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19.10.2019
marmeladow
3. Runde bottle L8206 2224, entkorkt am 16.9.19 - ohne Wasserzugabe.
Rundet sich weiter, nimmt eine sehr positive Entwicklung, die Sherrynoten und die milde Bourbon-Vanille/Süsse treten immer mehr in den Vordergrund.
Insgesamt sehr schöne herbe, rauchige Süße mit Eiche, Vanille und Lakritz.
Die Auswirkungen der drei Fassarten jetzt sehr gut zu spüren und zu differenzieren. Dadurch ein eigener, sich von anderen Laphroaig abhebender, individuell gestalteter Islay-Malt.
Murrays 86 Punkte erscheinen mir jetzt im Vergleich zu den 96 Punkten von QC und PX - vor allem auch im Vergleich zu Select mit 89 Punkten - etwas unterbewertet, auch wenn ich die beiden Erstgenannten weiterhin einen Tacken interessanter finde.
Heute 4,5 Sterne, wegen der abgerundeten Vorbewertungen jetzt aufgerundet nach 5 Sternen
18.10.2019
Alex15071992
Aroma:
Leicht medizinisch, wie für Laphroaig typisch, und sehr stark holzig-rauchig steigt als erstes intensives Torfaroma in die Nase. Dieses ist durch eine intensive Speckigkeit, welche stark an Räucherspeck und teils an trockenen Schinken erinnert, gekennzeichnet. Trotz der ausgeprägter Präsenz von Torf, welche schwer über dem Glas hängt, ist der Torfrauch jedoch nicht unangenehm stark sondern sehr harmonisch. Hinter dem intensiven Torfaroma versteckt sich eine leicht salzige Meeresbrise, welche einen zusätzlichen maritimen Charakter verleiht. Dazu gesellen sich intensive Eichenaromen, welche diesem Whisky eine sehr starke holzige Würze verleihen. Sowohl süß als auch würzig erkennt man die Ex-Bourbon als auch die Ex-Sherryfässer. Diese erzeugen ein starkes, trocken-holziges Aroma nach getrocknetem Holz und vor allem viel Eiche. Die Sherryfässer verleihen diesem Whisky ein sehr ausgeprägtes Sherryaroma, welches mit zunehmender Zeit zum Atmen und ggf etwas Handwärme noch stärker hervorkommt. Auch Vanille aus den Ex-Bourbon Fässern ist erkennbar. Mit zunehmender Zeit zum Entwickeln weicht diese jedoch zunehmend dem Sherryaroma. Zusammen bilden diese Aromen einen rauchig-torfigen, eichig-holzigen Sherrygrundcharakter gepaart mit angenehmer Vanille. Daneben sind noch vergorenes Obst, ein überreifer gemischter Obstkorb sowie dunkle Gewürze und getrocknete Kräuter erkennbar. Auch geringen Mengen an Jod blitzen vereinzelt durch. Leicht florale Aromen, die ein wenig an Holunder und Geranie erinnern, kommen ab und an durch. Vereinzelt sind auch leichte Ansätze von Karamell und Vogelbeeren erkennbar. Unmittelbar nach dem Aufwirbeln wirkt der Whisky leicht mentholig-minzige, was dem Alkohol geschuldet sein dürften. Die meisten dieser Aromen verstecken sich jedoch hinter dem intensiven Schleier aus Torf, Eiche und Sherry, sodass sie nicht unmittelbar erkennbar sind. Zeit zum Entwickeln und ein paar Tropfen Wasserzugabe helfen dabei diese Aromen aufzuschlüsseln.

Geschmack:
Auf der Zunge legt dieser Whisky zunächst einen sehr sanften Antritt hin, welcher zügig an Intensität gewinnt. Deutlich süß mit Zucker und Vanille liegt der Whisky im Mund. Dazu gesellt sich die intensive rauchige Torfigkeit, welche bereits im Aroma stark präsent war und mit zunehmender Zeit auf der Zunge an Stärke hinzugewinnt. Zusammen ergeben diese Aromen einen wunderbar süß-torfiges Grundcharakter. Auch die im Aroma deutlich ausgeprägten Eichenaromen sind wieder stark präsent. Sie verlieren im Mund jedoch ein wenig an Würze und wirken etwas süßer als im Aroma. Dennoch nehmen sie auch im Mund einen erheblichen Teil des Grundkonzepts dieses Whiskys ein. Deutlicher Sherry verleiht unaufdringliche Reife und Würze. Der Sherry rundet den ansonsten eher süßen Charakter ab und verleiht dem Whisky deutlich Tiefe und Charakter. Leichte Ansätze roter und schwarzer Beeren und Pflaumen kommen durch. Der süße Grundcharakter gepaart mit dem würzigen, warmen Sherry ergibt einen sehr runden, intensiven Geschmack. Auch der überreife Obstkorb sowie das leicht vergorene Obst sind wieder klar erkennbar. Je länger der Whisky auf der Zunge verweilt, umso deutlicher kommen leicht bittere, cremige Mokkanoten hervor. Diese sind jedoch nicht allzu intensiv, sondern fügen wunderbar ins Gesamtbild. Das geschmackliche Gesamtbild dieses Whiskys ist somit von süß über würzig-herb bis leicht bitter wunderbar rund und perfekt abgestimmt. Dabei liegt der Whisky sehr weich mit minimaler Pfeffrigkeit auf der Zunge.

Abgang:
Unmittelbar nach dem Schlucken bilde sich eine leicht rauchige Zuckersüße. Kurz danach paart sich intensiver holzig-torfiger Rauch hinzu. Vereinzelte Erinnerungen an kalte Asche kommen in den Sinn. Der leicht maritime Charakter nimmt ein wenig zu. Seetang kommt ein wenig durch. Auch im Abgang beansprucht die intensiv würzige Eiche eine große Menge an Platz. Dabei sorgt sie für ein wohlig warmes Gefühl und ein sehr trocken-holziges Aroma. Zu diesem harmonischen, trockenen Spiel aus Rauch Zucker und Eiche fügt sich noch leichte Vanille und sanfte Gewürze hinzu. Gelegentliche Erinnerungen an süße Aprikosenmarmelade verfliegen recht zügig wieder. Insgesamt handelt es sich um einen sehr langen, sehr rauchigen und wunderbar weichen Abgang. Auch vereinzelt Erinnerungen an rote Beeren kommen hoch. Wer ein alkoholisches Brennen erwartet, ist hier fehl am Platz. Der Rauch und die Eiche verweilen auch noch lange nach dem Genuss im Mund.

Fazit:
Ein wunderbarer Whisky, welcher durch eine enorme Menge an Torf, Eiche und Sherry überzeugt. Wer ein reifes „Torfmonster“ sucht, welches nicht nur die ungezügelte Torfpower zB eines Laphroaig 10 besitzt, sondern auch durch Reife und Komplexität besticht, ist mit diesem Whisky bestens bedient. Ein wunderbarer runder, voller, reifer und komplexer (wohl aber nicht überfordernd komplexer) Whisky, welcher mit Obstnoten und gelegentlichen dunklen Beerenaromen es ver
12.10.2019
Alexkl
Aroma:

Geschmack: rauchig

Abgang: süße

Kommentar: Für den Preis ein unschlagbar komplexer Whisky für Liebhaber von kernigen rauchigen Whiskys.
11.10.2019
marmeladow
2. Runde bottle L8206 2224, entkorkt am 16.9.19 - Heute ohne Wasserzugabe gut zu geniessen

Hat sich gerundet, der Rauch ist nicht mehr so dominant. Jetzt deutliche Fassnoten mit Würze, Karamel und Lakritz. Im Hintergrund auch Süsse und ein Hauch von Sherry.
Kraftvoller holzbetonter peat stuff.

Weiterhin aber für mich nicht bessser, jedoch teurer als Quarter Cask. Im Vergleich zu PX gleiches Preisniveau (bezogen auf 0,7 Liter), wobei der PX mir ein interessanteres Wechselspiel von Süße, Rauch und Würzigkeit bot.

Es bleibt bei 4 Sternen mit Tendenz nach oben
20.09.2019
Natalie
Aroma: Rauch Süße Sherry Medizinischer Rauch Eiche Früchte

Geschmack: Süße Sherry Vanille Rauch Eiche Gewürze Medizinischer Rauch Früchte

Abgang: Süße Rauch Eiche Gewürze Pfeffer Sherry

Kommentar: Ich kann mich dem Award nur anschließen. Laphroaig weiß einfach wie man rauchingen Whisky macht ohne dabei mit dem Rauch alles tot zu schlagen Respekt.
16.09.2019
marmeladow
Frisch entkorkt wurde bottle L8206 2224
Stark dominanter Rauch (weniger phenolisch-medizinisch als mehr Rauchschinken) mit viel Eiche und Würze, dabei aber auch Sherry, Vanille und süße Noten. Kraftvoll und zugleich ölig. Sehr langer Abgang mit jetzt deutlicher werdender Sherry-Süsse. 10 gtt Wasser auf 30 ml öffnen die süssen und die Sherrynoten, wird damit etwas cremig-süffiger
Ein weiterer sehr guter Laffi, wobei ich heute noch nicht eindeutig den Mehrwert/-preis im Vergleich zum Quarter Cask oder auch zum PX (bezogen auf 0,7 zu einem nahezu identischen Preis erworben) erkennen kann. Daher heute nur 4 Sterne mit Tendenz nach oben.
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