Finanzielle Mittel zur Wiedereröffnung von Dallas Dhu gesucht

Die schottische Regierung lotet Möglichkeiten für Investitionen aus, um die stillgelegte Speyside Whiskybrennerei wieder zum Leben zu bringen

In einem öffentlichen Aufruf sucht der jetzige Brennereibesitzer Historic Environment Scotland (HES) nach Investitions- und Entwicklungsideen von interessierten Personen oder Unternehmen, um in der geschlossenen Destillerie Dallas Dhu die Produktion wieder aufnehmen zu können. Sobald Ideen eingereicht wurden, werden eine Auswahlliste erstellt und die Vorschläge genauer untersucht. Doch diese Kampagne ist keineswegs neu. Bereits im Frühjahr 2013 wurde von HES eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um die Möglichkeiten einer Wiederinbetriebnahme zu prüfen, und im September 2015 wurde das Vorhaben erneut bekräftigt.

Wirtschaftliches Potenzial

HES ist eine Agentur der schottischen Regierung und betreibt das Brennereigelände derzeit als Besucherzentrum und Museum. Der schottische Politiker Richard Lochhead begrüßte den Schritt, nachdem er sich seit mehreren Jahren dafür einsetzt, den Standort wieder in Betrieb zu nehmen. "Ich hatte in den letzten Jahren mehrere Treffen, um darauf zu drängen, dass das Potenzial des Standortes entwickelt wird, um einen größeren Beitrag zur lokalen Wirtschaft zu leisten und das Beste aus einer so wunderbaren Destillerie vor unserer Haustür zu machen."

In guter Gesellschaft

Bei einer Reihe von stillgelegten oder eingemotteten Whisky-Destillerien haben mittlerweile umfangreiche Arbeiten begonnen, um die Produktion wieder aufgenommen. Im Oktober 2017 kündigte Diageo eine Investition in Höhe von 35 Millionen Pfund an, um die beiden Kultbrennereien Port Ellen und Brora zu reaktivieren (wir berichteten). Und von Ian Macleod Distillers folgte die Nachricht, die Lowland-Brennerei Rosebank wiederzubeleben. Bleibt nun abzuwarten, ob sich auch Dallas Dhu in diese Liste einreihen darf. 

Dallas Dhu

Die zwischen Elgin und Inverness gelegene Brennerei wurde 1898 von dem umtriebigen Unternehmer Alexander Edward gegründet, der neben Dallasmore, wie die Destillerie zunächst genannt wurde, auch an der Gründung von Aultmore, Benrinnes und Craigellachie beteiligt war sowie Benrinnes und Oban besaß. Die Brennerei war ursprünglich als Malt Whisky Lieferant für den Roderick Dhu Blended Scotch vorgesehen und blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Dallas Dhu wechselte mehrmals den Besitzer, wurde im Jahr 1936 durch ein massives Feuer fast zerstört und blieb infolgedessen nahezu ein Jahrzehnt lang geschlossen. Seit 1983 wird kein Whisky mehr gebrannt und drei Jahre später verkaufte Diageo die Brennerei an Historic Scotland.

Abfüllungen von Dallas Dhu werden immer seltener und damit auch nicht günstiger. Ob jemals wieder New Make Spirit aus den derzeit kalten, aber intakten Brennblasen fließen wird, ist mehr als fraglich. Wenn Sie lieber auf Nummer sicher gehen wollen: wir haben noch eine ca. 34-jährige Abfüllung von Gordon & MacPhail im Shop.