The Whisky Blog

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Produkte statt Lösungen

Jedes Mal, wenn ich die Homepage des Herstellers unserer Drucker in den vergangenen Jahren besuchte, war ich verwirrt. Ich fand unsere Drucker bzw. deren Treiber und Zubehör nicht.


Statt dessen schwafelte man auf der Homepage von Drucklösungen für verschiedene Zielgruppen (Privat, Klein-, Mittel- und Großunternehmen). Die Marketing-Abteilung hatte sich gegen die Technik auf der Homepage durchgesetzt. Denn der Marketer lernt schon in den ersten Wochen seines Studiums: "Sie verkaufen keine Waren, sondern Lösungen! Der Kunde will nicht wissen wie Sie ein Problem lösen; der Kunde will, dass Sie sein Problem lösen."


Welche Lösung Ihres Problems hält The Whisky Store für Sie bereit? Die Lösung Ihres Durstes? Ihr Verlangen nach Genuss? Oder verkaufen wir Ihnen einfach nur Produkte?


Sollen wir Ihnen den ultimativen Genuss für den Business-Trinker (hohoho) anbieten oder einfach einen hervorragenden Whisky mit Namen und Eigenschaften benennen? Wer trifft die Entscheidung, welcher Whisky zu Ihnen passt? Wir oder Sie?


Natürlich Sie und nur Sie!


Dieses überzogene Beispiel soll zeigen, wie ich mich auf der Homepage des Herstellers fühlte. Er bevormundete mich, welchen Drucker ich zu verwenden hätte.


Entsprechend sah es auf der Homepage aus. Lösungsgeschwafel, Produktivitätsverbesserungen, Senkung der Prozesskosten (nicht Druckkosten !!), und Total Cost of Ownership. Ich wollte nur einen neuen Treiber für meinen Drucker haben und ein zusätzliches Papierfach. Das war alles. Nach 20 bis 30 Klicks hatte ich meine 'Lösung' dann endlich gefunden.


The Whisky Store ist ein Kleinunternehmen. Trotzdem setzt es die größten Business-Laser-Drucker des Herstellers mit gemeinsam 100 Seiten A3 pro Minute ein. Gleichzeitig haben wir aber auch für 10 Nachnahme-Belege am Tag so ziemlich den kleinsten Tintenstrahl-Drucker im Einsatz, den der Hersteller anbieten kann.


Wo suche ich also nach Treibern und Zubehör? Warum muss ich mir erst überlegen, welches Problem ich habe, damit ich einen Drucker finde? Ich kenne meinen Drucker – schließlich steht die Bezeichnung gut sichtbar drauf – und dann will ich ihn auch auf diese Weise finden. Basta!


Mittlerweile hat sich der Druckerhersteller auf seine Traditionen besonnen und bietet wieder herkömmliche Menüs an. Mit nur zwei Maus-Klicks sehe ich meinen Drucker am Bildschirm.


Na bitte, es geht doch.

Podiumsdiskussion

Letzte Woche war ich zu einer Podiumsdiskussion in Sachen E-Marketing in München eingeladen. Der Moderator unserer vierköpfigen Expertenrunde war Rainer Wiedmann, seines Zeichens Gründungsgesellschafter der berühmten Marketing-Agentur 'die Argonauten'. Heute sind die Argonauten Teil des weltweiten Grey Business Netzwerkes und Rainer Wiedmann betreibt wieder eigene Marketing-Agenturen.

Doch worum ging es in dieser Podiumsdiskussion?

Ziel unserer lockeren Unterhaltung war die Darstellung vor Publikum, wie die elektronischen Medien unsere Zukunft beeinflussen werden. Der Fokus lag dabei auf dem Nutzen, den Klein- und Mittelbetriebe aus den digitalen Medien ziehen können.

Schwer beeindruckt hat mich der Director Marketing der Scout24 Holding, der rechts von mir saß. Bislang war für mich der Umsatz-Marktführer im Internet das Unternehmen eBay. Güter im Wert von vielen Milliarden Euro werden jährlich in Deutschland über eBay gehandelt. Vor zwei Jahren machten die bei eBay im Kundenauftrag abgewickelten Transaktionen ein rundes Fünftel des gesamten eCommerce in Deutschland aus.

Über Scout24 wurde im vergangenen Jahr das Doppelte wie bei eBay umgesetzt. Das muss man sich einmal vorstellen! Auf der Podiumsdiskussion wurden Umsätze von 20 bis 25 Mrd. Euro für 2005 genannt. Ok, ein Internet-Auktionshaus wie eBay hat viel geringere durchschnittliche Transaktionswerte, als die Scout-Plattformen, auf denen als wertvollstes Häuser und Autos verkauft werden.

Doch eBay und Scout haben eines gemeinsam. Sie ermöglichen es Klein- und Mittelbetrieben sowie Privatleuten mit geringem Aufwand am eCommerce im Internet teil zu nehmen. Das war die eigentliche Kernaussage der Podiumsdiskussion.

Das Internet beginnt merklich unser tägliches Leben zu verändern.

Lehrlingsjahre in der Brennerei

Auf der Whiskymesse in Frankfurt lauschte ich einem Vortrag von Stuart Thomson, dem Brennereimeister von Ardbeg. Er sprach von seinen Lehrlingsjahren in der Glenmorangie Brennerei.


Er fing als Fassmacher an. Die Herstellung von Fässern ist eine Knochenarbeit. Wer einmal die Arbeit der Küfer in der Speyside Cooperage verfolgt hat weiß, dass kräftige Menschen diesen Job machen.

www.thewhiskystore.de/experte/fassmake.htm


Als Lehrling hat man natürlich noch nicht die Kraft und man wird deshalb auch für leichtere Arbeiten eingeteilt. Zu diesen leichteren Arbeiten gehört auch die Kontrolle der reifenden Fässer in den Lagerhäusern.


Man läuft mit einem Hammer durch die langen Gänge der Lagerhäuser und klopft auf jedes Fass. Aus dem Klang des Schlags erfährt der Prüfer einige Dinge über das Fass. Z.B. Wie voll es ist und wie stabil noch das Holz ist.


Wie der junge Fassmacherlehrling nun allein durch die Gänge geht und auf die Fässer klopft passiert das Unwahrscheinliche, was nur einmal unter vielen Tausend Fässern passiert. Der Schlag entspannt eine Daube soweit, dass sich ein kleiner Riss auftut, der sich nicht mehr schließen will. In dünnem Strahl ergießt sich der Whisky auf den Boden.


Was macht der Lehrling? Erst hält er den Spalt mit seiner Hand zu und schreit nach einem Arbeiter. Als keiner ihn hört läuft er laut schreiend aus dem Lagerhaus bis er einen Arbeiter findet, der das Problem für ihn löst. Und was macht der Arbeiter? Er beruhigt den Lehrling und kehrt mit ihm zügig aber nicht hetzend zum Fass zurück.


Die erste Tätigkeit ist nicht das Verschließen des Spalts! Nein er zeigt dem Lehrling, dass man zunächst vor dem Fass in die Hocke geht und den feinen Strahl mit weit geöffnetem Mund auffängt, bis man wirklich genug hat.


Auch so etwas muss ein Lehrling lernen icon_wink.gif Erst anschließend wird der Spalt mit einem kleinen Holzkeil und Hammer verschlossen.