Waterford Distillery verwendet alte Gerstensorte zur Whiskeyproduktion

10.000 Liter Alkohol hat die irische Brennerei aus Hunter Gerste hergestellt und eingelagert

Was macht den Geschmack eines Whiskys aus? Zum großen Teil das Fass, da herrscht wohl allgemeines Einverständnis, aber auch durch die Auswahl der Rohstoffe und bei der Fermentation und Destillation lässt sich das Aroma beeinflussen. Kürzlich erst machte Glenmorangie mit der Private Edition Allta auf die Variation der Gärung durch die Verwendung von Wildhefestämmen aufmerksam. Die Waterford Distillery hat heute in einer Pressemitteilung den Einfluss unterschiedlicher Gerstensorten neu thematisiert: Hunter heißt die alte Gerstensorte, mit der die irische Whiskybrennerei jetzt 10.000 Liter Alkohol destilliert hat.

Terroir matters

Seit Januar 2016 produziert die Waterford Distillery an der Südostküste Irlands. Der Mann hinter dem Projekt ist Mark Reynier, der maßgeblich an der Wiedererweckung der Islay-Brennerei Bruichladdich beteiligt war. Das Bruichladdich-Credo prägt auch die Waterford Distillery: We believe terroir matters. Und so legt man Wert auf lokales Getreide und arbeitet mit über 70 Farmern zusammen. Sie bauen die Gerste für Waterford auf unterschiedlichen Böden an, variieren aber auch die Getreidesorten.

Hunter Gerste: Aromenvielfalt vor Alkoholausbeute

Hunter Gerste wurde 1959 entwickelt und dominierte in den sechziger und siebziger Jahren die irische Malting Industrie. 1978/1979 musste sie dann neuen Hybridsorten wir Ark Royal und Triumph weichen, die eine höhere Alkoholausbeute ermöglichen und pilzresistenter sind. Die Aromenvielfalt trat dabei in den Hintergrund. In Zusammenarbeit mit Minch Malt wurde jetzt über mehrere Jahre hinweg aus einer Restmenge von 25 Gramm Hunter Gerste aus den Beständen des irischen Landwirtschaftsministeriums 40 Tonnen gezüchtet, um Malz für die Whiskyproduktion herzustellen.

Dem Experiment mit der Hunter Gerste werden noch weitere mit anderen alten Getreidesorten folgen, unter anderem solches, das seit über 100 Jahren nicht mehr zum Brauen und Destillieren verwendet wurde. Wir dürfen also gespannt sein auf eine Bandbreite von Whiskeyvariationen, die in einigen Jahren das Thema Terroir geschmackvoll veranschaulichen werden.

Bilder: Waterford Distillery

Mitarbeiter der Waterford Distillery (WD) und Minch Malt (MM): Grace O'Rielly (WD), Pat Kennedy (MM), Tom Bryan (MM), Alan Dempsey (MM), Neil Conway (WD)