Moonshine Distillery: Neue Whiskybrennerei in Limburg

SaarWhisky erweckt ehemalige Kaffee-Rösterei zu neuem Leben

Limburg ist vielen Whiskyfans gut bekannt: Alljährlich findet hier mit der Whisky Fair eine der bekanntesten deutschen Whiskymessen statt. Nun kann die hessische Stadt an der Lahn auch eine Whiskybrennerei vorweisen: Das Unternehmen SaarWhisky GmbH der Familie Rosinski hat im Gebäude einer ehemaligen Kaffeerösterei die Moonshine Distillery eröffnet.

Im Whiskygeschäft engagiert sich SaarWhisky schon seit längerem: Als unabhängiger Abfüller bringt das in Saarbrücken ansässige Unternehmen unter ungewöhnlichen Namen wie Gruwehewwel, Malzbeisser oder Schwenker schottische Single Malts heraus. Jetzt wendet sich die Familie Rosinski auch deutschem Whisky zu, aber der wird in der Moonshine Distillery in Limburg selbst hergestellt und auch im Brennereigebäude am Rande der Limburger Altstadt gelagert.

Das 1912 errichtete historische Gebäude ist auch heute noch als „Alte Kaffeerösterei“ bekannt, obwohl die Gebrüder Fachinger ihre „Kaffee-Groß-Brennerei Nassovia“ nur bis 1948 nutzten. Lange Zeit stand es leer und diente zwischenzeitlich einer Firma als Farbenlager. Jetzt beherbergt es die Moonshine Distillery mit ihren zwei portugiesischen Pot Stills.

350 Liter fasst die Wash Still, 100 Liter die Spirit Still, die speziell für die Limburger Brennerei angefertigt wurden. Es handelt sich um klassische Alambiques, deren Form den schottischen Brennblasen angeglichen wurde. Mit ähnlichen Brennblasen arbeiten unter anderem die dänische Stauning Brennerei und auch Tony Reemann-Clark in seiner Strathearn Distillery in Schottland.

Die Spirit Still der Moonshine Distillery ist bewusst so konzipiert, dass ein Brennvorgang genau soviel New Make liefert, wie zum Befüllen eines der verwendeten 30-Liter-Fässer nötig ist. Es handelt sich um Ex-Bourbon-Fässern, die von ihrer ursprünglichen Größe umgebaut wurden. Der Whisky kann dann später nicht nur als Single Cask, sondern auch als „Single Still“ angeboten werden, meint Geschäftsführer Matthias Rosinski.

Das Malz für die Whiskyproduktion – ungetorftes wie auch getorftes - wird von der britischen Crisp Malt Group bezogen. Nicht nur den eigenen Rezepten für den geplanten Whisky wird die Moonshine Distillery folgen, sondern bietet auch an speziell nach den Wünschen ihrer Kunden zu brennen. Fasskäufe werden über die Homepage der Brennerei bereits angeboten.

Dort kann man übrigens auch über die angebotenen Destillierkurse informieren. Whisky, Gin, Absinth oder Fruchtgeiste kann man in der Moonshine Distillery herstellen lernen, entweder auf den großen Brennblasen oder auf den ebenfalls vorhandenen kleinen 40-Liter-Blasen.

Bilder: SaarWhisky GmbH / Moonshine Distillery