The Whisky Blog

Wie gut sind Wärmepumpen? - Teil 2

Den größten Gefallen für die Umwelt und meinen Geldbeutel habe ich mit der Isolation meines Hauses getan. Neue Fenster und ein Vollwärmeschutz des 50 Jahre alten Hauses sparen mir rund ein Drittel der benötigten Heizenergie ein. Und eingesparte Energie ist gut in Sachen Umwelt; in Ressourcenschonung; in Sachen Geld und in Sachen Steuervermeidung; politischer Unabhängigkeit; usw.


Meine nächste Aktion wird deshalb das Anbringen von thermischen Solarkollektoren (Warmwasser) auf dem Hausdach sein. Doch so wirklich viel werde ich damit nicht herausholen. Zu gering ist der Anteil an Öl, den ich für die Warmwasser-Bereitung verbrauche. Deshalb rentiert sich der einzelne Aufbau der Kollektoren auf dem Dach nicht wirklich. Die Leitungen habe ich deshalb bereits zu Nullkosten verlegt, als ich den Vollwärmeschutz anbrachte. Die Solarkollektoren werde ich anbringen, wenn ich das nächste Mal ans Dach muss. Alles extra zu montieren rentiert sich selbst in 15 Jahren nicht.


Was kann ich noch tun? Umstellen auf Pellet-Heizung? Einbau eines Stückholzofens (Kachel- oder Dänenofen)? Genau dieses werde ich nicht tun! Mit der größte Killer auf der Welt ist die Feinstaubbelastung. Zigarettenrauch, Dieselruß aus modernen PKWs und Feinstaub aus den Holzöfen verbunden mit den Schwefelverbindungen des Holzes, machen eine solche Heizung zur reinsten Dreckschleuder. Politisch hat man das Problem bereits erkannt. Holzöfen werden in Zukunft in Sachen Feinstaub zertifiziert werden müssen und auch der Einbau von Filtern (mit aufwändiger Reinigung) wird für viele gutgläubige Umweltjünger ein böses Erwachen geben. Moderne Pellet-Heizungen sind wegen der höheren Verbrennungstemperaturen deutlich besser. Doch ob diese heutigen Heizungen den kommenden Verordnungen gerecht werden können? Lieber mache ich da nicht den Vorreiter. So denken im Moment wohl viele Bürger und so klagt die Branche über fehlende Aufträge bei der Erneuerung von Haus- und Wohnungsheizungen.


Nein - solange bei uns in Deutschland noch Kohle-, Öl- oder Gaskraftwerke in großer Zahl laufen bzw. frisch gebaut werden, werde ich mich mit meinem vorhandenen Brenner dort moralisch anschließen.


Die wirkliche Revolution wird derzeit von Forschern in Berlin (und auch an anderen Stellen auf der Welt) voran getrieben. Man versucht die Wärmeenergie der Sonne über den Sommer in Salzen und anderen chemischen Verbindungen (z.B. Silikagel) durch Phasenübergang oder chemisch zu speichern und im Winter durch Auflösung bzw. benetzen wieder frei zu setzen. Die Energiemengen reichen für den Jahresbedarf eines gut isolierten Hauses durchaus aus und vor allem ist man bis auf den Strombedarf für ein paar Gebläse und/oder Pumpen wirklich von den Großkonzernen unabhängig.


Die ersten Prototyphäuser laufen mit dieser Technik bereits, wie es die VDI-Nachrichten im September 2008 berichteten. In 5 Jahren könnte es dann soweit sein, dass diese Technik in den Haushalt einziehen wird. Auch Preise wurden bereits genannt. Die Chemikalien sind nicht wirklich teuer. Man wird sie sich leisten können. Lediglich die riesige, thermische Kollektorfläche, am besten in Verbindung mit einem großen Wintergarten, macht die Sache etwas aufwändig.


Ok, Strom werden die Luftgebläse zum Erwärmen der Luft am Wärmeträger ebenfalls benötigen. Doch dies wird im Verhältnis zur transportierten Wärme bei vielleicht 5 bis 10% liegen, was umgerechnet auf die Wärmepumpe Arbeitszahlen von 10 bis 20 entspricht.