The Whisky Blog

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Unerlaubte Telefonanrufe

The Whisky Store ruft seine Kunden nur bei Rückfragen zu Bestellungen selbstständig an. Warum rufen wir Sie nicht einfach so zwischendurch einmal an und bieten Ihnen die neueste Ware an?


Ganz einfach: Es ist verboten!


Eine Privatperson darf man als Unternehmen nur anrufen, wenn man entweder eine permanente Geschäftsbeziehung hat (ein Abo gilt aber nicht) oder wenn der Anzurufende ausdrücklich dem Anruf zugestimmt hat. Die AGBs von Bonussystemen und Kundenkarten enthalten in der Regel einen solchen Passus sowie oftmals die Erlaubnis, die Telefonnummer auch noch an Dritte weiter geben zu dürfen.


Andere Länder, andere Sitten. Ein Freund von mir wohnt in Los Angeles. Wenn ich ihn anrufe, dann meldet sich grundsätzlich der Anrufbeantworter. Man ruft dann laut seinen Namen und wartet, ob er abhebt oder nicht. Das Verhalten ist weit verbreitet. Man kann es in den Hollywoodfilmen sehr schön beobachten.


Warum macht mein Freund das?


Weil in USA Jedermann von Werbetreibenden angerufen werden darf. In den ersten Jahren haben sich die beiden Maschinen (Wahlcomputer und Anrufaufzeichner) miteinander 'unterhalten'. Man selbst konnte diese Werbung beim Abhören dann locker überspringen. Als in Folge die Responsequote bei den Werbetreibenden zurück ging, brach der Computer den Anruf ab, wenn er einen Anrufbeantworter feststellten konnte. Denn zu viel Zeit ging mit dem Besprechen von Anrufbeantwortern verloren. In der gleichen Zeit kann man ein Mehrfaches an frischen Kontakten abtelefonieren.


Vor Weihnachten habe ich zum ersten Mal einen unerlaubten Anruf von einem Computer erhalten. Eine irre Erfahrung. Doch auch der eine oder andere Lieferant wollte sich bei mir privat mit einem Anruf durchmogeln. Einer rief an, um meine Kundendaten "abzugleichen". Und gleichzeitig wollte er meine Handynummer für den Versand von 'Informations-SMS' erfragen icon_question.gif


Ein anderer rief wegen einer "Zufriedenheitsstudie" zu meinem Zeitschriften-Abo an und wollte mir anschließend ein zusätzliches Abo 'aufs Auge drücken'. Das waren noch die angenehmen Grenzfälle. Die Aktien-, Gold und Rohstoffhändler sowie Versicherungsagenturen rufen zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten bei mir an, obwohl ich keinerlei Kundenkontakt zu ihnen habe. Das nennt sich Kalt-Akquise.


Ein anderer Freund von uns leitet eine der großen deutschen Werbeagenturen in München. Im Büro wird er natürlich vom Sekretariat abgeblockt doch hin und wieder erwischt ihn einer dieser Anrufer am Samstag Nachmittag zu Hause. Was macht er? Er antwortet dem Anrufer:


"Das ist ja interessant! Nun sagen Sie mir noch einmal ganz langsam Ihren Namen mit Vornamen und die Firma, für die Sie anrufen. Ich bin nämlich Anwalt für Verbraucherschutz ..."


Fast regelmäßig bekommt er schärfste Flüche und Beschimpfungen zurück und es wird dann anonym eingehängt.


Das entschädigt ihn seelisch für den Anruf, aber der arme Mensch auf der anderen Seite des Telefons macht ja auch nur seinen bezahlten Job – den einzigen, den er vielleicht bekommen hat. Die Schuldigen erwischt man so nicht. Ich habe mir lange Gedanken darüber gemacht, wie man die Richtigen 'erwischt'. Mir ist bislang nur eine Lösung eingefallen.


"Augenblick bitte! Ich muss nur eben das Teewasser abstellen, dann habe ich Zeit für Sie ..."


Dann lege ich den Hörer neben das Telefon und mache genau dort weiter, wo ich durch das Telefon unterbrochen wurde. Nach 5 Minuten hebe ich den Hörer wieder an um festzustellen, dass der Anrufer mittlerweile aufgelegt hat.


Da er während seiner Wartezeit ein paar Leidensgenossen weniger anrufen konnte, hat das per Telefon werbende Unternehmen einen kleinen finanziellen Nachteil – ein schwacher Trost, aber immerhin.