Flaschenabfüllung

Sylvia Simm | 22. April 2024

So kommt der Whisky in die Flasche!

In Schottland besitzen die Brennereien Glenfiddich, Springbank und Bruichladdich eine eigene Flaschenabfüllung. Alle anderen Brennereien bringen Ihren Whisky zu großen Abfüllern nach Glasgow, Edinburgh oder Perth.

Der Whisky wird in LKWs in zentrale Flaschenabfüllanlagen gebracht. In der Regel werden rund 30.000 bis 60.000 Flaschen der gängigen Single Malt Whiskys in einer Charge abgefüllt. Vollautomatisch werden die Whiskyflaschen, die vorher gereinigt und auf mögliche Verunreinigungen und Schäden geprüft wurden, in Abfüllstraßen mengengenau befüllt. Danach werden sie verschlossen und etikettiert.

Inhaltsverzeichnis

Das Material

Jede Whiskyflasche besteht aus der Glasflasche, dem Verschluss und den Etiketten. Viele Flaschen werden nach der Abfüllung noch in Pappschachteln oder Röhren verpackt.Es werden verschiedene Flaschengrößen (0,7l, 0,75l, 1,0l) abgefüllt. Gerade bei der Flaschenform ist der Whiskymarkt sehr vielfältig. Neben schlanken, hohen Flaschen gibt es bauchige, die an alte Apothekerflaschen erinnern. Besonders ikonisch sind die dreieckigen Flaschen von Glenfiddich, die fein geriffelten Flaschen von Harris oder die schweren, kompakten Flaschen von Raasay, in die Abdrücke von Fossilien und Steinen eingearbeitet sind. Als Verschluss wird immer noch überwiegend Korken verwendet. Er verleiht dem Whisky ein edles Aussehen. Glaskorken als Alternative sind auf dem Vormarsch und Schraubverschlüsse sind bei vielen Blends und preiswerten Whiskys bereits üblich. 

Die Abfüllanlage

In der Abfüllanlage werden die Flaschen und die Verschlüsse verteilt. Die Tanks sind mit Whisky befüllt und der eigentliche Füllvorgang kann beginnen. Die Flaschen stehen im sogenannten Flaschen-Karussell bereit. Man spricht auch von Dreh-Abfüllmaschine, da die Flaschen im Kreis – also wie in einem Karussell – angeordnet sind. Über Füllstäbe wird der Whisky präzise eingefüllt. Das Ganze findet in atemberaubender Geschwindigkeit mit dem Geräusch klirrenden Glases und dem Geruch von Whisky statt. 

Als nächstes erhalten die Flaschen ihren Verschluss. Die Drehung des Karussells wird geschickt für das Zuschrauben der Flaschen genutzt. Eine sogenannte Schrumpfhülle verschließt die Flasche komplett. Nach einer Sichtprüfung des Füllstandes werden die Flaschen mit dem Etikett versehen. Dieses enthält den Namen der Brennerei, die verwendete Fassart, das Destillations- und Abfülldatum sowie Fass- und Flaschennummer. Danach werden sie erneut kontrolliert und gehen weiter in die Verpackung.

 

Die Verpackung

Die fertig etikettierten Flaschen kommen auf einem Fließband liegend in die aufgeklappten Verpackungskartons, werden verschlossen und sind nun endlich fertig für den Verkauf und unseren Whiskygenuss zuhause! Mittlerweile ist als neuer Trend zu beobachten, dass Umverpackungen aus umweltfreundlichem Material gefertigt sind oder gar ganz auf sie verzichtet wird!

Whisky Flaschenabfüllung per Hand

Daneben gibt es auch noch Brennereien, die von Hand abfüllen. Ein Beispiel hierfür ist die deutsche Brennerei St. Kilian. Hier werden in den Räumen der Brennerei von kleinen Arbeitsgruppen in einzelnen Schritten die Flasche per Schlauch aus dem Fass befüllt. Danach werden sie verkorkt und mit Schrumpfhüllen versehen und endgültig geschlossen, bevor es weiter zur Etikettierung per Hand geht. Mit Hand und Auge erfolgt eine letzte Prüfung. Danach wird die Flasche bei St. Kilian in einer leichten umweltfreundlichen Pappschachtel verpackt.

Abfüllanlage des Scottish Liqueur Centre

Begleiten Sie uns in diesem Video bei der Besichtigung der Flaschen-Abfüllanlage des Scottish Liqueur Centre in Bankfoot, circa 5 Kilometer nördlich von Perth in Schottland.

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Sylvia Simm ist eine erfahrene Mitarbeiterin von Whisky.de. Nach über 20 Jahren im Online-Vertrieb und -Service unterstützt sie das Unternehmen mit ihrem umfangreichen Whisky-Wissen im Marketing. Als Online-Redakteurin und Content-Managerin ist sie für die Redaktion und Aktualisierung der Texte auf den Wissensseiten verantwortlich.

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