Blindverkostungen - Sinn oder Unsinn

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  • hell10 User hell10 Dabei seit: 30.10.2014Beiträge: 493Flaschensammlung:Sammlung allgemeinBewertungen: 5
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    Meine Punkte gegen Blindtasting:

    - In Erinnerungen schweben ist nicht möglich. Wenn ich zB weiß wann der Whisky gebrannt wurde, denke ich oft darüber nach, was war in diesem Jahr sonst noch so los...
    - Die Tasting-Gruppen hier im Forum sind mE zu klein und die Rahmenbedingungen zu unterschiedlich um eine eindeutige Aussage treffen zu können. Tendenzen sind aber schon schön zu erkennen.
    - 5, 6 oder mehr Whiskys direkt Blind gegeneinander zu vergleichen ist schwierig, für mich fast unmöglich. Zwei maximal drei hintereinander gehen bei mir. Dann habe ich aber für die nächsten Blindproben andere Rahmenbedingungen, was die Eindrücke nicht 100% transparent und übertragbar macht.

    Meine Punkte für Blindtasting:

    - Mir macht es riesen Spass
    - Es "erdet"
    - Ich bleibe unvoreingenommen. Wenn da zB Glenfarclas drauf steht, gibt es den Familienbonus, nicht Färbebonus etc pp...... Muss zugeben, das lenkt mich dann doch von der wirklich objektiven Qualität des Whisky ab bzw verfälscht meinen Eindruck.
    - Ich entdecke mitunter persönliche "Schätze" die ich wohl nie oder nicht so schnell auf dem Radar hätte

    Fazit:

    Für meinen Whiskygenuss gehört beides dazu. Durch ein Blindtasting erweitere ich meine Wahrnehmung ggüber WHisky im ganz breiten Sinne. Zu einem entspannten, relaxten Geniessen gehört aber auch die Flasche mit Geschichte und Brennerei(-hintergrund).
    'Es ist ein langer Weg zum Whisky-Experten - und es ist eine schöne Zeit bis dahin' Quelle unbekannt Flaschenteilungen: aktuell abgeschlossen Mackmyra Blomstertid & Vinterrök / Ben Nevis & Glenlivet / DE Lagavulin & Oban / El Maximo No.8 & Green Spot / Sherry Bomben / BenRiach / Bowmore
  • Noface83 User Noface83 Dabei seit: 06.05.2011Beiträge: 4,791Bewertungen: 305
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    Jetzt habe ich als Punkt gegen Blindverksotung oft gelesen, dass viele den Whisky einfach genießen wollen und auch die Erinnerungen die man damit verknüpft beim Genuß eine Rolle spielen.

    Schön und gut das stimmt auch aber das ist doch kein Argument gegen eine Blindverkostung. Es geht ja nicht darum jedes mal Whisky blind zu verkosten sonder nur ab und zu um die eigenen Geschmacksnerven zu trainieren und oft um sich einfach mal wieder zu erden.
    Bin auch in der bösen Base und beim Fassstarken Whisky unter Noface83 zu finden ^^
  • ASWhisky User ASWhisky Dabei seit: 18.08.2012Beiträge: 8,786Bewertungen: 288
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    lustig wird es, wenn auch mal gleicher Whisky in den Blinden steckt
    so sehr öffnet ein blindtasting dann doch nicht die Augen ...
    erstaunlich welche Unterschiede da rausgeschmeckt werden können
  • Gloin
    Themenersteller
    User Gloin
    Dabei seit: 04.01.2012Beiträge: 5,814Bewertungen: 20
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    "ASWhisky" schrieb:
    lustig wird es, wenn auch mal gleicher Whisky in den Blinden steckt
    so sehr öffnet ein blindtasting dann doch nicht die Augen ...
    erstaunlich welche Unterschiede da rausgeschmeckt werden können


    Das ist leider allzu wahr.

    Unsere körpereigenen "Messinstrumente" sind in höchst unzureichendem und wenig zufriedenstellendem Maße ungenau. :wink:
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  • Holzwurm User Holzwurm Dabei seit: 25.06.2014Beiträge: 1,770Flaschensammlung:Holzwurms SammlungBewertungen: 11
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    Wieder mal ein sehr schönes Thema, Gloin.

    Als Ergänzung zum normalen Whiskygenuss gefallen mir Blindverkostungen sehr gut.
    Es öffnet die Augen und schärft die Sinne.
    Auch wenn ich eine Blindverkostung immer als mehr oder weniger anstrengend empfinde, so überwiegt doch klar die Freude daran.
    Es muss jedoch vernünftig dosiert sein und etwas Besonderes bleiben. Dann möchte ich zukünftig nicht mehr darauf verzichten.

    Manchmal fällt mir das Notes schreiben und Assoziationen finden sogar deutlich leichter, wenn ich einen Blinden im Glas habe. Man ist dann frei in seiner Wahrnehmung und kann seine Eindrücke niederschreiben, ohne sie im Hinterkopf mit der Erwartungshaltung abgleichen zu müssen. Denn es ist schwer diese auszuschalten, wenn man weiß was man trinkt.

    Momentan habe ich noch eine Blindprobe von Helga im Schrank stehen, die er mir vor ein paar Tagen in eine FT/Samplelieferung mit reingeschmuggelt hat.
    Die möchte ich baldmöglichst probieren und dabei wahrscheinlich meine Ahnungslosigkeit preisgeben. :wink:
    Ich hoffe, dass bald ein geeigneter Abend dafür kommt.
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  • Gloin
    Themenersteller
    User Gloin
    Dabei seit: 04.01.2012Beiträge: 5,814Bewertungen: 20
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    Quins Blindprobe Nr.7

    Angaben: ca. 55%, peated

    Farbe: pale straw
    Geruch: Es beginnt mit einer ganz leichten Alkoholnote, die jedoch sehr schnell verfliegt, es folgt eine schöne Orangennote, hintergründiger, zurückhaltender Rauch, etwas Karamell und etwas reife Pflaume, ein Hauch Zitronenmelisse, hinter allem liegt würzige Eiche
    Geschmack: ein cremiger Körper, dann wird es gleichzeitig scharf und süß, heiß liegt der Whisky auf der Zunge, die Schärfe weicht zurück und macht Platz für Eiche, Bitterorangenschale, Schokolade, leichter Holzrauch
    Abgang: Dominanze Eiche, vom Rauch ist fast nichts mehr zu spüren, die leicht angebrannte Kruste eines dunklen Roggenbrotes. Mittellang.

    Fazit: Ein reifer, kräftiger Whisky mit ordentlicher Eiche und schwachem Rauch, der eine zusätzliche Komplexität liefert. Gefällt mir sehr. 89 Punkte.

    Tipp: Wie immer schwierig. Ich vermute einen Sherryfassanteil oder sogar eine vollständige Reifung in einem Sherryfass/Sherryfässern. Außerdem vermute ich ein Alter von min. 15 Jahren, wahrscheinlich mehr. Viel Rauch ist da nicht. Hätte ich es nicht gewusst, hätte ich den Rauch vielleicht gar nicht gefunden. Ein Bowmore oder ein Springbank?

    Ich bin sehr gespannt, was das ist.
    Murxus gefällt das
  • Quin User Quin Dabei seit: 25.05.2013Beiträge: 4,061Bewertungen: 0
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    "Gloin" schrieb:
    Quins Blindprobe Nr.7

    Angaben: ca. 55%, peated

    Farbe: pale straw
    Geruch: Es beginnt mit einer ganz leichten Alkoholnote, die jedoch sehr schnell verfliegt, es folgt eine schöne Orangennote, hintergründiger, zurückhaltender Rauch, etwas Karamell und etwas reife Pflaume, ein Hauch Zitronenmelisse, hinter allem liegt würzige Eiche
    Geschmack: ein cremiger Körper, dann wird es gleichzeitig scharf und süß, heiß liegt der Whisky auf der Zunge, die Schärfe weicht zurück und macht Platz für Eiche, Bitterorangenschale, Schokolade, leichter Holzrauch
    Abgang: Dominanze Eiche, vom Rauch ist fast nichts mehr zu spüren, die leicht angebrannte Kruste eines dunklen Roggenbrotes. Mittellang.

    Fazit: Ein reifer, kräftiger Whisky mit ordentlicher Eiche und schwachem Rauch, der eine zusätzliche Komplexität liefert. Gefällt mir sehr. 89 Punkte.

    Tipp: Wie immer schwierig. Ich vermute einen Sherryfassanteil oder sogar eine vollständige Reifung in einem Sherryfass/Sherryfässern. Außerdem vermute ich ein Alter von min. 15 Jahren, wahrscheinlich mehr. Viel Rauch ist da nicht. Hätte ich es nicht gewusst, hätte ich den Rauch vielleicht gar nicht gefunden. Ein Bowmore oder ein Springbank?

    Ich bin sehr gespannt, was das ist.


    Springbank passt! 29 Lenze jung und aus dem Bourbon Hogshead. Aber ja, er ist wunderbar fruchtig. WID:27756

    Ich bin sicher, dass du das nächste Sample mit einer Punktlandung bestimmen können wirst!:wink:
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  • Murxus User Murxus Dabei seit: 30.12.2014Beiträge: 2,227Flaschensammlung:--> siehe baseBewertungen: 9
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    "Gloin" schrieb:
    Fazit: Ein reifer, kräftiger Whisky mit ordentlicher Eiche und schwachem Rauch, der eine zusätzliche Komplexität liefert. Gefällt mir sehr. 89 Punkte.

    Da liegen wir in der Bewertung in der base genau gleich bei 89 pts., freut mich :smile:
    Und auch ich hab (nicht blind sondern wissend dass da Rauch sein muss) kaum direkt wahrnehmbaren Rauch in dem Springbank gefunden. Der schlägt da schon bissel aus der Familie.
    consumo ergo sum
    *** Forengeprüfter Living Bottle Panscher ***
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  • Gloin
    Themenersteller
    User Gloin
    Dabei seit: 04.01.2012Beiträge: 5,814Bewertungen: 20
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    "Quin" schrieb:
    Springbank passt! 29 Lenze jung und aus dem Bourbon Hogshead. Aber ja, er ist wunderbar fruchtig. WID:27756



    Ich bin beeindruckt: so ein alter Springbank. Vielen Dank.

    Auch wenn ich ihn in das falsche Fass gelegt habe, bin ich zufrieden mit meinen Eindrücken. Das Fass hat deutliche Spuren hinterlassen. Der Whisky hat viel Eiche und Würze und die Frucht hat über die Jahre die Frische verloren. Da kann man (ich) das schon einmal durcheinander bekommen :wink:

    Ein cl habe ich noch. Ich bin gespannt, wie er mir schmeckt, wenn ich weiß, was ich da habe.

    Eine Probe bleibt noch. Ich habe da eine Vermutung ...
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  • Gloin
    Themenersteller
    User Gloin
    Dabei seit: 04.01.2012Beiträge: 5,814Bewertungen: 20
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    "Murxus" schrieb:
    "Gloin" schrieb:
    Fazit: Ein reifer, kräftiger Whisky mit ordentlicher Eiche und schwachem Rauch, der eine zusätzliche Komplexität liefert. Gefällt mir sehr. 89 Punkte.

    Da liegen wir in der Bewertung in der base genau gleich bei 89 pts., freut mich :smile:
    Und auch ich hab (nicht blind sondern wissend dass da Rauch sein muss) kaum direkt wahrnehmbaren Rauch in dem Springbank gefunden. Der schlägt da schon bissel aus der Familie.


    Mich auch.

    Die über 91 Punkte in der verbotenen Datenbank scheinen mir dann doch etwas zu viel, 86 Punkte von Serge jedoch zu wenig.
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