Valleyfield

Vom Wasser umflossen präsentiert sich die Valleyfield Brennerei, die auch als Schenley-Destillerie bekannt ist. Sie liegt etwa 50 km westlich von Montreal auf einer Insel im St. Lorenzstrom.

Informationen über die Brennerei
1 Flaschen
Kanada
-74.120528 45.255935
Geöffnet
Beschreibung der Brennerei

Der Whisky

Hier in der Valleyfield Brennerei werden hauptsächlich zwei Basis Whiskys aus 100%iger Maismaische erzeugt, die als Grundlage für viele Blends dienen und mit den Whiskys anderer Brennereien geschmacklich zu verschiedenen kanadischen Blends variiert werden. Zu den Labels die hier in der Valleyfield Distillery entstehen, gehören unter anderem der Crown Royal, Schenley’s Golden Weddings, Schenley OFC, Seagram’s VO, Five Star, Canadian 83 oder Order of Merrit.

Der Crown Royal ist nicht erst seit der Auszeichnung des Crown Royak Rye durch Jim Murray zum Whisky des Jahres weltweit bekannt. Wesentlich verbreiteter als die Roggenvarianten des Labels ist der Crown Royal aber vor allem als Blend. Er ist ein sehr cremiger und weicher Whiskey, dessen süße Vanille- und Eichenoten ihn charakterisieren.

Der kanadische Blend Gibson’s Finest wurde über Jahrzehnte hinweg hier in der Valleyfield Brennerei produziert. 2008 übernahm Diageo die Valleyfield Brennerei und seither erfolgt die Herstellung des Gibson’s Finest in der Hiram Walker Brennerei in Windsor (Ontario) im Auftrag des jetzigen Labelinhabers William Grant & Sons. Man muss jedoch kein mathematisches Genie sein um zu errechnen, dass der heute erhältliche Gibson’s Finest 12 Jahre noch in der Valleyfield Brennerei destilliert wurde. Geschmacklich ist dieser Blend sehr weich und süß gehalten. Eichennoten sind ebenso gegenwärtig wie leicht bittere Zitrusnoten. Im mittellangen Finish finden sich Karamellaromen und Spuren von Pfeffer.

Produktion

Rund 28 Millionen Liter Alkohol werden in der Valleyfield Brennerei jährlich mit einem Team von 200 Mitarbeitern erzeugt. 22 Produktionsgebäude erstrecken sich dazu in einem schmalen Band auf der Grand Ile im St. Lorenzstrom. Zur Herstellung der zahlreichen Blends, die in der Valleyfield Brennerei entstehen, werden zur Aromatisierung der beiden hier produzierten Basiswhiskys verschiedene Malz- und Roggenwhiskys angeliefert.

Außengelände der Brennerei

Das Maischen

260 Tonnen Mais klingen viel, sind es aber nicht für diese industrielle Brennerei: Das ist nämlich die Menge, die hier an einem Tag gemaischt wird. 8.000 kg ergeben eine Maische und acht Maischen füllen jeweils einen Fermenter.

Das Fermentieren

Bei den 12 Fermentern der Valleyfield Brennerei handelt es sich um offene Gärbehälter aus Stahl. Zwei verschiedene Hefestämme wandeln die Maische während der 55 Stunden dauernden Gärung in die zwei unterschiedlichen Biere um, die der Valleyfield Brennerei als Grundlage für ihre beiden Basiswhiskeys dienen.

Die Destillation

In zwei verschiedene Destillationsverfahren entstehen die beiden unterschiedlichen Basiswhiskys. Da ist zum einen ein „Batch Base“, der zunächst eine Beer Still und danach einen Kessel mit angegliederter Kolonne durchläuft. Der zweite Basiswhisky ist das Ergebnis einer fortlaufenden Destillation durch vier Kolonnen.

Außenansicht des Brennhauses

Die Lagerhäuser

In 15 riesigen Lagerhäusern reifen die Fässer mit dem Valleyfield Whisky auf dem Gelände der Brennerei. Dabei kommen in bis zu neun Stockwerken hohen Gebäuden verschiedene Lagermethoden zum Einsatz, um die wohl bis zu einer Million Fässer aufzubewahren. In Regalen wird gestapelt oder auf Paletten. Oder auch einfach nur in dem die Fässer pyramidenartig aufeinandergestellt werden. Um gleichmäßige Qualität für alle Batches zu gewährleisten, werden die Fässer immer gleichmäßig auf die Lagerhäuser verteilt und zum Blenden dann daraus zusammengestellt.

Auch das Entleeren der Fässer und das Blenden der Whiskeybatches geschieht hier auf dem Valleyfield Gelände, ebenso wie das Abfüllen der Flaschen auf mehreren parallelen Abfüllanlagen.

Die Geschichte

Was hier auf der Insel im St. Lorenzstrom zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Bäckerei „Star Biscuits“ startete, wurde bereits 1911 vom neuen Besitzer Edourd Hebert in die Golden Lion Brewery umgewandelt. Der Name änderte sich mehrfach in den folgenden Jahren und während der Prohibition in den benachbarten USA war hier Hochkonjunktur.

Als 1938 die Quebec Distillers Company die Anlage kauften, wandten sie sich der Herstellung von Alkohol aus Kartoffeln und Getreide für industrielle und militärische Zwecke zu.

Nach dem Krieg kaufte Lewis Rosenstiel’s Unternehmen Schenley Distillers Corporation 1945 die Brennereianlage und sorgte für eine komplette Erneuerung. Bereits vor dem Krieg war Schenley der größte amerikanische Spirituosenhersteller gewesen und setze hier in Valleyfield auf Whiskey: Bereits zwei Jahre später kam der heute noch immer produzierte „Golden Wedding“ auf den Markt. Das Label hatte man von der Joseph F. Finch Distillery in Pittsburgh übernommen. Auch andere Brände wie der Old Fine Copper Brand OFC (heute steht das OFC für Old Fine Canadian) wurden damals sehr erfolgreich ins Leben gerufen. Bis 1969 wurden bereits 1 Million Fässer Whiskey hergestellt.

1981 erfolgte der Verkauf an eine Vancouver Familie, die mit Modernisierungen begannen, doch die Zeiten waren schlecht für Whiskey und neue Investoren wurden gesucht, mit deren Hilfe die Brennerei überlebte und bis 2008 zu Constellation Brands Inc. gehörte. Dann kaufte Diageo die Valleyfield Brennerei, zu deren Kunden das Spirituosenunternehmen sowieso bereits gehörte.

Besucherzentrum

Die Valleyfield Brennerei ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

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