The Whisky Blog

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Virtuelle Werte

Wir alle wissen, dass Gegenstände – wie besondere Whisky-Flaschen – neben ihrem Anschaffungswert einen ideellen Wert aufweisen. Vor allem Sammler wissen um diese Wertsteigerungen.


Diese ideellen Werte sind in manchen Regionen des Globus weit stärker verbreitet, als bei uns. Wenn man in China eine Whisky-Flasche verschenkt, und sie eine hochrote Verpackung – vielleicht noch aus Samt – aufweist, dann ist sie ein Vielfaches des Inhaltes wert. Das chinesische imperiale rot stellt den Beschenkten auf eine Ebene mit dem Kaiser und das führt zu einem hohen ideellen Wert.


In Südkorea gibt es eine Formel 1 Meisterschaft. Nicht, dass sie mit echten Fahrzeugen ausgetragen würde! Die Kontrahenten sitzen vor Computern und fahren zusammen mit virtuellen Formel 1 Boliden die im Computer nachgestellten Strecken ab. Die Sieger sind hoch geachtet, haben lukrative Werbeverträge und verdienen in einer Saison Millionen von Dollar. Die Rennen werden im koreanischen Fernsehen übertragen und die Preise für Werbung in den Pausen nähern sich den Preisen des US-amerikanischen Super Bowl.


Bislang glaubte ich nicht, dass so etwas zu toppen sei. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist mir eine alte Computerzeitung (c’t 2005/20) in die Hand gefallen. In dem Artikel ‚Money for Nothing’ beschreiben die Autoren den Handel mit virtuellen Gegenständen im Internet. Was sind nun solche virtuellen Gegenstände?


Nehmen Sie einmal an, Sie spielen auf einem Internet-Server mit 5.000 Gleichgesinnten ein Abenteuerspiel und haben in vielen durchspielten Nächten die 10. Experten-Ebene erreicht. Nur ganz Wenige erreichen diesen Gipfel der virtuellen Existenz und alle Anderen wünschen sich nichts sehnlicher, als auch diese Ebene zu erreichen. Was hindert den guten Spieler daran, diesem Anderen seine Login-Informationen und damit die virtuelle Spielfigur zu verkaufen?


Nunja – es muss ja nicht immer gleich die ganze Spielfigur für ein paar Tausend Euro sein. Es reichen ja ein paar gesammelte Waffen oder Artefakte für ein paar Hundert Euro, um Jemanden eine gehörige Portion in diesem Spiel nach vorne zu bringen.


Verrückt? - Ich bin mir nicht sicher, ob das das richtige Wort ist. ‚Ungewohnt’ trifft es vielleicht besser.


Ich habe einen guten Bekannten in der Whisky-Welt, der viel mit Computerspielen zu tun hat. Vielleicht kann der mir ein wenig über diese virtuellen Welten, in denen trotzdem die harten, echten Euros und Dollars die Währung stellen, erklären.