The Whisky Blog

Der Shackleton Whisky - Mackinlay (aus der Antarktis)

Nun ist die erste Flasche der langerwarteten Whiskys aus der Antarktis endlich eingetroffen. Doch HALT! Aus der Antarktis stammt er nicht. Es ist eine Replikaflasche eines Whiskys, der 1907 mit der Shackleton-Expedition als Proviant mit in die Antarktis ging.

Durch Zufall entdeckte man im Jahr 2007 Kisten dieses Whiskys unter der Hütte Shackelton's am Cape Royds am McMurdo Sound. Man barg elf Flaschen, von denen drei mit dem Privatjet des Eigentümers von Whyte & Mackay - dem Inder Vijay Mallya - zur Untersuchung nach Schottland geflogen wurden.

Ziel dieser Aktion war es diesen Whisky, so gut es eben ging, in einer Replika wieder zum Leben zu erwecken. Nach aufwändigen chemischen und physikalischen Untersuchungen sowie dem Studium alter Fabrikationsunterlagen - denn schließlich gehört die Marke Mackinlay des gefundenen Whiskys dem Unternehmen Whyte & Mackay - fand man Folgendes heraus:

- Es war ein Single Malt Whisky aus der Brennerei Glen Mhor in Inverness.

- Er reifte in Ex-Sherryfässern aus amerikanischer Weißeiche.

- Er ist lange nicht so rauchig, wie es damals üblich war und der Torf stammte von den Orkney-Inseln.

Die Glen Mhor Brennerei ist schon seit 80ern abgerissen. Es gibt noch Fässer. Aber nicht mehr wirklich viele und vor allem sind diese Fässer weitaus länger gereift, als der damalige Whisky. Denn eines muss dem Genießer bewusst sein. Whisky reift nicht in der Flasche. Es findet nur mehr eine ganz langsame Nachoxidation in der Flasche statt. Ganz anders als beim Wein. War der Whisky 1907 drei Jahre alt, dann war er es zur Verkostung mehr als 100 Jahre später immer noch.

Man musste also einen anderen Weg gehen und den Single Malt aus anderen Whiskys nachbauen. Nun - das ist nicht so selten, wie man glaubt. Auch Macallan hat mit seinen alten Replikaflaschen Whiskys aus dem vorletzten Jahrhundert nachgefertigt. Doch bei dem Shackleton-Whisky ist es etwas anders. Er lag sozusagen 100 Jahre in der Gefriertruhe. Das ganz langsame Nachreifen in der Flasche und das notgedrungene sich Auflösen des Korkens in dieser Zeit fand deshalb nicht bzw. nicht so stark statt. Dieser jetzt gefundene Whisky lag sozusagen in einer Zeitkapsel und gibt uns das außergewöhnliche Erlebnis einen Whisky zu probieren, wie er vor 100 Jahren schmeckte.

Damals schrieb man außer des Names des Abfüllers so ziemlich nichts auf die Flasche. Weder die Brennerei noch den Alkoholgehalt. Deshalb ziert heute eine Folie mit den gesetzlich erforderlichen Angaben die Rückseite. Alles andere ist dem Original akribisch nachempfunden. Selbst die Luftblasen im Glas der Flaschen. Und dort auf der Rückseite steht dann auch der gesuchte, heutige Begriff: Blended Malt, 47,3%.

Zur Kreation kam natürlich kein anderer in Frage als 'The Nose' (Die Nase) Richard Paterson, der für die Malts und Blends bei Whyte & Mackay verantwortlich zeigt. Diese Arbeit, die man nur einmal im Leben bekommt, war bei ihm in den besten Händen - bzw. Nase. Laut dem beiliegenden Heftchen hat er die folgenden Malts im Altersbereich von 8 bis 30 Jahren miteinander vermählt:

Glen Mhor, Dalmore als Lead Malts

Longmorn, Benriach, Glenfarclas, Mannochmore, Tamnavulin und Glenrothes aus der Speyside

sowie Balblair und Pulteney aus den Highlands.

Nicht fehlen durfte auch eine kleine Menge von Jura, um das Puzzle zu vollenden. Vermählt wurden diese Malts dann in Ex-Sherryfässern.

 

ACHTUNG! Wir werden nur sehr wenige Flaschen dieses Whiskys erhalten. Deshalb müssen Sie sich bei der Bestellung ranhalten und es gibt auch nur eine Flasche pro Person.