Whisky und Whiskey - Die Schreibweise

Sind Sie auch schon einmal über die zwei verschiedenen Schreibweisen von Whisky beziehungsweise Whiskey gestolpert? Offensichtlich schreibt sich Whisky.de ohne 'e'. Auf vielen Flaschen, die wir versenden steht jedoch Whiskey mit 'e'. Wo liegt der Unterschied? Hier erfahren Sie, warum wir zwischen den beiden Schreibweisen differenzieren. 

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Wenn uns Neukunden anschreiben, so schreiben sie grundsätzlich Whiskey mit 'e'. Wenn die Presse berichtet, ist auch das 'e' vor dem 'y' sehr stark verbreitet. Warum schreibt sich unsere Firma nun ohne 'e' vor dem 'y', während alle Welt 'Whiskey' zu schreiben scheint?

Dies liegt daran, dass Jim Beam und Jack Daniel's, die beiden großen Whiskeys - mit dem 'e' vor dem 'y' - in Deutschland einen so großen Marktanteil haben, dass sie sich gegenüber der größten Whiskymarke der Welt, Johnnie Walker, durchsetzen konnten. Denn Johnnie Walker schreibt Whisky ohne 'e' vor dem 'y'. 

Jim Beam Whiskey
Jim Beam Whiskey
Johnnie Walker Whisky
Johnnie Walker Whisky

 

Doch warum ist unser Lieblingsgetränk überhaupt in zwei verschiedenen Schreibweisen zu finden? Die Antwort ist simpel: Die Schreibweise von Whisky beziehungsweise Whiskey hängt schlicht davon ab, in welchem Land man sich befindet. In Schottland wird er ohne 'e' geschrieben, in Irland hingegen mit 'e'. Auch in der neuen Welt gibt es den Unterschied: Die US-Amerikaner schreiben ihn mit 'e' und die Kanadier wiederum ohne 'e'. Da Kanada auch Teil des britischen Commonwealth ist, ist dies kaum verwunderlich. Auch in Deutschland oder auch Japan hat man sich an die schottische Schreibweise angepasst und brennt Whisky ohne 'e'. Da viele Iren aufgrund der Kartoffelfäule in die USA auswanderten und daraufhin viel irischer Whiskey seinen Weg über den Atlantik fand, ergibt es ebenfalls Sinn, dass sich in den Staaten die Schreibweise mit 'e' etablierte.

Schottland, Kanada, Deutschland, Japan: Whisky

Irland, USA: Whiskey

Diese Aufteilung gilt bis auf sehr wenige Ausnahmen. Beispielsweise gibt es in Amerika den 'Maker's Mark Kentucky Straight Bourbon Whisky' oder den 'George Dickel Tennessee Whisky' - wohl gemerkt ohne 'e'. 

uisge beatha - Wasser des Lebens

Ursprünglich leitet sich der Begriff 'Whisky' vom schottisch-gälischen 'uisge beatha' (sprich: uschke baha) ab, was so viel wie 'Wasser des Lebens' bedeutet. Im Laufe der Zeit und durch Lautverschiebungen wandelte sich das gälische Wort dann irgendwann zum heute verwendeten Begriff.

Die Unterscheidung in der Schreibweise geht auf einen Streit zwischen den irischen und den schottischen Whiskyherstellern zurück. Denn bis ins 19. Jahrhundert hat man Whisky ausschließlich in Pot Stills, also Brennblasen, hergestellt. Und dieser ursprüngliche Pot Still Whisky schreibt sich ohne 'e' vor dem 'y'. 1826 wurde dann die Column Still, also die Säulendestillationsanlage, erfunden. Damit konnte man nun kontinuierlich destillieren, was billiger war, und dabei einen weichen Whisky erhalten.

Glenmorangie Pot Stills (Schottland)
Glenmorangie Pot Stills (Schottland)
Cooley Column Still (Irland)
Cooley Column Still (Irland)

 

Die irischen Whiskyhersteller waren jedoch der Meinung, das Destillat aus der Column Still sei kein vernünftiger Whisky. Die Auseinandersetzung über die Whiskyherstellung führte zu einem Streit, der 1905 letztendlich eskalierte. Damals war Irland noch Teil des Vereinigten Königreiches und kein eigener Staat. Schottland fand bereits im 18. Jahrhundert seinen Frieden mit der englischen Krone, aber in Irland fühlte man sich besetzt. Aufgrund dessen kam es zu den Befreiungskriegen und dadurch gibt es heute auch die Trennung zwischen der unabhängigen Republik Irland und Nordirland, das zum Vereinigten Königreich gehört. Der Streit über die 'korrekte' Art der Whiskyherstellung führte so weit, dass eine 'Royal Commission', also eine königliche Kommission, eingeführt wurde, die prüfte ob man dieses Säulendestillat auch 'Whisky' nennen darf oder ob es einfach nur irgendein Brand ist.

Die Geburtsstunde des Whiskeys

1909 kam die Kommission zu dem Ergebnis: Blended Whisky oder Column Still Whisky darf sich auch Whisky nennen. Damit war man in Irland unzufrieden, da man den Anruf an die Kommission verloren hatte. Um sich abzugrenzen, schreiben irische Whiskyhersteller ihren irischen Whisky seither mit 'e' vor dem 'y'. Das war die Geburtsstunde des Whiskeys.

1919 wurde dann in den USA die Prohibition in Kraft gesetzt, also das landesweite Verbot der Herstellung, des Transports und des Verkaufs von Alkohol. Diese Gesetzesänderung traf auch außerhalb der USA viele im Spirituosengeschäft. Etliche irische Händler exportierten über ihre Landsleute in die USA, die zuvor durch die Kartoffelfäule dorthin ausgewandert waren.

In etwa zeitgleich kam es zum Befreiungskrieg gegen die Englische Krone, der 1921 mit einem Waffenstillstand und letztendlich mit der Unabhängigkeit der Republik Irland endete. Kurz darauf folgte für Irland auch der Austritt aus dem britischen Commonwealth. Für irischen Whiskey fielen durch die Prohibition in den USA und den Austritt aus dem Commonwealth die beiden mit Abstand wichtigsten Märkte weg. Es ging steil bergab auf dem irischen Whiskeymarkt und da das Pot-Still-Verfahren immer sehr kostspielig war, schwenkten auch dort die Whiskeyhersteller auf die Column-Still-Produktion um. Ein weiterer nicht minder wichtiger Grund hierfür war die frisch eingeführte Malzsteuer. Denn in Column Stills lässt sich auch nicht gemälztes Getreide wunderbar destillieren und so sparte man sich zusätzlich die Steuer.

Heute hat sich das Blatt - im Gegensatz zu 1909 - also wieder gewendet: In Schottland greift ein erheblicher Anteil der Whiskyproduktion wieder auf die Pot Still Destillation zurück, während dieser Anteil in Irland noch gering ist. Dies macht sich vor allem daran bemerkbar, dass diejenigen irischen Brennereien, die in Pot Stills produzierten, aufgrund finanzieller Nöte oft nicht mehr existieren. An der Schreibweise von Whisky in Schottland und Whiskey in Irland hat sich jedoch nichts mehr geändert. 

Razzia in Elk Lake, Kanada (1925)
Razzia in Elk Lake, Kanada (1925)

Eine letzte Frage bleibt offen: Wie schreibt sich nun der Plural?

Im Englischunterricht haben wir gelernt, bei Wörtern die auf '-y' enden bildet man den Plural mit der Endung '-ies'. In Schottland und England schreibt man auch 'Whiskies', in den USA allerdings nicht, sondern 'Whiskeys'. Das liegt in der Ausnahme in dieser Rechtschreibregel begründet, dass ein 'ey' nicht in 'ies' gewandelt wird.

Warum schreiben wir nun bei Whisky.de immer 'Whiskys', wo wir doch eigentlich 'Whiskies' schreiben müssten? Es liegt an der deutschen Sprache. Da wir natürlich in Deutsch schreiben, schreiben wir auch den Plural von Whisky deutsch und zwar einfach mit einem angehängten '-s': Whiskys - wie es im Übrigen auch im Duden steht.

Whisky oder Whiskey - egal für was Sie sich entscheiden, lassen Sie ihn sich schmecken!