The Whisky Blog

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Kündigung von Abos

Über die Jahre sammeln sich bei jedem von uns die Überreste unserer Wohlstandsgesellschaft an. Kleidung, die man nicht mehr trägt und Zeitungen, die man nicht mehr liest und Versicherungen, die man nicht mehr benötigt.


Während man die Kleidung einfach weggeben kann, muss man Zeitungs-Abos und Versicherungen aktiv kündigen. Der beste Zeitpunkt für diese Kündigungen liegt zwischen September und November, da man die entsprechenden Kündigungsfristen (meist 4 bis 12 Wochen) zum Jahreswechsel einhalten muss.


Das nervt mich immer ungemein. Während Länder wie Großbritannien und USA eine automatische Verlängerungen von Verbraucher-Abos nicht zulassen, müssen wir Deutsche uns aktiv um die Beendigung dieser Verträge kümmern.


Dieses Unwohlgefühl hat uns auch dazu bewogen, unseren Club nicht automatisch zu verlängern. Sondern jedes Clubmitglied muss sich nach 12 Monaten selbst aufs Neue klar machen, was ihm der Club gebracht hat und ob er verlängern will oder nicht.


Das führt zu merkwürdigen Situationen. Zahlreiche Kunden haben für sich beschlossen, nie – aber auch nie wieder – Clubmitglied bei Irgendwem oder Irgendwo zu werden geschweige denn Abos abzuschließen. Spricht man sie auf die Clubmitgliedschaft an, so reagieren sie gereizt!


Erst nach einer Erklärung, dass er automatisch aus dem Club nach 12 Monaten heraus fällt und neben der Anfangszahlung von 50 EUR keine weiteren Verpflichtungen anfallen, reduziert sich der Adrenalin-Pegel wieder. Aber so richtig will man uns diese Vorgehensweise dann doch nicht glauben. Mancher fragt sich: "Wo ist der Haken?"


Was müssen diese Menschen für furchtbare Dinge mit ihren Abos und Dauerverträgen erlebt haben, dass sie überall nach einem Haken suchen müssen?


Merkt hier eine ganze Nation nicht, wie diese z.T. langen Kündigungsfristen ihre Kunden vergraulen? Dass ganze Zielgruppen mit ihren Märkten weg brechen, weil man Angst vor einer Bindung hat?


Weniger ist in solchen Fällen aber mehr. Wir haben keine Clubbeiträge aus Vergesslichkeit der Mitglieder eingenommen und wir können sicher sein, dass nur diejenigen im Club sind, die auch wirklich rein wollen. Die Zu- oder Abnahme an Clubmitgliedern zeigt uns etwas verzögert, ob wir unsere Sache richtig oder falsch machen.


Natürlich wäre es manchmal einfacher, die Vergesslichkeit und Trägheit des Menschen auszunutzen und über eine automatische Verlängerung leichtes Geld zu verdienen. Am Ende des Tages glaube ich aber, dass daraus The Whisky Store mehr Schaden als Nutzen entstehen würde.