Internationaler Whisky

Sylvia Simm | 10. April 2024

Während traditionell Länder wie Schottland, Irland und die USA als führende Whisky-Produzenten gelten, hat sich die Whiskyherstellung in den letzten Jahrzehnten international verbreitet. Nicht nur Länder wie Japan und China haben sich in der Whiskyherstellung einen Namen gemacht, auch in immer mehr anderen Ländern der Welt wird Whisky in unterschiedlichen Stilen und regionalen Variationen produziert. Die Nachfrage und damit die Vielfalt an internationalen Whiskys steigt stetig. In dieser Übersicht erkunden wir mit Ihnen die aufstrebende Welt des internationalen Whiskys und geben Ihnen einen Einblick in die verschiedenen Länder und deren Whiskyproduktion.

Inhaltsverzeichnis

Wo finden wir weltweit Whisky?

Jetzt wird's abenteuerlich! Wahrscheinlich haben Sie schon von kanadischem Whisky oder Whisky aus europäischen Ländern gehört. Aber wussten Sie auch, dass Indien und Taiwan zu den größten Whisky-Produzenten der Welt gehören?
Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf die Whiskys der Welt werfen!

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Video von Horst Lüning zum Thema „Handelt es sich nach unserem Verständnis überhaupt um Whisky“ aus dem Jahr 2015

Whisky aus Europa

Schweden

Mackmyra ist nicht die einzige, aber die bekannteste Whiskybrennerei in Schweden. Die Idee kam den Gründern bei einem Skiausflug. Bereits 1999 wurde mit der Destillation begonnen und im Jahr 2002 noch einmal in großem Stil erweitert. Mackmyra ist ein innovatives Unternehmen, das ständig neue Abfüllungen auf den Markt bringt. Sie produzieren hochwertigen Single Malt Whisky nach schottischem Vorbild.

Weitere europäische Länder

In immer mehr europäischen Ländern wird Whisky – zumeist nach schottischem Vorbild – produziert. Wir können Ihnen Whiskys aus Dänemark, England, Finnland, Frankreich, Island, Italien, Niederlande, Österreich, Schweiz, Tschechien, Wales… anbieten. Sie finden ein großes Angebot in unserer Europa-Übersicht . Und selbstverständlich auch aus Deutschland, dem wir ein eigenes Kapitel gewidmet haben.

 

Whiskys aus Asien

Indien

Der indische Whisky McDowell’s No. 1 ist der meistverkaufte Whisky der Welt, noch vor dem ebenfalls aus Indien stammenden Officer‘s Choice, auch OC genannt. Insgesamt befinden sich sieben Whiskys des Subkontinents unter den Top-Sellern! Indien ist sowohl der größte Produzent als auch der größte Konsument von Whisky, wobei sich die Kunden hauptsächlich im eigenen Land und in den Nachbarländern finden. Nicht alle indischen Whisky Sorten sind auch in Europa als Whisky anerkannt! Meistens handelt es sich um Blends aus indischen Grain Whiskys und einem kleinen Anteil importierten schottischen Malts. Bei der Whiskyherstellung wird viel Melasse verwendet, die bei der Zuckerherstellung anfällt. Zuckerrohr lässt sich deutlich besser als Getreide im subtropischen Klima anbauen. Dieses Produkt wird dann mit - für unser Verständnis - 'normalem' Grain Whisky verschnitten (Blend). Insgesamt wird eine Vielzahl unterschiedlicher Stile produziert. International bekannt sind Marken wie Amrut und Paul John. Diese Brennereien produzieren Whisky nach schottischem Vorbild. Einen großen Vorteil hat die Whisky-Produktion in diesen Breiten: Das warme Klima begünstigt die Fassreifung!

Japan

Japan hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen und wird oft als führender Produzent von Whisky außerhalb Schottlands betrachtet. Japanischer Whisky hat sich einen Ruf für hohe Qualität und Handwerkskunst erarbeitet und gewinnt weltweit zahlreiche Auszeichnungen.

Japanischer Whisky besticht durch seine hohe Qualität. Wir haben ihm daher ein eigenes Kapitel gewidmet.

Thailand

Der Mekhong Whisky aus Thailand definiert den Begriff Whisky neu!

Er wird auch ‘The Spirit of Thailand‘ genannt. Mekong ist der Name eines Flusses in Asien, der unter anderem zwischen Thailand und Laos fließt. Durch die britische Kolonialherrschaft in der Vergangenheit hat Thailand auch britische Wurzeln und somit viel vom Whiskybrennen mitbekommen. 1941 wurde dort die Mekhong Whisky Brennerei gegründet.

Nach der Übernahme der Mekhong Brennerei durch die Thai Beverage Company wird Mekhong nun verstärkt international vermarktet, erhielt ein englisches Label und wird seit 2011 auch in Europa und den USA vertrieben. Man merkt auch hier: Whisky ist im Kommen!
Nach europäischem Verständnis ist Mekhong kein Whisky!

Mekhong Whisky hat nur 35% und ist damit nach europäischem Recht kein Whisky. Hierzulande muss ein Brand mindestens 40% haben, um als Whisky bezeichnet werden zu dürfen. Mekhong wird zu 95% aus Melasse hergestellt, die bei der Zuckergewinnung aus Rohrzucker übrigbleibt. Darüber hinaus besteht der Mekhong Whisky aus 5% Reis und enthält zusätzlich eine geheime Mischung aus Kräutern und Gewürzen.

Pakistan

Die Kombination Single Malt Whisky und Pakistan ist sehr ungewöhnlich. Aber es gibt die Murree‘s Brewery, eine Bierbrauerei im Nordosten Pakistans, die auch Single Malt herstellt. Dies ist jedoch nur Ausländern erlaubt, da Pakistan bekanntlich ein 'trockenes' Land ist. Die Lizenz zur Whiskyherstellung in Pakistan wird daher nur an Nicht-Pakistanis vergeben, was die Herstellung von 'Murree's Millennium' nicht gerade einfach macht. Der Whisky hat seine Bezeichnung Single Malt Whisky verdient, da seine Herstellung vom Getreide über die Lagerung bis in die Flasche nach schottischem Vorbild läuft!

Taiwan

Die BrennereiKavalan hat die Whiskywelt mit seinen preisgekrönten Whiskys beeindruckt. Sie nutzen das warme Klima Taiwans, um Whiskys zu produzieren, die schnell reifen und intensive Aromen entwickeln. Die Produktion läuft nach schottischem Vorbild auf klassischen Pot Stills. Mit vielen unterschiedlichen Abfüllungen finden wir ihn nicht nur auf dem europäischen Markt. In unserer Datenbank können Sie den faszinierenden Werdegang des Unternehmens nachlesen.

Israel

In den letzten Jahren entwickelte sich in Israel eine Whisky-Industrie mit hochwertigem Whisky, der auch international auf sich aufmerksam machte. Im Jahr 2015 eröffnete in Tel Aviv die Whiskybrennerei M&H. Hier wird auf einer Brennblase aus Deutschland nach schottischem Vorbild Single Malt Whisky destilliert.

Whiskys aus Nordamerika

Kanada

Kanadischer Whisky wird wegen seiner Weichheit und Vielseitigkeit geschätzt. Anfangs wurde kanadischer Whisky hauptsächlich aus Weizen hergestellt, später brachten europäische Siedler Roggen aus ihrer Heimat mit. Die wichtigste Getreideart ist jedoch bis heute der Mais. Heutzutage wird hauptsächlich aus Mais und Weizen gebrannt. Nur selten wird gemälzte Gerste verwendet. Eine Besonderheit ist, dass die Zugabe von Aromastoffen bis zu 9,09% erlaubt ist - diese Abfüllungen kommen aber nicht auf den europäischen Markt! Gebrannt wird überwiegend in Column Stills und nur vereinzelt in Pot Stills. Für die Reifung werden sowohl gebrauchte Bourbon Fässer als auch Wein-, Sherry-, Brandy- und Rumfässer verwendet. Viele Blended Whiskys in Kanada sind weniger ein Blend verschiedener Destillerien als vielmehr ein Blend verschiedener Sorten einer Destillerie. Das erklärt auch, warum fast alle kanadischen Whiskys Blended Whiskys sind! In der Schreibweise orientiert sich der kanadische Whisky an dem schottischen. Der größte Absatzmarkt liegt gleich nebenan in den USA.

Insgesamt gibt es rund 40 verschiedene Marken, von denen außerhalb Kanadas nur Crown Royal, Canadian Club und Lot No. 40 bekannt sind. Die kanadische Whiskyindustrie wurde seinerzeit von der Prohibition schwer getroffen und konnte sich nur mühsam erholen. Bis heute gilt ‚Canadian Whisky‘ als Geheimtipp! Wir haben eine schöne Auswahl für Sie zusammengestellt! 

USA

Der Whiskey aus den USA mit seinen vielfältigen Sorten, wie Bourbon, Kentucky, Tennessee und Rye verdient selbstverständlich eine eigene Seite

Whiskys aus Südamerika

Die Whiskyindustrie spielt in Südamerika kaum eine Rolle. Die ABC-Staaten Argentinien, Brasilien und Chile starten mit kleinen Projekten. Insgesamt ist Mittel- und Südamerika ein starker Rum Markt.

Whiskys aus Afrika

Aus der James Sedgwick Distillery, benannt nach dem Kapitän und späteren Kaufmann James Sedgwick, stammen die beiden Whiskys Bain’s und Three Ships. Die Nachfrage nach hochwertigen Spirituosen steigt in Afrika, so dass mit einem weiteren Marktwachstum zu rechnen ist

Whiskys aus Australien

Die Geschichte des Whiskys beginnt in Australien bereits 1860 und endete zunächst in den 1980er Jahren. Die moderne Whiskyproduktion wurde durch den Australier Bill Lark auf der Insel Tasmanien wiederbelebt. Seit 1992 brennt dort die Lark Distillery Single Malt Whisky aus tasmanischer Gerste. Kurz darauf wurde die Sullivans Cove Distillery gegründet, die von Anfang an bemerkenswerte Whiskys auf den Markt brachte. Im Jahr 2007 wurde Sullivans Cove mit dem World Whiskies Award für den besten Single Malt der Welt ausgezeichnet. Gebrannt wird nach schottischem Vorbild, wobei auch viel mit verschiedenen Hefen, Gärzeiten und unterschiedlichen Fass-Nachlagerungen experimentiert wird. Der Süden Australiens und damit auch die Insel Tasmanien ist durch sein gemäßigtes Klima und ausreichend Wasser prädestiniert für die Whiskyherstellung. Insgesamt gibt es heute über 40 Whiskybrennereien in Down-Under.

Weitere Whiskysorten - nach Getreideart

Es gibt noch eine kleine Reihe weiterer Whiskysorten, die jedoch nicht sehr weit verbreitet sind. Sie sind jeweils nach der verwendeten Getreidesorte benannt. Der Oat Whisky ist ein Hafer Whisky, der Millet Whisky ein Hirse Whisky und der Wheat Whisky ein Weizen Whisky.

Wheat Whisky

Bekannt ist vor allem der Weizen Whisky. Die Maische für diese Whiskysorte besteht aus mindestens 51% Weizen. Ein Beispiel hierfür ist Woodford Reserve Wheat, dessen Maische aus 52% Weizen besteht. Dadurch entsteht sein runder und komplexer, fruchtig-würziger und leicht bitterer Geschmack.

Oat Whisky

Oat Whisky ist die englische Bezeichnung für Haferwhisky, die Maische für diese Whiskyart besteht also aus Hafer statt der üblichen Gerste. Ein Beispiel ist der 'Koval Oat' der Kovol Distillery mit Sitz in Chicago USA, der durch den Hafer sehr vollmundig und cremig ist, mit Noten von Banane und Honig. Hafer spielt auch in der Geschichte des irischen Whiskeys eine besonders wichtige Rolle, da er in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die einzige erschwingliche Getreideart war. Heute ist Hafer in der Whiskyherstellung nicht mehr so wichtig, aber es gibt gelegentlich spezielle Abfüllungen mit Hafer, wie z.B. von Koval oder auch von der deutschen Brennerei Fitzke (Schwarzwald) oder der Brennerei Weidenauer (Niederösterreich).

Millet Whisky

Eine weitere Getreideart, die gelegentlich zur Herstellung von Whisky verwendet wird, ist Hirse. Hirse ist vor allem in Asien und Afrika weit verbreitet und in Nepal eine beliebte Basis für Spirituosen. Hirse-Whisky heißt auf Englisch 'Millet Whisky' und wird zum Beispiel auch in der amerikanischen Koval Distillery hergestellt. Das Getreide dafür wird sogar von einer lokalen Biobauernvereinigung im Mittleren Westen der USA bezogen. Hirse hat sehr kleine Körner und kann wie Gerste gemälzt werden. Der daraus hergestellte Whisky ist sehr frisch und aromatisch, mit typischen komplexen Noten von asiatischen Früchten wie Datteln, reifen Bananen und süßen Litschis. Für eine solche Rarität muss man schon etwas tiefer in die Tasche greifen - wie so oft bei echten Besonderheiten.

Fazit

Ist das alles Whisky? Dürfen wir definieren, was Whisky ist? Die EU und die USA haben genau das getan und es gesetzlich festgeschrieben. Warum kann man nicht auch in Asien eine Idee dazu entwickeln? Sind wir wie früher die Kolonialmacht, die weltweit bestimmt, was Whisky ist und was nicht? Das sollten wir Europäer einmal hinterfragen!

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Sylvia Simm ist eine erfahrene Mitarbeiterin von Whisky.de. Nach über 20 Jahren im Online-Vertrieb und -Service unterstützt sie das Unternehmen mit ihrem umfangreichen Whisky-Wissen im Marketing. Als Online-Redakteurin und Content-Managerin ist sie für die Redaktion und Aktualisierung der Texte auf den Wissensseiten verantwortlich.

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