The Whisky Blog

Alarm und Alarmismus

Samstag Vormittag schlägt bei uns in Seeshaupt - wie fast überall in Deutschland - immer die Sirene Alarm. Gegen 11:00 Uhr heult es weit vernehmbar von den Dächern.


Und was mache ich? Immer wenn ich eine Sirene höre, sehe ich als erstes auf die Uhr um vielleicht festzustellen, dass gar nicht Samstag ist und der Alarm echt ist. Vor über Hundert Jahren brannte unser Seeshaupt, damals ein kleines Fischerdörfchen aus Holzhütten, zur Hälfte nieder. Seitdem ist unsere freiwillige Feuerwehr das Zentrum der Gemeinde.


Wirklich gebrannt hat es bei uns schon seit vielen Jahren nicht mehr. Heute muss die Feuerwehr meist zu Autounfällen ausrücken. Kein Feuer, keine Atomraketen, ... Unsere Sirenen haben für die breite Masse den Schrecken verloren.


Seit dem Ende des kalten Krieges heult es bei uns ganz woanders. Nämlich in den Medien - und zwar ständig. Es gibt fast keine Titelseite einer Tageszeitung mehr, in der nicht ein- oder mehrmals das Wort Katastrophe zu lesen ist. Auch die Nachrichten sind voll davon.


Die Sirenen heulen und Niemand hört mehr zu.


Erinnern Sie sich an das Waldsterben? Was ist seitdem passiert? Wie durch ein Wunder ist der Wald ganz von alleine (fast) gesundet. Als Jugendlicher habe ich meine Sommerferien immer im Wald gearbeitet. Schwere Arbeit, aber leichtes Geld für einen nicht ausgearbeiteten Jugendlichen. Die Förster kenne ich immer noch und in meiner erweiterten Familie gibt es jetzt auch Unternehmer in der Holzindustrie. Ich bin also relativ gut von der Basis her informiert.


Der Insider weiß: Alle redeten vom Waldsterben und unsere Waldfläche nimmt seit Jahrzehnten in Deutschland immer weiter zu. Und nicht nur das. Der Wald wächst so schnell, dass man ihn gar nicht so schnell fällen (bzw. ernten) kann, wie die Stämme dicker werden. Ein befreundeter Sägewerksunternehmer musste sogar seine vor einem Jahrzehnt angeschafften Maschinen wieder verkaufen, da die jetzt immer dicker werdenden Stämme nicht mehr hindurch passten.


Und gleichzeitig heulten alle Sirenen über das Waldsterben.


Kommen wir zurück zum Alarmismus aus der Titelüberschrift. In den vergangenen Wochen habe ich von Matthias Horx das Buch: 'Anleitung zum Zukunftsoptimismus - warum die Welt nicht schlechter wird' - gelesen. Es ist ein wichtiges Buch für jeden selbstständig denkenden Menschen.


Horx zeigt, unter anderem Blickwinkel als Björn Lomborg in seinem Buch Apocalypse No!, warum die Welt nicht schlechter wird. Nun, Lomborg ist Statistiker und Matthias Horx ist Soziologe. Da sind die Blickwinkel schon etwas anders.


Waldsterben, Elektrosmog, BSE, SARS, Vogelgrippe, ... An zahlreichen Beispielen zeigt Matthias Horx, wie von opportunistischen Kräften in unserer Gesellschaft die Urängste des Menschen weidlich geschürt werden. Und wie in Folge so mancher diesem Alarmismus auf den Leim geht.


Am meisten beeindruckt haben mich in seinem Buch die folgenden Sätze:


"Matthias Horx"
Wer Gefahren übertreibt, dramatisiert oder falsch kontextualisiert, macht sich schuldig an gefährlichen mental-politischen Entwicklungen!


und


Wer falsche Panik, negative Klischees durch Nachplappern und unkritisches Kolportieren mitverbreitet, haftet ebenfalls für den Verlust der Zukunft!



Wussten Sie, dass Zig-Milliarden für die BSE Bekämpfung bislang ausgegeben wurden? Und dabei ist noch nicht einmal klar, ob es in Deutschland überhaupt einen Toten wegen BSE gegeben hat.


Milliarden Euro icon_exclaim.gif


Wie viele Menschenleben hätte man damit in Afrika retten können? Wie viele Blauhelme hätte man für dieses Geld in die Krisenregionen der Welt geschickt? Wie viele Staudämme für die Flutprävention oder Sicherung der Wasserversorgung wären weltweit errichtet worden?


Beim Lesen dieses Buches kam auch ein anderer Gedanke wieder in mir hoch. Was ist, wenn gerade populistische Kräfte uns mit der ganzen "Klimakatastrophe" alarmieren? Durch ständige Wiederholungen werden die Argumente nämlich auch nicht richtiger. Was ist, wenn nicht unser ausgestoßenes CO2, sondern die Sonnenaktivität am Temperaturanstieg Schuld ist? Schließlich soll es auf dem Mars und den Jupitermonden ebenfalls zu deutlichen Temperaturanstiegen gekommen sein.


Da ich schon halbtaub für unsere Sirenen im Ort bin, stelle ich mittlerweile auch eine beginnende Taubheit für unsere dauerhysterischen Medien bei mir fest. Vor Weihnachten lief eine Dokumentation über die "Klimakatastrophe" in der ARD. Ein sehr, sehr, äußerst, ungemein betroffener und nebenbei gesagt unsympathischer Charakterdarsteller (Schauspieler) teilte sich die Moderation mit einem typischen Wissenschaftler. Während der Wissenschaftler noch die Worte vermutlich, vielleicht und wahrscheinlich verwendete, kannte die mit theatralischen Pausen versehene Generalanklage des Schauspielers gegen das Krebsgeschwür Mensch auf diesem Planeten diese Worte nicht mehr.


Apokalypse!


[quote="Pascal Bruckner im Buch - Ich leide, also bin ich"]Warum ist es ein Skandal, so zu tun, als gehe es einem schlecht, wenn man unter nichts zu leiden hat? Weil man dadurch den wirklich Armen den Platz wegnimmt!



Zum Weiterlesen:

http://www.cicero.de/259.php?kol_id=10190

http://www.zeit.de/2005/41/Interview-Klimawandel

http://www.zeit.de/2001/44/200144_m-risiko.xml (sehr zu empfehlen)

http://www.horx.com