Rund um die Whiskyflasche
Whisky-Flasche richtig handhaben:
Entkorken, Einschenken, Lagern – in anschaulichen Videos zeigt Horst Lüning, wie man eine Whiskyflasche korrekt öffnet, Korken sicher entfernt und den Inhalt vor Oxidation schützt. Ergänzend erfahren Sie, welche Besonderheiten es bei ausgefallenen Flaschenformen zu beachten gilt. Eine unterhaltsame Anekdote zur Schiffstaufe mit Whisky gleich zu Beginn!
Vorab: Auch das kann mit einer Whiskyflasche passieren!
Schiffstaufen mit Whisky statt Champagner
„Ich taufe dieses Schiff auf den Namen Queen Elizabeth the Second. Möge Gott sie und alle, die mit ihr fahren, beschützen.“
Mit diesen Worten gab Queen Elizabeth II. im Jahr 1969 der berühmten Queen Elizabeth II ihren Namen – benannt nicht etwa nach dem Vorgängerschiff, sondern nach sich selbst.
Fast ein halbes Jahrhundert später, am 4. Juli 2014, griff die Monarchin erneut zur Flasche – allerdings nicht zur üblichen Champagnerflasche. Zur Taufe des neuen Flugzeugträgers HMS Queen Elizabeth wurde eine Flasche Single Malt Scotch der Bowmore-Destillerie aus Islay zerschmettert. Ein symbolischer Akt, denn das Schiff wurde in Schottland gebaut und dort vom Stapel gelassen – Whisky erschien da nur angemessen.
Auch bei der Taufe des Schwesterschiffs HMS Prince of Wales kam Whisky zum Einsatz: Die Duchess of Rothesay - heute Ihre Majestät Königin Camilla - setzte einen mechanischen Hebel in Gang, der eine Flasche edlen Single Malts am Schiffsrumpf zerschellen ließ.
Tradition mit Geschmack: Entdecken Sie unsere Islay-Whiskys – von Bowmore bis Laphroaig.
Wie öffne ich eine Whiskyflasche richtig?
Whiskykorken sind empfindlich. Sie unterscheiden sich grundlegend von Weinkorken. Falsche Handhabung kann einen Korken schnell zerstören.
Manchmal passiert es, dass einem beim Öffnen der Korken abbricht. Jeder Korken besteht aus dem Korken selbst und aus einem Deckel aus Kunststoff oder aus Holz. Der Korken ist in den Deckel eingeklebt. Diese Verbindung kann sich speziell beim Öffnen lösen. Der Korken eines Whiskys ist ein Gebrauchskorken. Das heißt, dieser Korken wird sehr oft geöffnet und wieder geschlossen. Im Gegensatz dazu gibt es Einmalkorken, wie man sie von Weinflaschen kennt. Diese Korken sind nur mit mechanischer Hilfe – Korkenzieher – zu entfernen und werden in der Regel nur einmal geöffnet.
Sollte also der Korken in der Whiskyflasche feststecken, so benutzen Sie bitte einen Korkenzieher, um ihn vorsichtig zu entfernen! Bitte nicht den Korken in die Flasche drücken.
Den Korken können Sie reparieren! Verwenden Sie dazu Heißkleber mit einer Heißkleberpistole. Die Klebestelle nur sehr dünn mit Kleber bestreichen, so hält der Kleber umso besser. Auf keinen Fall Sekundenkleber verwenden. Er enthält hochgiftige Stoffe!
Und so vermeiden Sie, dass sich der Whiskykorken beim Öffnen einer Flasche vom Deckel löst:
Bitte drehen Sie den Korken zunächst im Flaschenhals und ziehen Sie erst dann den Korken aus der Flasche. Zum Verschließen nutzen Sie die kleine Fase – das ist das minimal verkleinerte Ende des Korkens – um den Korken gut auf der Flasche aufzusetzen und sie anschließend gekonnt zu verschließen.
Video von Horst Lüning zum Thema Wie öffne ich eine Whiskyflasche richtig aus dem Jahr 2013
Entfernen eines Korken aus dem Flascheninneren
So bekommen Sie einen Korken wieder aus dem Inneren einer Flasche heraus.
Zunächst leeren Sie bitte die Flasche in eine Karaffe. Halten Sie mit einem langen Stab die abgebrochenen Korkenstücke in der Flasche zurück. Drehen Sie anschließend eine dünne Plastiktüte zusammen und führen Sie sie in die Flasche ein. Dann die Tüte aufblasen und wieder aus der Flasche rausziehen. Die Korkenteile verfangen sich in der aufgeblasenen Tüte und werden mit ihr entfernt.
Danach darf der Whisky schon wieder in die Flasche!
Video von Horst Lüning zum Thema Entfernen eines Korkens aus dem Flascheninneren aus dem Jahr 2012
Whisky richtig schützen: Tipps gegen Verdunstung, Oxidation und ungewollte Mitgenießer
Den Whisky schützen? Wovor und wie?
Welche Gründe gibt es, dass der Inhalt in der Whiskyflasche schwindet? Es ist nicht die Verdunstung! Der Hauptgrund ist tatsächlich fremder Zugriff, das heißt es gibt unerlaubte Mitgenießer…
Dagegen können Sie Ihre Whiskyflaschen markieren, um den Füllstand zu kontrollieren.
Für die Langzeitarchivierung eines Whiskys kann man andere Maßnahmen ergreifen. Nachdem die Flaschen durch den Korken atmen, verdunstet über die Zeit Flüssigkeit am Korken vorbei. Durch den eindringenden Sauerstoff beginnt die Oxidation und der Geschmack verändert sich. Je mehr Luft in der Flasche, je höher die Oxidation!
Parafilm kann hier Abhilfe schaffen. Parafilm ist eine geruchs- und weichmacherfreie Folie. Sie ist aus der chemischen Industrie zum Verschließen von Behältern bekannt. Die Folie ist gut dehnbar und man kann mit ihr den Korken an der Mündung der Glasflasche optimal verschließen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um noch verschlossene oder bereits geöffnete Flaschen handelt.
Whisky lagert man am besten in einem kühlen, relativ temperaturstabilen Raum. Bei Kellern ist auf mögliche Feuchtigkeit zu achten.
Gut zu wissen: Unterschied Verdunstung und Oxidation H3
Verdunstung:
Der physikalische Prozess, bei dem Flüssigkeit durch den Korken oder andere undichte Stellen aus der Flasche entweicht. Dadurch verringert sich im Laufe der Zeit der Füllstand der Flasche – oft als "Angel's Share" bezeichnet. Es handelt sich um einen Flüssigkeitsverlust ohne chemische Veränderung des Whiskys.
Oxidation:
Oxidation ist eine chemische Reaktion, die stattfindet, wenn Whisky mit Sauerstoff in Berührung kommt. Je mehr Luft (und damit Sauerstoff) sich in der Flasche befindet, desto stärker kann dieser Prozess ablaufen. Dadurch verändert sich der Geschmack des Whiskys, was von manchen als "Reifung" und von anderen als "Qualitätsverlust" bezeichnet wird. Im Laufe der Zeit kann die Oxidation den Charakter des Whiskys erheblich verändern.
Video von Horst Lüning zum Thema Wie schützt man den Inhalt einer Whiskyflasche aus dem Jahr 2015
Whiskyflaschen-Design: Verpackungen, Sondereditionen und Marketingstrategien
Wie sieht es mit dem Design rund um die Whiskyflasche aus? Es geht um das Aussehen, um den Kunden anzulocken! Marketing ist das Stichwort. Die Anpassung des Etiketts ist die kleinste Änderung, die man an der Flasche vornehmen kann.
Vor Feiertagen wie Weihnachten, wenn es traditionell viele Geschenke gibt, werden besondere Editionen angeboten. Die Verpackungen sind dann aus besonderen Materialien oder es gibt Beigaben zur eigentlichen Whiskyflasche.
Aber auch eine andere Altersangabe auf der Flasche gehört zu den Veränderungen im Auftritt eines Whiskys.
Problematisch ist es für den Kunden, wenn sich nur die Umverpackung, nicht aber die Flasche ändert und der Preis deutlich steigt. Dies ist vor allem für Sammler interessant.
Etwas Besonderes sind Blechdosen, auch Tubes genannt, die oft nur einmal im Jahr auf den Markt kommen. Sie regen zum Sammeln an, sind aber nicht ganz billig!
Die Macallan Distillery konnte es sich seinerzeit leisten, den 12-jährigen Fine Oak in besonders gestalteten Pappschachteln anzubieten. Der Preisunterschied zum normalen war immens!
Es gilt sich durch optische Maßnahmen am Markt zu behaupten!
Video von Horst Lüning zum Thema Whiskyflaschen-Design aus dem Jahr 2013
Whisky-Etiketten: Unterschiede bei Fassnummern und Batches
Auf den Etiketten gleicher Flaschen gibt es kleine Unterschiede. Woher kommen diese?
Bei Unabhängigen Abfüllern sind die Angaben zum Abfülldatum und zur Fassnummer besonders detailliert. Daher können diese Angaben je nach gelieferter Flasche unterschiedlich sein. So steht zum Beispiel auf einer Flasche 435/3000 und auf der nächsten 1546/3000.
Aber auch auf Flaschen von Destillerien kann ein Batch angegeben sein, das ebenfalls je nach Lieferung variieren kann. Ein typischer Vertreter ist Aberlour a’bunadh mit seiner jeweiligen Batch-Nummer.
Whisky.de ist bemüht, bei optischen Änderungen der Flasche schnellstmöglich ein neues Foto zur Verfügung zu stellen.
Gut zu wissen:
Es gibt einen Unterschied zwischen den einzelnen Batches, aber der ist nicht so groß, wie manchmal angenommen wird!
Video von Horst Lüning zum Thema unterschiedliche Whiskyetiketten aus dem Jahr 2013.
Fazit
Whiskyflaschen sind nicht nur eine Verpackung, sondern beeinflussen auch den Genuss und die Lagerung in mehrfacher Hinsicht. Beim Öffnen sollten sie vorsichtig behandelt werden, da empfindliche Gebrauchskorken sonst brechen können. Im Extremfall muss der Korken vorsichtig aus dem Flascheninneren entfernt werden. Nach dem Öffnen spielen Verdunstung und Oxidation eine Rolle: Durch den Kontakt mit Sauerstoff und die Luft im Flaschenhals kann sich das Aromaprofil mit der Zeit verändern. Deshalb sind eine richtige Lagerung und ein gut passender Verschluss sinnvoll. Mit diesem Wissen können Sie Whiskyflaschen kompetent handhaben, den Inhalt schützen und Veränderungen im Genuss einordnen.




























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