Bourbon - Lagerung

Stitzel Weller - Lagerhäuser

Für die verschiedenartigen Lagerungen der Fässer hat jede Brennerei ihre eigenen Argumente und Vorlieben gefunden. In der Vergangenheit wurden Lagerhäuser errichtet, die eine Höhe von 4 bis 5 Stockwerken aufweisen. In jedem Stockwerk werden zwischen 3 und 6 Lagen Fässer aufbewahrt.

Labrot & Graham - Lagerhaus von innen

Dazu haben die Lagerhäuser ein Skelett aus Balken und Trägern, die es erlauben die Fässer horizontal zu rollen. Zwischen diesem Skelett gibt es Aufzüge, die die vertikale Bewegung der Fässer ermöglichen. Ein gewöhnliches Lagerhaus hat ein Fassungsvermögen von rund 20.000 Fässern.

Wild Turkey - Skelett des Lagerhauses
Maker's Mark - Aufzug

In diesen Lagerhäusern entsteht ein ganz besonderes Klima. Unter dem Dach herrschen im Sommer sehr hohe Temperaturen, wogegen es am Boden so kühl bleibt, wie in einem klimatisierten Raum. Damit sich die Temperatur mit der Umgebungsluft ausgleichen kann, hat ein Lagerhaus viele Fenster, die bei Bedarf geöffnet werden.

Der Whiskey reift in den Stockwerken sehr unterschiedlich. In der Vergangenheit wurden deshalb die Fässer in der Regel rotiert. Beim Rotieren der Fässer werden die Fässer während der Lagerung auf vorbestimmten, verschiedenen Positionen durch das Lagerhaus bewegt, damit jedes Fass in den Vorzug der guten Positionen in der Mitte des Lagerhauses kommt. Jedoch muss zum Rotieren ein bestimmter Teil der Lagerhäuser leer bleiben. In der Regel ist das 1/3 des Fassungsvermögens. Maker's Mark war eine der wenigen Brennereien, die ihre Fässer im Jahr 1999 noch rotierten.

Maker's Mark - Lüfter

Anderen Brennereien haben einen unterschiedlichen Weg beschritten. Sie rotieren bewusst nicht mehr, sondern mischen vor der Abfüllung Fässer aus verschiedenen Positionen des Lagerhauses. Bei dieser Vorgehensweise erspart man sich die lohnintensive Rotation der Fässer, nutzt die Lagerhäuser zur Gänze aus und gewinnt im Zentrum des Lagerhauses eine Region, in der man hervorragend gereifte Fässer für Small Batch Bourbons und Single Barrel Abfüllung findet.

Jim Beam - Schematischer Schnitt durch ein Lagerhaus
Heaven Hill - Brand eines Lagerhauses

1996 brannten mehrere Lagerhäuser der Heaven Hill Brennerei ab. Der brennende Whiskey bahnte sich seinen Weg durch die Brennerei hinunter zum Fluss. Dadurch wurde auch die Brennerei Opfer der Flammen und auf dem Fluss brannte der Whiskey noch die ganze Nacht.

Man versucht heute der Brandgefahr zu entgehen, indem jedes Lagerhaus eine Sprinkleranlage enthält und die Lagerhäuser mit einem Sicherheitsabstand zueinander errichtet sind. Als passive Sicherheit ist das Holzskelett so ausgelegt, dass das Lagerhaus bei einem Brand in sich zusammenfällt und nicht andere Lagerhäuser beschädigt.

Maker's Mark - Sprinkleranlage