House Bill 400: Bourbon ohne Grenzen

Gouverneur unterzeichnet neues Gesetz zum Versand von Kentucky Bourbon über Staatsgrenzen hinweg

Seit Freitag ist es nun offiziell: Kentuckys Gouverneur Matt Bevin unterzeichnete am 1. Juni ein Gesetz, das den Besuchern erlaubt, Flaschen von Destillerien nach Hause zu verschicken. Damit ist Kentucky, der Staat, der insgesamt 95% des Bourbon Whiskeys der Welt produziert, jetzt im „Direct to Consumer“ Versandgeschäft angelangt und das neue Gesetz stellt einen mutigen Schritt zur Modernisierung von Kentuckys archaischen Alkoholgesetzen aus der Prohibition-Ära dar.

Über 100 Staatsbedienstete sowie Würdenträger der Destillations- und Tourismusindustrie des Staates waren bei der feierlichen Veranstaltung, die im neuen Kentucky Bourbon Trail Welcome Center™ im Frazier History Museum entlang der berühmten Whiskey Row in Louisville stattfand, Zeuge, als die neue House Bill 400 Gesetzgebung, allgemein als "Bourbon ohne Grenzen" bezeichnet, feierlich unterzeichnet wurde. Für Eric Gregory, dem Präsidenten der Kentucky Distillers' Association (KDA), die sich für die Verabschiedung des Gesetzes stark machte, ist das ein Meilenstein in der Geschichte des amerikanischen Handwerks. Mehr als 70% der Destilleriebesucher kommen von außerhalb Kentuckys und 86% nehmen während ihrer Reise eine Flasche als Souvenir mit. "Seit die KDA die Kentucky Bourbon Trail Tour ins Leben gerufen hat, fordern die Besucher das Recht, Flaschen nach Hause und an Freunde auf der ganzen Welt zu schicken."

Der Teufel steckt im Detail

Das neue Gesetz erlaubt den Besuchern, bis zu 4,5 Liter Spirituosen, d.h. sechs 750-ml-Flaschen und vier Kisten Wein pro Person zu versenden, wenn sie eine Brennerei oder ein Weingut in Kentucky besuchen. Die Gäste können sich auch für den "Bourbon- oder Wein-Club des Monats" anmelden und erhalten das ganze Jahr über einzigartige Lieferungen entsprechender Produkte aus Kentucky. Allerdings gilt es zu beachten, dass Flaschen nur dann verschickt werden können, wenn der jeweilige Bestimmungsstaat Alkoholtransporte gesetzlich zulässt. Derzeit erlauben 44 US-Staaten Weintransporte, während – einschließlich Kentucky – nur acht Bundesstaaten und der District of Columbia den direkten Versand von Spirituosen ermöglichen.

Tourismus und Steuergelder

Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass das neue Gesetz bei der Beseitigung von Bürokratie und der Modernisierung einer der wichtigsten Branchen des Landes helfen wird. Zudem wird es den Tourismus ankurbeln, wenn die Besucher ein kleines Stück Kentucky mit nach Hause nehmen können, wenn sie gehen. Und nicht zuletzt werden die lokalen und staatlichen Kassen mit wertvollen Steuergeldern gefüllt. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis mehr Staaten die Versendung von Spirituosen aus Kentucky annehmen, so wie wir es beim Wein bereits haben", so Gregory.

Nach Angaben der KDA ist Kentucky Bourbon eine boomende, 8,5 Milliarden Dollar schwere Wirtschaftsindustrie, die bis zu 17.500 Arbeitsplätze schafft und jedes Jahr 825 Millionen Dollar in die Steuerkasse spült.