Diageo beteiligt sich am Boykott von Werbeanzeigen auf Facebook & Co.

Der Konzern wird ab 1. Juli keine bezahlten Anzeigen auf den großen Social-Media-Plattformen mehr schalten

Bereits Ende vergangener Woche zeigte eine angelaufene Kampagne Wirkung und Mark Zuckerbergs Facebook-Aktien verzeichneten merkliche Verluste: Unter dem Hashtag #stopHateForProfit hatte eine Gruppe von Initiatoren dazu aufgerufen, auf bezahlte Werbung in den sozialen Medien zu verzichten und so ein Zeichen zu setzen gegen das Nicht-Löschen von Posts mit rassistischen Aussagen oder von Hass oder Falschinformationen geprägten Inhalten. Betroffen sind in erster Linie Facebook und Instagram, doch auch Twitter wird von einigen Unternehmen nun werbetechnisch boykottiert.

Der Spirituosen-Riese Diageo, der für seine Produkte wie Johnnie Walker, Smirnoff, Captain Morgan oder Guinness erhebliche Summen für Werbeplatzierungen in den sozialen Netzwerken ausgibt, schloss sich heute dem Boykott an. Ab 1. Juli wird man „on major social platforms“ alle bezahlten Werbeanzeigen aussetzen. Man wolle mit den Medienpartnern weiterhin im Gespräch bleiben über ihren Umgang mit unakzeptablen Inhalten. Damit reiht sich Diageo in eine Gruppe einflussreicher Unternehmen wie Unilever, Coca Cola, Starbucks, Honda, Verizon, The North Face oder Patagonia ein, deren Werbeetat jährlich Milliardenbeträge ausmacht.

Die Kritik an Facebook&Co., Posts mit rassistischen oder diffamierenden Inhalten nicht zu löschen, wird schon seit längerem immer wieder laut, erhielt aber durch die aktuellen Proteste gegen Polizeigewalt in den USA neuen Auftrieb. Vor allem die Weigerung Mark Zuckerbergs, einige als manipulativ und rassistisch eingestufte Facebook-Posts von US-Präsident Donald Trump zu dulden, wurde von vielen Seiten scharf angegriffen.

Der Text, mit dem Diageo seine Entscheidung mitteilte, lautet im Original: “Diageo strives to promote inclusion and diversity, including through our marketing campaigns. From 1 July we will pause all paid advertising globally on major social media platforms. We will continue to discuss with media partners how they will deal with unacceptable content”

Quellen: CNBC ; Bloomberg