sammeltrieb sicherte das Überleben unserer Gattung.

An dieser Stelle richten wir unser Augenmerk besonders auf den Menschen als Jäger und Sammler. Diese beiden Eigenschaften ergänzen sich vorzüglich. Jagen und Festhalten, damit wir alles das, was wir uns mühselig erarbeitet haben, nicht wieder verlieren. Vermutlich entstand dieser Trieb als Reaktion auf die Jahreszeiten mit ihrem unterschiedlichen Nahrungsangebot. Sorge bei Zeiten, so hast Du in der Not… Diese Eigenschaften haben sich bis heute in uns vererbt. Man kann es bereits an den Kindern erkennen, wenn sie ihre geliebten Spielzeuge im Regal beginnen nebeneinander aufzureihen.

Viele Dinge werden im täglichen Leben gesammelt. Dieser Sammeltrieb ist nicht negativ zu bewerten. So gibt uns die Sammelleidenschaft der großen Welt-Religionen und ihr Zusammentragen von Schätzen jedweder Art heute die Möglichkeit, unsere Geschichte weitaus besser zu verstehen.

Im Privatbereich waren es früher Briefmarken und Porzellan. Später wechselte der Zeitgeist auf preiswertere Dinge wie Kronkorken, Bierdeckel und amerikanische Autokennzeichen. Heute findet man kein Gut mehr, das nicht gesammelt wird. Zuckerstückchenpapier, Streichholzbriefchen, Anstecknadeln und Whiskyflaschen sind noch harmlose Sammelobjekte in der Vielzahl der nachgefragten Objekte.

Graben wir ein wenig in die Tiefe. Was macht ein Sammelobjekt aus? Am Beginn einer Sammelleidenschaft steht ein auslösendes Moment. Man erhält etwas Besonderes geschenkt, das einen richtig fesselt oder man sieht eine kleine Sammlung von Dingen, die man selbst auch gerne besitzen möchte. Im Falle von Streichholzbriefchen ist die Sache einfach. Man legt alles beiseite, was man so findet. Im Fall von Whiskyflaschen kann es sehr schnell ziemlich teuer werden.

Der Wert von Sammlungen

Damit stellt sich sofort die Frage nach dem Wert von Sammlungen. Briefmarkensammlungen sind bei der jüngeren Generation so ‚out’ - ‚outer’ geht’s nicht. Der Wert dieser Sammlungen verfällt rapide. Mehr und mehr Sammlungen werden vererbt und drängen auf den Markt. Der Verfasser dieser Zeilen versuchte vor Jahren eine geerbte und fast vollständige Briefmarkensammlung (Deutschland ab 1933) im Fachgeschäft zu verkaufen. Das Angebot des Fachmanns zusammen mit seinem Rat war niederschmetternd. Für wenige Marken wurden wenige tausend Euro geboten. Die noch gültigen Postwertzeichen solle man verbrauchen und den Rest ins Altpapier werfen. - Soweit zum Wert von Briefmarkensammlungen.

Der Wert von Sammelobjekten richtet sich nach den normalen wirtschaftlichen Zusammenhängen des Angebots und der Nachfrage. Briefmarken wurden, sieht man einmal von der Blauen Mauritius ab, immer in Millionen Stückzahlen gedruckt. Die alten Marken können nicht mehr auf Briefen verklebt werden und so herrscht ein permanentes Überangebot. Zudem ist Briefmarkensammeln ‚out’ und die kleinen bunten Bildchen, postfrisch oder gestempelt, sind nur noch einen Bruchteil des aufgedruckten Betrags wert. Warum wurden früher Briefmarken gesammelt und heute nicht mehr? Es kann nur vermutet werden. Die gestempelten Marken waren kostenlos vorhanden. Ausländische Marken weckten das Fernweh in uns und so kam eins zum anderen. Das Fernweh können wir heute mir Reisen befriedigen und Briefe werden immer weniger geschrieben. Die Welt wird multimedial.

Die Whisky-Sammlung

Ganz anders geht es bei Whisky-Sammlungen zu. Die Nachfrage ist so hoch wie nie und ständig werden die besten Flaschen von Genießern, trotz allen Wehklagens der Sammler, geöffnet und getrunken. Was kann man dagegen tun? Noch mehr Flaschen abfüllen? Die Vorräte alter Malt Whiskys sind begrenzt. Die Lagerkapazitäten bleiben endlich und die aktuelle Nachfrage nimmt weiter zu. Die Lager leeren sich so schnell, dass einige Brennereien bereits Einzelserien je Fass auflegen (Bowmore 1955, 1964, Macallan 1946, 1951, Ardbeg 1974, 1975, u.s.w.).

Diese Einzelserien kosten richtig viel Geld pro Flasche. 250,00 bis 5.000,00 Euro lassen sich pro Flasche anlegen. Doch ist die Flasche dieses Geld wert? Steigt der Preis in Zukunft weiter? Oder hat ein findiger Verkäufer durch künstliche Verknappung den Preis in die Höhe getrieben?

Nach dem Motto: „Glauben Sie mir, diese Flasche ist das absolut letzte Stück. Danach kommt nichts mehr. Als XYZ-Sammler müssen Sie sie haben.“

Bitte bedenken Sie: Von jeder Flasche werden mindestens einige Hundert abgefüllt, wie Sie an den 'seltenen' Ardbeg und Springbank auf den obigen Bildern sehen können. Die Flaschen verlassen palettenweise die Abfüllanlagen. Von Einzelstücken kann bei den wenigsten Flaschen die Rede sein. Diese Argumente sind oft nur Preistreibereien. - Bleiben Sie bitte kritisch.

Von jeder Brennerei genau eine Flasche?

Sammelleidenschaft ist unersättlich und so stellt sich nach kurzer Zeit jedem Sammler die Frage, wie man mit seiner Kenntnis um das Sammelobjekt auch Geld verdienen kann. Früher kaufte man mindestens vier Briefmarken. Zwei ließ man abstempeln und zwei behielt man postfrisch. Jeweils eine wanderte in die Sammlung und zwei hatte man zum Tausch übrig. Ein richtiger Whisky-Sammler kauft immer drei Flaschen. Eine zum Trinken, eine zweite für die Sammlung und eine dritte zum späteren Tauschen, wenn der Preis entsprechend angestiegen ist. So lässt sich vortrefflich die Sammlung vermehren. Mit einem Verkauf der doppelten Flaschen kann man zusätzliches Geld aufbringen, um sich auch Wünsche zu erfüllen, die über das festgelegte Sammelbudget hinaus gehen.

Die Whisky-Sammelleidenschaft beginnt meist mit dem Wunsch, von jeder Brennerei eine Flasche zu besitzen. Der Weg ist einfach: Man kauft was der Geldbeutel her gibt. Für etwa 5.000 Euro erhält man ca. 100 Flaschen aus unterschiedlichen Brennereien und muss dann erst einmal weiteres Geld für eine große Vitrine ansparen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt beginnt der Whisky-Sammler sich verstärkt Gedanken über den Sinn und die Weiterentwicklung seiner Sammlung zu machen. Ging es ihm zunächst um die toll aussehenden Flaschen, so ändert sich ganz langsam die Einstellung hin zu seltenen und raren Flaschen. Man hat mit der Zeit bemerkt, dass die Standard-Abfüllungen immer erhältlich sind. Man hat sich an diesen Flaschen satt gesehen und beginnt nach Raritäten zu suchen.

Teure Erkenntnisse - Ein paar Regeln

An dieser Stelle möchte ich einige Erkenntnisse an Einsteiger-Sammler weitergeben. Diese Dinge haben wir über die vergangenen 10 Jahre zusammen mit unseren ersten Kunden und zum Teil mit kräftigem Lehrgeld auf Kundenseite erarbeitet.

1. Budget
Sammeln Sie nicht wild darauf los. Legen Sie mit Ihrem Lebenspartner ein Sammelbudget pro Jahr fest. Sie ersparen sich so späteren Ärger. Sparen Sie mindestens einen halben Jahresbetrag an, damit Sie im Falle des Falles sofort zugreifen können. Reservieren wird ein Händler für Sie im seltensten Fall. **

2. Strategie
Legen Sie schriftlich Ihre Sammelziele und Ihre Sammelstrategie fest. So vermeiden Sie, dass Sie sich verzetteln und Geld ausgeben, was Sie anschließend fast immer bereuen.

3. Kontrolle
Führen Sie Buch über Ihre Einkäufe und Verkäufe. Kontrollieren Sie das Erreichen Ihrer Ziele.

 

** Reservieren wird nur ein kleiner Händler für Sie, der nicht genügend Kundschaft für diese Art von Flaschen hat. Und sicher sein können Sie nicht, dass dieser Händler zwischen durch nicht doch an einen anderen verkauft, der mehr bietet. Warum sollte der Händler gerade Sie bevorzugen? Im Zweifelsfall hat er immer noch Kunden und Freunde, die ihm näher stehen als Sie. Die Ausreden sind mannigfaltig und lauten üblicherweise: „Die Flasche ist nicht gekommen. In der Sendung war Bruch. Der Einkaufspreis hat sich erhöht ...“ Sie werden sicherlich so einiges schon gehört haben. Sicher können Sie nur sein, wenn Sie sofort kaufen. Punkt.

 

Es stellt sich die Frage: Wer darf reservieren? Darf man reservieren? Kann man es sich als Händler überhaupt leisten zu reservieren? Schadet sich nicht der Händler bei seiner restlichen Kundschaft, wenn er reserviert? Was zählt mehr? Das Finden des Schatzes (reservieren) oder sein Heben (kaufen)?

The Whisky Store reserviert nicht! Alle Bestellungen werden in der zeitlichen Reihenfolge des Eingangs abgearbeitet (first in - first out). Wer auf Urlaub war oder gerade einen Liquiditätsengpass hat, schaut mit dem Ofenrohr ins Gebirge, wie man flapsig hier in Bayern sagt. Neben die Chancengleichheit tritt gleichberechtigt das Glück des Schnelleren, wenn es nur wenige Flaschen gibt.

Jedem steht es frei, diese drei oben genannten Regeln nicht anzunehmen. Ohne ein Ziel vor Augen werden Sie auch kein Ziel erreichen. Es kann auch Spaß machen, einfach nur schöne Flaschen zu sammeln. Wie bei der Briefmarkensammlung muss man sich aber nachher nicht wundern, wenn niemand diese Flaschen haben will.

Im August 2002 hat ein berühmter Whisky-Sammler beschlossen, seine riesige Sammlung auf das Gebiet Islay zu reduzieren. Mehr als 1.000, z.T. recht seltene Flaschen, stehen zum Verkauf. Nach zwei Monaten waren erst 6% der Flaschen zu mäßigen Preisen verkauft. Wer sucht schon einen Coleburn 1972 oder Deanston 17J?

Regelmäßig werden The Whisky Store kleinere aber vergleichbare Sammlungen angeboten. Leider müssen wir genauso regelmäßig ablehnen, da wir uns nicht auf den An- und Verkauf von Sammlungen spezialisiert haben. Für eine einzelne, seltene Flasche finden Sie vielleicht noch einen Käufer. Zwei Dutzend oder gar noch mehr dieser Einzelstücke können nur mit erheblichem Preisnachlass verkauft werden. The Whisky Store ist auf diese Art Verkauf nicht eingestellt. Es wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben, als diese Flaschen zu trinken.

Wenn Sie diese Ratschläge befolgen, haben Sie sich weg vom Feld-, Wald- und Wiesensammler und hin zum professionellen Sammler entwickelt. Sie sammeln nicht mehr nach Aussehen, sondern Sie machen sich vor einer Kaufentscheidung Gedanken über die zukünftige Wertentwicklung einer Flasche.

Dies ist ein kleiner Schritt für Sie aber ein großer Sprung für Ihre Sammlung. Im Folgenden werden wir strategisch Flaschen aussuchen, die später einmal Tausende Euro auf großen Versteigerungen bei Christie’s oder McTear’s in Glasgow erzielen können. Im September 2002 erzielte ein Black Bowmore 2.800,00 Euro im The Whisky Store.

Sehr bald werden Sie feststellen, dass viele der bis zu diesem Zeitpunkt angesammelten Flaschen keinen Platz mehr in Ihrer Vitrine verdient haben. Verkaufen können Sie sie nicht. Es ist wie bei den Briefmarken. Jeder hat sie und keiner will sie. Betrachten Sie sich die oben gezeigten Paletten mit Sammlerflaschen. Auch von diesen ausgesucht 'seltenen' Flaschen gibt es Hunderte in Deutschland und Tausende in Europa. Man muss schon besonders aussuchen, um unter diesen die Schnäppchen zu finden. - Wir werden später sehen, wie das geht.

Was können Sie mit den überzähligen Flaschen machen? Jetzt spielt die Whisky-Sammlung ihren unglaublichen Vorteil gegenüber der Briefmarken-Sammlung aus. Sie trinken die 'wertlosen' oder wir sollten besser sagen 'die Flaschen ohne absehbare Wertsteigerung' selbst aus. Sie haben kein Geld verschwendet. Es macht sogar Spaß!

Ein Selbsttest

Lassen Sie sich zu einem kleinen Test überreden. Die folgenden Flaschen waren im Jahr 2000 in der Erstauflage des besonderen Whisky-Katalogs von The Whisky Store gelistet. Die Preise wurden jetzt auf Euro umgerechnet. Welche würden Sie mit der Absicht einer überdurchschnittlichen Preisentwicklung kaufen?

Banff Chieftains Choice 18J 43% 46 Euro
Macallan 0,7l + 1,0l 12J 40% 31 Euro
Macallan 25J 43% 173 Euro
Glenallachie Signatory 1991 43% 31 Euro
Springbank 21J 46% 92 Euro
Bowmore 30J 43% 203 Euro
Loch Lomond   40% 20 Euro
Loch Dhu 1,0 Liter 10J 40% 49 Euro
Ben Wyvis Signatory 1968 51% 1150 Euro
Caperdonich G&M 1968 40% 91 Euro
Johnnie Walker Blue Label   40% 127 Euro

 

Viele unserer Sammler-Kunden haben diese Flaschen damals gekauft. Welche haben Sie persönlich von diesen in Ihrer Sammlung? Und mit welchem Ergebnis? Es sind Stars darunter, genauso wie zahlreiche Nieten bzw. Flops.

Zu jeder dieser Flaschen gehört eine kleine Hintergrund-Geschichte, die wir hier erzählen wollen. Natürlich wird das jetzt etwas länglich, aber Sie als Sammler interessiert es ja. Alle anderen Leser haben bis hierhin sowieso schon aufgehört zu folgen. Steigen wir mit dem 'seltenen' Banff in die Details ein. Nach dieser Tabelle kommen noch wichtige Ratschläge! - Lesen Sie deshalb bitte weiter.


Banff Chieftains Choice 18 Jahre

Die Banff Brennerei wurde bereits 1983 geschlossen und anschließend abgerissen. Die letzten Fässer werden abgefüllt. Es wird nicht mehr allzu lang dauern und Flaschen von Banff wird es nicht mehr geben. Deshalb erfolgt derzeit ein Ansturm auf diese Flaschen. Diese Chieftain's Choice Abfüllung ist die preiswerteste aller Banffs. Wird sie deshalb im Preis steigen? Drei Gründe sprechen dagegen:

A) Die Flasche ist keine Originalabfüllung sondern stammt von einem unabhängigen Abfüller (UA). Das drückt den Preis sehr deutlich.

B) Diese Flaschen waren in 2000 bereits zu teuer, um noch vermehrt getrunken zu werden. Die meisten werden überlebt haben und stehen jetzt in den Vitrinen der Feld-, Wald und Wiesensammler.

C) Der Abfüller scheint noch mehr dieser Flaschen im Angebot zu haben. Aktuell wird ein 21J Banff für 57 Euro angeboten. Der dürfte wegen seines höheren Alters ihrer Flasche den Rang ablaufen. Und dann ist noch eine Signatory Abfüllung mit 20 Jahren für 55 Euro im Sommer 2002 erschienen. Signatory hat unter den unabhängigen Abfüllern (UA) einen besseren Ruf.

In Summe ist Banff für Wert-Sammler eine sehr unergiebige Brennerei. Wer eine vollständige Sammlung haben möchte, braucht eine solche Flasche natürlich. Ein toller Malt ist es auch nicht, da die Brennerei wegen Wassermangel und Qualitätsproblemen geschlossen und abgerissen wurde. Trinken Sie die Flasche nicht und gehen Sie davon aus, dass niemand diese Flasche in den kommenden 20 Jahren haben möchte.


Macallan 12 Jahre 0,7 + 1,0 Liter

Macallan ist eine der wichtigsten Brennereien in Schottland. Doch muss man es lernen, auflagenstarke Flaschen von kurzzeitig laufenden Serien zu unterscheiden. Die 12-jährige Abfüllung ist neben der 10-jährigen die auflagenstärkste. Wenn eine Flasche weit verbreitet ist, dann ist es diese. 1999 wurde das Design der Flasche verändert. Zur Vollständigkeit einer Sammlung gehört die alte, runde Dose. Mit Millionen verkaufter Flaschen, wird man nie Spitzenpreise erzielen. Heute kostet die Flasche 33 Euro. Erlauben Sie noch ein Wort zu den 1,0 Liter Flaschen: Sie sind bei Sammlern nicht beliebt, da sie zu groß für die meisten Vitrinen sind. Nur bei extrem seltenen Flaschen ist es egal, ob man 0,7l, 0,75l oder 1,0l Flaschen hat.

Nachtrag 2014: Die Nachfolgeflaschen wurden aus dem Markt genommen. Das hat zu einer extremen Preiserhöhung geführt. So schnell kann aus einer 'Brot-und-Butterflasche' ein Sammlerobjekt werden.

 

 

 


Macallan 25J-1975/2000

Alle älteren Macallan eignen sich uneingeschränkt zum Sammeln. Ganz besonders, wenn sie eine Jahrgangsangabe, und sei sie noch so klein, aufweist. Kostete in 2000 diese Flasche noch 173 Euro, so verkauften sich die Restbestände des 25J-1971 in 2002 bereits für 254 Euro. Dies entspricht einer Preissteigerung von 50% über wenige Jahre. ACHTUNG! Durch die begrenzten Lagerkapazitäten von Macallan trägt der aktuelle 25-jährige keine Jahrgangsangabe mehr. Dies ist ein deutliches Minus für Sammler. Trotzdem eignet sich der 25J nach wie vor zum Sammeln und erst recht zum Trinken. Man kann wenig falsch machen.

 

 

 

 


Glenallachie Signatory 1991

Diese Brennerei arbeitet auf vollen Touren. Die damalige Sign. Flasche wurde aktuell durch den gleichen Jahrgang, aber mit zwei Jahren längerer Reifezeit, ersetzt. Die zwei Jahre ältere Flasche kostet in 2002 nur 3 Euro mehr. Bei den Sammlern ist jedoch eine andere Flasche gesucht. Es ist die alte Original-Flasche mit 12 Jahren. Sollte eine neue Original-Abfüllung erscheinen, kräht nach der Signatory-Abfüllung kein Hahn mehr. Aus Sammlersicht ist diese Flasche zum baldigen Verzehr bestimmt. - Sie schmeckt auch ganz gut.

 

 

 

 

 

 

 


Springbank 21 JahreAls Sammler sollten Sie sich Bücher von Fachleuten kaufen, damit Sie über die Geschichte der Brennereien Bescheid wissen. Das Standardwerk ist das Whisky Lexikon von Walter Schobert und jede Neuauflage des kleinen Michael Jackson.Darin kann man lesen: Springbank war für längere Zeit geschlossen und es sind keine Fässer mit einem Alter über 15 Jahren mehr vorhanden. Die Abfüllungen gehen zu Ende. Es wird noch weitere 6 Jahre dauern, bis der nächste 21-jährige abgefüllt wird. Und dann ist die neue Flaschenform verschieden. Sicheres Anzeichen, dass die alte Flaschenform erkennbar bleibt. Ein Sammler mit dem Wunsch nach Wertzuwachs kommt an dieser Flasche nicht vorbei. Die Restbestände dieser Flasche wurden in 2002 für 159 Euro verkauft. Wertsteigerung über 70% in zwei Jahren. Zudem ist die Flasche bei Genießern sehr beliebt. Das reduziert die Bestände zusätzlich.


Bowmore Seadragon 30 Jahre

Auch die äußerst wichtige Brennerei Bowmore leidet unter den durch den Malt-Whisky-Boom stark geleerten Lagerhäusern. Fast keine Fässer mit 30 oder mehr Jahren sind übrig. Der 30-jährige ist zudem von Genießern stark begehrt.

Dagegen schädlich für einen massiven Wertanstieg ist die tolle Keramikkaraffe. Sammler achten stark auf das Motiv, so dass viele gefüllte Flaschen in Vitrinen landeten. Auch verdunstet durch die Poren der Keramik immer etwas Alkohol. Karaffen sind nie so dicht, wie Glasflaschen. Unter geringeren Füllhöhen leidet der Wiederverkauf. Trotzdem ist die Flasche von 132 Euro in 1996 bereits auf 238 Euro in 2002 gestiegen. Das sind 80% in 6 Jahren. Die absolut letzten Flaschen werden in 2003 sehr schnell 300 Euro und mehr erreichen.


Loch Lomond

Dies ist die Original-Abfüllung ohne Altersangabe von Loch Lomond. Die ersten Flaschen verkaufte der Fachhandel 1998 als Rarität für Preise um 20 Euro. Heute steht die Flasche im Supermarkt um 10 Euro. Die Qualität ist äußerst bescheiden. Die 20 Euro können Sie abschreiben. Trinken wird ein Kenner diese Flasche nicht.

Die Flasche hätte aber auch eine Rarität werden können, wenn die Supermärkte sie nicht angenommen hätten und Loch Lomond die Produktion wieder eingestellt hätte. Das wäre ein tolles Schnäppchen geworden. Es lohnt sich aber nur sehr selten, eine Erstabfüllung zu erwerben. Warten Sie lieber ab und sehen Sie aus sicherer Entfernung zu, wie sich ein neuer Malt entwickelt. Z.B. werden derzeit die Erstabfüllungen der in den alten Gebäuden wieder errichteten Brennerei Glengyle direkt von der Brennerei verkauft. 270 Euro für eine Flasche, deren Inhalt noch nicht einmal gebrannt ist! Hier verdient nur einer. Und das ist die Brennerei.


Loch Dhu 1,0 LiterDer schwarze Malt Loch Dhu ist so eine Ausnahme. Als Experiment gestartet, kam er im Markt nicht an. Zu schlimm war der Geschmack dieses extrem gefärbten Malts. Nach wenigen Jahren Produktion wurde das Experiment eingestellt. Fast alle Flaschen wurden aus Neugier auch geöffnet. 1998 für 39 Euro im Handel eingeführt erzielen in 2002 die letzten Flaschen Verkaufspreise von 75 Euro. Steigerung knapp 100% in 4 Jahren. Durch die extreme Knappheit der Flaschen sind auch die 1,0 Liter Flaschen gesucht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ben Wyvis Signatory 1968

Es ist bestechend, eine so seltene Flasche zu besitzen. Es ist die einzige Abfüllung dieses Malts seit vielen, vielen Jahren. Es soll einmal eine Originalabfüllung vor 1977 in Kanada gegeben haben. Drei Fässer wurden in 2000 abgefüllt und der Einstandspreis von 1150 Euro war reines Wunschdenken. Bei weitem sind noch nicht alle Flaschen verkauft. Die Preise sind sogar unter Druck geraten, weil der Markt die Flaschen nicht annahm. Außerdem hält sich nachdrücklich ein Gerücht, dass der ehemalige Besitzer der Brennerei noch Fässer hat und bald eine Originalabfüllung auf den Markt kommt. Doch das kann auch ein Abwehrgerücht der Konkurrenz von Signatory sein. Man ärgert sich, dass Signatory alle drei Fässer zur Abfüllung bekommen hat.


Caperdonich Gordon & MacPhail’s 1968Die Brennerei Caperdonich produziert hurtig unter dem Pseudonym Glen Grant No. 2. Jede Menge Malt wird produziert und eine unabhängige Abfüllung einer produzierenden Brennerei ist bei Sammlern nicht gesucht (siehe Glenallachie). Ein besonderer Leckerbissen ist diese Flasche auch nicht und so bleibt einem nichts anderes übrig, als diese Flasche im Jahre 2008 seinem besten Freund als Geschenk zum 40-ten zu machen. Die Stagnation des Preises mit 95 Euro im Jahr 2002 spiegelt die Situation.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Johnnie Walker Blue Label

Blended Whisky werden nicht gesammelt, sondern getrunken. Auch wenn sie so aufwändig und teuer wie der Blue Label der größten Blend-Marke der Welt sind. Nur Vorkriegs-Blends mit geringer Auflage erzielen derzeit auf Versteigerungen brauchbare Preise. Die Königsklasse sind dagegen die Malts. Zieht man in Betracht, dass vom Blue Label zig-tausend Flaschen pro Jahr weltweit verkauft werden, hat man trotz Einzelnummerierung bei weitem kein Einzelstück vor sich. Die Preisentwicklung spiegelt dies. Mit 124,50 Euro ist die Flasche preiswerter geworden.


Für ambitionierte Einstiegs-Sammler waren meine Ausführungen sicherlich unangenehm. Ich möchte mich dafür auch entschuldigen. Extreme Beispiele, deutliche Worte und Überzeichnungen sind Mittel und Zweck, grundlegende Zusammenhänge deutlich zu machen. Mein Ziel war es, Ihnen als Sammler negative Erfahrungen für die Zukunft zu ersparen.

Empfehlungen

Werden wir lieber konstruktiv. Welche Malt Whiskys eignen sich überhaupt zum Sammeln? Der legendäre Black Bowmore kostete bei seinem ersten Erscheinen bereits über 100 Euro. Die preiswerten oben genannten Beispiele zeigten bis auf den Loch Dhu keine Erhöhungen. Als Einstieg sollte sich der ambitionierte Sammler mit dem Wunsch nach maximaler Wertschöpfung auf Flaschen mit Ladenpreisen um die 100 Euro einstellen. Natürlich kann auch einmal eine Flasche mit 70 Euro dabei sein. Wichtig ist, dass die Flasche teurer ist, als es sich der Normalverbraucher leistet. Sie darf aber nicht zu teuer sein, sonst fällt die Wertsteigerung nicht groß genug aus. Auch die Versteigerungserlöse wachsen nicht in den Himmel.

Um es zu wiederholen: Es sind bestimmt nicht die ungezählt vielen Flaschen zwischen 30 und 40 Euro. Hier ist der Ausstoß der Brennereien zu groß. Bereits die oben gezeigten Bilder der Paletten mit Sammelflaschen verdeutlichen dies. Die preiswerten Flaschen verlassen Containerweise Schottland.

Auch nach oben sind Grenzen gesetzt. Sind die Flaschen bereits beim Erwerb sehr teuer, ist die Wertsteigerung der kommenden Jahre bereits im Kaufpreis durch die Brennerei vorweg genommen. Eine feste Obergrenze lässt sich nicht nennen. Bei 200 bis 300 Euro wird sie aber im Moment liegen.

Welche Brennereien sammeln?

Welche Brennereien sind überhaupt gesucht? Bevor wir von Brennereien sprechen, fragen wir lieber nach dem Abfüller. Ich kenne keinen anderen unabhängigen Abfüller als Gordon & MacPhail’s, für den je hohe Sammlerpreise realisiert werden konnten. Dabei meine ich nicht ein paar hundert Euro für z.B. eine alte Cadenhead’s Flasche. Ich meine wirklich hohe Erlöse von über 1.000 Euro. Und bei G&M waren es auch nur die Abfüllungen, die sie im Auftrag der Brennerei mit dem offiziellen Label ausführten. Die Hausmarken MacPhail’s oder Glen Avon können Sie getrost vergessen.

Sammler suchen Originale - keine Kopien. Und wenn der 1968 Bowmore von Signatory noch so toll aussieht. Er ist nur zum Trinken da. Ein Hardcore-Sammler bezahlt dafür nichts. Auch die Silent Stills Edition von Signatory macht da keine Ausnahme. Die aktuelle Port Ellen Originalabfüllung (Annual Release) erzielt bereits heute bessere Preise als die damalige Signatory Port Ellen Holzschachtel mit Miniatur und Fassstück. Eine Ausnahme macht die Rare Malts Selection von Diageo. Da der Serienabfüller gleichzeitig Besitzer der Brennereien ist, übernimmt diese Serie den Status der Originalabfüllung. Erst wenn mehrere Jahre keine Originalabfüllungen mehr auf den Markt kommen, beginnen diese Flaschen zu steigen.

Als letztes gehen wir noch auf die Brennereien selbst ein. Die Versteigerungen alter Malt Whisky Flaschen hat den höchsten Einfluss auf die Wertentwicklung junger Flaschen. Nur Brennereien, die bereits kurz nach dem letzten Krieg oder besser noch vor dem Krieg Malt-Whisky-Flaschen am Markt hatten, haben heute überhaupt eine Chance hohe Sammlerwerte zu erzielen. Die Auktionen von Christie’s und McTear’s haben Leitbildfunktion. Damit reduzieren sich die Brennereien mit Potenzial für außerordentliche Wertsteigerungen auf ein knappes Dutzend.

Tipps für Ihren Einkauf

1. Kaufen Sie nur Original-Abfüllungen und keine Unabhängigen Abfüller.

2. Kaufen Sie nur Flaschen der Top-Brennereien (Macallan, Bowmore, Springbank, Glenmorangie, Highland Park, ...). Welche weiteren Brennereien? Islay? – sicherlich! Lowland? – eher nicht. Speyside? Ja und nein. Nicht die spät errichteten aber bestimmt die älteren, wie Mortlach, Linkwood, Glen Grant oder Strathisla. Junge Brennereien wie Clynelish, Braeval oder Teaninich lassen Sie besser weg.

3. Kaufen Sie Sonderabfüllungen. Nicht Bowmore 17J, sondern lieber Bowmore Claret; nicht Macallan 15J sondern Macallan 18J mit Jahrgang oder besser noch Gran Reserva; keinen Glenmorangie 18 Jahre sondern lieber die besonderen Finish-Flaschen wie Tain l’Hermitage oder Sauterne Finish. Grundsätzlich eignet sich jede Flasche mit einer Jahrgangsangabe.

4. Beim Kaufpreis halten Sie sich etwa im Bereich 70 bis 250 Euro. Beobachten Sie den Markt und lesen Sie viel. Wenn einzelne Flaschen im Preis stark steigen ist es meist zu spät. Diesen Wertzuwachs können Sie über die Jahre nur sehr schwer wieder einfangen.

Verkaufen können Sie Ihre Sammlerflaschen nur sehr schwer. Die herausragenden Stücke lassen sich über Auktionen an den Mann/Frau bringen. Für Flaschen unter 300 Euro begeistern sich große Auktionshäuser nur selten. Zu gering ist ihr Agio bei solchen Flaschen, als dass sich damit Geld verdienen ließe. Bringen Sie sich durch strategische Käufe in eine optimale Position. Dann müssen Sie nur noch zwischen 10 und 30 Jahren warten, bevor Sie die Früchte Ihrer Arbeit ernten können. Nur wenige Flaschen in Ihrer Sammlung werden extreme Preissteigerungen erzielen. Doch ein  paar werden sicherlich dabei sein.

Der besondere Tipp

Für Ihr langes Lesen bis zum Schluss möchte ich Ihnen noch einen heißen Tipp geben: 1996 kostete ein G&M Malt von Glen Grant aus dem Jahr 1936 485 Euro. Heute (2006) kostet ein G&M Mortlach 1936 bereits 1099 Euro. Bei diesen alten Malts spielt nur die Jahreszahl eine Rolle. Unterschiede zwischen den Brennereien macht man nicht mehr. Innerhalb von 6 Jahren konnte man eine Steigerung auf das 2,3-fache erzielen.

In Zukunft wird sich das Verhältnis nicht viel anders entwickeln. Man muss nur etwas jüngere Malts nehmen. Z.B. Glenlivet 1948 ist ein sehr seltener Nachkriegsjahrgang. Nur wenig Gerste war zum Brennen vorhanden. Der überwiegende Teil wurde als Brot an die hungernde Bevölkerung abgegeben. Gleiches gilt für Glen Grant 1949. Großbritannien hungerte nach dem Krieg länger als Deutschland und die Essensmarken wurden in Schottland Jahre später als in Deutschland abgeschafft. Sicherer Garant für eine geringe Fasszahl von denen auch nur noch ganz wenige Flaschen übrig sind.

P.S.: Nachtrag 2010: Dieser Tipp wurde 2003 veröffentlich. Heute sind der Linkwood 1939 und der Glenlivet 1948 bereits vergriffen.
Schlusswort

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Sammeln. Bitte erwarten Sie nicht, dass wir von Ihnen Flaschen zu einem späteren Zeitpunkt zurückkaufen. Unser Geschäftsmodell beinhaltet keine Spekulation. Wir leben nur vom täglichen Verkauf.

 

 

 

 

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