Unabhängige Whiskybrennereien in Schottland

Sylvia Simm | 19. November 2025

Innovationsgeist und handwerkliche Vielfalt zeichnen die Unabhängigen Brennereien aus. Allerdings befinden sich von über 130 Destillerien in Schottland die meisten im Besitz globaler Konzerne – der größte Spirituosenkonzern besitzt allein etwa 40 Brennereien.

Welche Destillerien gelten also noch als wirklich unabhängig?

Auf dieser Seite finden Sie eine alphabetisch geordnete Übersicht aller eigenständigen Whiskybrennereien sowie eine separate Liste der Neugründungen ab dem Jahr 2000. Entdecken sie die Pioniere hinter einzigartigen Geschmaksprofilen und erfahren Sie, was unabhängige Brennereien so besonders macht!

Inhaltsverzeichnis

Aktuell unabhängige Brennereien

Die Brennerei entstand erst im Jahr 1995 und benannte sich nach der Insel Arran, auf der sie sich befindet. Nachdem im Jahr 2019 eine zweite Brennerei auf der Insel Arran eröffnete – es handelt sich um die Brennerei Lagg ( siehe unten) – nannte sich die Brennerei Arran zur besseren Unterscheidung um und heißt heute Lochranza.

Ursprünglich im Jahr 1898 gegründet hat Benromach eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Sie musste mehrmals öffnen und wieder schließen. Schließlich kaufte sie im Jahr 1993 der Unabhängige Abfüller G&M, seit 1998 ist sie wieder in Betrieb. 

Die Brennerei Bladnoch in den Lowlands war zunächst im Konzern Diageo. 1995 wurde sie privat von den Brüdern Armstrong gekauft und letztendlich, nach anfangs anderen Plänen, wurde mit der Whiskyproduktion begonnen. Im Jahr 2009 wurde sie stillgelegt, um schließlich 2015 von dem australischem Unternehmer David Prior gekauft und wiedereröffnet zu werden. Seit 2000 gibt es wieder Whisky.

Daftmill

Die Brennerei war stillgelegt und lief im Jahr 2005 wieder an! Sie ist eine Farmbrennerei in den Lowlands, neu gebaut und in der Hand von zwei Brüdern.

Die ‚berühmteste‘ unabhängige Brennerei war früher Teil von Pernod Ricard. Sie ist eine kleine Brennerei in den schottischen Highlands. 2002 wurde sie vom Unabhängigen Abfüller Signatory Vintage gekauft. Sie ist ein kleines Schmuckstück.

Sie ist die wichtigste Brennerei in Privatbesitz und wurde 1886 erbaut und im Jahr 1865 von der Familie Grant gekauft. Seitdem brennt sie in 6. Generation Malt Whisky und besitzt noch wunderbare alte Fässer.

Glengoyne

Die Geschichte Glenyones nimmt interessante Wege. Zunächst von George Connell gegründet, wird die Brennerei 1876 von den Gebrüdern Lang gekauft und 1905 in Glengoyne umbenannt. Sie ging in den 1960-er Jahren an die Edrington Group und fand im Jahr 2003 den Weg zurück zu dem unabhängigen Abfüller Ian MacLeod Distillers Limited.

Rosebank

Im Jahr 2017 erweckte der unabhängige Abfüller Ian MacLeod die renommierte Brennerei Rosebank zu neuem Leben. Man möchte die Brennerei wieder aufbauen und Whisky herstellen.

Eine lange Geschichte steht hinter der Brennerei. Der Ursprung liegt im Jahr 1956 mit dem Erwerb des Grundstücks, 1965 begann Bau. Jedoch erst 1990 wurde das erste Mal destilliert und 1993 der erste Whisky unter dem Namen Drumguish veröffentlicht, der dann zur Jahrtausendwende in Speyside umbenannt wurde. Die private Investorengruppe Speyside Distillery Company übernahm im Jahr 2000. Im Jahr 2012 ging die Brennerei an das Familienunternehmen Harvey’s of Edinburgh und der Name wurde erneut geändert, in Spey.

In der Brennerei wird nicht nur Whisky gebrannt, sondern auch selbst gemälzt und in Flaschen abgefüllt.  Aufgrund wirtschaftlicher Engpässe stand die Produktion immer wieder mal still. Bei einer erneuten Eröffnung der Brennerei im Jahr 1989 wurde die Springbank Distillery Company Limited gegründet, die bis heute von der Familie Mitchell geführt wird. Außerdem wurde 2000 die alte Brennerei daneben wieder in Betrieb genommen, die Glengyle Brennerei. Whisky darf nicht so genannt werden, da es bereits einen Blend Glengyle gibt, von dem die Rechte nicht frei sind. Somit eröffnete 2004 die Mitchell’s Glengyle Distillery, die den Whisky mit dem Namen Kilkerran auf den Markt brachte!

Tamdhu

Ursprünglich im Jahr 1896 von der Tamdhu Distillery Company gegründet, folgten mehrere Schließungen und Wiedereröffnungen. Im Jahr 1999 kaufte die Edrington Group und verkaufte 2011 an den unabhängigen Abfüller Ian MacLeod. Am 4. Mai 2013 war es dann so weit: der erste Whisky seit der Wiedereröffnung unter Ian MacLeaod konnte verkauft werden.

 

Ein besonderer Fall: Glenfiddich

Die Glenfiddich Distillery zählt zu den bekanntesten unabhängigen Whiskybrennereien Schottlands und befindet sich bis heute im Besitz der Familie Grant. Zwischen 1886 und 1887 errichtete William Grant die Brennerei in Dufftown und bereits am ersten Weihnachtsfeiertag 1887 floss der erste Rohbrand aus den Brennblasen. Mit der Gründung von William Grant & Sons wurde Glenfiddich zu einem echten Familienunternehmen, das seine Unabhängigkeit bis heute bewahren konnte.

1961 setzte die Brennerei ein deutliches Zeichen im Markt: Mit der ikonischen dreieckigen Flasche hob sich Glenfiddich optisch von anderen Marken ab und begann zeitgleich, seinen Single Malt aktiv international zu vermarkten – ein damals revolutionärer Schritt, der den weltweiten Erfolg entscheidend prägte. Ende des 20. Jahrhunderts folgten weitere Innovationen, darunter 1998 die Einführung des Solera-Vat-Systems für den 15-jährigen Glenfiddich.

Über die Jahrzehnte hinweg erwies sich Glenfiddich immer wieder als außergewöhnlich widerstandsfähig. Während der Prohibition in den 1920er Jahren entschied Williams Enkel Grant Gordon, die Produktion sogar zu erhöhen – ein mutiger Schritt, der sich später auszahlte. Nach dem Ende des Alkoholverbots war Glenfiddich eine von nur sechs schottischen Brennereien, die den Betrieb aufrechterhalten hatte und sofort auf die steigende Nachfrage reagieren konnte.

Interessant zu wissen!

Wir wollen die Brennereien nicht unerwähnt lassen, die als unabhängige Brennereien starteten und ihre Unabhängigkeit auch über viele Jahre behielten, dann aber letztendlich doch in größeren Konzernen aufgingen:

Bruichladdich

Die Brennerei wurde 1881 von der Familie Harvey gegründet. Ab 1936 wechselte sie häufig den Besitzer und war auch zeitweise geschlossen. Im Jahr 2000 fand ein Verkauf an den unabhängigen Abfüller Murray McDavid statt und 2012 ging die Brennerei in den Besitz des Konzerns Rémy Cointreau über. Sie wurde zu einem stolzen Preis verkauft.

Tullibardine

Seit 1949 produziert Tullibardine. Die Brennerei wurde mehrfach weiterverkauft, so im Jahr 1953 und 1971. Invergordon Distillers macht die Marke Tullibardine bekannt. Im Jahr 1993 wurde die Brennerei von Whyte & Mackay übernommen, um kurz darauf geschlossen zu werden. 2003 kauften vier Privatleute die Brennerei. Sie ging aber letztendlich 2011 in den Besitz der französischen Wein- und Spirituosengruppe Picard Vins & Spiritueux über. 

Wiedergeburt: Glengyle

Glengyle steht für die Wiedergeburt einer historischen Brennerei im Herzen Campbeltowns. Sie pflegt eine enge Verbindung zu Springbank, setzt auf traditionelle Produktion und tritt unter der eigenen Markenidentität Kilkerran auf.

Die Brennerei wurde 1872 von William Mitchell gegründet, jedoch bereits 1925 stillgelegt. Erst im Jahr 2000 übernahm J. & A. Mitchell & Co. das Gelände, und 2004 begann die neue Ära mit der Wiederinbetriebnahme unter dem Namen Glengyle.

Der Whisky wird jedoch als Kilkerran vermarktet, da die Namensrechte an „Glengyle“ anderweitig vergeben waren. Der Name „Kilkerran“ verweist auf eine historische, frühchristliche Ansiedlung in Campbeltown.

Die ersten Abfüllungen erschienen 2007 als „Work in Progress“. Produziert wird nur wenige Monate im Jahr, meist von Oktober bis Dezember, was zur begrenzten Verfügbarkeit der Whiskys beiträgt.

 

Neugründungen ab dem Jahr 2000

Die Brennerei wurde im Jahr 2005 als Farmbrennerei gegründet. Zu diesem Zeitpunkt war sie die erste neu gegründete Brennerei auf Islay seit 124 Jahren. Das Getreide kommt von den eigenen Feldern. Der verwendete Torf wird per Hand gestochen. Es wird mit viel Erfolg mit verschiedenen Nachlagerungen experimentiert

Die sehr junge Brennerei entstand ab dem Jahr 2007, als David Thomson und Teresa Church das alte baufällige Gebäude der ehemaligen Annandale Distillery an der englischen Grenze im Nordwesten Schottlands kauften. Ab 2011 wurde mit der Destillation begonnen.

Die Brennerei Abhainn Dearg auf der Insel Lewis wurde 2008 von dem Privatmann Mark Tayburn erbaut. Bereits im Jahr 2010 wurde der erste Whisky abgefüllt.

Wolfburn

Ursprünglich wurde die Brennerei im Jahr 1821 von William Smith gegründet und bis etwa 1850 von der Familie Smith betrieben. Nach ihrer Schließung 1858 wurde das Equipment versteigert, und das Gelände verfiel über die Jahre.

Erst 2011 begann der Wiederaufbau unweit des ursprünglichen Standorts in Thurso, an der Nordküste Schottlands. Die neue Wolfburn Distillery ist die nördlichste Brennerei des schottischen Festlands und befindet sich in privater Hand. Sie wurde als unabhängiges Kleinunternehmen mit Unterstützung örtlicher Investoren errichtet.

2013 floss der erste Rohbrand aus den Brennblasen, und 2017 präsentierte Wolfburn seinen ersten Single Malt Scotch Whisky.

Glasgow Distillery

Die Glasgow Distillery ist die erste neue Single-Malt-Brennerei innerhalb der Stadtgrenzen seit 1902. Sie steht für das Ziel, die urbane Whiskytradition Glasgows wiederzubeleben. Die Geschichte des Namens reicht weit zurück: Bereits im Jahr 1770 wurde in Dundashill die ursprüngliche Glasgow Distillery gegründet, die 1825 von der Glasgow Distillery Company übernommen wurde. Um den wachsenden Markt zu bedienen, wurde 1899 eine Column Still installiert. Doch trotz dieser Investition konnte sich die Brennerei nicht behaupten und wurde 1903 geschlossen. Für mehr als ein Jahrhundert blieb Glasgow ohne eigene Malt-Produktion.

2012 wurde die Glasgow Distillery Company neu gegründet und leitete damit die Rückkehr des Malt Whiskys in die Stadt ein. Zwei Jahre später wurden die Brennblasen installiert und 2014 begann die Produktion. Heute produziert die Stadtbrennerei den 1770 Glasgow Single Malt Whisky.

Ballindalloch

Sie wurde 2014 auf dem Gelände des traditionsreichen Ballindalloch Estate in der Speyside gegründet und gehört der Familie Macpherson-Grant, die das Anwesen seit Jahrhunderten besitzt. Ballindalloch bezeichnet sich selbst als „Single Estate Distillery“. Das bedeutet, dass vom Anbau der Gerste über die Destillation bis hin zur Lagerung alles direkt auf dem Anwesen stattfindet.

Raasay

2014 gründeten Alasdair Day und Bill Dobbie die Raasay Distillery auf der gleichnamigen Insel Raasay, die zur Inselgruppe der Inneren Hebriden gehört. Die Brennerei wurde 2017 offiziell eröffnet und war damit die erste legale Whiskybrennerei auf der Insel. Sie hat sich auf die Herstellung von Single Malt Whisky spezialisiert und im Jahr 2020 wurde die erste Abfüllung veröffentlicht. Inzwischen gibt es eine Vielzahl verschiedener Abfüllungen.

Ardnamurchan

Die Ardnamurchan Distillery wurde 2014 in Glenbeg auf der abgelegenen Ardnamurchan-Halbinsel an der Westküste der Highlands gegründet. Hinter dem Projekt stehen Keith Falconer und Donald Houston von der Adelphi Distillery, die seit 2004 als unabhängige Abfüller bekannt sind. Mit ihrer innovativen Blockchain-Technologie zählt die Ardnamurchan Distillery zu den modernen Brennereien, die neben der Qualität des Whiskys auch die Nachhaltigkeit im Blick haben. Die Whiskys, von ungetorft bis stark getorft, reifen in Fässern aus amerikanischer und europäischer Eiche sowie in ehemaligen Sherry-, Port- und Weinfässern. Auf diese Weise verbindet die Brennerei traditionelle Fassauswahl mit modernem Umweltschutz.

Harris

Die Isle of Harris Distillery wurde 2015 in Tarbert auf der gleichnamigen Insel auf den Äußeren Hebriden gegründet. Initiator Anderson „Burr“ Bakewell verfolgte das Ziel, mit einer Brennerei neue Arbeitsplätze auf der Insel zu schaffen, die lange unter Abwanderung litt. Als „Social Distillery“ beschäftigt das Unternehmen regionale Fachkräfte. In einem ehemaligen Fischverarbeitungsgebäude informiert ein Besucherzentrum ausführlich über die Herstellung und die Nachhaltigkeitsprojekte der Brennerei. Diese produziert den Single-Malt-Whisky „The Hearach”. Angefangen hatte sie jedoch mit der Produktion von Gin.

Kingsbarns

Die Kingsbarns Distillery wurde 2015 von der Familie Wemyss, die bereits als unabhängiger Abfüller Wemyss Malts bekannt ist, in den schottischen Lowlands gegründet. Die Brennerei liegt im Kingdom of Fife, nur wenige Kilometer von St. Andrews und dem berühmten Kingsbarns Links Golfplatz entfernt.

Sie entstand aus der historischen East Newhall Farm, deren Kerngebäude um 1800 errichtet wurden. Von 2013 bis 2015 wurde das Anwesen umfassend renoviert und zu einer modernen Brennerei ausgebaut – mit dem Anspruch, den ursprünglichen Charakter des Hofes zu bewahren.

Kingsbarns legt großen Wert auf Regionalität. Für die Whiskyproduktion wird Gerste aus der unmittelbaren Umgebung verwendet, die mit klarem Quellwasser aus Fife verarbeitet wird. Im Jahr 2018 kam mit dem „Founders’ Reserve” der erste Whisky auf den Markt und markierte den offiziellen Start des Kingsbarns Single Malt.

InchDairnie

Die InchDairnie Distillery ist eine unabhängige Brennerei in Fife, gelegen in den Lowlands, zwischen den Städten Kinglassie und Glenrothes. Der Name bedeutet aus dem Gälischen übersetzt etwa „verstecktes Land in der Nähe von Wasser“. Die 2015 gegründete Destillerie verfolgt das Prinzip „Grain to Bottle“, indem sie den gesamten Produktionsprozess vom Korn bis zur Abfüllung selbst steuert. Dabei nutzt sie moderne Technik und traditionelle Pot Stills, fermentiert saisonal und setzt auf lokale Rohstoffe, umausdrucksstarke Whiskys zu erzeugen. Die ersten eigenen Abfüllungen – darunter der Single Grain RyeLaw und der erste Single Malt von KinGlassie – erschienen in den 2020er Jahren und spiegeln den innovativen Ansatz der Brennerei wider.

Lagg

Auf der Isle of Arran entstand als zweite Brennerei neben Arran eine neue Destillerie mit dem Namen Lagg. Sie startete 2017 mit der Whiskyproduktion. Um die beiden Brennereien auf der Insel künftig besser unterscheiden zu können, benannte Arran sich um und heißt jetzt Lochranza.

1913 kaufte die Familie McKenzie Smith die Abtei Lindores und im Jahr 2017 eröffnete ein McKenzie Smith Nachfahre die heutige Lindores Abbey Distillery. Sie wird heute von einer Gesellschaft geführt, die sich zur Aufgabe gemacht hat, dass in der alten 1191 erbauten Abtei altes Handwerk, wie brauen, destillieren, Gartenbau und Imkerei praktiziert wird.

Clydeside

Bereits im Jahr 2012 wurde mit Morrison Glasgow Distillers ein familiengeführtes Unternehmen gegründet, das den Aufbau der Clydeside Distillery im ehemaligen Glasgower Hafen vorantrieb. Gründer Tim Morrison stammt aus der traditionsreichen Whisky-Familie Morrison und knüpft mit dem Projekt an die lange Brennereikultur der Stadt an.

Mit Clydeside kehrte der Single Malt nach mehr als einem Jahrhundert zurück an den River Clyde. Die Brennerei befindet sich im historischen Pumphouse, das 1877 erbaut wurde, um die Schleusen des Queen’s Dock zu steuern. Der Umbau startete im August 2016, und im November 2017 wurde die Destillerie offiziell eröffnet.

Im Jahr 2021 erschien mit dem „Stobcross“ der erste Single Malt von Clydeside.

Torabhaig

Torabhaig ist eine unabhängige Brennerei auf der Isle of Skye und wird von Mossburn Distillers betrieben, einem eigenständigen Spirituosenunternehmen und unabhängigen Abfüller. Die Destillerie befindet sich in Teangue auf der Sleat-Halbinsel und wurde in einer historischen Farmanlage eingerichtet, die sorgfältig restauriert wurde. Seit Januar 2017 wird dort wieder Whisky produziert.

Für die Destillation kommen zwei kupferne Pot Stills von Forsyth zum Einsatz, das Wasser stammt aus den lokalen Bächen Allt Gleann Torabhaig und Allt Breacach. Der erste eigene Single Malt erschien 2021 nach mehrjähriger Reifung.

Ardgowan

Das 2017 gegründete Unternehmen an der schottischen Westküste steht unter der Leitung von Distillery Managerin Laura Davies und wurde 2025 offiziell eröffnet. Unter dem Namen Clydebuilt erschien die erste eigene Whisky-Range. Langfristig plant Ardgowan, besonders lang gereifte Whiskys von über 18 Jahren zu produzieren. Dafür wurde gemeinsam mit Bodegas Miguel Martín das Infinity Cask entwickelt – eine spezielle Fassform, die für ausgedehnte Reifungszeiträume ausgelegt ist.

Ardnahoe 

Im Jahr 2018 wurde auf der Insel Islay die Brennerei Ardnahoe neu gegründet. Besitzer ist der unabhängige Abfüller Hunter Laing & Co. Stewart Laing, der bereits in jungen Jahren erste Erfahrung bei Bruichladdich sammeln konnte, erfüllte sich mit der Brennerei einen Traum. Mittlerweile hat die Brennerei mit dem Ardnahoe The Inaugural Release 5 Jahre seine erste Abfüllung auf dem Markt.

Lochlea

Die Lochlea Distillery ist eine junge, unabhängige Farmbrennerei in den schottischen Lowlands. Seit 2018 produziert sie unter der Leitung der Familie McGeoch ihren eigenen Single Malt Whisky. Das Besondere: Lochlea arbeitet als echte „Farm-Distillery“. Auf rund 90 Hektar wird die Gerste für die eigene Whiskyproduktion selbst angebaut – vom Feld bis zur Flasche liegt alles in einer Hand.

Im Januar 2022 kam der erste Whisky, „Lochlea Our Barley“, auf den Markt.

Das Anwesen blickt zudem auf eine außergewöhnliche Geschichte zurück. Zwischen 1777 und 1784 lebte der schottische Nationaldichter Robert Burns hier und arbeitete auf dem Hof, während er seine Schreibkunst pflegte.

Auch personell setzte die Brennerei starke Zeichen: Sie konnten zu Beginn als Brennereimanager John Campbell, gewinnen, der zuvor langjähriger Leiter von Laphroaig war und zu den erfahrensten Persönlichkeiten der schottischen Whiskyszene gehört. Mittlerweile wurde er von Darren McCormick abgelöst.

Die Brennerei entwickelt sich mit ihren Fassreifungen stetig weiter.

Holyrood

Die Holyrood Distillery ist eine unabhängige Brennerei im Herzen von Edinburgh und wurde 2019 als erste neue Single-Malt-Destillerie der Stadt seit fast einem Jahrhundert eröffnet. Sie befindet sich in einem umgebauten Güterbahnhof am Holyrood Park und wurde von Rob Carpenter, einem Mitbegründer der Scotch Malt Whisky Society, sowie Whisky-Experte David Robertson ins Leben gerufen.

Charakteristisch sind die ungewöhnlich hoch gebauten Pot Stills sowie ein bewusst variabler Herstellungsansatz, bei dem unterschiedliche Malzsorten, Hefen und Gärzeiten eingesetzt werden. Im Oktober 2023 erschien der erste offiziell gereifte Single Malt der Brennerei. Neben Whisky produziert Holyrood zudem weitere Spirituosen wie Gin und Rum.

Port of Leith

Port of Leith ist eine unabhängige Brennerei. Gegründet wurde sie 2023 von Ian Stirling und Paddy Fletcher; die Finanzierung stammt überwiegend aus privatem Kapital und mehreren kleineren Investoren weltweit. Bereits im Gründungsjahr öffnete Port of Leith seine Türen für interessierte Besucher.

Die Destillerie liegt im Hafenviertel Leith und hebt sich durch ihr besonderes Konzept ab: Als erste vertikale Whisky-Destillerie Schottlands kombiniert sie den kompletten Produktionsprozess — vom Schroten bis zur Destillation — auf mehreren Ebenen.

Die Produktion des ersten New-Make Spirits startete Anfang 2024.

Fazit

Für uns Verbraucher klingt es wie eine Idylle, wenn eine Brennerei noch privat geführt wird. Wir haben die Vorstellung, dass Herstellungsprozesse von Hand ausgeführt werden und wir am Ende ein geschmackliches Kleinod in den Händen halten!

Allerdings muss man bei jeder Neugründung bedenken, dass eine lange Durststrecke von drei Jahren mit Aufbau und Mindestreifezeit zu überstehen ist. Es ist daher verständlich, dass Whiskybrennereien in die Hände von Konzernen übergehen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann geben Sie uns bitte einen Daumen nach oben!

Dieser Artikel wurde bereits 127 mal positiv bewertet.

Um zu kommentieren, müssen Sie sich einloggen.

Kommentare (2)
aries1984@gmx.de
18.06.2024
Hier fehlt eindeutig Raasay :)
  • Sylvia_admin
    13.08.2024
    Vielen Dank für den Hinweis, wir haben Raasay gleich nachgetragen :)