The Whisky Blog

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Steuerordnungswidrigkeiten

Am 2.1.2006 habe ich über meinen Wissenszuwachs über virtuelle Werte im Internet berichtet. Vergangene Woche überraschte mich eine Meldung der Finanzbehörden. Auch dabei ging es um ‚virtuelle’ Werte in handfesten Euros.


Stellen Sie sich vor, Sie tanken als Privatmann ihr Auto voll oder kaufen sich als Privatmann ein Buch. Was machen Sie mit Ihrer Quittung? Wenn sie nicht für eine Garantie aufgehoben werden muss oder man eine Statistik führt, dann landet sie über kurz oder lang im Altpapier.


Es scheint aber eine gehörige Portion von Mitmenschen zu geben, die diese Quittungen meistbietend an Dritte weitergeben, die diese zur Minderung ihrer Steuerlast einsetzen.


Außerdem soll die unberechtigte Weitergabe von Quittungen durch Dritte, wie beispielsweise der Verkauf von Belegen bei Internetauktionen, künftig als Steuerordnungswidrigkeit angesehen werden.



Steuerordnungswidrigkeit? Für mich ist das Steuerbetrug! Wer Geld verdient, der soll/muss auch Steuern bezahlen.

Netzwerke

Die moderne Gesellschaft zeichnet sich durch eine immer bessere Optimierung aus. ‚Just-in-Time’ war das Schlagwort der 90er. Warum wird immer mehr optimiert? Weil jedes Lager Kapital bindet, das während dieser Bindung keinen Ertrag erwirtschaftet.


Schlimm wird es, wenn diese Versorgungsnetzwerke – wie hier im Blog am 4.1.2006 bei der Gasversorgung angesprochen – anfällig werden. Oder wenn ein Stromausfall in Frankreich bzw. USA ganze Länder und halbe Kontinente lahm legt. Oder wenn ein Streik bei einem Automobilzulieferer im deutschen Osten zu einem kurzfristigen Stillstand zahlreicher Montagebänder in ganz Europa zur Folge hat.


Oder wenn das Abschmelzen der Rentenversicherungsrücklage von einem halben Jahr auf 0,4 Monate zu immer schnelleren Änderungen beim Rentenversicherungsbeitrag führt. Oder wenn ein geringfügiges, finanzielles Überziehen eines politischen Projektes durch das Finanzministerium nicht mehr gedeckt werden kann und einen Nachtragshaushalt bedingt.


Wenn man das Zusammenbrechen dieser sensiblen Netzwerke mit etwas Abstand betrachtet, dann erkennt man schnell, dass eine Strategie mit schönen dazwischen geschalteten Lager-Puffern viel Sicherheit bringt und Gold wert ist.


Was hat das mit Whisky und The Whisky Store zu tun?


Auch dieses Jahr konnte mancher Distributor nicht ausreichend Flaschen fürs Weihnachtsgeschäft liefern. Für Geld und gute Worte war stellenweise keine Ware mehr zu bekommen. Meine Frau wurde von einer großen Handelskette über den Umweg eines Vertreters eines Spirituosen-Konzerns gefragt, ob sie nicht 1.500 Flaschen eines bestimmten Malts mit 16 Jahren Alter - natürlich auch noch zu einem Vorzugspreis - liefern könne.


Meine Frau fühlte sich geehrt. Aber sie lehnte dennoch dankend ab. Warum soll The Whisky Store diesem viel größeren Konkurrenten die Kosten eines eigenen Lagers ersparen, wenn sie sich die Mühe über Jahre hinweg gemacht hat, diese teuren Sicherheitspuffer aufzubauen?


Jedermann scheint heute zu optimieren, zu leasen und outzusourcen und dabei ganz zu vergessen, dass unsere merkantilen Vorfahren triftige Gründe für ihr Verhalten hatten.


Wurden die Zeiten schlechter, so hatten die damaligen Unternehmen Speck auf den Rippen – sprich stille Rücklagen – von denen man auch einmal ein schlechtes Jahr überleben konnte, ohne gleich Mitarbeiter entlassen zu müssen oder pleite zu gehen. Die Bibel spricht sogar von Kornspeichern für 7 schlechte Jahre. Heute reichen die Puffer der Distributoren und Hersteller gerade noch für Stunden (bei Autos) und vielleicht für Zig-Tage (bei Gas und Whisky).