Tasting zu Hause

Sylvia Simm | 29. Februar 2024

Ein gutes Tasting wird durch die passende Auswahl der Whiskys bestimmt. Doch es gehört mehr dazu. In diesem Artikel geben wir Ihnen Tipps für den Aufbau eines Tastings, damit es ein voller Erfolg wird. Deshalb zuerst die Frage, was ist das Ziel Ihres Tastings? Sollen die Teilnehmer in den Genuss von Whiskys kommen, die sie gerne trinken oder schon immer einmal probieren wollten? Sind es Profis oder Einsteiger, die etwas Neues über Whisky lernen sollen? Oder geht es Ihnen einfach um den Spaß in einer geselligen Runde?

Inhaltsverzeichnis

Verkosten wie ein Profi! Die Vorbereitung Ihres Whisky Tastings

Die Räumlichkeiten

Die Wahl des Ortes ist entscheidend für den Erfolg des Tastings. Um einen Whisky richtig verkosten zu können, brauchen Sie Ruhe und Zeit. Wählen Sie keine laute Bar, sondern zum Beispiel Ihr Wohn- oder Esszimmer. Wenn Sie viele Proben professionell verkosten möchten, benötigen Sie einen großen Tisch, um genügend Platz für Gläser, Wasser, Notizen & Co. zu haben.

Das Zubehör

Mit dem richtigen Tasting Zubehör lässt sich Whisky noch besser verkosten und genießen. Zur Grundausstattung gehören Gläser! Darüber hinaus können Sie Ihren Gästen weiteres Zubehör wie Wasser, Wasserkrüge und Pipette, leere Probefläschchen, Whisky Tasting Notes, Infos und Notizblock zur Verfügung stellen.

Gläser

Bieten Sie Ihren Gästen genügend Gläser an! Idealerweise hat jeder Gast für jeden Whisky ein Glas bereits auf seinem Platz stehen.

Ein Whiskyglas sollte sich nach oben hin verjüngen, damit es das Aroma des Whiskys halten kann und der kostbare Duft nicht so schnell verfliegt. Diese Form wird auch als Nosing-Glas  bezeichnet. Ob Stielglas oder bauchiger Tumbler, bleibt Ihnen überlassen. Generell sollten für leichte Whiskys keine zu großen Gläser verwendet werden. Ein kräftiger, rauchiger Whisky hingegen kann in einem großen Glas sein volles Aroma besser entfalten.

Weiteres Zubehör

Um so mehr Zubehör, um so professioneller wirkt ihr Tasting! Verschiedene Gläser für die unterschiedlichen Whiskys, Wasser in Wasserkaraffen, dazu Pipetten, um einen Whisky eventuell zu verdünnen. Das alles ist dekoratives Beiwerk. Legen Sie Stifte und Papier bereit, damit sich die Teilnehmer ihre Eindrücke notieren können.

Wasser

Wasser spielt bei einem Whisky Tasting verschiedene Rollen!

Zum einen ist ein großer Schluck Wasser zwischen den einzelnen Proben nicht verkehrt. Sollten Sie nicht genug Gläser für jeden Teilnehmer und für jeden Whisky haben, spülen Sie das Glas mit einem Schluck Wasser zwischen den Whiskys. Zum anderen sollten ein paar Tropfen Wasser dazu gegeben werden, um hochprozentigen Whisky auf Trinkstärke zu reduzieren. Bewährt haben sich kleine Wasserkrüge oder Pipetten, um die Wassermenge zu dosieren.

Bieten Sie nur stilles Wasser an, das wenig Eigengeschmack, also Mineralien enthält, z.B. Volvic oder Evian. In manchen Gegenden kann man auch das Leitungswasser gut verwenden. Hier erfahren Sie mehr zur Verdünnung und den Einfluss des Wassers auf den Geschmack des Whiskys.

Essen

Während der Verkostung sollte nichts gegessen werden! Kekse, Schokolade, Käse oder andere Leckereien verändern durch ihren intensiven Geschmack die Wahrnehmung des Whiskys.

Natürlich kann es trotzdem interessant sein, ein Tasting zu veranstalten, bei dem z.B. verschiedene Schokoladen zu verschiedenen Whiskys verkostet werden.

Hinweise für die Teilnehmer

Bitte weisen Sie ihre Tasting Teilnehmer darauf hin, dass Sie nach Möglichkeit zu Hause ausreichend gegessen haben. Es werden schließlich mehrere hochprozentige Drams verkostet! Dennoch sollte man nicht direkt vor dem Tasting gegessen haben, damit der Geschmack des Essens, vor allem Scharfes, nicht mehr die Geschmacksknospen beeinflusst.

Checkliste

  • richtige Location
  • ausreichend Whisky-Gläser
  • Wasser
  • Wassergläser und Wasserkrüge
  • eventuell Pipetten
  • eventuell Probefläschchen für Rest
  • Notizblöcke und Stifte

Die vollständige Checkliste

Die vollständige Checkliste für das perfekte Tasting zu Hause.

Einfach kostenlos downloaden:

Checkliste Tasting zu Hause

Die Auswahl der Whiskys für Ihr Tasting

Kommen wir zur Wahl der Whiskys. Dies ist wahrscheinlich der schwierigste Teil!

Die Anzahl der Whiskys sollte zwischen drei und maximal fünf liegen. Selbstverständlich können Sie die Whiskys verkosten, die Sie zu Hause haben. Sollten Sie die Whiskys vor dem Tasting erst auswählen, geben wir Ihnen Vorschläge für Einsteiger und Experten. Über eine mögliche Verkostungsreihenfolge können Sie sich hier informieren.

Whisky Auswahl für Ihr Tasting zu Hause - Einsteiger

Wählen Sie keine zu komplizierten Whiskys aus! Bieten Sie eher Standardabfüllungen bekannter Brennereien an. Viele finden Sie in unseren Dauer-Tiefpreisen. Wollen Sie den Teilnehmern einen Überblick des Aromen- und Geschmacksspektrums vom Whisky geben, dann wählen Sie jeweils einen weichen, kräftigen, Sherryfass gelagerten und einen rauchigen Whisky aus. Um das Spektrum zu erweitern, können Sie einen irischen Whiskey, einen amerikanischen Bourbon oder einen Whiskylikör anbieten.

Aberfeldy 12 Jahre
Aberfeldy 12 Jahre
(494)
0,7 Liter40 % vol
36,90 EUR
Glendronach Original 12 Jahre
Glendronach Original 12 Jahre
(831)
0,7 Liter43 % vol
41,90 EUR
Arran Quarter Cask - The Bothy
Arran Quarter Cask - The Bothy
(94)
0,7 Liter56,2 % vol
49,90 EUR
Talisker Skye
Talisker Skye
(123)
0,7 Liter45,8 % vol
33,99 EUR
Ledaig 10 Jahre
Ledaig 10 Jahre
(321)
0,7 Liter46,3 % vol
52,90 EUR
Bunnahabhain 12 Jahre
Bunnahabhain 12 Jahre
(723)
0,7 Liter46,3 % vol
52,90 EUR
Bruadar
Bruadar
(13)
0,7 Liter24 % vol
26,90 EUR

Whiskyauswahl für Ihr Tasting zu Hause - Experten

Für Fortgeschrittene gibt es viele Möglichkeiten. Es gibt keine richtige oder falsche Wahl der Whiskys. Beim Tasting geht es darum, sich intensiv mit dem verkosteten Whisky auseinanderzusetzen. Sie können Ihr Tasting unter ein Motto stellen, z.B. Islay Whiskys, in Sherry- oder Weinfässern gereifte Whiskys, eine bestimmte Serie, eine einzelne Destillerie, etc. Oder Sie wählen einfach neue oder unbekannte Flaschen aus, die Ihre Freunde noch nicht kennen.

Besonders interessant ist es, wenn jeder Teilnehmer eine Flasche mitbringt und so eine bunte Mischung entsteht. Die Whiskys müssen nicht immer so unterschiedlich wie möglich sein. Wenn die Whiskys ähnlich sind, muss man sich schon anstrengen, um die feinen Nuancen zu entdecken. Selbst für erfahrene Genießer ist dies eine Herausforderung!

Bushmills Three Woods 16 Jahre
Bushmills Three Woods 16 Jahre
(185)
0,7 Liter40 % vol
74,90 EUR
Dalmore 15 Jahre
Dalmore 15 Jahre
(252)
0,7 Liter40 % vol
98,90 EUR
Macallan Double Cask 12 Jahre
Macallan Double Cask 12 Jahre
(246)
0,7 Liter40 % vol
89,90 EUR
Oban Distillers Edition
Oban Distillers Edition
(27)
0,7 Liter43 % vol
76,90 EUR
Knockando Master Reserve 21 Jahre
Knockando Master Reserve 21 Jahre
(219)
0,7 Liter43 % vol
107,50 EUR

Reihenfolge der Whiskys

Sortierung nach Alter, Geschmack, Rauchgehalt und Alkoholgehalt!

Häufig werden wir nach der richtigen Reihenfolge der Whiskyverkostung gefragt. Grundsätzlich sollte man mit den leichteren, milderen Whiskys beginnen. Anfangs sind die Geschmacksnerven von Nase und Gaumen noch wenig beeinflusst und können die feinen Aromen besser erfassen. Dann können Sie zu den kräftigeren Whiskys übergehen, z.B. mit Sherryfassreifung. Erst zum Schluss kommen die stark rauchigen Whiskys an die Reihe. Ihr Aroma bleibt oft noch lange nach der Verkostung im Mund und überdeckt alles, was man danach probiert. Das gleiche Prinzip gilt für die Alkoholstärke, weshalb die Reihenfolge von niedrig- zu hochprozentig am besten ist.

Das Verkosten der Whiskys bei Ihrem Tasting

Es kann los gehen!

Wer die Proben gerne vorher einschenkt, sollte darauf achten, sie nicht zu lange stehen zu lassen oder die Gläser mit Deckeln zu verschließen, da sich sonst die Aromen der Whiskys verflüchtigen. Besser ist es, erst kurz vor der Verkostung einzuschenken.

Die Verkostung ist mehr als nur das Trinken des Whiskys! Bei der Verkostung gilt es vier wichtige Aspekte zu beachten!

Optik: Betrachten Sie die Farbe und Konsistenz des Whiskys, die erste Hinweise auf den Geschmack geben.

Aroma: Riechen Sie mehrmals am Glas, um die Nuancen im Aroma zu entdecken.

Geschmack: Verteilen Sie kleine Schlucke auf der Zunge, um alle Noten zu erfassen.

Abgang: Beachten Sie, welcher Geschmack auf der Zunge bleibt und wie er sich verändert.

Lassen Sie den Teilnehmern genügend Zeit, sich einen eigenen Eindruck von den verschiedenen Whiskys zu verschaffen. Insbesondere für weniger erfahrene Teilnehmer können Tipps zu den Aromen im Whisky hilfreich sein. Es ist ratsam, Notizblöcke zu verteilen, damit jeder seine Eindrücke festhalten kann. Wenn das Tasting einen professionellen Charakter haben soll, ist es auch informativ, etwas über den Hintergrund der Abfüllungen oder allgemeine Informationen über Whisky zu erzählen. Dabei sollte man sich nicht zu sehr auf die Geschmacksangaben der Hersteller verlassen, da diese oft aus der Marketing-Abteilung stammen und nicht immer alle Nuancen erfassen.

Fazit

Schließlich empfehlen wir Ihnen, die Verkostung entspannt anzugehen. Setzen Sie sich nicht unter Druck und rechnen Sie damit, dass nicht alles nach Plan läuft. Wenn Sie mit Spaß bei der Sache sind, wird sich das auf die Teilnehmer übertragen und Sie werden ein unvergessliches Tasting erleben!

Sláinte und viel Spaß in der Runde!

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Sylvia Simm ist eine erfahrene Mitarbeiterin von Whisky.de. Nach über 20 Jahren im Online-Vertrieb und -Service unterstützt sie das Unternehmen mit ihrem umfangreichen Whisky-Wissen im Marketing. Als Online-Redakteurin und Content-Managerin ist sie für die Redaktion und Aktualisierung der Texte auf den Wissensseiten verantwortlich.

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