The Whisky Blog

Podiumsdiskussion

Letzte Woche war ich zu einer Podiumsdiskussion in Sachen E-Marketing in München eingeladen. Der Moderator unserer vierköpfigen Expertenrunde war Rainer Wiedmann, seines Zeichens Gründungsgesellschafter der berühmten Marketing-Agentur 'die Argonauten'. Heute sind die Argonauten Teil des weltweiten Grey Business Netzwerkes und Rainer Wiedmann betreibt wieder eigene Marketing-Agenturen.

Doch worum ging es in dieser Podiumsdiskussion?

Ziel unserer lockeren Unterhaltung war die Darstellung vor Publikum, wie die elektronischen Medien unsere Zukunft beeinflussen werden. Der Fokus lag dabei auf dem Nutzen, den Klein- und Mittelbetriebe aus den digitalen Medien ziehen können.

Schwer beeindruckt hat mich der Director Marketing der Scout24 Holding, der rechts von mir saß. Bislang war für mich der Umsatz-Marktführer im Internet das Unternehmen eBay. Güter im Wert von vielen Milliarden Euro werden jährlich in Deutschland über eBay gehandelt. Vor zwei Jahren machten die bei eBay im Kundenauftrag abgewickelten Transaktionen ein rundes Fünftel des gesamten eCommerce in Deutschland aus.

Über Scout24 wurde im vergangenen Jahr das Doppelte wie bei eBay umgesetzt. Das muss man sich einmal vorstellen! Auf der Podiumsdiskussion wurden Umsätze von 20 bis 25 Mrd. Euro für 2005 genannt. Ok, ein Internet-Auktionshaus wie eBay hat viel geringere durchschnittliche Transaktionswerte, als die Scout-Plattformen, auf denen als wertvollstes Häuser und Autos verkauft werden.

Doch eBay und Scout haben eines gemeinsam. Sie ermöglichen es Klein- und Mittelbetrieben sowie Privatleuten mit geringem Aufwand am eCommerce im Internet teil zu nehmen. Das war die eigentliche Kernaussage der Podiumsdiskussion.

Das Internet beginnt merklich unser tägliches Leben zu verändern.

Lehrlingsjahre in der Brennerei

Auf der Whiskymesse in Frankfurt lauschte ich einem Vortrag von Stuart Thomson, dem Brennereimeister von Ardbeg. Er sprach von seinen Lehrlingsjahren in der Glenmorangie Brennerei.


Er fing als Fassmacher an. Die Herstellung von Fässern ist eine Knochenarbeit. Wer einmal die Arbeit der Küfer in der Speyside Cooperage verfolgt hat weiß, dass kräftige Menschen diesen Job machen.

www.thewhiskystore.de/experte/fassmake.htm


Als Lehrling hat man natürlich noch nicht die Kraft und man wird deshalb auch für leichtere Arbeiten eingeteilt. Zu diesen leichteren Arbeiten gehört auch die Kontrolle der reifenden Fässer in den Lagerhäusern.


Man läuft mit einem Hammer durch die langen Gänge der Lagerhäuser und klopft auf jedes Fass. Aus dem Klang des Schlags erfährt der Prüfer einige Dinge über das Fass. Z.B. Wie voll es ist und wie stabil noch das Holz ist.


Wie der junge Fassmacherlehrling nun allein durch die Gänge geht und auf die Fässer klopft passiert das Unwahrscheinliche, was nur einmal unter vielen Tausend Fässern passiert. Der Schlag entspannt eine Daube soweit, dass sich ein kleiner Riss auftut, der sich nicht mehr schließen will. In dünnem Strahl ergießt sich der Whisky auf den Boden.


Was macht der Lehrling? Erst hält er den Spalt mit seiner Hand zu und schreit nach einem Arbeiter. Als keiner ihn hört läuft er laut schreiend aus dem Lagerhaus bis er einen Arbeiter findet, der das Problem für ihn löst. Und was macht der Arbeiter? Er beruhigt den Lehrling und kehrt mit ihm zügig aber nicht hetzend zum Fass zurück.


Die erste Tätigkeit ist nicht das Verschließen des Spalts! Nein er zeigt dem Lehrling, dass man zunächst vor dem Fass in die Hocke geht und den feinen Strahl mit weit geöffnetem Mund auffängt, bis man wirklich genug hat.


Auch so etwas muss ein Lehrling lernen icon_wink.gif Erst anschließend wird der Spalt mit einem kleinen Holzkeil und Hammer verschlossen.

TEuro Teil 2

Ich gebe es zu: Der Beitrag vom 26.1.2006 war provokativ. Aus meiner Sicht hat die extreme Preissteigerung in der Gastronomie nur indirekt mit dem Euro zu tun.


Bis zur Euro-Einführung brummte die Gastronomie in Deutschland wohl ganz gut. Mit der Umstellung haben auch alle Gastronomen neue Preislisten gedruckt und ihre Preise um die schon längst fälligen Preissteigerungen, die wohl in den beiden Jahren vorher nicht so weiter gegeben wurden, erhöht. Auch die Lieferanten drehten an der Preisschraube. Aber in Summe erhöhte man in den ersten Wochen nach der Umstellung in der Regel um nicht mehr als 10 bis 15%. Bevorzugt durch großzügiges aufrunden.


Mit dem Euro wurden die Bürger jedoch vorsichtiger und gaben das ungewohnte, neue Geld nicht mehr so aus wie bisher. Und dann passierte das Unglück: Der Gastronomie und vielen anderen Händlern brach durch diese Zurückhaltung ein deutlicher Teil des Umsatzes weg.


Da die Kosten für die nicht mehr verkauften Speisen aber nur einen geringen Teil der Gesamtkosten ausmachen, blieb der Gastronom auf seinen ganzen Fixkosten wie Miete, Personal und Heizung/Strom im Wesentlichen hängen. Diese ganzen Kosten standen auf einmal viel weniger Einnahmen gegenüber.


Was blieb dem Gastronomen anderes übrig, als die Preise massiv anzuheben? 20 Gäste mit je 10 EUR Umsatz bringen genauso viele Einnahmen wie 10 Gäste mit je 20 EUR Umsatz. Stück für Stück tasteten sich die Gastronomen an ein neues Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Kosten heran.


In Deutschland ist es nun einmal üblich, dass man einen Großteil der Fixkosten über die Getränke (Kaffee, Bier, ...) abdeckt. Die variablen Kosten mit Kaffeepulver für eine Tasse Kaffee (ohne Bedienung) dürften so um die 10ct liegen. Wo liegt die Rechtfertigung für 1,50 EUR? Die Bedienung allein kann es nicht sein. Es ist die Summe der Fixkosten, die diese Steigerung notwendig macht.


Es gibt aber nach wie vor Gegenbeispiele. In München gibt es Restaurants, die haben nach wie vor volle Gaststuben und können deshalb die Preise auf altem Niveau halten. In unseren Gasthäusern im Landkreis ist dagegen eine Reservierung nur noch zu Ostern und Pfingsten erforderlich. Ansonsten herrscht 'angenehme' Leere bei 'unangenehmen' Preisen.


Dass die Wirte sich dabei keine goldene Nase verdienen, zeigt die nach wie vor hohe Zahl an Insolvenzen.


Heute können wir es zugeben: The Whisky Store hatte mächtig Angst vor der Euro-Umstellung. Wir haben deshalb nicht locker die Preise aufgerundet. Wir haben vielmehr die ersten Eingewöhnungsmonate nach der Währungsumstellung alle Preise exakt umgerechnet, um Ihnen als Kunden die Angst vor einer Übervorteilung zu nehmen.


Die kommende The Whisky Times März 2006 wird einen Artikel über die Preisentwicklung von Single Malt Whisky in den vergangenen 10 Jahre enthalten. Darin ist zu erkennen, dass der Teuro nur einen geringen Einfluss auf unsere Preise hatte.

Teuro

Letztlich habe ich bei meinem Italiener den folgenden Ausspruch auf der linken, inneren Umschlagseite seiner Speisekarte gesehen und mit dem Handy fotografiert:


Teuro? Unsere Preise verstehen sich:


In Euro inklusive Beidienung, Investitionen, 16% Mehrwertsteuer, Personalkosten, Lohnsteuer, Kirchensteuer, Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Wein-, Schaumwein- und Branntweinsteuer, Gewerbesteuer, Sozial- und Krankenversicherung, Feuer- und Haftpflichtversicherung, Lebensversicherung und Altersvorsorge, Diebstahl- und Glasbruchversicherung, Feuerschutzabgabe, Gebühren für Schankerlaubnis, Berufsgenossenschaftsbeiträge, Pacht, Gas- und Heizungskosten, Warm-, Kalt- und Abwasserkosten, Stromkosten, Kaminkehrer, Müllabfuhr, Putzfrau, Putzlappen, Putzmittel, Klopapier, Handtücher und Seife, Tischdecken, Servietten, Reparaturen, Telefongebühren, Deklarationskosten, Kosten für Kassetten, Schallplatten und CDs, Bußgelder (Parkordnungswidrigkeiten, Sperrstundenüberschreitungen ...)


Für Ihren Besuch bedanken sich: Das hiesige Finanzamt, die Stadt Penzberg und das Team vom Ristorante Pizzeria Rimini.

Whisky- Geschmacksbeschreibungen im Katalog

Wie soll man Geschmacksbeschreibungen in unserem Katalog vornehmen? Sollen wir die Beschreibungen der Hersteller übernehmen? Dann wären fast alle Single Malts: „Alt, reif, mild, weich, komplex und mit langem Abgang!“


Sollen wir die Beschreibungen von Michael Jackson & Co. abschreiben? Mal abgesehen von den Copyright-Problemen, die wir gerechtfertigter Weise von den Buchverlagen erhalten würden, wird das unser aller Geschmacksempfinden nicht gerecht.


Warum icon_question.gif


Weil der erlernte Geschmack jedes Einzelnen von uns wirklich einzigartig ist. Was wir über die Jahre genossen und gerochen haben, hat unser Geruchs- bzw. Geschmacksgedächtnis zu dem gemacht, was es ist. So hat Michael Jackson sein eigenes Geschmacksgedächtnis und Jim Murray das seine.


Beispiel gefällig? Einem Stadtmenschen missfällt in der Regel der Geruch von Schweinestall. Stadtmenschen – und ich schließe mich da nicht aus – sind an die Gerüche der Natur nicht gewöhnt. Ein Schweine-Bauer wird den Geruch vermutlich nicht einmal mehr bewusst wahrnehmen. Sein Gehirn hat sich daran gewöhnt und blendet ihn aus.


Wie soll man nun den Geschmack im Katalog für jeden passend beschreiben, wenn wir nicht 'in Sachen Geruch' die selbe Sprache sprechen? Wenn 30% der Genießer der Geruch von feuchtem Leinen nichts sagt? Und weitere 30% keinen Unterschied zwischen Zitrone und Limette kennen?


Sie sehen, die Sache ist schwieriger, als man es sich auf Anhieb vorstellt. Wir erhalten oft die Aufforderung: „doch mehr Details bei den Geschmacksbeschreibungen zu geben“. Wir machen das aus den oben genannten Gründen mit Absicht nicht.


Was machen wir stattdessen? Wir lesen die verschiedensten Geschmacksbeschreibungen über die Flasche und dazu gehört auch die Beschreibung des Herstellers. Und wenn wir Zugriff auf eine Probe oder eine käufliche Miniatur haben, dann probieren wir natürlich auch. Aus all diesen Infos bilden wir einen hübschen, allgemeinverständlichen Durchschnitt.


Allerdings sagen wir nichts Schlechtes über eine Flasche. Schließlich wollen wir die abgebildeten Whiskys verkaufen und nicht zu Ladenhütern machen. Flaschen, die uns nun überhaupt nicht geschmeckt haben, lassen wir aus dem Katalog heraus. Bei den anderen müssen Sie zwischen den Zeilen das 'Gut' vom 'Sehr gut' unterscheiden. Nur wirklich sehr gute Flaschen loben wir in den Geschmacks-Beschreibungen über alle Maßen!


Und wenn sich der Inhalt einer Flasche über die Jahre ändert? Dann sind wir auf Ihre Mitteilung angewiesen. Sagen Sie uns, wenn Sie deutliche Abweichungen zwischen Beschreibung und Flasche finden. Wir haben schon mehr als einmal Änderungswünsche in den Katalog übernommen.