Fragen über Whisky

Whisky Empfehlung für Einsteiger oder Geschenke

Auf unseren Seiten finden Sie mehrere Videos, die Ihnen helfen, den passenden Whisky zu finden.

Unter der Rubrik Wissen beschreiben wir acht Whiskys, die sich besonders gut zum Verschenken eignen.

Zusätzlich bieten wir eine interaktive Video-Suche, in der Einsteiger wie Fortgeschrittene mit gezielten Fragen zu den richtigen Flaschen geleitet werden.

Alternativ können Sie unsere Geschmackssuche im Shop nutzen. Dort können Sie nach belieben die verschiedenen Regler einstellen.

Wert einer alten Whisky-Flasche

Zunächst müssen Sie den Whisky-Typ bestimmen. Bitte lesen Sie hierzu auch meine kleine Etikettenkunde. Prinzipiell finden Sie drei verschiedene Whisky-Typen:

Blended Scotch Whisky

Verschnitt aus Industrie Alkohol und Malt Whisky (reiner Gersten Whisky). Die Bezeichnung Blended Whisky muss auf dem Etikett stehen. 95% dieser Flaschen stammen aus Schottland (Scotch), die anderen aus Irland (Irish). Vertreter dieser Whiskysorte sind Johnnie Walker, Haig, Teacher's, Dimple und viele, viele andere. Eine Zusammenstellung typischer Blends finden Sie unter Blended Whisky. Meist werden diese Whiskys mit sehr hoher Auflage produziert und erlangen dadurch keinen Seltenheitswert.

Bourbon Whiskey

Das amerikanische Gegenstück zum Blended Scotch ist der Blended Bourbon. Eine reinere Form des Bourbons ist der Straight Bourbon. Die Bourbons werden in der Regel mit dem e vor dem Ypsilon geschrieben. Der Straight Bourbon enthält keinen Zusatz von Industrie Alkohol sondern wird aus einer Maische-Mischung aus Mais, Roggen und Gerste hergestellt. Selten wird Weizen verwendet. Typische Vertreter sind Jim Beam, Wild Turkey, Four Roses, I.W. Harper.

Scotch Single Malt Whisky

Der wertvollste Vertreter der alten Whiskys ist der reine Malt Whisky. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist die Brennerei-Abfüllung im Gegensatz zur unabhängigen Abfüllung. Letztere erfolgt zwar unter Angabe des Brennereinamens aber unter Verwendung eines anderen Etiketts. Wertvolle Flaschen stammen z. B. aus den Brennereien Macallan, Bowmore, Glen Grant und Mortlach.

Alter des Whiskys

Als zweites müssen Sie das Alter des Whiskys bestimmen. Zu Unterscheiden ist dabei die Reifezeit im Fass und die anschließende Zeit in der Flasche. Die Reifezeit im Fass ist auf dem Etikett angegeben (12 Jahre, 15 Jahre ... 21 Jahre). Fehlt diese Angabe, so ist der Whisky in der Regel nur sehr wenig wert. Eine Jahrgangsangabe ist zudem mehr wert als ein Alter.

In der Flasche ändert sich ein Whisky im Gegensatz zum Wein nicht mehr. Wenn die Flasche dicht war, so hat sich der Flüssigkeitsspiegel nicht nennenswert abgesenkt. In diesem Fall schmeckt der Whisky noch wie am ersten Tag. Längere Lagerzeit in der Flasche bringt geschmacklich nichts. Der Whisky wird nur seltener, da andere Sammler die verbliebenen Flaschen austrinken.

Was sind nun diese alten Flaschen wert?

Um es direkt und ungeschminkt zu sagen: "Nur ältere Malt Whiskys haben manchmal einen besonderen Wert!" Der Markt für diese Flaschen wird von wenigen Sammlern bestimmt. Und diese Sammler sammeln nur Malt Whiskys renommierter Brennereien mit Original-Etikett.

Haltbarkeit von Whisky

Wir unterscheiden geöffnete und ungeöffnete Whisky-Flaschen.

Ungeöffnet

Whisky lagert man stehend. Whisky in ungeöffneten Flaschen wird beim Lagern jedoch im Gegensatz zum Wein nicht besser (oder schlechter). Die Flaschen müssen stehend gelagert werden, da der Korken nicht so dicht schließt, wie bei Wein. Der Korken auf einer Whisky Flasche ist ein Gebrauchskorken im Gegensatz zum Einmalkorken einer Weinflasche. Deshalb sitzt er nicht ganz so fest.

Der Whisky darf nicht prallem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Er bleicht sonst aus. Ein Barfach oder eine Schachtel schützt den Whisky vor Licht. So ist eine Lagerung über 10 Jahre durchaus möglich. Der Flüssigkeitsspiegel wird während dieser Zeit durch geringfügige Verdunstung über den Korken aber abnehmen. Um eine Flasche zu beobachten empfiehlt sich eine kleine Markierung mit einem Filzstift auf der Rückseite. So können Sie kontrollieren, ob die Verdunstung im Rahmen bleibt.

Wollen Sie einen Whisky länger lagern, so müssen Sie sich mehr Gedanken machen. Als erstes sollten Sie auf eine niedrigere Temperatur als die Zimmertemperatur achten. Je niedriger die Temperatur, um so weniger verdunstet. Eine zusätzliche Kappe über dem Korken hilft ebenfalls. Achten Sie aber bitte darauf, dass diese Kappe nicht die Originalhülse verschmutzt. Das reduziert den Wert der Flasche genauso wie z.B. Siegellack.

Flaschen mit einfachen Schraubkappen muss man regelmäßig von Hand nachziehen, da sie sich immer wieder von alleine lockern und dann der Whisky verstärkt verdunstet. Die G&M Flaschen sind typische Vertreter dieser Art.

Wenn Sie die Flasche im Keller lagern, so sollten Sie die Flasche zusätzlich vor Feuchtigkeit schützen. Das Etikett fängt in einem feuchten Keller relativ leicht zu schimmeln an. Ideal ist eine dünne Plastiktüte, in die man die Flasche luftdicht verpackt. Aber Achtung! Die Plastiktüte darf keine Weichmacher oder andere chemische Substanzen enthalten. Sie könnten das Label ausbleichen und über den Korken auf den Flascheninhalt einwirken.

Geöffnet/Angebrochen

Auch geöffneter Whisky verhält sich anders. Er verändert seinen Geschmack. Dies geschieht aber viel langsamer als bei Wein, der binnen weniger Tage ungenießbar wird. Angebrochener Whisky hält sich etwa 6 Monate. Was passiert während dieser Zeit in der Flasche?

Zuerst verdunstet Alkohol und der Whisky wird im Geschmack weicher. Die Luft in der Flasche enthält zudem aktive Gase, die mit den Geschmacksstoffen des Whiskys ganz langsam reagieren. Wie sich der Geschmack verändert, ist nicht vorhersagbar. Manchmal wird er besser; oft aber schlechter.

Vermeiden Sie diese Veränderungen, indem Sie weniger Luft über dem Whisky stehen lassen. Das erreichen Sie mit einem Umfüllen in eine kleine halbe Flasche oder dem Auffüllen der Flasche mit kleinen Glaskugeln (Murmeln, Klicker, Schusser). Nehmen Sie zum Umfüllen aber bitte keine Karaffe. Wir kennen keine hochwertige Karaffe, die über lange Zeit wirklich dicht ist. Die Karaffe muss eine Kunststoffdichtung haben.

Am besten ist es jedoch, wenn Sie nicht so viele Whisky-Flaschen geöffnet haben und die, die Sie öffnen, binnen weniger Monate austrinken.

Alter Whisky noch trinkbar?

Whisky verändert seinen Geschmack über die Jahre nicht. In der Regel können Sie ihn noch trinken.

Wenn die Flasche richtig dicht war, können Sie ihn beruhigt trinken. Ob die Flasche dicht war erkennen sie an der Füllhöhe. Ist der Spiegel weniger als 1 oder 2 cm abgesunken, ist nur wenig verdunstet. Der Alkohol des Whiskys sorgt dafür, dass keine Bakterien oder Pilze in die Flasche eindringen können.

Wird Whisky durch eine Nachreifung von mir besser?

Nein! Whisky verändert sich im Gegensatz zu Wein während der Lagerung nicht. Er bleibt über Jahrzehnte unverändert. Bitte achten Sie auf einen guten Verschluss der Flasche.

Farbstoff im Whisky

Viele Whiskys sind mit Zuckerkulör E150a gefärbt, um eine einheitliche Farbgebung über mehrere Chargen zu gewährleisten. Dies muss je nach Importland auf der Flasche vermerkt sein oder auch nicht. In Deutschland ist der Hinweis vorgeschrieben.

Im Admin-Blog finden Sie ausführliche Informationen:

Farbe im Whisky: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5.

Whiskylagerung in einem kleinen Holzfass zu Hause

Bitte tun Sie das auf keinen Fall! Jeden Whisky, den Sie versuchen so nachzulagern, können Sie anschließend wegschütten!

Begründung: Whisky nimmt während seiner Lagerung in einem wohldosierten Maße Stoffe aus der Fasswand auf. Bei den großen Fässern handelt es sich immer um gebrauchte Bourbon- oder gebrauchte Sherryfässer. Seit ein paar Jahren gibt es auch Experimente mit Wein- und Rumfässern.

Alle diese Fässer wurden vor der Lagerung von Whisky bereits anderweitig verwendet. Die intensiven Eichenaromen haben diese Fässer schon an andere Flüssigkeiten abgegeben.

Die Innenfläche des Fasses und die eingefüllte Whiskymenge ist aufeinander abgestimmt. Auf einen Liter Whisky in einem normalen Fass kommt eine bestimmte Quadratzentimeter-Anzahl Fasswand. Davon hängt der Aromaübergang vom Holz in den Whisky ab.

Bei einem sehr kleinen Fass ist dieses Verhältnis viel größer. Auf einen Liter Flüssigkeit kommen ein Mehrfaches an Fasswand als bei einem großen Fass. Der Transport der Aromastoffe ist damit viel schneller und vor allem laugt der Whisky die Fasswand viel stärker aus. Das Resultat ist bitter, holzig und krass enttäuschend!

Ganzes Whisky-Fass kaufen

Bitte kaufen Sie sich kein ganzes Whiskyfass. Sie werden viel Geld dabei verlieren.

Begründung: Der Whiskypreis steht seit Jahren unter starkem Druck. Spekulationsgewinne sind damit nicht möglich. Nur 1 bis 2 Fässer von 10 entwickeln sich so gut, dass daraus ein guter Single Malt abgefüllt werden kann. Der Rest wandert zu den Blendern. Eine Vorhersage, welches Fass gut sein wird, ist leider nicht möglich.

Zudem warten hohe Unterhaltskosten sowie Gebühren für das Abfüllen, Verzollung, etc. auf Sie. Das macht den Kauf auch finanziell nicht lohnenswert.

Lesen Sie dazu unseren Artikel auf unseren Wissens-Seiten.

Whisky als Geldanlage

Nicht alle Whisky-Flaschen entwickeln sich im Wert gleich gut. Ein schönes Aussehen einer Whisky-Flasche ist kein Indiz für eine gute, zukünftige Wertentwicklung.

Es gibt die verschiedensten Sammelstrategien, die im Einzelnen hier nachzulesen sind:

  • Eine Flasche aus jeder Brennerei
  • Alle Flaschen einer Brennerei
  • Alle Original-Abfüllungen einer Brennerei
  • Flaschen aus allen Brennereien einer Region
  • u.s.w.

Allen Sammelstrategien ist Folgendes gemeinsam. Nur Original-Abfüllungen, d.h. Abfüllungen der Brennerei selbst mit Originaletikett, sind bei den etablierten Sammlern beliebt. Nur nach diesen Flaschen gibt es eine größere Nachfrage. Und das sorgt für langfristig steigende Preise.

Neben dieser erhöhten Nachfrage muss man auch das Angebot betrachten. Der berühmte Lehrsatz: "Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis!" gilt auch hier.

Eine Standard-Abfüllung mit 12 oder 15 Jahren zu erwerben macht deshalb wenig Sinn (siehe Bild links). Es gibt einfach zu viele Flaschen im Markt. Und das Etikett ändert sich über Jahre hinweg nicht. Oft sind Millionen Flaschen weltweit im Umlauf.

Limitierte Abfüllungen sind die Lösung für dieses Problem. Die Brennerei füllt nur eine bestimmte Anzahl an Flaschen ab. Danach ist Schluss. Beispiele hierfür sind z.B.: Bowmore Claret, Black Bowmore, Macallan 18J 1980, Macallan 25J 1974, Glenmorangie Tain L'Hermitage.

Alle diese Flaschen können eindeutig auf dem Etikett identifiziert werden und man kann sie im Geschäft nicht mehr nachkaufen. Doch Achtung! Ein Bowmore Claret stieg binnen Jahresfrist von 75 EUR auf 175 EUR. Der Bowmore Voyage dagegen bewegte sich innerhalb eines Jahres um keinen Cent.

In diesem Fall gilt: Viel Sammeln bedeutet größere Chancen haben. Und greifen Sie bei limitierten Abfüllungen immer sofort zu. Die Preise können nur steigen. Um schnell agieren zu können, sollten Sie sich deshalb ein Geldpolster für diesen Zweck zulegen. Und es nicht sofort für die Vergrößerung der Sammlung ausgeben. So können Sie eine limitierte Abfüllung sofort kaufen und müssen nicht zittern, ob sie im kommenden Monat noch vorhanden ist.

Unter den folgenden Links finden Sie weitere Artikel in unserer Rubrik "Wissen"-"Sammler".