Liebl

Die Brennerei Liebl in Bad Kötzting im Bayerischen Wald produziert seit den 70er Jahren Spirituosen. Angefangen hat die Familie Liebl mit Bärwurz und Blutwurz Schnaps und über die Jahre kamen weitere Brände, Geiste und Liköre hinzu. Mittlerweile sind auch der selbst gebrannte Whisky 'Coillmor', sowie Gin und Rum im Liebl Sortiment.

Informationen über die Brennerei
48 Flaschen
Deutschland
12.857639 49.176351
Geöffnet
1970
Maria Liebl
30.000 l
http://baerwurzerei-liebl.de/
Durchschnittliche Geschmacksbewertungen Geschmacksbewertungen
Berechnet aus 74 Beschreibungen
i
Aroma
Süße:
Rauch:
Früchte:
Vanille:
Schokolade:
Maritime Noten:
Salz:
Birne:
Herb:
Malz:
Leder:
Sherry:
Karamell:
Rosine:
Trauben:
Pflaume:
Honig:
Apfel:
Eiche:
Kräuter:
Dunkle Schokolade:
Banane:
Kaffee:
Gras:
Geschmack
Rauch:
Süße:
Früchte:
Vanille:
Birne:
Gewürze:
Eiche:
Karamell:
Beeren:
Pfeffer:
Maritime Noten:
Sherry:
Salz:
Nüsse:
Öl:
Seetang:
Schokolade:
Malz:
Trauben:
Rosine:
Lagerfeuer:
Honig:
Tropische Früchte:
Alkohol:
Leder:
Pfirsich:
Zimt:
Chili:
Herb:
Abgang
Rauch:
Süße:
Sherry:
Nüsse:
Maritime Noten:
Öl:
Salz:
Vanille:
Herb:
Früchte:
Eiche:
Rosine:
Leder:
Dunkle Schokolade:
Gewürze:
Pfeffer:
Karamell:
Tabak:
Schokolade:
Beeren:
Malz:
Beschreibung der Brennerei

Der Whisky

Der Name Coillmor ist gälisch und setzt sich aus den Worten coill (=Wald) und mór (=groß) zusammen. Der Name 'goßer Wald' steht für die Herkunft der Gründerfamilie Liebl, den Bayerischen Wald. Von Coillmor gibt es Abfüllungen unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Fasstypen. Die derzeit 'jüngste' Abfüllung ist der vierjährige American Oak. Mittlerweile konnte auch ein 12-jähriger Single Malt aus dem Oloroso Sherry Quarter Cask veröffentlicht werden. Die Familie Liebl experimentiert noch mit weiteren Fasstypen: Der 'Bavaria x Toskana' etwa reifte in Caberlot Fässern nach, einer Rotwein-Rarität, die aus einer natürlichen Kreuzung der Trauben Cabernet Franc und Merlot gekeltert und anschließend in Eichenfässern gelagert wird. Auch rauchige Abfüllungen sind von Coillmor erhältlich. Diese werden aus schottischem Rauchmalz und bayerischem Quellwasser destilliert.

Die Produktion

Für die Herstellung von Coillmor Whisky werden Bad Kötztinger Quellwasser aus der Quelle des Kaitersberges, des Hausbergs von Bad Kötzting, sowie 100% bayerische Gerste verwendet. 100 Kilo Gerstenmalz ergeben 400 Liter Maische, die nach der Destillation wiederum in 30 Liter Alkohol resultieren. Aus Sicht des Rohstoffs ist die Produktion von Whiskygünstiger für die Brennerei, als das Brennen von Obstbränden, -geisten und -likören. Der Wert und die Qualität des Whiskys steigt durch die lange Lagerzeit in Eichenfässern. Der Whisky wird wie auch die Obstbrände in den vorhandenen Obstbrennblasen destilliert. Allerdings wird für die Whiskyproduktion die Rektifikationskolonne der ersten Brennblase nicht verwendet. Es entsteht damit ein klassischer Whiskygeschmack. Die jährliche Produktionsmenge beträgt rund 30.000 Liter Rohbrand.

Brennraum bei Liebl
Brennraum bei Liebl

Die Brennblasen

In der Liebl Brennerei wird in einer Rauhbrandblase und einer Feinbrandblase klassisch zweifach destilliert: zunächst in der Rauhbrandblase mit einer Kapazität von 400 Litern und anschließend in der 150 Liter fassenden Feinbrandblase. Die Rauhbrandblase ähnelt einer Pot Still und ist in der Mitte stark eingeschnürt, was den Kupferkontakt erhöht. Die Feinbrandblase hingegen ist in der Form einer Column Still ähnlich mit einem langen geraden Hals.

Die Mälzerei

Die Brennerei Liebl verwendet 100% Bayerisches Gerstenmalz aus der sogenannten 'Sommergerste'. Die Schrotmühle ist eine 2-stufige Hammermühle. Einen eigenen Malzboden gibt es nicht, also arbeitet man mit zwei verschiedenen Groß-Mälzereien zusammen: Das ungetorfte Malz und auch das sogenannte 'Rauchmalz' werden bei Weyermann Malz in Bamberg hergestellt. Das rauchige Malz hingegen wird in einer belgischen Mälzerei verarbeitet, die Torf aus Schottland zur Trocknung des Malzes importiert.

Das Maischen

Der Malzschrot wird mit heißem Wasser bei 75° C in der Maischewanne eingeweicht. Dadurch entsteht Zucker, der im Anschluss zu Alkohol vergoren wird. Die Maischewanne bei der Liebl Brennerei umfasst 1.600 Liter Maische, woraus täglich ein 200 Liter Fass Rohbrand produziert wird.

Die Gärung

Nach dem Maischen wird die Flüssigkeit auf 20°C abgekühlt. Bei dieser Temperatur wird die Hefe hinzugefügt und die Gärung eingeleitet. Nach der besonders langen Gärdauer von vier bis fünf Tagen hat man das sogenannte 'Bier' (jedoch ohne Hopfen!), das anschließend in den Brennblasen destilliert wird, um den hochprozentigen Alkohol zu erhalten.

Die Destillation

In der ersten Brennblase, die 400 Liter fasst, wird die Flüssigkeit auf 78-100° C erhitzt und destilliert. Heraus kommen lediglich achtzig Liter 'Rauhbrand', die über den Kühler in die zweite Brennblase geleitet werden und dort schließlich zum 'Feinbrand' destilliert werden. Der Prozess nennt sich Rauh- und Feinbrandverfahren. In der zweiten Brennblase befindet sich eine Kupferspirale. Mit insgesamt 32m2 Kupfer in der Brennblase wird der Kupferkontakt erhöht, was das Aroma des Whiskys stark beeinflusst. Des Weiteren ist der hohe Kupferkontakt für die Destillation von Steinobstbränden unbedingt notwendig, denn alle Brände werden in den gleichen beiden Brennblasen destilliert. Der Rohbrand von Coillmor ist sehr malzig mit fruchtigen Noten von Birne.

Fasslager der Liebl Brennerei
Fasslager der Liebl Brennerei

Lagerung und Abfüllung

Nach der Destillation wird der Brand mit Quellwasser auf 50% Alkoholgehalt verdünnt und anschließend in verschiedenen Fässern gelagert. 2010 erwarb man eine größere Gewerbehalle am Rande von Bad Kötzting, die nun als zusätzliches Lagerhaus fungiert. Dort reifen die Brände für mindestens drei Jahre zu Single Malt Whisky heran. Für gewöhnlich werden First Fill und Second Fill amerikanische Weißeichenfässer (225 Liter) befüllt. Die Single Cask Spezialabfüllungen reifen in besonderen Fässern, darunter 200 Liter Bourbonfässer, 500 Liter Sherryfässer, sowie 225 Liter Portwein-, Bordeaux- und Sauternesfässer.

Die Familie Liebl legt Wert darauf, dass die Fässer nicht geschwefelt sind, da sich dies im Aroma des Whiskys zeigen würde. Dies macht wiederum aufgrund langer Transportwege und dem richtigen Timing ein aufwändigeres Fassmanagement erforderlich. Nach der Lagerung füllt man im eigenen Haus im Bayerischen Wald ohne Kühlfilterung oder Zugabe von Farbstoff ab.

Die Geschichte

Im Jahr 1935 gründete Maria Liebl ihr kleines Lebensmittelgeschäft in Bad Kötzting im Bayerischen Wald. Nach dem Krieg bauten ihr Mann Ferdinand und ihr Sohn Gerhard einen Wein- und Spirituosen-Großhandel auf, wobei man auch als 'unabhängiger Abfüller' fungierte und Wein und Spirituosen unter dem eigenen Namen vertrieb. 1970 begann man schließlich in der eigenen Küche selbst Bärwurz zu brennen. Mit diesem Schritt wollte sich die Familie ein zweites Standbein aufbauen, da auf Lieferanten nicht immer Verlass war. Ab 1980 kam zum Bärwurz auch der Blutwurz Schnaps hinzu, von dem mittlerweile dreimal so viel hergestellt wird. Auch Obstbrände produzierte man fortan selbst.

In den 90er Jahren wurde stark modernisiert und erweitert: 1991 erfolgte die Angliederung einer neuen Brennerei, 1994 wurde eine neue Lager- und Abfüllhalle gebaut sowie das Spirituosengeschäft und der Verkostungsraum erweitert, und 1991 beziehungsweise 2001 wurden die Brennerei sowie die Abfüllanlage erneut modernisiert.

Eigentlich war Gerhard Liebl nie ein großer Whisky-Fan. Doch eines Tages probierte er einen 17-jährigen Ardbeg und ist seitdem auf den Geschmack gekommen. Im Jahr 2006 entschloss man sich, selbst Whisky zu brennen. Zunächst hatte man die Lizenz nicht ausgeweitet, da dies aufgrund der Reifezeit von mindestens drei Jahren nicht rentabel erschien, doch von nun an hatte die Liebl Familie auch eine Brennereilizenz für Getreide. Seit 2013 stellen die Liebls auch Gin und Rum her.

Eingang zur Liebl Brennerei
Eingang zur Liebl Brennerei

Das Besucherzentrum

Die Brennerei Liebl hat ein Besucherzentrum mit einem Laden, einem Verkostungsraum sowie einem Filmraum, in dem man etwas über ihre Geschichte erfahren kann. Führungen durch die Whisky-Destillerie bekommt man von Gerhard Liebl persönlich für sechs Euro pro Person. Dazu muss man sich telefonisch anmelden (09941-1321). Online kann man auch einen virtuellen Rundgang durch die Brennerei unternehmen, und zwar auf der Seite brennerei-liebl.de.

Besucherinformationen

Brennereiadresse:

Spezialitäten-Brennerei & Whisky Destillerie Liebl GmbH
Jahnstraße 11-15
93444 Bad Kötzting
Tel: +49(0)9941/1321
Email: info@remove-this.brennerei-liebl.de 

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