The Whisky Blog

Wie teuer darf ihr Whisky sein? (Neid - Teil 1)

Im Forum läuft ein Thread, in dem sich User über die durchschnittlichen Preise der eingekauften Flaschen unterhalten.


Wie hoch setzt man seine Grenze icon_question.gif Oder, wie hoch bekommt man seine Grenze gesetzt? icon_wink.gif


Fasst man den besagten Thread zusammen, so geben mehrere Forumsteilnehmer einen Bereich von 30 bis 50 Euro als typischen Flaschenpreis an. Ein paar Wenige outen sich mit Flaschenpreisen von bis zu 100 Euro. Ganz wenige sprechen auch schon einmal von Preisen bis zu 350 Euro.


Warum komme ich jetzt darauf? Letztlich versuchte 'man' The Whisky Store ein Geschäftsmodell verbal unterzujubeln, das so nicht stimmt. Aus welchen Gründen auch immer ... Es lautete: Meine Frau würde die Massen ausschließlich mit 'billigem' Whisky versorgen.


Nochmal: Das stimmt so nicht. Das Wort 'ausschließlich' leitet in die falsche Richtung. Meine Frau bietet natürlich eine große Anzahl wirklich preiswerter und guter Dauer-Tiefpreisflaschen an. Unbestritten! Doch der Anteil dieser Flaschen erreicht gerade einmal einen niedrigen, zweistelligen Prozentsatz. Der Durchschnittspreis aller ihrer verkauften (meist) Single Malt Whiskys liegt jedoch sehr deutlich über der oben genannten Preisspanne von 30 bis 50 Euro.


Wer's nicht glaubt, dem sei hier ein Fotobeweis über die verkauften Bowmore 30 Jahre Seadragon www.thewhiskystore.de/experte/images/bowmore.jpg gezeigt. Und diese gezeigte halbe Palette war nur die Spitze des Eisbergs. Seit 2002 hat meine Frau jedes Jahr zwischen 60 und 100 Bowmore Seadragons zu Preisen von über 300 Euro ausgeliefert. Und beim Ardbeg 25 Jahre Lord of The Isles war es seit 2001 mehr als die doppelte Menge pro Jahr. Macallan 25 Jahre, Highland Park 30 Jahre, Black Bowmore, Bowmore 1964, aber auch Hunderte von Spitzenflaschen von Signatory, Gordon & MacPhail sowie Murray McDavid und anderen unabhängigen Abfüllern bis zurück ins Jahr 1936 fanden ihren Weg zum Genießer und Sammler.


Genug der provokanten Prahlerei. Es sollte für den beabsichtigten Zweck reichen. Lassen Sie mir bitte den Kopf bei Ihren Antworten dran! Ich habe die beiden obigen Absätze nur aus einem einzigen Grund geschrieben: Ich wollte (nur bei den dafür empfänglichen Menschen) Neid erzeugen.


Warum das Ganze icon_question.gif


Neid ist eine der sieben biblischen Todsünden (Neid, Geiz, Wolllust, Völlerei, Faulheit, Hochmut, Zorn). Und eben weil der Mensch als Wesen zu diesen Sünden neigt, nennen viele Genießer die von Ihnen gekauften, teuren Flaschen nicht in der Öffentlichkeit.


Dazu ein Beispiel: In regelmäßigen, größeren Abständen hatte The Whisky Store noch im alten Keller Besuch von einer Kundengruppe, die gemeinsam einen Ausflug zum Whiskyeinkauf machte. Es waren ganz normale Menschen. Handwerker und Büroangestellte. Sie kauften Whiskys eben in dem oben genannten Rahmen ein. Zwei aus dieser Gruppe überreichten meiner Frau aber still und heimlich noch einen Zettel mit Flaschenwünschen, die sie ihnen nachschicken musste. Und dieser Zettel hatte es in der Regel in sich.


Dieses Beispiel zeigt Ihnen, wie der manchem Menschen angeborene Neid gesellschaftlich zum Problem werden kann. Und bevor man sich öffentlich dem Neid aussetzt, konsumiert man lieber im Stillen und nennt sein Whiskybudget nicht öffentlich.


In wem nun der Neid keimt dem sei entspannend hinzu gefügt, dass ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Lebensalter und gekauftem Flaschenpreis festzustellen ist. Haben Sie bitte Geduld! Mit zunehmendem Alter nimmt im Durchschnitt auch ihr verfügbares Einkommen zu. Einen Teil davon werden Sie auch in hochwertigem Whisky anlegen können (Hoffentlich icon_wink.gif ).


Trinken Sie weniger - dafür aber besser! Dann können Sie sich auch heute schon - falls Sie wollen - teurere Flaschen leisten.


Morgen gehen wir dann etwas auf die sozialwissenschaftliche Bedeutung und den Ursprung des Neids ein.


Teil 2: www.forum.thewhiskystore.de/viewtopic.php

17 Kommentare

Babe
27.09.2007
09:07
Die einzige ehrliche Form der Anerkennung in Deutschland ist der Neid.

Justus Frantz (*1944), dt. Pianist





Zum Thema Neid gibt es aber unzählige Zitate, das beste davon kommt wohl aber aus der Hauptstadt und lautet:



Neid



Berliner kennen keinen Neid.


Peter Bamm (1897-1975), eigtl. Curt Emmrich, dt. Arzt u. Schriftsteller
Anonymous
27.09.2007
10:01
100% mein Denken, ohne daß ich mir die Mühe machen mußte; danke (würde nur "zufrieden" mit "glücklich" tauschen, da Unzufriedenheit ein wichtiger Motivator für mich darstellt und ich in diesem Sinne hoffentich meine Ziele niemals komplett erreiche) ! icon_cool.gif
Anonymous
27.09.2007
10:11
Noch einen Gedanken möchte ich anhängen: Was ist nicht geteilter Genuß schon wert? Ich möchte mich doch darüber austauschen dürfen, meine Leidenschaft teilen. "Heimlich", bzw. alleine trinken stellt für mich keinen Genuß dar, auch wenn ich mir sicher bin, daß obige Beobachtungen nicht nur stimmen, sondern das Gesellschaftbild dominieren. Und da Millionen Fliegen bekanntlich nicht irren können ... icon_wink.gif icon_wink.gif icon_wink.gif
Herbert_T
27.09.2007
10:34
"Horst_S"
(...) Handwerker und Büroangestellte. Sie kauften Whiskys eben in dem oben genannten Rahmen ein. Zwei aus dieser Gruppe überreichten meiner Frau aber still und heimlich noch einen Zettel mit Flaschenwünschen, die sie ihnen nachschicken musste. Und dieser Zettel hatte es in der Regel in sich.



Dieses Beispiel zeigt Ihnen, wie der manchem Menschen angeborene Neid gesellschaftlich zum Problem werden kann. Und bevor man sich öffentlich dem Neid aussetzt, konsumiert man lieber im Stillen und nennt sein Whiskybudget nicht öffentlich. (...)


Meine Vermutung ist, dass es sich hier weniger um ein Neidproblem handelt, sondern, sagen wir mal, ein "Exzentrikproblem". Wenn die Kollegen wüssten was die Zettel-Zustecker *noch* alles für Edelschnapps ausgeben, hätten sie ihren Ruf (und zwar keinen guten) in der Firma weg. Die Zustecker befürchten da IMHO wohl eher weniger Neid (was eine indirekte Form des Kompliments wäre), sondern eher Ressentiments.

Neiden kann man jemand nur etwas, das man selbst gerne hätte. Whisky für > 100 Euro pro Flasche ist für die meisten Menschen (in unserer Gesellschaft) so klar abseits des persönlichen Radars, dass sich da vermutlich eher schlicht Unverständnis als Neid entwickelt ("Der X spinnt. Weisst du was der für Schnapps ausgibt?").

Single Malt Whisky ist halt ein Distinktionsgut, das nur als solches funktioniert, wenn man den Statuswert aufgrund von Vorwissen persönlich beurteilen kann. Vielleicht wäre der beschriebene Vorgang in der Chefetage ein Neidproblem, da ist Edelwhisky eines der anerkannten Statussymbole.



Dass der TWS im Schnitt höherpreisige Whiskys verkauft als hier angesprochen, wundert mich nicht. Gerade im Versandhandel werden z.B. von Firmen und betuchten Angehörigen hochpreisige Werbe- und Jubiläumsgeschenke eingekauft. Ich war wirklich von den Socken, als ich kürzlich von einem Bekannten aus der Bankenbranche erfahren habe, was da so zur individuellen Kundengewinnung und -bindung ausgegeben wird, wenn der Kunde (von der Geldmenge her) attraktiv genug ist. Wird jede teure Flasche automatisch von einem Genießer gekauft? Nicht unbedingt. Nur von jemand der genügend Geld hat. In dem Highend-Bereich geht es vermutlich oft mehr um Prestige denn um Geschmack, und nicht wenige der dekorativen Verpackungen bleiben zu (respektive die Flaschen in der Verpackung und beides im nicht weniger dekorativen Regal). Wie soll man jemand einen überdimensionierten Briefbeschwerer neiden?

Und das wiederum erklärt, warum viele der hauptsächlich am Geschmack interessierten hier (durchaus mit Ausnahmen) oft vom Preis her niedriger (als das Seeungeheuerniveau) zugreifen: Sie wissen halt wo man auch für wenig(er) Bucks (noch)ordentlich Bang bekommt, und wollen letztlich konsumieren. Einen teuren Seadragon oder vergleichbares kann ja jeder Laie kaufen (noch dazu poplige OAs!) - der echte Connaisseur weiss aber wo das berühmte PLV besser ist, die gälischen Namen bereits lange geschlossener Mini-Destillen noch obskurer klingen und unabhängige Abfüllungen so unabhängig sind, dass sie einen eigenen Staat gründen - das bildet sich dann nur noch mittelbar auf den Preis und die kommerzielle Verfügbarkeit ab... icon_wink.gif

Aber von diesem (nicht ganz ernst gemeinten) Expertenportrait abgesehen: Auch mit einer Flasche Schottenschnapps für 30-50 Euro muss man sich vor den meisten Menschen nicht gerade verstecken... Nichtwhiskyeingeweihte halten das schon eher für ein Hochpreissegment bei Spirituosen... icon_wink.gif



Grüße,

Herbert
Herbert_T
27.09.2007
11:12
"LagavULIn"
Ich persönlich bin sehr froh, daß "Neid" ein Gefühl ist, welches mir völlig fremd ist. Ich gönne wirklich jedem(!) Menschen alles(!). Meinem Selbstverständnis zufolge bin ich für mein Leben, für das Erreichen persönlicher Ziele, etc. ganz allein selbst verantwortlich. Demzufolge hat es für mein(!) Leben schlicht keine Auswirkung, wenn jemand anders mehr hat, besser ist oder was auch immer. Ich bin ein zufriedener Mensch.



Gruß,

Uli


Ich nehm dein Posting mal, weil es etwas gut auf den Punkt bringt. Ich bin gespannt wie Horst seine Neiderklärung herleiten will.



Wirtschaftswissenschaftlich gesprochen gilt das oben gesagte nur, solange du nicht in Konkurrenz mit anderen um knappe Güter stehst, oder dich zumindest nicht darin siehst: Der Besitz ist für dich absolut, nicht relativ ("jeder kann haben soviel er oder sie will, unabhängig davon was andere haben - es kommt nur auf die individuelle Leistung an." - die Chancen und Möglichkeiten sind gleich verteilt).



In der Regel denkst du aber nur so, so lange du keine (als ungerecht empfundene) Einschränkung von aussen erfährst. Wenn du denkst, dass du (oder andere) weniger haben, weil Dritte *zu viel* haben (Verteilungsgerechtigkeit), dann bist du - tja, was? Eigentlich nicht neidisch, sondern frustriert.



Um es trennscharf zu machen: Neid bezieht sich für mich auf persönliche Konsumwünsche. Neid ist nur was ich gerne (konkret) besitzen will was ein anderer bereits (konkret) hat, und es ihm (ihr) nicht gönne. Neid ist also gekoppelt an persönliches Besitzstreben, und daher oft negativ konnotiert.



Neid ist meiner Meinung nach *nicht*, wenn ich mich ärgere, dass Vorstände und Manager sich Millionen zusätzlich gönnen, während der Reallohn für Arbeiter und Angestellte ständig zurückgeht (fortgesetzte beinahe-Nullrunden bei stetiger Preissteigerung, Inflation und erhöhten Abgaben).



Warum ist das kein Neid? Ganze einfach: Weil ich die Millionen nicht persönlich haben will. Die öffentliche Hand wir zugunsten größeren Besitzes bei wenigen Privatpersonen ausgehungert und hier geht gesellschaftlicher Reichtum verloren: Das Studium kostet wieder (bald noch viel mehr), öffentliche und soziale Dienste werden eingeschränkt (Übernahme Gesundheitskosten, etc.). Gewinne werden privatisiert, Kosten und Risiken dagegen verstaatlicht. Ist es Neid, diese Verteilungsentwicklung nicht gut zu finden? Haben alle die mehr haben auch mehr geleistet in den letzten Jahren, und die andern zu wenig?



Deutschland hat meiner Meinung nach kein "Neidproblem", hat es nie gehabt - ich kenne kaum jemand der anderen konkret etwas neidet. Deutschland hat aber ein Verteilungsproblem, das hauptsächlich von den Verursachen und Nutznießern auf eine "Neiddebatte" verengt werden soll, um es zu diskreditieren und die Menschen auf Linie zu bringen (wer will sich gerne ein "Neider"-Schild umhängen lassen?).



Gesellschaftlichen Ausgleich zu wollen ist kein Neid und es gibt halt in der Praxis keine unendlichen Güter oder generelle "Leistungsgerechtigkeit" (so positiv dein oben skizziertes Bild auch ist), aber wie gesagt, ich bin gespannt wie dieses Blogthema sich mit Horsts nächstem Beitrag weiter entwickelt.



Grüße,

Herbert
Florian_M2
27.09.2007
15:27
"Herbert_T"


Wenn die Kollegen wüssten was die Zettel-Zustecker *noch* alles für Edelschnapps ausgeben, hätten sie ihren Ruf (und zwar keinen guten) in der Firma weg. Die Zustecker befürchten da IMHO wohl eher weniger Neid (was eine indirekte Form des Kompliments wäre), sondern eher Ressentiments.





Ich weiß jetzt nicht ob ich meine Gedanken so präzise wie Herbert in mein Posting bekomme, aber ich denke ebenfalls, daß die "Zettelzustecker" andere Motive haben als das, Neid zu vermeiden.



Zum einen ist es sicherlich die oben zitierte Tatsache. Außerdem: Wenn ich im erweiterten Freundes und Bekanntenkreis erzähle, daß ich Whiskys sammle und so um die 20 Flaschen bei mir im Regal habe bekomme ich recht schnell im Laufe des Abends ein Spruch der Marke "Flo hat kein Problem mit Alkohol, nur ohne" o.ä. zu hören. Die Das ist dann in der Situation sicherlich nie ernst gemeint, aber ich denke schon, daß das ein wenig die Sicht der Whisky-"Muggles" auf den Sammler wiederspiegelt. Im beruflichen Umfeld erzähle ich deshalb eher weniger von der Sammlerei.



"Herbert_T"


Neiden kann man jemand nur etwas, das man selbst gerne hätte. Whisky für > 100 Euro pro Flasche ist für die meisten Menschen (in unserer Gesellschaft) so klar abseits des persönlichen Radars, dass sich da vermutlich eher schlicht Unverständnis als Neid entwickelt ("Der X spinnt. Weisst du

was der für Schnapps ausgibt?"
).

Single Malt Whisky ist halt ein Distinktionsgut, das nur als solches funktioniert, wenn man den Statuswert aufgrund von Vorwissen persönlich beurteilen kann.





Ich denke, das ist genau der Punkt. Es gibt nur wenige Leute in meinem Bekanntenkreis die verstehen warum jemand mehr als 20 Euro für eine Flasche Whisky ausgibt. Whisky ist Whisky und ein Glensupermarkt Traditional Reserve (vorzugsweise mit einem Bild von einem echtem Piper auf dem Label) schmeckt ja fast so wie ein Seadragon (ohne echtes Ungeheuer auf dem Label). Das will ich niemandem zum Vorwurf machen; es ist sicherlich der "Sammlerfaktor". Ich verstehe dafür nicht warum jemand ähnliche Preise für Ü-Eier Figuren, Modelleisenbahnwaggons oder alte Zinnsoldaten bezahlt. Und wenn mir jemand so ein Sammlerstück zeigt für das er einen dreistelligen Betrag bezahlt hat, würde ich wahrscheinlich genau so verständislos schauen. Beneiden tu ich ihn nicht darum. Für mich ist ein Zinnsoldat so wie der andere; die feinen Unterschiede zwischen einer Supermarktmassenzinnfigur und dem seltenen Sammlerstück interessieren mich eher nicht.





"Herbert_T"


Und das wiederum erklärt, warum viele der hauptsächlich am Geschmack interessierten hier (durchaus mit Ausnahmen) oft vom Preis her niedriger (als das Seeungeheuerniveau) zugreifen: Sie wissen halt wo man auch für wenig(er) Bucks (noch)ordentlich Bang bekommt, und wollen letztlich konsumieren. Einen teuren Seadragon oder vergleichbares kann ja jeder Laie kaufen (noch dazu poplige OAs!) - der echte Connaisseur weiss aber wo das berühmte PLV besser ist, die gälischen Namen bereits lange geschlossener Mini-Destillen noch obskurer klingen und unabhängige Abfüllungen so unabhängig sind, dass sie einen eigenen Staat gründen - das bildet sich dann nur noch mittelbar auf den Preis und die kommerzielle Verfügbarkeit ab... Winken





Das sehe ich anders. Ich glaube schon, daß die "Zettelzustecker" wissen, daß sie eine Menge Bucks für eventuell recht wenig Bang bezahlen und daß sie das mit anderen Whiskies viel billiger haben könnten.



Wenn die Lottofee mich persönlich am Samstag anlächeln würde oder mein Chef mir morgen spontan eine Riesenprämie für die Arbeit an meinem letzten Projekt zahlt, würde ich sofort zum Hörer greifen und versuchen eine Flasche Balvenie 1974 Vintage (Preis im Balvenie Shop: 400 Pfund/ca. 600 Eur) zu ergattern. Nicht weil ich glaube, daß ich 10 mal mehr Spaß im Glas hätte als mit einem guten anderen Whisky im 60 Euro Bereich, sondern weil der Whisky so alt wäre wie ein lieber Mensch, mit dem ich die Flasche dann öffnen würde und zum anderen, weil ich das einfach erleben wollte, diesen Whisky zu trinken.



Gruß,

Flo
Anonymous
27.09.2007
15:55
"ruessel"
Wie konntet ihr das eurer Frau erklären ???????????




Ich muß da nichts erklären. Meine Frau trinkt (oder genießt) einfach mit. Insofern kommt bei uns auch kein Neidgefühl auf. Zumindest nicht in der Familie. icon_wink.gif Und was andere Leute diesbezüglich denken, ist mir eigentlich egal. Mittlerweile stehen bei mir auch Flaschen im Schrank, die schon mal um die 100,- € gekostet haben, wesentlich darüber hinaus ging's noch nicht. Kann aber noch werden. Ich muß für mich sagen, daß die Flaschen mit der Zeit im Schnitt teurer geworden sind. Vor 5 Jahren wären 100 € (oder 200 DM) für eine Flasche Whisky sicherlich noch kein Thema gewesen. Die Zeiten ändern sich eben...



Gruß Steffen
Hans_W
27.09.2007
21:30
Hallo zusammen,



Neid heisst ja immer, dass man jemandem etwas nicht gönnt. Aber warum soll ich jemandem etwas nicht gönnen, was der sich leisten kann. Ich bin in der "glücklichen" Lage, Whiskys der dreistelligen Kategorie noch nie probiert zu haben und was man nicht kennt, kann man auch nicht wirklich "vermissen". Deshalb kann ich mit dem Geschmack von Laga 16, Laphi 10, Ardbeg 10, Bowmore 17 und Cragganmore 12 auch noch ganz gut leben, ohne das Gefühl zu haben, etwas "verpasst" zu haben. Vielleicht ändert sich das, wenn ich mal die Gelegenheit bekomme, die teureren "Stöffchen" zu verkosten. Bis dahin bin ich mit dem, was in mein Budget hineinpasst, noch sehr zufrieden. Wer über eine stärkere Kapitaldecke verfügt, sei's drum. Ich gönne es ihm neidlos, denn auch ich gehöre zu den im Grossen und Ganzen zufriedenen Zeitgenossen und komme auch mit den "Dauertiefpreisangeboten" ganz gut klar.



PS: ich kenne keinen "schlechten" Single Malt. Jeder hat seinen eigenen Charakter, auch die preiswerteren Flaschen. Und ich habe bisher an keiner Sorte etwas auszusetzen gehabt. Ich bin im Gegenteil froh, dass alle Sorten verschieden sind, da damit mit jeder "neuen" Flasche eine neue Überraschung auf mich wartet.



Gruss

hj
Michael
27.09.2007
21:42
....
Herbert_T
27.09.2007
22:29
"Michael_W"
"LoQ123"
Erbgüter á la Thurn und Taxis sind nicht nur unsittlich sondern in hohem Maße auch ungerecht. Ländereien im Mittelalter zusammengerafft, "gehören" heute noch immer einer Familie?




Wenn es deine Vorfahren wären und du der Erbe, würdest du nicht so einen Schw......n von dir geben.


Ich bin zwar nicht direkt angesprochen, aber das ist kein Argument. Es geht nicht darum was einem persönlich passt, sondern was gesellschaftlich richtig ist. Es ist schon die Frage ob man Erbschaftsimperien zulassen will. Verhindert man sie nicht, ergeben sich Akteure die potentiell immer mächtiger werden. Würde z.B. Bill Gates seine rund 40 Mrd. USD seinen Kindern vermachen (was er AFAIK nicht vorhat) hätten diese ein größeres Privatvermögen als ein Schwellenland an Bruttosozialprodukt in einem Jahr zur Verfügung hat. Damit rücken Einzelpersonen in die Handlungssphäre von Staaten auf, also eigenständigen Akteuren in der internationalen Politik (unabhängig davon ob sie diese Macht aktiv ausleben oder nicht). Will man das? Moderner Kapital-Feudalismus? Warum sollte man? Weshalb ist das (unbegrenzte) Eigentumsrecht das heiligste, das wir kennen? Erbdynastien zu hinterfragen macht durchaus Sinn. Es beduetet ja nicht, dass jedes Produktivkapital nach dem Tod des Schaffenden zerschlagen werden muss, aber es sollten IMHO durchaus andere Massstäbe angelegt werden als an eine Durchschnittserbschaft. Das Recht des Erben steht für mich ganz klar hinter dem Recht der Gesellschaft. Man muss sich vor Augen halten wieviele Menschen das im Zweifel überhaupt betreffen würde - und arm wären die auch nach verschärftem Erbrecht sicherlich nicht.



"Michael_W"
Wir leben zum Glück nicht im Kommunismus.

Erbschaftssteuer ist nicht nur meiner Meinung nach staatlicher Diebstahl.


Naja, bestenfalls aber in dem Sinn wie du jede Steuer als staatlichen Diebstahl bezeichnen kannst. Die unterschiedliche Qualität von Erbschaftssteuer und anderen Steuern sehe ich nicht. Wesentlich ist die Ausgestaltung ("Klein Häuschen" vs. "Imperium"icon_wink.gif.



"Michael_W"
Kinder und H4, da gibt es Eltern die sie mehr oder weniger Gedankenlos in die Welt gesetzt haben.


Das ist im Kern zynisch und misanthropisch.



"Michael_W"
Wenn ich sehe das ein Rentner/in sein ganzes Leben gearbeitet hat und weniger Geld bekommt als ein H4 der noch nie gearbeitet hat dann weiß ich, das dieses ganze System schon lange nicht mehr stimmt. Liegt aber wieder an der Politik!!!


Vor allem hat es nichts miteinander zu tun. Warum stellst du ALGII-Bezieher Rentnern gegenüber? Das Rentner zu wenig bekommen ist nicht die Schuld der ALGII-Bezieher. Der Gegensatz ist künstlich und bringt mich darauf, dass dein Satz eins weiter oben vermutlich kein Ausrutscher war. Ziemlich durchwachsenes Menschenbild, das du da hast, finde ich. Für dich sind die Sündenböcke halt die, die weiter unten stehen und die weniger leisten als du. Falls ich dich falsch verstanden habe kannst du deine Sicht aber gerne nochmal klarer machen.



Grüße,

Herbert
Anonymous
28.09.2007
00:14
"Michael_W"
"LoQ123"
Erbgüter á la Thurn und Taxis sind nicht nur unsittlich sondern in hohem Maße auch ungerecht. Ländereien im Mittelalter zusammengerafft, "gehören" heute noch immer einer Familie?




......

Kinder und H4, da gibt es Eltern die sie mehr oder weniger Gedankenlos in die Welt gesetzt haben.

Wenn ich sehe das ein Rentner/in sein ganzes Leben gearbeitet hat und weniger Geld bekommt als ein H4 der noch nie gearbeitet hat dann weiß ich, das dieses ganze System schon lange nicht mehr stimmt. Liegt aber wieder an der Politik!!!

.....



P.S. Ein alter Spruch aber er stimmt: Neid muß man sich erarbeiten"vorzugsweise von Dummen Menschen", Mitleid bekommt man geschenkt.




Überlegst du eigentlich oder schreibst du nur wirre Gedanken auf und klickst dann auf "Absenden"?



kopfschüttelnde Grüße

Sascha
Anonymous
28.09.2007
06:51
"Michael_W"
Erbschaftssteuer ist nicht nur meiner Meinung nach staatlicher Diebstahl.




"Michael_W"
P.S. Ein alter Spruch aber er stimmt: Neid muß man sich erarbeiten"vorzugsweise von Dummen Menschen", Mitleid bekommt man geschenkt.




Toll hingekriegt Michi, wenn das mal kein Widerspruch ist...



Erben -- Erarbeiten



Gruss



Melvin
michael2005
28.09.2007
07:44
Hallo,



Das Beispiel mit dem Bekannten Siemens Mitarbeiter gefällt mir @

whiskykanzler. Ich habe eh viel gutes und interessantes zum Thema gelesen.

Als kleinen Denkanstoss: Könnte man nicht sogar Neid von Missgunst unterscheiden?



Beispiel Neid: Den tollen roten Ball hätte ich auch gerne - aber ich gönne es demjenigen.

Beispiel Missgunst: Den tollen roten Ball will ich haben, den hat derjenige nicht verdient, sondern ich.



Ich hoffe es wird deutlich, worauf ich hinaus möchte.

Neid ist nicht zwangsläufig negativ. Er kann ggf. aus bewunderung entstehen und kann u. U. auch anspornen.

Missgunst hingegen ist äusserst negativ und entsteht häufig aus Frust.

Die meisten von uns sind nun einmal so gut "gepolstert", dass sie sich den ein oder anderen schönen Whisky leisten können. Die Preise will ich dabei ganz ausser Acht lassen.

Es gibt aber viele Menschen, die weniger "Polster" haben. und da

ist dann die Frage ob diese einem den Whisky gönnen und neidisch sind oder auch nicht oder ob einem der Whisky sogar missgönnt wird.

Neid und / oder Missgunst sind Kinder vielerlei Umstände. Ich denke einmal, dass zumindest hier unter uns wenige Missgünstige Menschen sind (gar keine wage ich mich nicht zu behaupten).

Ein wenige Neid (im positven Sinn) darf ruhig einmal dabei sein, solange man sich auch mal für andere freuen kann.



Gruss

Michael
Anonymous
30.09.2007
15:03
"LagavULIn"
"Michael_W"




ein H4 der noch nie gearbeitet hat...


Willkommen am virtuellen Stammtisch... icon_rolleyes.gif




Prosit! Diese H4s gibts aber wirklich - allerdings ist das eine verschwindende Minderheit. Leider gibts aber Politiker die die "Umverteilung" fordern, um genau diesen "Kunden" was gutes zu tun.



Und das Schlimme ist m.E. nach, dass hart arbeitende und dennoch geringverdienende Menschen, die mit ihren Sozialabgaben u.a. diese H4s unterhalten, solchen Politikern auch noch zujubeln. Dabei sind es z.T. diese Sozialabgaben, die dafür sorgen, dass den hart Arbeitenden noch weniger übrig bleibt!



Der Grund für solches Verhalten kann nur Neid sein! Vor lauter Neid auf die, die "Mehr" haben, fordern die Leute blindwütig die "Umverteilung"...



Um Anwürfen vorzubeugen, ich bin weder FDP-Wähler noch Kapitalist, will die soziale Marktwirtschaft nicht abschaffen und bin persönlich der Meinung, mehr als 10% Rendite sind obszön icon_exclaim.gif
Thorsten
30.09.2007
21:25
Komisch, daß bisher kaum darüber geschrieben wurde, wie es ist, selbst beneidet zu werden. Ich habe das zum Glück erst zweimal mitbekommen und fand es jedesmal sehr überraschend und verletzend, daß mir etwas mißgönnt wurde. Diese Art von Mißgunst gehört zum Häßlichsten, was es an menschlichen Regungen gibt, und so bin ich froh, damit - aktiv wie passiv - wenig zu tun zu haben.



Viele Grüße



Thorsten
Anonymous
01.10.2007
06:45
"whiskykanzler"
Wer aber in der Lage ist 30, 50, 100, 200 €uro für eine Flasche Schnaps zu investieren, dem kann es eigentlich ja auch nicht wirklich schlecht gehen...





...nein, nicht wirklich, das ist sicherlich wahr. Wobei sich mir in dem Zusammenhang oft die Frage stellt, ob ich mir das leisten kann oder ob ich mir das leisten will. Man könnte ja mit dem Geld auch etwas anderes machen.



Gruß Steffen
Wendy
04.10.2007
20:23
Hallo,



ich habe Horsts Eingangsposting gelesen und dachte mir nur - was soll daran verwunderlich sein?



Der große Kundenkreis für günstigen Whisky ist doch mit dem Angebot in Supermärkten gut bedient. Nen passablen Singlemalt in der Preisklasse bekomme ich in jedem Karstadt, Real oder sonstwelchem Groß-Lebensmittelladen.



Klar also - wer im Whisky-Store stöbert, sucht schon ein wenig was anderes.



Und wer stöbert, stellt auf einmal Wünsche fest - auch mal was "teureres" zu probieren. Ein Angebot geht da dann zusätzlich noch mit.



Früher habe ich auf Reiseleitungen erstmal gekauft, was P & O auf den Fähren nach Dover im Duty Free hatte - und die waren nicht schlecht sortiert - und im Bus konnte ich einiges an Freimenge kaufen, da etliche Gäste nur auf Zigaretten scharf waren und Spirituosen die nicht interessierten. Da kamen pro Reiseleitung gut und gern mal minimum 5 Flaschen zusammen... bei einigen Reiseleitungen füllte sich unsere Bar - und dank an P & O - die haben nämlich auch immer mal das Sortiment durchgewechselt....



Tja - aber es waren natürlich doch immer gängigere Sorten. Aber man kommt auf den Geschmack.... und den Bedarf kann man dann nicht mehr bei Real decken.



Also an den Fachversand. Ich käm nicht auf die Idee, nen Glen Grant im Whisky Store zu bestellen...



Wir haben nicht viele Flaschen über 100 Euro im Schrank - aber an und an, wenns bei ner Verkostung wirklich DAS war, was lecker war - dann darf es auch mal mehr kosten.



Klar - in der Zwischenzeit ist auch das Einkommen so, daß ne 100 Euro Flasche einen nicht in Tränen ausbrechen läßt.



Zum Neid - nein - neidisch bin ich nicht - ich genieße es, Gelegenheiten zu haben, bei denen ich was besonderes probieren kann - auch was, was ich mir nicht leisten kann (Bei der Whisky-Messe in München hatte Macallan beim Vortrag einen ganz tollen und für mich völlig unerschwinglichen zum testen - das war ein ganz unerwartetes Schmankerl - einfach ne unerwartete Freude. Deswegen wär ich auf niemanden, der ihn kaufen kann neidisch. Warum auch?).



Bei einer Reise nach London hatte Selfridges in der Weinabteilung einen Whisky - ich meine von 1914. Preis war um die 40.000 Pfund. Irgendwer wird den schon kaufen - sonst hätten sie ihn nicht. Auch da - warum sollte ich neidisch sein? Aber interessieren würde es mich, wie der Whisky wirklich wär.....



Viele Grüße



Wendy



(die zwar nicht neidisch ist, aber der natürlich ne Menge Dinge einfallen, die sie gerne noch im Leben hätte....)

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