Treibstoff aus Rückständen der Whiskyindustrie: Prof. Tangney von der Queen geehrt

Celtic Renewables setzt auf Biobutanol und arbeitet mit Whiskybrennereien zusammen

Überschriften wie „Das erste Auto, das mit Whisky fährt“ oder „Whisky statt Benzin für das Auto“ geistern in den letzten Jahren immer wieder durch die Medien. Aktuell tauchen sie jetzt wieder auf, nachdem Professor Martin Tangney auf dem Neujahrsempfang von Queen Elisabeth mit der hohen Auszeichnung OBE geehrt wurde. Diese reißerischen Überschriften sorgen zwar für Aufmerksamkeit, aber sie sind im Grunde genommen falsch: Es kommt kein Whisky in den Treibstofftank.

Draff und Pot Ale der weiteren Verwertung zugeführt

Es geht um Biobutanol, einen Biotreibstoff also, der aus pflanzlichen Stoffen gewonnen wird. Das Prinzip an sich ist also nicht neu. Professor Martin Tangney von der Napier Universität in Edinburgh hat in Tests Biobutanol aus Rückständen der Whiskyproduktion erzeugt und erfolgreich als Treibstoff verwendet. Das Unternehmen Celtic Renewables, dessen Gründer und Präsident Tangney ist, setzt dieses Prinzip derzeit in großem Rahmen um. Zum einen geht es bei den Grundstoffen um Draff, also die Getreiderückstände, die entstehen, wenn Stärke und Zucker beim Maischen herausgewaschen wurden, zum anderen um Pot Ale, den Rückstand in den Brennblasen. Von Whisky ist beides weit entfernt. Nun ja, man kann es aber auch irgendwie verstehen. Unsere Überschrift „Treibstoff aus Rückständen der Whiskyindustrie: Prof. Tangney von der Queen geehrt“ klingt nicht ganz so aufregend. Ist dafür aber korrekter.

Zusammenarbeit mit Whiskybrennerei Tullibardine

Celtic Renewables baut derzeit eine Anlage zur Biotreibstoff-Gewinnung in Grangemouth. Nähere Informationen dazu finden sich hier auf der Homepage von Celtic Renewables. Dabei arbeitet man eng zusammen mit der Tullibardine Brennerei in Perthshire. Und Tullibardine ist ja nicht die einzige Brennerei in Schottland, die eine derartige Anlage mit nötigem Biomaterial versorgen kann: Beim derzeitigen starken Brennereiwachstum und dem Aufstocken der Produktionsvolumen wohin man auch sieht, sollte es an Draff und Pot Ale vermutlich nicht mangeln.

Bilder: Napier University Edinburgh